Hallo
ich bin neu auf dem mC-Gebiet und habe schon etwas im Forum herumgesucht
(auch in Datenblättern) aber ich finde keine klare Antwort auf eine wohl
ziemlich einfache Frage:
Angenommen ich habe einen Atmel-mC wie z.B. den ATtiny2313. Kann ich mit
dessen Port eine LED ohne weitere Bauteile ansteuern? Und falls nein,
wie groß muss denn der Widerstand sein? Spielt die Farbe der LED eine
Rolle oder ist es ausreichend, wenn es "in etwa passt"?
Die Antwort die ich mir selber geben würde, allerdings nirgendwo
Bestätigung finde:
"Port wird ca. 5V liefern, LED z.B. in rot braucht ca. 2,2V bei 20mA
(entspr. 110 Ohm), also schalte ich vor die LED einen Widerstand von um
die 110 Ohm. Denn dann fällt überm Widerstand und über der LED je ca.
2,5V ab bei einem Strom von etwa 20mA. Wird schon hinhaun."
Also: Port->100Ohm->LED->GND
Ist mein Gedankengang richtig oder geht das doch nicht so einfach?
Vielen Dank für die Anfängerhilfe
Paul
Aaah ich wollt mich noch korrigieren. es waren ja nur 2,2V.
Also:
5V-2,2V
------- = 140 Ohm
0,02A
demnach nimmste da am besten 150 Ohm (der nächst höhere in der Reihe,
damit der Strom nicht über 20mA steigen kann)
Paule schrieb:> Angenommen ich habe einen Atmel-mC wie z.B. den ATtiny2313. Kann ich mit> dessen Port eine LED ohne weitere Bauteile ansteuern?
In den Daten zum µC sollte wenigstens sowas wie eine TTL-Spezifikation
mit der Anzahl Fanout angegeben sein, oder 4 Punkte, z.B.:
Welche Spannung erreicht ein Pin ohne Belastung Low?
Welche Spannung erreicht ein Pin ohne Belastung High?
Welche Spannung erreicht ein Pin mit bestimmtem Sourcestrom?
Welche Spannung erreicht ein Pin mit bestimmtem Sinkstrom?
Meistens reichen diese Angaben für eigene Betrachtungen.
Meine 80C515-Pins können beispielsweise laut Datenblatt nur nach
TTL-Spezifikation, können aber nur Sinkstrom, 1 Fanout von Standard-TTL.
Das ist sehr wenig, 1,6mA Sinkstrom, Sourcestrom nur 80µA, um innerhalb
der TTL-Spannungen zu bleiben, eigentlich kann man damit keine LED
direkt ansteuern.
In der Praxis können die Pins natürlich mehr, wenn man die
Spezifikationen vergewaltigt.
Z.B. habe ich gerade eine gelbe LED ohne Vorwiderstand an einem Pin des
80C515. Es war mir völlig Wurst, ob der µC oder die LED das überleben.
Die blinkt nur einmal pro Sekunde sehr kurz, 1/20 Sekunde, frißt da
sicher 100mA, und das LCD flimmert, weil es die Betriebsspannung
(Batterie, 4 mal Mignon) immer kurz in die Knie zwingt.
Nicht unbedingt nach machen.
Eine LED leuchtet als Signal meist mit 6mA ausreichend, notfalls kann
man einen Kleintransistor wie BC547 an einen Pin schalten.
Bei meinen 80C515 müßte ich PNP wählen, oder einen externen
Zusatz-Pullup-Widerstand. Ein paar Optokoppler CNY17 vom Pin gegen VCC
funktionieren aber auch.
Oliver Heinrichs schrieb:> Aaah ich wollt mich noch korrigieren. es waren ja nur 2,2V.>> Also:>> 5V-2,2V> ------- = 140 Ohm> 0,02A>> demnach nimmste da am besten 150 Ohm (der nächst höhere in der Reihe,> damit der Strom nicht über 20mA steigen kann)
Da bleibt der sowieso deutlich drunter, weil noch der Innenwiderstand
des Ausgangs dazukommt. Im Datenblatt kann man sehen, daß bei 5V
Versorgungsspannung und 20mA am Ausgang noch so knapp 4,5V ankommen.
Also:
4,5V-2,2V
------- = 105 Ohm
0,02A
Aber bei 150 Ohm ist die LED auch noch hell genug.
Rolf Magnus schrieb:> Im Datenblatt kann man sehen, daß bei 5V> Versorgungsspannung und 20mA am Ausgang noch so knapp 4,5V ankommen.
Das ist einer der von mir gemeinten 4 Eckpunkte, wie sie in manchen
Datenblättern stehen. Mit den garantierten 4,5V kann man da weiter
rechnen. Und die LED direkt mit Vorwiderstand anklemmen.
Vorsichtig muß man wieder beim Gesamtstrom werden, wenn man bspw. an 30
Pins 30 LEDs anklemmt: Der Chip hat einen maximalen Gesamtstrom
angegeben, das steht auch im Datenblatt.
Je nach Design, und wenn man einen im Chip integrierten ADC benutzt, da
ist es besser, die Outputs hochohmiger an Treibertransistoren
auszukoppeln, die dann auch eine andere Betriebsspannungsquelle haben.