Daniel,
die Formel u=L*di/dt gibt genau alles wieder. Gehen wir mal von Deinen
Vorgaben aus. L=1H und I=1A. Der Strom fliesst konstant durch die Spule.
Jetzt sagen wir, nach 0,01 Sekunden ist der Strom auf 0A gesunken und
zwar wie beim Sägezahn von rechts oben nach links unten auf einer
geraden Linie.
Dann haben wir ein di=1A, dt=0,01s und l= 1H. Die Spannung u würde so
mit 100V betragen. Als Spannung würdest Du am Oszi einen Rechteck sehen.
Die 100V wären sofort da und würde nach 0,01s wieder auf 0V fallen.
Gut, das gilt nur für idealisierte Verhältnisse. In der Realität gibt es
keine idealen Induktivitäten. Sie haben alle gewisse Kapazitäten. Und
eine Induktivität und eine Kapazität bilden zusammen einen Schwingkreis.
Nur, bei einigen Spulen liegt die Resonanzfrequenz wieder so hoch, so
das wieder quasi ideale Verhältnisse möglich sind. Ein anschauliches
Beispiel ist die Zündspule im Auto. Dort werden aus 12V und einigen
wenigen Ampere und einem (früher) relativ simplen Unterbrecherkontakt
bis zu 20KV erzeugt.
Gruss Klaus.