Hallo,
durch eine Verkettung unglücklicher Umstände hat sich ein Fehler im
Titel meiner Diplomarbeit eingeschlichen. Ich habe einen Titelvorschlag
eingereicht, der geändert wurde und den "neuen" Titel nie schriftlich
erhalten, allerdings vor Ort gegengezeichnet. Die Anmeldung ist schon
länger vorbei, die Abgabe der Diplomarbeit nun auch schon 2 Wochen her,
nun habe ich in einer Prüfungsübersicht des Studienbüros den Fehler
bemerkt. Es ist nicht gravierend, lediglich ein Plural wurde mit einem
Singular verwechselt (z.B. Performanz, statt Performanzen). Jeglicher
Schriftverkehr per Email oder in den Besprechungen wurde mit dem
Singular geführt, meine behandelten Studien sprechen alle vom Singular,
im offiziellen Dokument, das auch dem Studienbüro gemeldet wurde, steht
jedoch der Plural. Ich habe meine Arbeit leider mit dem Singular
eingereicht. Können diese zwei Buchstaben zu einem "Durchgefallen"
führen oder hab ich jetzt schon nur eine 4,0? Ich bin echt untröstlich,
dieser Fehler darf mir niemals passieren, ich habe alles 1000%ig
kontrolliert, nur da ich den Titel eben als Singular eingereicht hatte
(der Titel ist noch sehr viel länger), habe ich über den Plural
ausversehen hinweggelesen... Was würdet ihr mir jetzt raten? Soll ich
mit dem Betreuer kontaktieren? Vllt. merkt es keiner oder es ist nicht
wichtig. Vllt. bin ich ja schon durchgefallen. Vllt. warten Sie, ob ich
mich melde, um mir noch die Chance zu geben, meinen Fehler selbst zu
erkennen und ein identisches Dokument, nur mit korrektem Deckblatt
abzugeben? Ist der Fall vergleichbar mit jmd., der ausversehen einen
Buchstabendreher hatte?
Könnte ein Erratum nachgereicht werden?
Danke für eure Hilfe
Ich würde einfach die "Klappe halten". Selbst wenn das jemand merkt und
lediglich Plural und Singular nicht passt bzw. nicht einheitlich ist,
glaube ich kaum, dass es jemand großartig bemängelt (in der Endnote)
bzw. meldet. Ein Grund zum Durchfallen ist das sicherlich nicht. Wenn
dir ein Prof. aufgrund dieses Defizits > 0.3 schlechter gibt würde ich
das vermutlich schon anfechten.
Locker bleiben, schlafen legen... passt schon.
Also dann ist ja DIE Arbeit gar nicht eingereicht, aber eine andere.
Wenn man das so betrachtet, hätte sie gar nicht angenommen werden
dürfen, da es ja eine andere Arbeit ist. Da sie aber angenommen wurde,
sollte sie auch als akzeptiert gelten.
Hi,
das ist gar kein Problem, akademische Grade werden überbewertet. Dann
performanzt Du eben bei der Mündlichen. Wie das geht zeigte DSDS.
Guts Nächtle
Performeranzer
Lag bei mir im Ermessen des Profs. Hatte ein ähnliches Problem, indem
man die die Arbeit mit der Entwurfsfassung der Anmeldung fertiggestellt
hat, die endgültige Anmeldung hatte allerdings die allgemein
gebräuchliche Abkürzung des Verfahrens zusätzlich zur ausgeschriebenen
Bezeichnung im Titel aufgeführt oder so.
Hat allerdings das Sekretariat schon bei der Abgabe ~1h vor Deadline
festgestellt, wobei das mit neu drucken oder dergleichen auch nicht mehr
drinne war, jedenfalls nicht mit zudem noch geänderter elekeonischer
Fassung usw.
Sachen wie Titelblatt überkleben mit korrektem Ausdruck oder dergleichen
wollte der Sekretariats-Heini nicht akzeptieren. (Würde meinen, es liegt
noch in meiner Freiheit, WIE die das produziert wird, solange der
richtige Text dort steht und im zweifelsfall klar erkennbar ist, welche
Fassung gilt. Vgl. Korrekturen auf Wahlzetteln, die ja auch akzeptabel
sind, solange es eindeutig einzuordnen ist).
War etwas Pulserhöhend, bis man den Prof auftreiben konnte und zugleich
parallel dran arbeitete noch irgednwie neue titelseiten zu printen und
zudem auf CD-R zu brennen... Vor endgültigem Abgabeschluss war er aber
noch anzutreffen und vom Sekretariatsheini erreicht worden. War zwar
etwas verwundert über die Änderung, sah bei inhaltlich defakto gleichem
Titel aber kein Problem, das anzunehmen...
Identische Fassung mit neuem Titel hatte ich im Sekratariat auch
vorgeschlagen, aber da war die Prämisse die zeitliche Deadline. Wobei
der Heini sich dort aber gezielt dumm stellte und nicht die geringste
Prognose abgeben wollte, ob ein Prof denn diese minimalste Änderung
akzeptieren würde sondern hat stur auf Prüfungsordnung verwiesen und
sonst lieber überhaupt nichts dazu gesagt.
