Hallo,
das ist eine Kaskodeschaltung. Q1 ist in Basisschaltung betrieben, die
Spannung am Emitter und damit an Q2 ist nahezu konstant. Der
Collectorstrom von Q1 ist fast identisch mit dem Emitterstrom. Q2
steuert den Strom, durch Q2 fließt praktisch derselbe Strom wie durch
den Collector von Q1, aber Q2 sieht nur die konstante und relativ
niedrige Spannung am Emitter (= Basisspannung - ca. 0.7V). Dadurch wird
Q2 "schnell", denn die Drain-Gate Kapazität bremst die Ansteuerung nicht
aus (wenn Drain direkt an Last hängt, wirkt die Kapazität gegenkoppelnd
als Millerkapazität, bei konstanter Drainspannung fällt das weg).
Außerdem muß Q2 kein Hochvolttyp sein und die Verlustleistung ist
relativ gering, da die Spannung klein bleibt (ist vor allem interessant,
wenn die Kaskode analog betrieben wird und Leistung verheizt, der
Großteil wird in Q1 verbraten, hier als Schalter weniger interessant).
Deshalb kann man für Q2 eher einen schnelleren Typ finden.
Q1 ist ein Hochvolttyp für die Induktionsspannungen. Da er in
Basisschaltung angesteuert wird, ist er ebenfalls viel schneller als
wenn man ihn direkt ohne Q2 in Emitterschaltung betreiben würde, der
Faktor dazwischen ist etwa die Stromverstärkung von Q1.
Ein weiterer Vorteil der Kaskode ist eine sehr gute Entkopplung von
Eingang (Gate von Q2) und Ausgang (Collector von Q1), ist hier als
Schalter aber eher nicht so wichtig. Die Treiber meiner Power-MOS
Endstufen sind z.B. ebenfalls mit komplementären Kaskoden realisiert,
mit allen genannten Vorteilen, schnell, gut entkoppelt und die
Kleinleistungtransistoren (entsprechend Q1) machen die Arbeit (relativ
großer Ruhestrom und die volle Betriebsspannung), die Steuertransistoren
darunter (entsprechend Q2) liefern die Geschwindigkeit.
Gruß