Summendes Bauteil im Wechselrichter

OP #2742233
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Liebes Forum,

ich habe nun schon mehrere Wechselrichter 12/24 V DC auf 230 VAC 
bestellt und ausprobiert und jeder von diesen hat mehr oder weniger 
gesummt und gebrummt. Da ich das Gerät in einem Wohnbus einsetzen 
möchte, stören diese Geräusche extrem. Gibt es da qualitativ 
hochwertigere (brummfreie) Bauteile die man einsetzen lassen könnte? Ich 
habe mal die Lauscher gespitzt und das eingekreiste Bauteil als 
Übeltäter identifiziert. Um was für ein Bauteil handelt es sich denn 
hier?

Grüße!

PS: Im Bild ein Effekta 350 W 24 Volt WR
Angehängte Dateien:
#2742398
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Sophie Treuenfels schrieb:
> Ich
> habe mal die Lauscher gespitzt und das eingekreiste Bauteil als
> Übeltäter identifiziert. Um was für ein Bauteil handelt es sich denn
> hier?

Da hast du ganz richtig gehört.
Das brummende Bauteil ist die Spule links im Kreis. Oder genauer, deren 
Spulenkern.
Magnetostriktion: Ausrichtung im Material entsprechend des 
Magnetfeldlinien, die sich ständig umkehren. Dabei erfährt der Kern eine 
Längenänderung - der Kern schwingt.

Dämpfen kannst du das, indem du die Spule auslötest, in nicht fest 
aushärtenden Lack tränkst und auf einem Bett aus Silikon gelagert wieder 
einlötest.
#2742675
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Bodo S. schrieb:
> Ist es möglich, dass auch der Kondensator rechts im Kreis brummen kann,
> oder ist das ausgeschlossen?
Kunststoffkondensatoren sind schweigende Zeitgenossen.
Keramische Kondensatoren können bis weit in den hörbaren Bereich 
herunter schwingen und geben mit einer Leiterplatte als Schallköper 
ein Fiepen von sich. Vorsicht aber bei Messungen an vermeintlich 
brummenden Kerkos: wegen des Piezo-Effekts kriegst du deutliche Signale 
mit der Brummfrequenz, die aber aktiv nichts mit dem Kerko zu tun haben.

Das beschriebene Brummen ist typisch für Spulen.
OP #2745298
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Den Epcos würde passen. Danke für den Link. Der weiße Kleber ist sehr 
weich. Hatte diese Stelle schon von der Spule getrennt. Liegt definitiv 
am Kondensator (Hörschlauch).

Bleibt die Frage, ob das Brummen generell bei diesen 
Wechselspannungskondensatoren auftritt oder das ein Qualitätsmerkmal 
ist. Vielleicht kann das jemand verraten, bevor ich einen Neukauf 
tätige.
(Firma: matzetronics) #2745455
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Sophie Treuenfels schrieb:
> ob das Brummen generell bei diesen
> Wechselspannungskondensatoren auftritt

Definitiv nicht. Normalerweise sind Kondensatoren sehr gut vergossen, da 
davon die Spannungsfestigkeit, Kapazitätskonstanz usw. abhängt. Es 
scheint so, als ob die Herren BWL'er beim Hersteller da etwas gespart 
haben und deswegen das billigste genommen haben, was es auf dem Markt 
gab. Ein C in guter Qualität summt nicht.
Spulen hingegen summen gerne mal (manche unter uns errinnern sich 
ungerne an piepsende Zeilentrafos und knarrende Dimmer), weil die 
Wicklung bei Stromdurchfluss magnetische Kräfte erzeugt, die den Kern 
wackeln lassen. Deswegen haben so viele hier erstmal die Spule aufs Korn 
genommen.
OP #2751068
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Habe nun einen X2 Epcos mit 305 VAC und 4,7 µF eingesetzt. Der brummt 
genauso wie der original verbaute. Danach war ich im Elektronik 
Fachgeschäft und habe das Problem geschildert. Der nette Herr hat mir 
dann einen WIMA mit 3,3 µF und 400 VAC mitgegeben zum ausprobieren. Ist 
schon ein ganz schönes Monster. Fazit: der brummt noch lauter. Ich bin 
langsam echt am verzweifeln. Ich könnte jetzt noch kleinere Kondis 
einbauen. Weiß aber nicht, ob es der Schaltung schaden könnte. Es sind 2 
X2 mit 275 VAC und 0,1 µF (aus einem 150 W Wechselrichter, die damals 
keinen Mucks abgegeben hatten). Könnte ich das mit denen mal probieren, 
oder ist das zu wenig Kapazität?
Gast #2751219
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Sophie Treuenfels schrieb:
> Habe nun einen X2 Epcos mit 305 VAC und 4,7 µF eingesetzt. Der brummt
> genauso wie der original verbaute. Danach war ich im Elektronik
> Fachgeschäft und habe das Problem geschildert. Der nette Herr hat mir
> dann einen WIMA mit 3,3 µF und 400 VAC mitgegeben zum ausprobieren. Ist
> schon ein ganz schönes Monster. Fazit: der brummt noch lauter.

Tja, auch Folienkondensatoren sind nicht immer stille Gesellen.


> Ich bin
> langsam echt am verzweifeln. Ich könnte jetzt noch kleinere Kondis
> einbauen. Weiß aber nicht, ob es der Schaltung schaden könnte. Es sind 2
> X2 mit 275 VAC und 0,1 µF (aus einem 150 W Wechselrichter, die damals
> keinen Mucks abgegeben hatten). Könnte ich das mit denen mal probieren,
> oder ist das zu wenig Kapazität?

Du weißt wozu der Kondensator und die benachbarte Spule da sind? Wohl 
nicht.

Es handelt sich um den Ausgangsfilter des Wechselrichters, und wenn 
dessen Grenzfrequenz zu hoch liegt, dann bekommen die Verbraucher zu 
viel von der Schaltfrequenz der Ausgangsstufe ab, und das werden die 
nicht mögen.
Gast #2751773
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Ben _ schrieb:
> Den kann man eben nicht weglassen. Es sieht so aus, als ob das Ding ein
> echter Sinuswandler ist - und sowas braucht zwingend ein LC-Glied am
> Ausgang um das PWM-Signal auszufiltern. Die Sinusschwingung entsteht
> praktisch erst in diesem Filter.

Ohne Schaltplan ist es schwer zu sagen, wofür genau der da ist.
Der könnte auch mit einer H-Brücke arbeiten, die 330 V DC in 230 V 
Sinus- oder Trapezförmige Ausgangsspannung wandelt.
Gast #2751788
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Rainer Ernst schrieb:
> Ben _ schrieb:
>> Den kann man eben nicht weglassen. Es sieht so aus, als ob das Ding ein
>> echter Sinuswandler ist - und sowas braucht zwingend ein LC-Glied am
>> Ausgang um das PWM-Signal auszufiltern. Die Sinusschwingung entsteht
>> praktisch erst in diesem Filter.
>
> Ohne Schaltplan ist es schwer zu sagen, wofür genau der da ist.
> Der könnte auch mit einer H-Brücke arbeiten, die 330 V DC in 230 V
> Sinus- oder Trapezförmige Ausgangsspannung wandelt.

Genau das schrieb er doch.

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