Hallo Praktiker.
> der Titel sollte eigentlich schon alles sagen.
> Etwas ausführlicher gefragt :
> - Was macht ein Flussmittel zu einen Flussmittel (irgendwas mit der
> Oberflächenspannung ?)
1) Ist es in der Lage, die Patina (ich schreibe bewusst nicht
Oxidschicht) aufzulösen, weil es, zumindest im Temperaturbereich des
Lötens, aggressiv ist.
2) Es schützt anschliessend die Oberfläche durch einen Fim vor neuer
Korrosion.
3) Natürlich der Effekt mit der Oberflächenspannung...bessere Benetzung.
Aber auch besseres Wegspülen von Schmutz. Entweder durch das flüssige
Flussmittel selber oder durch das Lot.
Aber dieser Effekt ist eher klein.
> - hat der Alkohol dabei auch noch eine andere Aufgabe als nur ein
> Lösungsmittel zu sein ?
Normaler Alkohol ist bei Löttemperatur schon verdampft. Vorher hat er
aber sicherlich durch das Lösen von Schmutz zur Reinigung der Lötstelle
beitragen können. Aber es gibt auch Flussmittel, die höhere Alkohole
enthalten, wie z.B. Glyzerin. Die haben eine andere Konsistenz, werden
nicht fest und können höhere Temperaturen ab, bevor sie verdampfen.
Es geht grundsätzlich aber auch mit Kolophonium ganz ohne Alkohol, aber
Alkohol alleine wiederum ist ungeeignet
> - was für Flussmittel werden beim Elektronik löten noch verwendet (als
> Haupbestandteil - die genaue Zusammensetzung ist sicherlich
> Firmengeheimniss des entsprechnden Herstellers) ?
Stearinsäure (Das "Wachs" aus ECHTEN Stearinkerzen), Ölsäuren,
Fettsäuren.
Stearin ist übrigens mein Geheimtipp für Härtefälle, wenn ich partou
Lötzinn aus einem Loch nicht hinausbekomme.
Die in Ballistol enthaltene Ölsäure macht, das Du auch Ballistol
eingeschränkt als Flussmittel verwenden kannst. Besonders, wenn Du
Aluminium weichlöten willst.
Vorgehensweise: Schmirgele die Lötstellen mit feinem Schmirgelpapier,
das Du mit Ballistol benetzt hast, sauber und blank. Der Ölfilm aus dem
Ballistol schütz die frisch geschmirgelten Stellen einen kurzen Moment
vor Luftzutritt. Trozdem musst Du schnell arbeiten....
Wenn Du jetzt lötest, wird das Stearin bzw. die Ölsäure heiss und viel
aggresiver als vorghr. Darum ist sie jetzt in der Lsge, die Oxidschicht
anzulösen oder zumundest noch "aufzubrechen".
Bei Kolophonium und Stearin geht die Aggressivität beim Abkühlen schnell
wieder zurück. Darum kann Kolophonium bei grobem gröberen Platinen in
der Schaltung belassen werden. Stearin eigentlich auch....wenn es nicht
so eine fatale Tendenz zum Abbröckeln im Winter hätte.....gewitzte Leute
schliessen jetzt daraus, das man Stearinflecke herausbekommt, indem man
sie mit Kältespray einsprüht und das Stearin dann abbürstet ;O)
> mfg
>
> Praktiker
So ein "furchtbarer Praktiker kannst Du nicht sein......
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de