Hallo Zusammen,
ich würde gerade gerne einen Transistorverstärker für 50Hz bauen. So
etwas habe ich leider noch nie gemacht und habe damit auch leichte
Schwierigkeiten.
Zunächst die Signalquelle: Dies soll später das 50Hz "Funksignal" sein,
welches man empfangen kann. Dazu gehört im Grunde ja auch eine Antenne -
theoretisch ja eine relativ große (lambda/4 liegt bei ca. 750km) - aber
mein Oszi kann das Signal auch ohne Antenne gut messen.
Dann stellt sich die Frage nach einer Verstärkerschaltung. Ich würde das
ganze gerne ohne Operationsverstärker machen. Also bietet sich ja eine
Emitterschaltung an. Ich dachte da zunächst an eine Emitterschaltung
ohne Gegenkopplung. Ich möchte aus dem 50Hz Signal später ein reines
Rechtecksignal machen, deswegen darf meine Verstärkerstufe ruhig in
Sättigung gehen.
Zu den Koppelkondensatoren: Bei nur 50Hz müssten diese ja schon relativ
groß ausfallen - kann man hier eigentlich auch Elkos nehmen? Diese
werden dann ja im Grunde auch nur "kurz" verpolt.
Sind meine Überlegungen soweit richtig? Würdet ihr ein solches vorhaben
anders durchführen?
Grüße,
Thomas
Hey,
vielen Dank für deine Antwort. Woher die 50Hz kommen ist mir durchaus
bewusst. Primär ging es mir auch um die Verstärkerschaltung, wie anfangs
schon erwähnt, habe ich damit wenig Erfahrung.
Ich wollte eine solche Schaltung z.B. schon Simulieren, weiß jedoch
nicht wie ich die Signalquelle darstellen soll - vllt. ein Sinus-Signal
mit einer Amplitude von 50mV. Nur welcher Innenwiderstand ist hier
realistisch?
Ebenfalls nochmals die Frage, ob ich ein solches Signal dann über einen
Elko einkoppeln kann, oder dieser dafür nicht geeignet ist?
Grüße,
Thomas
Hey,
da kam schon die 2. Antwort :)
Wie gesagt, die Verstärkung ist nicht so wichtig, sie sollte möglichst
groß sein, gerne darf der Transistor dann in Sättigung gehen. Aus zur
Eingangs-Impedanz kann ich nicht viel sagen, da ich das Eingangssignal
gerne als Funksignal hätte. In welchen Größenordnungen man hier die
Impedanz annimmt, weiß ich leider nicht.
Grüße,
Thomas
Die 50Hz werden nicht absichtlich gesendet, also kann man keinen
stabilen Empfang garantieren.
In der Nähe von Netzleitungen hat man eine kapazitive Kopplung, in der
Nähe von Trafos eine induktive.
Auf dem freien Feld hast Du keine 50Hz.
Wozu brauchst Du die denn?
Peter
Hey,
nunja, es handelt sich eher um ein kleines, nicht ganz sinnvolles,
Projekt. Ich dachte vllt. an eine kleine Eieruhr, welche ihren Takt eben
aus den 50Hz bekommt. Überwiegend würde man die Platine dann später nur
im Wohnbereich betreiben ;)
Grüße,
THomas
Thomas schrieb:> ich würde gerade gerne einen Transistorverstärker für 50Hz bauen.> Dann stellt sich die Frage nach einer Verstärkerschaltung. Ich würde das> ganze gerne ohne Operationsverstärker machen.
Manche machen es sich gern unnötig schwer. Mit einem OPV hast
Du eindeutig die einfachste Lösung. Den kannst Du sogar gleich
als Bandfilter beschalten, um störende Frequenzen auszufiltern.
Gruss
Harald
Das ist doch wieder einmal typisch für dieses Forum.
Er will als Spassprojekt eine Eieruhr bauen, die ohne Oszillator, dafür
mit den nahezu überall vorhandenen 50Hz auskommt. Dazu will er keine
OPVs verweden, sondern das ganze über einen Transistorverstärker lösen.
Und schon wird ihm von allen Seiten gesagt, wie er es anders lösen will.
kopfschüttel
name schrieb:> Das ist doch wieder einmal typisch für dieses Forum.> Er will als Spassprojekt eine Eieruhr bauen, die ohne Oszillator, dafür> mit den nahezu überall vorhandenen 50Hz auskommt. Dazu will er keine> OPVs verweden, sondern das ganze über einen Transistorverstärker lösen.> Und schon wird ihm von allen Seiten gesagt, wie er es anders lösen will.> *kopfschüttel*
Dann entwirf ihm doch eine passende Schaltung. Ich hab keine Lust,
damit mindestens eine Stunde zu vergeuden. Mit einem OPV hat man
das in 10 Minuten aufgebaut.
