Kunststoffe einschmelzen

Gast #2673829
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wollte mal fragen ob jemand erfahrung hat beim einschmelzen von 
Kunststoffen, z.B. alte Druckergehäuse

das man dabei Vorsichtig sein muss ist mir klar (Dämpfe etc.)

Grund ist, ich hab das Problem das ich eine kleine Schaltung habe, bei 
der aber durch die starken Erschütterungen die sie zwangsweise 
ausgesetzt ist, immer wieder die Beinchen von verschiedenen Bauteilen 
abbrechen was sehr nervig ist

nun will ich halt die gesammte Schaltung in einen massiven Block 
Kunststoff eingießen so das mechanische Einflüsse nicht mehr oder kaum 
wirken können

das ich dann nicht mehr an die Schaltung komme falls doch was ist, ist 
mir klar, aber das ist nicht weiter tragischen da die gesammt Schaltung 
nicht besonders wertvoll ist und ohne weiteres neu aufgebaut werden kann

nun ist die frage halt wie ich das am besten anstelle

ich hatte es mir so vorgestellt, den Kunststoff erst kleinschreddern, 
dann in einen Metallbehälter und erhitzen

benutzen würde ich einen alten kleinen Topf, einen Bunsenbrenner und ein 
kleiner Holzkasten, der als Form dienen soll, zudem eine alte ABC 
Schutzmaske bei bedarf

(am Rande, es geht nicht um Schönheit)

mich würd aber interessieren:
ist das so machbar?
wie heiß muss ich das ca. machen?
(ich weiß das jeder Kunststoff ne andere Temperatur braucht)
Gast #2673837
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> nun ist die frage halt wie ich das am besten anstelle

Sicher nicht mit Spritzgusskunststoff, schon gar nicht das ABS der 
Druckergehäuse.

Denn das schrumpft (zieht sich zusammen) massiv beim abkühlen,
und reisst dir dabei gleich alle Beinchen ab.

Wenn nicht (elektronikgeeignetes, essigsäurefreies) Silikon geht,
um Vibrationen zu dämpfen, sondern das Endprodukt wirklich hart
werden soll, sollte man zuerst alles in ein Bad mit einer Flüssigkeit
tauchen, die nach dem aushärten eine dünne gummiartige Schicht auf
alle Bauteile und deren Anschlüsse legt, so 1mm dick.
Damit hat man einen Puffer eggen SPannungen.

Und dann mit aushärtendem Kunststoff (Epoxy) eingiessen. Da es dir
nicht um die Spannungsfesigkeit geht, muß das nicht im Vakuum
erfolgen, aber falls deine Schaltung Hochfrequenzteile enthält,
achte darauf daß der Verguss die elektrischen Daten der Dielektritität
verändert.

Schau dir um bei Herstellern von Vergussmassen
http://www.peters.de/de/produkte/vergussmassen
Gast #2674214
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Du solltest dich von der Vorstellung lösen, dass man thermoplastischen 
Kunststoff wie Wasser "gießen" kann.

Der Kunststoff, der bei Gehäusen verwendet wird (Polystyrol oder ABS) 
ist nur in Spritzgussmaschinen verarbeitbar. Bei der Schmelztemperatur 
haben diese Kunststoffe die Konsistenz von Zahnpasta. Der Kunststoff 
wird bei der Verarbeitung mit sehr hohem Druck in die Form gespritzt.
Abgesehen davon brauchst du mindestens 150°C, um die Kunststoffe zu 
schmelzen, deine Elektronik wird sich da mit Sicherheit verabschieden.

Die einzig sinnvolle Möglichkeit ist das Vergiessen mit Giessharz oder 
mit Silikonkautschuk. Die in der Industrie üblichen Giessharze bekomst 
du aber nur in Industriegebinden, also so 50 kg aufwärts. Zu bekommen 
bei Peters:
http://www.peters.de/de/produkte/vergussmassen

In Kleinmengen bekommt man ähnliche Giessharze z.b. bei Kaupo:
http://kaupo.de/

Zu empfehlen wäre halbhartes Polyurethangiessharz,
z.B. SmoothCast 45D oder Smoothcast 60D:
http://kaupo.de/Produktkatalog/Polyurethangiessharz/Smooth-Cast-45D60D.html
oder ein harter Silikonkautschuk, z.B. Mold Max 60:
http://kaupo.de/Produktkatalog/Silikonkautschuk/Mold-Max-60-K-Silikon.html
Gast #2674275
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>soweit ich weiss entsteht aber mein Aushärten Essigsäure

Das ist nur bei Einkomponenten-Silikonkautschuk  für Sanitärzwecke der 
Fall. Zweikomponenten-Silikonkautschuk zum Giessen ist ganz was anderes.
Gast #2674318
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2 Komponenten Spachtelmasse wie er beim Lakierer und Karosseriebauer 
benutzt wird. Dieser wird beim zwar auch heiss, aber ich glaube das 
bleibt wohl unter 100 Grad.

Gibts in jedem Baumarkt in der Autoabteilung. Versuch macht kluch.
Gast #2679014
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Also ohne den Fragesteller beleidigen zu wollen:

Alte Druckergehäuse einzuschmelzen, um eine Volumina zu füllen, ist hier 
wohl eine der besten FAILs, die ich hier gelesen habe. Ich weiß echt 
nicht, ob ich das ernst nehmen kann. Da sind Webserver-Ideen auf CPLDs 
fast noch umsetzbarer.

Egal wie: Selten so gelacht. Danke!
Gast #2679022
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Mark schrieb:
> Grund ist, ich hab das Problem das ich eine kleine Schaltung habe, bei
> der aber durch die starken Erschütterungen die sie zwangsweise
> ausgesetzt ist, immer wieder die Beinchen von verschiedenen Bauteilen
> abbrechen was sehr nervig ist

Statt die Dämpfung zu erhöhen, wäre es vielleicht auch nicht schlecht, 
deine Schwingungsfähigen Systeme ganz von der Platine zu entfernen.

Nimm SMD.

Früher hat man Tranistoren über Kopf durch passende Löcher in der 
Platine gesteckt, damit sie nicht schwingen konnten, und dann die Beine 
auf die Platine zurückgebogen. Das hat selbst bei Raketen geholfen.

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