Hi, Jetzt,
> ich muß leider noch mal auf das o.g. Thema zurückkommen.
Ohne Link fällt mir das schwer.
> Mir will nicht in den Kopf das man als
> Projektleiter automatisch mehr verdient wie als Entwickler.
> Heutzutage
> sind zumindest beim Entwickler Denkvermögen bei komplexen Sachverhalten
> und kommunikative Fähigkeiten gefragt da man dort normalerweise im Team
> arbeitet.
Nicht automatisch. Aber durchaus sinnvoll ist die Bemessung des Gehaltes
nicht an der Anzahl der Schweißtropfen auf der Stirn, auch nicht an der
Länge der Liste der Kompetenzen, sondern an der Höhe des Einflusses der
Entscheidungen einer Person auf die Bilanz des Unternehmens.
Wessen Entscheidungen wichtiger sind, der möge halt sorgfältiger
entscheiden.
Denn das Konzept der Kompetenzen scheitert an deren Inflation. Wir
können jede xbeliebige Kompetenz umformulieren unter Verwendung
erfundener Begriffe, wir können jede Kompetenz als System verstehen und
zerlegen in Teil-Kompetenzen, und schon ist der Personalentwickler
verwirrt - und der Controller im Personalwesen genauso.
Die Zahnärzte haben das in hervorragender Art und Weise gemacht.
("hervorragend" aus deren Sicht natürlich.) In Mexiko habe ich
Zahnarztpraxen gesehen mit Pauschalpreisen, fantastisch billig,
hierzulande aber wird in der Honorarechnung jede Handbewegung und jedes
Blinzeln einzeln aufgeführt und abgerechnet.
Ein anderer Gesichtspunkt erscheint mir viel praktischer: Ein guter Teil
des Gehaltes für Projektmanager ist als eine Art
"Schmerz-und-Bibber-Zulage" zu verstehen. Als Projektmanager übernimmst
Du Verantwortung für Dein Projektteam. Du bestimmst - hoffentlich in
gegenseitiger Abstimmung - wer was wann und wie zu liefern hat. Und dann
rennst Du hinterher, bittest und bettelst in Deiner Matrixorganisation,
damit er Deine Termine besser einhalte als die Deines Kollegen
Projektleiter.
Du hast Probleme zu lösen, die Du als Entwickler nicht zu lösen hättest.
Ciao
Wolfgang Horn