Ich habe eine ganz spezielle Frage zum Thema CNC Fräsen,
daher suche ich dafür ein darauf spezialisiertes Forum in dem auch Leute
unterwegs sind, die mit CNC Fräsen beruflich täglich zu tun haben.
Die CNC-Arena habe ich zwar schon gefunden und deren KnowHow scheint
auch super zu sein, aber die Registrierungsbedingungen (mit vollen Name
+ Adresse) sind mir dann doch zu restriktiv bzw. werden da für meinen
Geschmack datenschutzrechtlich zu viele Informationen verlangt.
Daher suche ich jetzt eine Alternative.
Falls hier auf Mikrocontroller.net aber gelernte Werkzeugmacher etc.
unterwegs sein sollten, die sich beim Thema CNC Fräsen bestens auskennen
stelle ich auch noch meine Frage hier, vielleicht weiß da jemand etwas
genaueres.
Und zwar werden für CNC Fräsen ja üblicherweise KSS Kühlschmiermittel
verwendet. Das Zeug ist nicht gerade Gesund und mit der Zeit bilden sich
Bakterien und Pilze in dem Zeug, was dazu führt, daß man es nach ca. 6
Monaten teuer entsorgen und ersetzen muss,,
Und das ist hier das Problem.
Als Privatperson der sich zum Hobby eine kleine aber noch gute CNC Fräße
zulegen will hat man ja schon recht große Standzeiten und ganz ohne
Kühlmittel geht es ja auch nicht immer.
Wenn ich Stahl oder etwas in der Richtung berarbeiten will, werde ich
also schon Kühlmittel einsetzen müssen.
Und da würde ich gerne wissen, ob man nicht einfach auch Wasser
verwenden kann?
Das Werkstück kann man als Hobbybastler ja auch problemlos gleich nach
dem Fräsen in den Ofen schieben, so dass das Wasser verdampft und keinen
Rost ansetzen kann. Gleiches gilt für Bohrer und Fräsköpfe.
Aber was ist mit der CNC Fräse und dem CNC Tisch usw. ansich?
Der passt nicht in den Ofen, daher würde ich gerne wissen, ob diese
Maschinen sehr gut gegen Rost geschützt sind?
Denn die CNC Fräse wäre hier ja mit Abstand das teuerste.
Hallo Elektroniker,
zu Deinen Fragen am Stück: Peter's (sic!) CNC Ecke ist wohl das Forum,
daß Du suchst. Da findest Du alle vom Schwerzerspaner bis zum
Hobbyisten. Der Ton ist teilweise etwas rauh, aber im Vergleich zu
µC.net geht es sogar.
Zum Rosten: Die meisten CNC-Maschinen im Hobbybereich sind sehr
empfindlich gegen Rost. Und im Profibereich auch. Eigentlich jedes
Werkzeug, daß aus Stahl besteht und eine gewisse Präzision haben muß ist
empflindlich gegen Rost. Deswegen bedarf es der richtigen Pflege. Meine
Maschine wird, auch wenn es lästig ist, nach jeder Benutzung (besser
gesagt: Nach jedem Benutzungstag) ordentlich gereinigt und
geölt/gefettet.
Zum Kühlmittel: Das kommt sehr stark auf Deinen Einsatzzweck an. Zum
Gravieren mit sehr feinem Werkzeug nutze ich oft Fenella von Shell, das
es auch sauteuer in 1l-Gebinden gibt. Bei gröberen Arbeiten ist es eine
eigene Mischung aus Sonnenblumenöl, Wasser und einem Emulgator (einige
schwören auf Lecitin, ich nutze gerne Badeöl). Diese Mischung habe ich
deshalb gewählt, weil sie wenig gesundheitsschädlich ist. Nachteilig
wirkt sie sich auf die Standzeit der Werkzeuge aus. Aber man kann eben
nicht alles haben. Und nach der Verwendung wird eben ordentlich wieder
saubergemacht, damit nichts rostet. Wahrscheinlich wird das Zeug nach
einiger Zeit auch unappetitlich, aber ich rühre auch nur soviel an, daß
ich es auch schnell wieder verbraucht bekomme.
Zuletzt: Verabschiede Dich von dem Gedanken, daß die Fräse das Teuerste
ist. Das Werkzeug, das noch dazukommt macht im Normalfall nochmal das
Gleiche aus.