Würde mich an deiner Stelle an den Betreuer wenden, wenn dort nicht
gerade ein gespanntes Verhältnis vorliegt. I.d.R. hat der ja auch ein
Interesse, seine Leute zum Abschluss zu bringen.
Höchstwahrscheinlich fällt das niemandem auf. Mach Dich locker. Selbst
der kritischste Betreuer wird das höchstens als Tippfehler werten
können.
Mach Dir lieber Gedanken um die eher unbewusst wahrgenommenen Fehler,
beispielsweise eine schlechte Typographie.
Ich fände es am naheliegendsten, mal den zuständigen Prof zu fragen.
Wenn der kein Problem sieht, dann gibt es keines.
Wenn er ein Problem sieht, kann er aktiv werden - er ist der Betreuer.
Nichts gegen dieses Forum, aber es ist nicht dafür zuständig.
Was ähnliches ist mir auch passiert.
Maul halten, Diplom anziehen, ist hier wohl am einfachsten.
Den Mist brauchst du im ganzen Leben sowieso nicht mehr.
Ich weiß nicht wie dein Prof drauf ist, aber wenn du zu dem ne ganz gute
Verbindung hast, dann kannst du ihm sagen, dass die in den Titel nen
Rechtschreibfehler eingebaut haben.
=> Ihr Fehler. Nicht deiner.
Ich denke nicht dass es ein Problem ist, sofern du irgendwas
Naturwissenschaftliches machst. Da zählt mehr der Inhalt als das Äußere.
Ansonsten wenn du nicht zu aufgeregt bist: Einfach mal nix sagen. Und
wenn sich dann wer beschwert du hättest übers falsche Thema geschrieben,
dann sagst du, dass sie da nen Fehler reingebracht haben.
Sieht für mich so aus, als würde der Fehler nicht das Thema an sich
verändern? Falls da so ist: Bleib ganz ruhig.
Falls ein anderes Thema rauskommt: tja... pech.
Vielen Dank für die schnellen und vielen Antworten. Jetzt fühle ich mich
etwas beruhigt. Was haltet ihr davon, ein Erratum (Fehlerkorrekturblatt)
nachzureichen? Wenn sie das annehmen, würde da nur draufstehen:
Titelfehler: xyz Performanzen zyx.
Was denkt ihr? Ja, der Betreuer ist sehr nett und ich denke wegen ihm
sollte ich mir keine Sorgen machen, aber das Studienbüro kriegt ja auch
ein Gutachten, um die Note abzuspeichern und da könnte es eben
auffallen. Nein, durch die Verwendung des Plurals wird kein anderes
Thema draus, denke ich. Sollte ich mal beim Betreuer anfragen, was ich
tun soll, falls ich "einen kleinen Fehler" in der Arbeit gefunden habe
und dann seine Reaktion abwarten? Wenn er sagt:" Machen Sie sich keine
Sorgen", dann ist ja ok, wenn er sagt: "Ja, das ist uns auch schon
aufgefallen" und dann schweigt, ist das ein schlechtes Zeichen. Dann
könnte ich das Korrekturblatt anbieten. Aber, wenn ich eure Tipps
richtig verstehe, dann sollte ich im Zweifel lieber den Mund halten,
weil ich mir so die Chance nehme, dass er es übersieht. Die Arbeit
selbst ist ohne Übertreibung wirklich gut, ich hab da schon
"hochwertige" Fachleute Korrekturlesen lassen, also daran sollte es
nicht scheitern. Es wäre halt total bitter, wenn man durchfliegt, nur
wegen diesem blöden Missverständnis.
Danke für eure Tipps.
BombardeoNo8 schrieb:> Sollte ich mal beim Betreuer anfragen, was ich> tun soll, falls ich "einen kleinen Fehler" in der Arbeit gefunden habe> und dann seine Reaktion abwarten?
Genau, mach das. Höchstwahrscheinlich wird er sagen, dass es in Ordnung
ist und keine Auswirkungen hat.
Warum fragst du hier? Warum nicht gleich beliebige Passanten in der
Fussgängerzone? Für sowas ist genau dein Prüfungsamt zuständig. Und
nein, wegen sowas reisst man dir nicht den Kopf ab.
Deine Diplomarbeit wird nicht so wichtig genommen wie sie für dich
ist... Keiner wird sie so genau lesen wie du denkst... Unwahrscheinlich
das dies überhaupt jemandem auffällt... ausser du machst sie auf dem
Fehler aufmerksam...
> Autor: Realist (Gast)> Datum: 30.07.2012 14:31> ausser du machst sie auf dem Fehler aufmerksam...
Sehe ich auch so !
Keine schlafenden Hunde wecken !
