Hallo Christian!
Sehr schön, dass du dich mit AVRs auseinander setzen willst.
Eine Frage vorab: Wie ausgeprägt sind dein Elektronik-Wissen oder mit
was kennst du dich schon aus?
Welche Programmiersprache hast du gewählt?
Konkret zu der Situation, die du oben schilderst: LTP oder Serielle
Programmieradapter funktionieren unter alten Versionen von Windows noch
ganz gut. Nach meiner Erfahrung fehlen jedoch die Anschlüsse bei neueren
Rechnern (selbst ab Win XP) häufig.
Ich verwende den USB-ASP von Thomas Fischl, der bei mir aber erst nach
einigem Herumbasteln lief.
Der erste Link mit der Anleitung von rn-wissen sieht ganz brauchbar aus,
wenn du dich da Schritt für Schritt durcharbeitest, solltest du schon
mal ein Erfolgserlebnis haben :)
Alternativ kann ich dir das Atmel Evaluationsboard von Pollin empfehlen:
http://www.pollin.de/shop/dt/MTY5OTgxOTk-/Bausaetze_Module/Bausaetze/ATMEL_Evaluations_Board_Version_2_0_1_Bausatz.html
Da hast du alles wichtige drauf, um einen Controller laufen zu lassen.
Plus sogar einen eingebauten Programmierer, also musst du nur noch das
board per RS232 an deinen PC anschließen.
(Mit diesem Board, avr-gcc und Ponyprog habe ich angefangen.
Funktionierte super, bis der einzige Rechner mit RS232 Schnittstelle
kaputt ging)
Zur Frage mit dem Takt: Das Kapitel
http://www.rn-wissen.de/index.php/AVR-Einstieg_leicht_gemacht#Grundschaltung_mit_Quarz
erklärt das ganz gut. So etwas ist auch im Datenblatt erklärt (ja ich
weiß, dass das >300 Seite hat).
Lade dir auf jeden Fall das http://www.atmel.com/Images/doc2503.pdf
runter und speicher es ab, man muss immer mal wieder etwas nachschauen.
Zum Beispiel auf Seite 25/26, da steht erklärt, wie das mit dem Quarz
bzw internen Oszillator funktioniert.
Bevor du das anwendest, solltest du wissen, was bspw. mit CKSEL gemeint
ist. Das sind so genannte "Fuses". Kannst du dir vorstellen wie eine
Vielzahl von Schaltern, die im Controller gesetzt umgelegt werden
können, und beschreiben, wie gewisse Teile vom Controller funktionieren.
Einen Bootloader brauchte ich in den letzten Jahren nicht in meinen
Controllern, ich würde behaupten, sofern du nicht einige spezielle
Anwendungen im Sinn hast, brauchst du auch keinen Bootloader :)
Der dient in erster Linie als Programmieradapter, wenn du keine ISP
Programmierung verwenden willst oder kannst.
Zum Schluss kann ich nur sagen: Ausprobieren, es schadet nicht. Die AVRs
sind nicht teuer, wenn du ein bisschen Geld in das Board von Pollin
investierst, hast du erstmal eine solide Plattform zum Experimentieren,
bei der man kaum Fehler im Aufbau machen kann.
Bevor du irgendetwas großes in Angriff nimmst, lass erstmal eine LED
leuchten oder blinken - wenn du verstanden hast, wie das funktioniert,
ist alles weitere nur halb so schwer :)
Gruß, behle
PS: Bei mikrocontroller.net gibt es einige Artikel zum Thema Anfänge mit
AVR, die auch lesenswert sind.