Viele Grüße
Nicolas
mit der minimalmengenschmierung entsorge ich die kühlflüssigkeit mit den
spänen. da gehen wenige liter in der stunde drüber.
da du als hobbybastler ja genügend zeit hast den sprühkopf optimal
auszurichten, kannst du die menge ja wirklich auf ein minimum drosseln.
der örtliche schrotthändler meinte zwar, dass ich für die späne kein
geld mehr bekomme (weil sie angeblich dreckig sind), aber das ist mir
bei den 5kg im monat eigentlich herzlich egal, hauptsache das zeug ist
weg und wird ordentlich entsorgt.
wasser würde ich auf keinen fall nehmen. kein schmierwirkung und das
rostproblem hast du ja angesprochen.
minimalmengen mit leicht erhöhtem ölanteil.
damit die flüssigkeit länger hält schmeiße ich immer eine silberionen
tablette in einen 10L kübel. das reicht, damit das zeug eigentlich über
ein jahr kommt ohne zu gammeln. ob das etwas bringt weiß ich nicht, ich
habe aber unmengen abgelaufene davon ;) und so sind die auch weg...
Was ich vergaß: Schimmel ist eher das Problem bei Kühlschmiermittel, das
sich in einem Kreislauf befindet. Kühlschmiermittel, das draufgespritzt
und dann entsorgt wird schimmelt nicht so schnell im Vorratsbehälter.
Nicolas S. schrieb:> zu Deinen Fragen am Stück: Peter's (sic!) CNC Ecke ist wohl das Forum,> daß Du suchst. Da findest Du alle vom Schwerzerspaner bis zum> Hobbyisten. Der Ton ist teilweise etwas rauh, aber im Vergleich zu> µC.net geht es sogar.
Danke für den Tipp.
Allerdings sind dort keine Wegwerfmailadressen (gmx) erlaubt und andere
habe/nutze ich nicht.
Die Mischung aus Sonnenblumenöl + Wasser + Emulsion klingt gut, das
spart auch die Entsorgungskosten.
Aber womit ölst/fettest du deine Maschine anschließend wieder?
Sonnenblumenöl wird ja ranzig und wenn du Industriefette/öle nimmst,
landet das ja wieder im Leitungswasser wenn du das Sonneölgeschmisch
nutzt und dann wegschüttest.
zoggl schrieb:> der örtliche schrotthändler meinte zwar, dass ich für die späne kein> geld mehr bekomme (weil sie angeblich dreckig sind), aber das ist mir> bei den 5kg im monat eigentlich herzlich egal, hauptsache das zeug ist> weg und wird ordentlich entsorgt.
Wenn es nur Aluminium ist, dann könntest du es einschmelzen:
http://www.youtube.com/watch?v=pNxlLVJYuZQ&feature=BFa&list=PLD2A7F5FD2D3C3088
5 kg / Monat sind 60 kg im Jahr, da lohnt es sich dann vielleicht schon
wieder.
Naja, letzten Endes landet alles an Schmier- und Konservierungsmittel -
da ich keinen Kühlkreislauf habe - entweder in der Spänetonne oder bei
den Reinigungslappen.
Wasser und Alkohol funktionieren bei Stahl definitiv garnicht. Ich
wollte mal eine 20mm Baustahlplatte bearbeiten, und nachdem ich schon
für 60 Euros Werkzeuge kaputt gemacht hatte, dachte ich mir: "Bestellste
halt einfach mal so nen Liter Kühlschmiermittelkonzentrat". Gesagt
getan, und die Bearbeitung geht extrem viel besser.
Alkohol geht bei Alu wirklich gut, aber bei Stahl ist es definitiv
weitestgehend nutzlos.
Dass das KSS so arg empfindlich ist, kann ich mir nicht vorstellen, in
der Arbeit haben wir Maschinen stehen bei denen ich mir schon kaum
vorstellen kann, dass das KSS überhaupt jemals ausgetauscht wurde und da
schimmelt (vermutlich ;)) auch nichts. Im Hobbybereich braucht man ja
nicht so wahnsinnig viel, das meiste geht da dann in irgendwelchen
Lappen oder Küchenpapier oder sonstwas drauf.