Gruss
Harald
Hallo Thomas,
was hältst du von sowas, ist ein einfacher Multivibrator und macht so
etwas zwischen 50 und 100Hz, fast Rechteck kommt auch schon raus, da
könntest du noch eine kleine Verstärkerschaltung mit einem oder zwei
Transistoren anhängen und das würde vielleicht schon für die Eieruhr
reichen.
Eieruhr, sowas muss einem auch erstmal einfallen...
Gruß,
Joe
Hey,
vielen Dank für die vielen Eindrücke. In der Tat geht es mir gerade um
die .."Taktgewinnung" über das 50Hz Signal. mit einem µC oder einer
Oszillatorschaltung lässt sich das ganze natürlich viel einfacher
Aufbauen.
An unserer Uni werden jedoch Mittelwellenempfänger und UKW-Radios nur
mit Transistoren gebaut, was mich faszinierte. Aus diesem Grund ist die
Projektidee auch gekommen.
Ich werde wohl noch ein wenig tüfteln und Simulieren - ich bin mir nur
eben über die Details nicht sicher - reicht eben diese Emitterschaltung
aus, oder muss vllt. etwas komplexeres her (Differenzverstärker?).
Aber vielen Dank für die Antworten.
Grüße,
Thomas
Thomas schrieb:> ich bin mir nur> eben über die Details nicht sicher - reicht eben diese Emitterschaltung> aus, oder muss vllt. etwas komplexeres her (Differenzverstärker?).
Entscheident ist wohl eher
- Eingangsimpedanz
- Verstärkung
Daher wäre z.B. ein Ansatz:
- Eingangsstufe als Impedanzwandler (Kollektorschaltung = Emitterfolger)
- Folgestufe(n) zur Spannungsverstärkung
Einen Differenzverstärker bringt hier erstmal nichts, zumal Du die
Arbeitspunkte der Transistoren getrennt vom Signal einstellen kannst
(AC-Kopplung).
Gruß Dietrich
Thomas schrieb:> Ich werde wohl noch ein wenig tüfteln und Simulieren - ich bin mir nur> eben über die Details nicht sicher - reicht eben diese Emitterschaltung> aus, oder muss vllt. etwas komplexeres her (Differenzverstärker?).
Nun, Du wirst wohl einen mehrstufigen Verstärker brauchen. Um so etwas
richtig zu dimensionieren, musst Du schon einige Grundlagen in Tran-
sistorschaltungstechnik beherrschen. Ein guter Einstieg wäre da das
Buch "Halbleiterschaltungstechnik" von Tietze/Schenk. Mit einem
OPV dagegen klappt das ohne besondere Vorkenntnisse.
Gruss
Harald
PS: Wozu braucht man eigentlich eine Eieruhr? So etwas hat eine
Hausfrau doch im Gefühl! Näheres dazu hier:
http://www.youtube.com/watch?v=V13tFp-M1No
Thomas schrieb:> Ich werde wohl noch ein wenig tüfteln und Simulieren - ich bin mir nur> eben über die Details nicht sicher - reicht eben diese Emitterschaltung> aus, oder muss vllt. etwas komplexeres her (Differenzverstärker?).
Warum nimmst du nicht einfach ein paar reale Transistoren und probierst
das mal aus. Die ganze simuliererei bringt so nix. Frueher haben wir das
alle so gemacht. Einfach mal ausprobieren und daraus erkenntnisse
ziehen.
Vor kurzem gab es in der Elektor den sog. Tapir HV-Schnüffler.
http://www.elektronik-labor.de/Notizen/Tapir.html
Damit kriegt man die 50Hz schon rein, allerdings (zB in der Nähe von
Schaltnetzteilen) auch jede Menge andere Frequenzen, da wirst du dich
wundern, wie unterschiedlich schnell deine Eier gekocht sind.
Vielleicht als Startpunkt nicht schlecht.
@Thomas
> Vor kurzem gab es in der Elektor den sog. Tapir HV-Schnüffler.> Damit kriegt man die 50Hz schon rein
Naja, die Verstärkung dieser Schaltung ist bei 50Hz aus einer sehr
niederohmigen Quelle nur 40dB. Der Eingangswiderstand dieser Schaltung
ist für deine Anwendung viel zu klein. Die "aus der Luft gegriffenen" 50
Hz sind aber hochohmig, so dass du mit dieser Schaltung überhaupt nichts
erreichen wirst.
> ich bin mir nur> eben über die Details nicht sicher - reicht eben diese Emitterschaltung> aus, oder muss vllt. etwas komplexeres her (Differenzverstärker?).
Du brauchst eine Schaltung mit großem Eingangswiderstand und hoher
Verstärkung. Eine Emitterschaltung schafft zwar hohe Verstärkung > 60dB,
hat dann aber zu kleinen Eingangswiderstand. Mit einem Mosfet geht das,
auch in einer Stufe.
Ein Differenzverstärker bringt keinen Verstärkungsvorteil (im
Gegenteil), sondern bessere Stabilität.