Bei einer Gleichspannung kannst Du einfach addieren. Bei
Wechselspannungen mit gleicher Phasenlage kannst Du ebenfalls addieren.
Bei einer Wechselspannung, deren Phasenlagen nicht gleich sind, kannst
Du es nicht. Ein Denkanstoß dazu:
1 | O--------+
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2 | ~ 1V X Last 1 Ohm
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3 | O--------+
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Im obigen Kreis fließen effektiv 1V/1Ohm=1A, die effektive Leistung ist
1V*1A=1W. Oder zusammengefasst (1V*1V)/1Ohm=1Watt.
Auf dem Oszilloskop betrachtet deckt Sinus Kurve der Wechselspannung den
Bereich von etwa -1,4 bis +1,4 Volt ab.
Die Spitzenspannung ist immer sqrt(2)*Effektivspannung. Oder anders
herum: Die Effektivspannung ist Spitzenspannung/sqrt(2).
Da die Spannung Sinusförmig ist, gibt es auch Zeiten, in denen die
Spannung alle möglichen Werte zwischen -1,4V und +1,4V annimmt. Die
Effektive Spannung berechnet man mit der Quadratwurzel. sqrt(1,4V)=1V.
Nun denke Dir einen zweiten Stromkreis dazu:
1 | O--------+
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2 | ~ 2V X Last 1 Ohm
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3 | O--------+
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Hier ist die Leistung (2V*2V)/1Ohm=4Watt.
Beide Schaltungen zusammen betrachtet setzen 1Watt+4Watt=5Watt um.
Nun kombinieren wir die beiden Schaltungen:
1 | O--------+
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2 | ~ 1V |
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3 | O |
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4 | | X Last 1 Ohm
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5 | O |
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6 | ~ 2V |
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7 | O--------+
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Angenommen, beide Spannungen sind Phasengleich, dann hast du die
Leistung (3V*3V)/1Ohm=9 Watt
Komisch?!? Weiter oben waren es noch 5 Watt. Dieses Ergebnis kann nicht
richtig sein!
Nun rechnen wir korrekt: (1V*1V)+(2V*2V)/1Ohm=5 Watt
Der Punkt ist der: In der kombinierten Schaltungen addieren sich NICHT
die Effektiv-Werte der Spannungen, sondern die momentanen Werte aller
Zeitpunkte. Von besonderem Interesse ist hier wegen der gleichen
Phasenlage nur die Spitzenspannung:
1V Effektiv = 1,4V Spitze
2V Effektiv = 2,8V Spitze
In Summe ist die Spitzenspannung also 3,2 Volt. Da die Spannung aber wie
gehabt zu den Zeitpunkten zwischen dem positiven und negativen
Spitzenwert auch alle anderen Werte dazwischen hat, ist der
Effektiv-Wert geringer, nämlich 3,2V/sqrt(2)=2,25V (und eben NICHT 3
Volt!)
2,25V*2,25V/1Ohm=5 Watt
Und nun ist das Ergebnis auch logisch. Es entspricht den beiden
Leistungen der Teilschaltungen mit jeweils 1V/1Ohm und 3V/3Ohm.
Interessant wäre nun noch die Frage, warum die Effektive Spannung genau
sqrt(2)*Spitzenspannung beträgt. WIe komman gerade auf die Wurzel von 2?
Das weiß ich auch nicht, ich habe es als Tatsache hingenommen. Sicher
gibt es hier Mathematiker, die auch das noch erklären können.
Richtig komplex wird es, wenn die Spannungen nicht Phasdengleich sind.
Dann funktioniert eine einfache Addition nicht mehr, denn ihre
Spitzenwerte treten nicht zum gleichen Zeitpunkt auf. Das macht man dann
üblicherweise mit komplexen Zahlen - eine Welt in der sich mein Gehirn
ausgeklinkt hat :-).