Realist schrieb:> Deine Diplomarbeit wird nicht so wichtig genommen wie sie für dich> ist... Keiner wird sie so genau lesen wie du denkst... Unwahrscheinlich> das dies überhaupt jemandem auffällt... ausser du machst sie auf dem> Fehler aufmerksam...>
Das dachte sich der Herr zu Guttenberg bei seiner Dissertation wohl
auch...
BombardeoNo8 schrieb:> Können diese zwei Buchstaben zu einem "Durchgefallen"> führen oder hab ich jetzt schon nur eine 4,0
Alleine für diese Frage sollte man dich durchfallen lassen, wegem
mangels an gesundem Menschenverstand.
Hallo...? Du hast einen kleinen Tipp- bzw. Flüchtigkeitsfehler auf dem
Titelblatt. Das wird höchstens ein wenig strenger betrachtet als jeder
andere Rechtschreib- oder Darstellungsfehler.
Wie kommt man überhaupt auf die Idee, deshalb einen krassen Notenabzug
zu bekommen?!? Ist deine Arbeit etwa so seicht, dass das Titelblatt ein
wesentlicher Teil der Leistung ist oder wie?!?
Pillepalle, bei meiner Doktorarbeit war ein falsches Wort drinnen, und
die haben das erst bemerkt, als die Urkunde schon vom Fakra
unterschrieben war. Tja, mussten sie halt eine neue mit dem richtigen
Titel ausstellen. Und Prüfungen haben sie mir zum Diplom auch genehmigt,
von denen ich hinterher gelesen habe, dass sie gar nicht zusammen
gewählt werden dürfen.
Bei allem, was sie durchgehen lassen, helfen sie hinterher immer gern
beim Vertuschen ;-)
Also keine Angst.
20 Beiträge auf diese schwachsinnige Frage. Gratulation, Leute! Ihr seid
besser als jedes Satireblatt. So dämlich muss man erst einmal sein.
Wirklich klasse! Selten so gelacht über diese bescheuerten Antworten.
Don't feed the troll - aber wer hier postet, der ist halt von Natur aus
ein geistiger Tiefflieger.
> Autor: Troll (Gast)> Datum: 30.07.2012 15:04
Deutsch 6 ! Kasachstan ?
> Autor: ><((((º>) (Gast)> Datum: 30.07.2012 15:18> aber wer hier postet, der ist halt von Natur aus> ein geistiger Tiefflieger.
Ha, Ha, Ha, Ha, wahre Worte gelassen ausgesprochen.
Keine Sorge, merkt kein Schwein.
Ein Kollege von mir hat es sogar auf dem Titelblatt nichtmal
hingebracht, "Ingenieur" richtig zu schreiben, und darüberhinaus noch
ein Buchstabendreher im Namen des Lehrstuhls.
Als Prof würde ich so einem Stundenten das offline mal mitteilen, es
aber offiziell unter den Tisch fallen lassen.
1. Der Begriff "Performanz" war mir, und sicherlich vielen anderen hier,
erst mal neu. Lt. wikipedia scheint es sich bei dir um die Güte eines
Approximationsalgorithmus zu handeln. Um grammatikalisch zu beurteilen
ob es hierfür überhaupt einen Plural gibt ( Der Terrorismus - die
Terrosismen?) müssten wir schon den genauen Titel kennen.
2. Gerade in der Zeit nach dem Diplom wird man im Lebenslauf,
Bewerbungsanschreiben etc. wohl ab und dann auch den Titel seiner
"Tipplom-Arbeit" erwähnen. Wer dann schon im Titel sehr fachspezifische
Ausdrücke verwendet, der erzeugt natürlich bei den den Titel lesenden
Personalreferenten (Bachelor in Schriftkunde) einen eher überheblich
wirkenden Gesamteindruck "Sie mal, er spricht über Performanzen - das
ist wohl ein ganz ein Schlauer). In einem solchen Umfeld spielt die
Frage Plural-Singular eine ähnliche Rolle wie die Frage, ob man sich
lieber mit Methanol oder Propanol übergießen sollte, wenn man sich
danach demonstrativ anzünden möchte.
Michael K-punkt schrieb:> 1. Der Begriff "Performanz" war mir, und sicherlich vielen anderen hier,> erst mal neu. Lt. wikipedia scheint es sich bei dir um die Güte eines> Approximationsalgorithmus zu handeln. Um grammatikalisch zu beurteilen> ob es hierfür überhaupt einen Plural gibt ( Der Terrorismus - die> Terrosismen?) müssten wir schon den genauen Titel kennen.
Laut Wiktionary gibt es einen Plural:
http://de.wiktionary.org/wiki/Performanz
Ok, ich danke euch für eure vielen hilfreichen Tipps und die
Bereitschaft mir diese mitzuteilen, auch wenn ein paar wenige glauben
dies kritisieren zu müssen. Das hat mich jetzt wirklich sehr beruhigt
und ich werde besser nichts sagen, ihr habt recht, keine schlafenden
Hunde wecken...
Tolles Forum und sehr nette Mitglieder, nochmals herzlichen Dank :)