Gruß
Thomas
> ob man nicht einfach auch Wasser verwenden kann?
Nein.
Erstens schmiert es nicht und zweitens rostet dir deine Maschine weg.
Wenn man mal mit Wasser kühlen muss (Diamanthohlbohrer für Edelsteine)
dann baut man danach die halbe Maschine auseinander, um an alle Stellen
zu kommen, an denen Wasser eindringen konnte - und es war dort,
schlisslich spritz der rotierende Bohrer/Fräser es überall hin.
Ich verwende derzeit (gab's billig bei eBay) Friweg LT01. Das ist
irgendein Estergemisch bei dem nichts rostet auch wenn man es nicht
wegputzt, leider mit unbekannten technischen Daten, funktioniert aber.
Entweder pur (Gewindeschneiden) oder Minimalmengenschmierung mit
Druckluft (Fräsen, über den blauen Öler und Gliederschlauch) oder
Minimalmengenschmierung per Innenkühlung (Bohren, durch den auf die
Spindel oben aufgesetzen Schlauch, manchmal leider auch Wasser...).
Elektroniker schrieb:> Als Privatperson der sich zum Hobby eine kleine aber noch gute CNC Fräße> zulegen will hat man ja schon recht große Standzeiten und ganz ohne> Kühlmittel geht es ja auch nicht immer.
Was für eine Modell schwebt dir denn da vor das man da den Gegenwert
eines Kleinwagens locker machen will? Mit Kühlmittel hab ich auch mal
begonnen, aber da muss der Arbeitsbereich gekapselt sein weil die Brühe
ja umher spritzt und auch ablaufen muss. Da sind manche Tische nicht
für ausgestattet.
> Wenn ich Stahl oder etwas in der Richtung berarbeiten will, werde ich> also schon Kühlmittel einsetzen müssen.
Es geht auch ohne, wenn man die Drehzahl niedrig und den Vorschub
langsam mit wenig Zustellung programmiert. Firmen sind da auf möglichst
hohe Produktivität aus und fahren die Maschinen oft bis an die
Leistungsgrenze für die Maschine, das Werkzeug und Werkstück.
Im Hobbybereich ist das gar nicht erforderlich. Da kommst eben mehr
auf die Bequemlichkeit und Nutzen an.
> Und da würde ich gerne wissen, ob man nicht einfach auch Wasser> verwenden kann?
Es hat schon seinen Grund wenn Kühlschmierstoffe benutzt werden.
Das darin gebundene Öl erhöht wahrscheinlich nicht nur den Siedepunkt,
es schmiert auch die Maschine so ganz nebenbei. Aber eine Sauerei ist
es meistens.
> Das Werkstück kann man als Hobbybastler ja auch problemlos gleich nach> dem Fräsen in den Ofen schieben, so dass das Wasser verdampft und keinen> Rost ansetzen kann.
Soll das ein Witz sein? Ich hätte dafür reichlich Putzlappen.
> Gleiches gilt für Bohrer und Fräsköpfe.
Klar, damit die ausglühen, oder?
> Aber was ist mit der CNC Fräse und dem CNC Tisch usw. ansich?
Nun, wie oben schon beschrieben muss alles für die Umlaufschmierung
ausgelegt sein, sonst geht es nicht.
> Der passt nicht in den Ofen, daher würde ich gerne wissen, ob diese> Maschinen sehr gut gegen Rost geschützt sind?
Also ich verzichte auf Schmiermittel, selbst wenn dadurch die
Standzeiten der Werkzeuge leiden, aber neue kaufe ich eh nicht.
Man kann auch gebrauchte als Bundle günstig bekommen, die noch
ausreichend scharf sind. Die reichen dann eine ganze Weile.
> Denn die CNC Fräse wäre hier ja mit Abstand das teuerste.
Das ist aber eine einmalige größere Anschaffung. Werkzeuge kann man
sich nach Bedarf besorgen und manchmal mit dem richtigen Equipment
sogar selbst nachschleifen.
Kauf dir erst mal die Maschine, falls du einen ebenerdigen Platz dafür
hast. Arbeite damit und dann kannst du immer noch eine Kühlung
nachrüsten wenn es für die Maschine vorgesehen ist.