Hallo zusammen,
ich versuche gerade zu verstehen, wie Sicherheitsschaltgeräte (z.B.:
PILZ PNOZ sigma 3) grundsätzlich funktionieren. Leider gibt das
Datenblatt des genannten Geräts nicht her, was im inneren an den
Kontakten S11, S12, S21, S22 genau passiert.
Vielleicht kennt jemand einschlägige Quellen wo das nachgelesen werden
kann.
Gruß lowlevel
https://shop.pilz.com/eshop/cat/de/DE/0001000020700380G9/NOT-AUS-Schutztueren-Lichtgitter/750103=PNOZ-s3-24VDC-2-n-o
PutenDöner schrieb im Beitrag #2795239:
> Erkennt der Pnoz
Wie ein Relais funktioniert weiss ich. Mir geht's um die Magie hinter
"Erkennt". Deswegen die Frage was beim entsprechenden Bauelement hinter
den Kontakten S11, S12, S21, S22 steckt.
Danke schonmal.
Also es handelt sich um ein Sicherheitsrelais das Zwangsgeführte
Kontakte hat. und so mit ein sicheres Ausschalten garantiert. Der
Notauskreis kann mit so einem Gerät 2polig ausgeführt werden und ist
querschluß sicher .
OK. Vielen Dank für die bisherigen Antworten. Ich versuche mein Problem
etwas konkreter zu Schildern:
Im User-Manual zum genannten Bauelement sind Beispielschaltungen
angegeben. Mir geht es aktuell um ein Not-Aus-Kreis der redundant
(2-polig) aufgebaut ist und Querschluss sicher sein soll. Die
Beispielschaltung zeigt, dass eine Kontaktkette zwischen S11 und S12 und
die andere Kontaktkette zwischen S21 und S22 geschaltet werden soll.
In einer Schaltung, die ich mir gerade anschaue wurden die Kontaktketten
allerdings anders beschalten nämlich eine zwischen S11 und S21 und eine
zwischen S12 und S22. Die Schaltung scheint zu funktionieren (ob die
Querschlusserkennung arbeitet kann ich nicht beurteilen).
Nun frage ich mich natürlich, wie man bei solchen Komponenten vorgeht,
d.h. ob man die Schaltungen aus den App-Notes direkt übernehmen muss
oder ob es Vorgaben gibt, wie die Kontakte S11-S22 beschaltet werden
können. Ist die Schaltung, die ich mir anschaue, falsch?
Danke für eure Hilfe,
lowlevel
lowlevel schrieb:> Und wie wird das beschalten?
Wenn ueberhaupt, wird das beschaltet, nicht beschalten.
Man fragt in solchen Faellen den Hersteller, der hat - gerade in
Sicherheitsfragen - Support.
fonsana
> Die Beispielschaltung zeigt, dass eine Kontaktkette zwischen S11> und S12 und die andere Kontaktkette zwischen S21 und S22 geschaltet> werden soll.> In einer Schaltung, die ich mir gerade anschaue wurden die Kontaktketten> allerdings anders beschalten nämlich eine zwischen S11 und S21 und eine> zwischen S12 und S22.
Vielleicht sind S12 und S22 intern verbunden, vielleicht mit Absicht
damit Elektroinstallateure die S11/S12, S21/S22 nicht zuordnen und
S11/S21 und S12/S22 verdrahten trotzdem eine funktionierende Schaltung
aufbauen, vielleicht ist in deiner Installation der zweite Kreis auch
einfach unwirksam.
Falls du NICHT den Hersteller (mit einem Schaltdiagramm in der Hand)
fragen willst, das Teil aufmachen willst um dir das anzusehen: Einfach
ausprobieren. Die Kotakte und ein Messgerät wirst du doch haben.
Korrekt ist jedenfalls S11/S12, S21/S22.
>> Die Schaltung scheint zu funktionieren (ob die
Querschlusserkennung arbeitet kann ich nicht beurteilen).
beim PNOZ ist eine Querschlusserkennung drin?
