Hallo liebe Bastlergemeinde, ich habe ein Problem, dass mich schon seit Tagen stutzig macht. Es geht um die Glättung und Siebung einer gleichgerichteten Wechselspannung. Da ich vor habe, mir einen Röhrenverstärker zu bauen, habe ich der Restwelligkeit einer Spannung besondere Aufmerksamkeit geschenkt und bin auf eine mir seltsam vorkommende Erscheinung gestoßen. Neben der Rest-Welligkeit von 100Hz schwankt die übrig gebliebene Wechselspannung in unregelmäßigen Abständen. Nun frage ich mich woher diese Schwankung kommt und hoffe es hat jemand einen Tip für mich. Um das ganze nicht in einem Roman ausarten zu lassen, mache ich einmal Stichpunktartig weiter: Versuche, das Problem zu lokalisieren: - anderes Oszilloskop / Tastkopf: keine Änderung - andere Bauteile (verschiedene Trafos, Brückengleichrichter, Elkos und Lastwiderstände): Schwankungen verändert, aber nicht unterdrückt - Messung der Restwelligkeit an einem Labornetzteil: keine Schwankungen messbar Videos auf denen das Problem sichtbar ist: - Trafo + Brückenleichichter + Glättungselko: http://www.youtube.com/watch?v=JksMqWH33hE&feature=youtu.be - Trafo + Brückengleichrichter + Glättungselko + RC-Siebgleid: http://www.youtube.com/watch?v=EXVYY4_64dg&feature=youtu.be Ich weiß nicht, ob das ein Darstellungs-Problem von Oszilloskopen, ein Fehler meiner Anordnung oder einfach irgendein Denkfehler meinerseits ist, aber wenn mir jemand auf die Sprünge helfen könnte wären meine Oster-Bastel-Feiertage gerettet =)
Gast
#2624704
So kann ein Oszillogramm aussehen, wenn man blöderweise keine Masseverbindung hergestellt hat. Dein Aufbau sieht aber nicht so aus. Bleiben die viel zu nah am Oszilloskop liegenden Trafos, aber auch die dürften eher nur 50HZ Störungen verursachen, oder der allgemein mieserable Aufbau, aber dann müsste man schon an den Kabel wackeln um die Übergangswiderstände zu verändern. Bei einem ordentlichen Netzteil tritt das jedenfalls nicht auf. Bei Röhrenschaltungen hat man aber mit grossen Netzdrosseln geglättet, heute macht man das eher mit Spannungsreglern weil das viel preiswerter ist.
MaWin schrieb: > So kann ein Oszillogramm aussehen, wenn man blöderweise keine > Masseverbindung hergestellt hat. Dein Aufbau sieht aber nicht so aus. stimmt, die ist hergestellt > Bleiben die viel zu nah am Oszilloskop liegenden Trafos, aber auch > die dürften eher nur 50HZ Störungen verursachen, das denke ich auch, das ist auch nur eine schnell zusammengeschusterte Probeschaltung, stelle ich die Trafos weiter weg, ändert das das Problem auch nicht. > oder der allgemein > mieserable Aufbau, aber dann müsste man schon an den Kabel wackeln > um die Übergangswiderstände zu verändern. sorry für den miserablen Aufbau, aber es ist wie gesagt nur eine Testschaltung, wenn ich mein Problem endlich gefunden habe wird selbstverständlich in einem geerdetem Chassis, mit gescheiter Masseverbindung (Sternmasse) und sinnvoller Positionierung der Bauteile (Verhinderung der Einstreuung durch Trafos u.s.w.) gearbeitet. > Bei einem ordentlichen Netzteil tritt das jedenfalls nicht auf. > Bei Röhrenschaltungen hat man aber mit grossen Netzdrosseln > geglättet, heute macht man das eher mit Spannungsreglern weil > das viel preiswerter ist. Darüber denke ich auch nach, allerdings lässt mir das Problem trotzdem keine Ruhe, mit Netzdrosseln aus einem alten Röhrenradio oder Drosseln aus Leuchtstofflampen habe ich ebenfalls experimentiert, aber die Schwankungen wollen einfach nicht verschwinden :(
Alexander Graetz schrieb: > Die Schwankungen wollen einfach nicht verschwinden :( Schwankt denn vielleicht bereits die Wechselausgangsspannung des Trafos, bzw. vielleicht sogar schon die Primärspannung? Für lezteres wäre eine parallel geschaltete 230V/5W-Glühlampe ein guter Indikator. Gruss Harald
Harald Wilhelms schrieb: > Alexander Graetz schrieb: > >> Die Schwankungen wollen einfach nicht verschwinden :( > > Schwankt denn vielleicht bereits die Wechselausgangsspannung des > Trafos, bzw. vielleicht sogar schon die Primärspannung? Für > lezteres wäre eine parallel geschaltete 230V/5W-Glühlampe > ein guter Indikator. > Gruss > Harald Hallo Harald, ich habe nur eine 25W Glühlampe gefunden, diese sowohl Primärseitig, als auch Sekundärseitig und nach dem Brückengleichrichter angeschlossen. Bei keiner dieser Konfigurationen ist eine Helligkeitsschwankung sichtbar. Ich denke auch, dass die Spannungsschwankung dazu zu gering wäre. Die Schwankung beträgt je nach Dimensionierung der Siebung und Glättung nur etwa 0,2 - 2 Volt, weshalb ich diese wohl selbst bei direktem Oszilloskopieren der Netzspannung nicht wirklich wahrnehmen würde. Es fällt halt erst auf, wenn man die geringe Brummspannung oszilloskopiert und diese ständig ein wenig "hoch und runter" wandert. Je besser ich siebe, desto geringer werden die Schwankungen, allerdings ist das keine Lösung für mein Problem, denn meinem bescheidenem Verständnis nach dürfte ich außer der Brummspannung garnichts weiter auf dem Oszi sehen.
