vernünftige Weller-Lötstation??

Gast #2820363
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Hallo Elektronikbastler...

seid etwa 3 Jahren bastel ich auch - nun ist aber meine 
Conrad-Billig-Irgendetwaslötstation über den Jordan gegangen. Nun bin 
ich auf der Such nach etwas besserem...

Was haltet Ihr von Weller - neu sind die ja ziemlich teuer - aber 
gebraucht liegt es etwa in meinem Budget...
Habt ihr da Tipps - gibt es vielleicht besseres...

Ich habe zum Beispiel bei Hood die hier gefunden:

http://www.hood.de/angebot/46563238/wtcp-s-weller-loetstation-loetkolben-loetkolbenhalter.htm

Oder in der Bucht

http://www.ebay.de/itm/Weller-WTCP-S-Lotstation-Endlotstation-ohne-Lotkolben-2535-/150687916679?pt=Schwei%C3%9F_L%C3%B6ttechnik&hash=item2315b32287

Kann man soetwas benutzen - oder lieber nicht - wie sind da eure 
Erfahrungen...


Gruß aus Norderstedt...
Michi
Gast #2820520
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Hallo,
ich hab für meine Magnastat inklusive Versand und gebraucht mit 4 
Lötspitzen glaub 70€ bezahlt. War aus Bundeswehrbeständen und bissel 
ranzig. Aber bissel Entkalker und Reiniger und super teil!
Gast #2820522
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Ich persönlich würde eine mit einstellbarer Temperatur bevorzugen 
(WECP-20, EC2002, ...) - sofern das Budget das zulässt. Am besten mit 
WSP80, falls kein Lötkolben dabei ist. Ich mag diese Kombination lieber 
als die Metcals und Okis auf der Arbeit.
Gast #2820562
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Ist halt die frage ob man oft die Temperatur wechseln muss(als Bastler 
mit PB zinn wohl eher net) und ob man was unkaputtbares sucht..

Magnastat kann eigentlich nur das Heizelement oder der Schalter kaputt 
gehen.
Ist halt für die ewigkeit gebaut ohne viel Elektronik drin..
(Firma: Atelier Klippel) #2821320
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Noy schrieb:
> Ist halt die frage ob man oft die Temperatur wechseln muss(als Bastler
> mit PB zinn wohl eher net) und ob man was unkaputtbares sucht..

Auch mit bleifreiem Lötzinn und/oder als nicht-Bastler braucht es nicht 
wirklich eine Temperatureinstellung. Die Einstellmöglichkeit ist ja 
letztendlich nur eine Behelfskrücke für die meisten Lötstationen/-kolben 
die eine miese Thermal-Recovery haben. Da heizt man dann zuerst mehr auf 
als nötig damit am Ende noch genug Hitze übrig ist wenn man an massive 
Stellen rangeht die einem erstmal die Wärme von der Spitze "wegsaugen".

Ich kann mit meiner Metcal z.B. eine 2 Cent Münze auf eine blanke 
Platine löten, mit einer 0.4mm Spitze, in unter einer Minute. Wobei die 
meiste Zeit da für das Drehen der Platine draufgeht. Das geht deshalb 
weil dort die Spitze selber die Temperatur einfach konstant hält, 
weitestgehend Egal welche thermische Last man hat.

Auch bei anderen Systemen bei denen Spitze, Heizelement und Sensor quasi 
ein kleines Teil sind (z.B. JBC) geht das Problemlos. Erst mit 
"normalen" Systemen geht das nicht mehr so einfach, da dort Heizung und 
Sensor zum einen nicht "in der Spitze" sind sondern relativ weit weg, 
zum anderen weil die ganze Kombination aus Heizelement und Spitze eine 
vergleichsweise große thermische Masse hat. Vorne zieht man die Hitze 
aus der Spitze, bis das "hinten" am Sensor angekommen ist dauert es (und 
die Spitze ist dann meistens schon zu kalt), und dann braucht es wieder 
Zeit die ganze Masse aufzuheizen. Daher dreht man dort dann die 
Temperatur rauf.

Grüße,

Chris
(Firma: Atelier Klippel) #2821800
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JBC-Nutzer schrieb:
> Hast du gut erklärt, Chris. Danke.
>
> Genau der Grund, warum ich nur JBC empfehle, nachdem ich meine
> "Oldtimer" wie Weller und Ersa dagegen eingetauscht habe.
>
> Wie Tag und Nacht.

Anbei mal ein paar Bilder mit der angelöteten 2 Cent Münze. Platine war 
so ein blankes Platinenstück aus dem Pollin Platinen-Sortiment. In einem 
Bild sieht man die Lötspitze mit der ich das angelötet habe. Ist halt 
mittlerweile angelaufen das Kupfer, liegt schon einige Zeit hier so rum, 
habs nur grad eben mal wieder ausgekramt. Ist mit einer Metcal gemacht, 
aber mit einer JBC bekommt das gleiche Ergebnis. Wie geasgt, in unter 
einer Minute, meiste Zeit mit dem Drehen der Platine verbracht.

Bei den Aufnahmen vom Rand täuscht das Licht etwas. Es ist eine saubere 
Kehle in der Lötnaht, der ganze Rand der Münze ist mit Lötzinn 
überzogen.

Sowas ist halt möglich weil bei diesen Stationen eben nur eine sehr 
kleine thermische Masse in der Lötspitze vorhanden ist, welche dann auch 
direkt beheizt wird. Bei JBC ist das Heizelement in der Lötspitze, 
welches auch als Sensor verwendet wird soweit ich weiss. Bei der Metcal 
ist es halt der Curie-Effekt der das regelt. Dort ist der kleine 
Kupferkern der Spitze mit einer Legierung umwickelt, darum dann eine 
Spule. Diese wird mit HF versorgt. Die Legierung wirkt dann wie eine 
Kurzschlusswindung, durch die Verluste heizt das die Lötspitze. Sobald 
die Temperatur erricht wird tritt der Curie-Effekt ein und es findet 
keine Induktion mehr start. Dieser Punkt ist recht scharf, daher hat man 
dann eine konstante Temperatur.

Sowohl bei JBC als auch Metcal ist es nicht nur eine Spitze, sondern 
eine komplette Patrone die man wechselt.

Achja, wem Metcal gefällt der sollte mal nach Thermaltronics schauen. 
Die bauen 100% kompatible Stationen, Lötpatronen, etc. Wurde von zwei 
ehemaligen Metcal Leuten gegründet, auch die Produktion ist wohl jetzt 
zur Hälfte Ex-Metcal Leute. Das geht weil die Patente ausgelaufen sind. 
TT ist halt etwas günstiger als Metcal.

Grüße,

Chris

Edit: Und nein, die Platine wurde nicht vorgewärmt oder ähnliches.
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