Nur damit wir vom selben reden, damit ist doch gemeint, dass erkannt
wird, ob die beiden parallel geführten Kreise einen Kurzschluss haben
und somit bei einem zweiten Fehler (z.B. Kontaktkleben im Notauschalter)
die ganze Sicherheitsfunktion außer Funktion wäre...?!
Wir sind gerade von den PNOZ weg, hin zu Safety PLC´s, genau weil diese
über Impulse feststellen können, ob ein Schluss zwischen den beiden
Kreisen vorliegt und somit die Kategory 4 erfüllt wird.
Lass mich aber gern eines besseren belehren...
Sorry, wenn ich zur Ursprungsfrage nichts weiter beisteuern kann!
Hallo druidarus,
druidarus schrieb:> Wir sind gerade von den PNOZ weg, hin zu Safety PLC´s, genau weil diese> über Impulse feststellen können, ob ein Schluss zwischen den beiden> Kreisen vorliegt und somit die Kategory 4 erfüllt wird.
Ich habe den Hersteller kontaktiert. Der hat mir bei meinem Problem in
sofern weitergeholfen als dass die mir vorliegende Schaltung "nur
zufällig / unvollständig" funktioniert. Über die interna hinter den
"Eingängen" wollte er mir nichts sagen.
Du sprichst von "Impulsen" um die Querschlusserkennung zu realisieren.
Hättest du dazu womöglich (ne, omg) eine Quelle. Ich habe schon gesucht,
allerdings nichts zu dem Thema gefunden. Mich würde einfach
interessieren, WIE das realisiert wird.
Danke für deine nette und qualifizierte Antwort.
Gruß lowlevel
So, jetzt bin ich doch selbst neugierig geworden. Hier:
http://www.smi-online.net/Schleicher/details_notaus/snt4453.pdf
wird es bei einem anderen Gerät etwas genauer beschrieben, was und wie
überprüft wird. Es werden offensichtlich Reaktionszeiten, Gleichlauf und
Trennung der Kontaktpaare überwacht. Es gibt auch Geräte, bei denen
Impulsfolgen (00 01 11 10 01...) über die Kontakte geschickt werden,
damit können dann Kontaktwiderstand, Unterbrechung und Querschluß
erkannt werden. Einige haben auch noch eine Erdschlußüberwachung. Bei
dem von Dir erwähnten Gerät kommen Schaltungen von S12 und S22 z.B. bei
Zweihandschaltungen vor.
Gruß Micha
Also, eigentlich es es ganz einfach: Irgendwelche Sensoren, Notaus, etc.
werden von solchen Schaltgeräten zwei-kanalig überwacht (zwischen
S11-S12 und S21-S22). Dabei wird auf Massenschluss, Fremdspannung,
Querschluss etc. überprüft.
Nur wenn die beiden Kreise geschlossen sind, kann das Sicherheitsrelais
(mit einem Schließer) scharf geschaltet werden.
Das Relais hat einen, oder mehrere Schließer (13-14, 23-24, etc.) als
Ausgang. Das sind Sicherheitskontakt, vulgo, jeweils zwei Schließer in
Reihe mit Rückführung auf das Startsignal.
Der Witz an den Dingern ist nun, dass überprüft wird, dass erst der
Sicherheitskreis geschlossen ist, und dann der Schließer für das
Einschalten betätigt wird und vorher der Sicherheitskontakt korrekt
geöffnet war.
Im Prinzip ist das alles nur eine aufwendigere Selbsthalteschaltung.
Ganz früher wurde das diskret aus Schützten gebaut. Später gab es die
Sicherheitsrelais die intern tatsächlich aus vielen Relais bestanden.
Später war mehr Elektronik drin. Heute gibt es die als Safety-SPS oder
programmierbare Varianten.
Das ganze Zeug ist redundant aufgebaut und überwacht sich (teilweise)
gegeneinander.
Ziel ist einfach, dass beim Strom-einschalten die Maschine nicht
automatisch losläuft, und beim Druck auf dem Not-Aus die Maschine auch
wirklich anhält.