Das ist jetzt vielleicht eine dumme Frage, aber Netzschwankungen können das nicht sein oder? Das könnte ich zumindest damit ausschließen, wenn ich die Schaltung 3 Uhr Nachts teste, an denen Laständerungen durch andere Haushalte nahezu ausgeschlossen sind, aber ich denke dieser Gedanke ist Blödsinn.
Einige Volt Schwankungen spielen bei Röhren keine Rolle. Der Ausgangstrafo transformiert sei weit genug runter und langsame Änderungen (Infraschall) kann eh keiner hören. Früher war ne CLC-Siebung üblich (2*16µF, 10H). Peter
Hallo Peter, danke für deine Antwort. Vielleicht werde ich dieses "Phänomen" tatsächlich erstmal ignorieren und weiter basteln. Die brummspannung bekomme ich über CLC/CRC - Siebung, oder wenn ich Lust dazu habe vielleicht über einen Längsregler weg, bei letzterem sollten dann auch die Schwankungen verschwinden. Ehrlich gesagt habe ich gehofft, hier eine Antwort ála "Ja, das hatte ich auch schon, mach einfach folgendes..." zu bekommen, aber man kann ja nicht alles haben :) Jedenfalls erstmal danke euch allen.
Gast
#2624814
Peter Dannegger schrieb: > Früher war ne CLC-Siebung üblich (2*16µF, 10H). Auch in Telefonnetzteilen, und gelegentlich hatte man diese Pi-Glieder auch als C-R-C, haben aber keinen so guten Siebfaktor. Die C-L-C-Kombination schwankt etwas mit der Eigenresonanzfrequenz bei Lastsprüngen und Eingangsspannungsänderungen, das läßt sich sogar in LTspice gut simulieren. In Grenzen kann man da mit den Bauteilwerten etwas an der Resonanzfrequenz schrauben.
Gast
#2624818
Alexander Graetz schrieb: > Vielleicht werde ich dieses "Phänomen" > tatsächlich erstmal ignorieren Es ist einfach im Zusammenspiel Deiner Messanordnung begründet. Nimm ein Scope mit Akku/ Batterieversorgung und die Schwankungen sind weg. Pack die Dramatik wieder in den Rucksack und viel Spaß beim Alexander Graetz schrieb: > weiter basteln.
Hi und danke fürs Mut machen :-D Das mit der Messanordnung ist natürlich auch nen Bomben-Tip! Hätte ich jetzt nen Trenntrafo zur Hand würde ich das Oszi dort mal anklemmen und schauen ob die Vermutung richtig ist. Jedenfalls vielen Dank für alle Tips!
Wie groß ist denn die Welligkeit bzw. wieviel % der Gleichspannung? Wenn das nur im %-Bereich ist, sind Netzspannungsschwankungen durchaus auch in diesem Bereich. Du hast wahrscheinlich AC-gekoppelt eingestellt und die Empfindlichkeit entsprechend hoch gedreht. Dann sieht das Signal bei Spannungsänderungen "gerne" so aus... Gruß Dietrich
Alexander Graetz schrieb: > Das ist jetzt vielleicht eine dumme Frage, aber Netzschwankungen können > das nicht sein oder? Ich denke doch, das das möglich ist, insbesondere, wenn Dein Netzanschluss schon etwas älter ist. Da waren die Hauptlei- tungen teilweise noch recht dünn. Andererseits, wie bereits geschrieben, schaden diese geringen Schwankungen vermutlich auch nicht. Glühlampen mit geringer Wattzahl haben ein kleine Zeitkonstante. Da fallen Schwankungen im Bereich von einigen Herz bereits bei unter 1% Spannungsschwankung auf. Gruss Harald
So nen ähnliches PRoblem hatte ich auch schon. Damals lag es an ner unsauberen verbindung... von daher Probiers mal mit anderen Leitungen, anderes Oszi fals ihr noch eins habt evtuell anderer Herster/ Typ.
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