Gehäuseteile aus Plexiglas fräsen

#2897107
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Ich will mir Gehäuseteile aus Plexiglas mit meiner CNC Fräse ausfräsen 
und würde gerne eure Erfahrungen nutzen, um gute Ergebnisse zu erzielen. 
Was muss man beachten beim Fräsen von Plexiglas ? Auch das Entgraten und 
Polieren der Schnittkanten würde ich gerne machen. Welche zusätzlichen 
Mittel braucht man ausser scharfe Fräser und Geduld ?

Gruß,

dasrotemopped.

PS: Fotos von eigenen Gehäusen wären super
Gast #2897192
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Du kannst Plexiglas mit 0.2mm Spandicke fräsen,
wenn der Fräser absolut scharf, also neu, ist,
ohne Kühlmittel nur mit Druckluft zum wegblasen der Späne
so daß die gefrästen Ränder durchsichtig bleiben und nicht
poliert werden müssen:

http://www.youtube.com/watch?v=gF1OSPCikFA

http://www.youtube.com/watch?v=oVH-IiIzPTs

http://www.youtube.com/watch?v=dxHYBbMCyx8

Jede Ungenauigkeit der Fräsanlage kann man allerdings sehen,
also wenns vibriert und unrund läuft hast du ein Problem.
#2897214
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Plexiglas fräsen hat sich bei mir als eine Gratwanderung herausgestellt. 
Allerdings habe ich es auch bisher nur mit einem Zweizahn versucht, ein 
einschneidiger Fräser wäre sicher besser. Drehzahl möglichst niedrig, 
Vorschub möglichst hoch, dadurch werden die Späne größer und das Zeug 
wickelt sich nicht um den Fräser. Du musst da allerdings insofern einen 
Kompromiss finden, dass eben der Fräser nicht abbricht. Wenns denn 
klappt, wird das Ergebnis allerdings sehr ansprechend. Viel Erfolg!

LG, Björn
Gast #2897305
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Es gibt auch Einzahn-Fräser mit speziellem Schliff für Plexi (sehr stark 
hinterschliffen) und polierter Spannut mit ungleichförmiger Steigung. 
Allerdings sind die unverschämt teuer und Du brauchst eine stabile 
Maschine.

Alternativ die Kanten nach dem Fräsen mit 0-8-15-Fräser mit einem 
Natur-Diamant-Fräser polieren. Der kostet aber richtig Kohle, macht 
dafür perfekte Kanten.
#2897390
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@Mawin
die Videos sind ja ganz nett, aber die dort gezeigten Maschinen bringen 
zwar die Ergebnisse, die ich mir wünschen würde, haben aber nichts mit 
meinen Möglichkeiten gemeinsam.
@pit
>Heute lasert man Plexi.
dito

Vielleicht hätte ich erst mal sagen müssen, was mir zur Verfügung steht.
Meine Fräse hat 30.000 bis 60.000 upm, ich benutze normale Fräser mit 
Fischschwanzschliff, die ich im Allgemeinen für FR4 benutze. Den 
Vorschub könnte ich einstellen, eine Kühlung könnte ich improvisieren, 
würde wegen dem nassen Dreck aber gerne verzichten. Mit Kühlung habe ich 
keine Staubabsaugung, auch ein Grund, warum ich auf Kühlung verzichten 
will. Hab mal gehört, das als Kühlmittel Wasser und/oder Alkohol benutzt 
wird bei Plxiglas, darum auch keine Staubabsaugung. Ist da was dran ?

In dem DATRON Videos wird von einer Drehzahl von 40-60k geredet, in 
einem anderen Video für den Spiegelschliff von 3k. Wovon hängt die 
empfohlene Drehzahl ab ? Fräser ? Vorschub ? ??
In beiden Videos sind die Schnittkanten aber schon transparent, das gibt 
mir Hoffnung.

Gruß,

dasrotemopped.
Persönliche Seite #2897414
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Markus Horbach schrieb:
> In dem DATRON Videos wird von einer Drehzahl von 40-60k geredet, in
> einem anderen Video für den Spiegelschliff von 3k. Wovon hängt die
> empfohlene Drehzahl ab ? Fräser ? Vorschub ? ??

Hast du dir beim Spiegelschliff mal den Durchmesser des "Fräsers" 
angesehen?

Ausschlaggebend ist die Umlaufgeschwindigkeit des Fräsers.

Kleinerer Fräser --> höhere Drehzahl
größerer Fräser  --> geringere Drehzahl
Gast #2897546
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> ich benutze normale Fräser mit Fischschwanzschliff

Die sind jetzt aber eher ungünstig, wenn man eine
riefenfreie Oberfläche haben will.

> Wovon hängt die empfohlene Drehzahl ab ?

Der nötigen Geschwindkeit der Schneide.
Je grösser der Durchmesser, je kleiner die Drehzahl.

Bei zu langsamer Schneide wird das Material nicht mehr
abgespalten, sondern gequetscht.

Wenn man die Schneidengeschwindigkeit hat, und die
Drehzahl multipliziert mit der Anzahl der Schneiden,
weiß man, wie hoch der Vorschub sein muß, damit die
Späne nicht unter 0.2mm dick werden. Denn zu dünn ist
nicht gut.

Wie dick man werden kann, hängt vom Fräser ab, wenn
der richtig viel Spanraum hat, könnte man mehrere
Millimeter auf ein mal ab"hobeln", aber dann gibt
es 2 Probleme. Die Leistung der Maschine reicht nicht
oder der Fräser bricht, und das Material kann sich
als Späne nicht mehr wegbiegen. Zu dick darf der Span
also auch nicht sein.
#2897847
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MaWin schrieb:
> Du kannst Plexiglas mit 0.2mm Spandicke fräsen,
> wenn der Fräser absolut scharf, also neu, ist,
> ohne Kühlmittel nur mit Druckluft zum wegblasen der Späne
> so daß die gefrästen Ränder durchsichtig bleiben und nicht
> poliert werden müssen:
>
> http://www.youtube.com/watch?v=gF1OSPCikFA
>
> http://www.youtube.com/watch?v=oVH-IiIzPTs
>
> http://www.youtube.com/watch?v=dxHYBbMCyx8


Hmm, jetzht bin ich einigermassen überrascht. Ich hätte nicht gedacht 
das man das transparent fräsen kann, dacht eimmer das wird anschliessend 
poliert.
Wunderbare Sache.

bye uwe
#2898272
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Also die Mikroverzahnten Fräser die man für FR4 normalerweise nutzt, 
kannst du für Plexiglas vergessen. Das wird sofort heiß und wickelt sich 
um den Fräser. Ich habe mit einem solchen: 
http://www.team-haase.de/zubehoer/fraeser-bohrer/hartmetallfraeser-zweischneidig

3mm Fräser, Vorschub 10mm/s, Drehzahl ca 10-15k (Kress Fräsmotor), 
Zustellung 2mm ganz gute Ergebnisse erzielt. Da bist du aber hart an der 
Grenze. Bei mehr Drehzahl schmilzts und bei weniger bricht der Fräser...

wie gesagt, eine Gratwanderung. Allzu oft habe ich das auch noch nicht 
gemacht, gibt bestimmt noch bessere Einstellungen, aber so hat es 
zumindest bei mir funktioniert und sehr schöne Kanten gegeben.

LG, Björn
Gast #2898411
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> Hmm, jetzht bin ich einigermassen überrascht. Ich hätte nicht gedacht
> das man das transparent fräsen kann, dacht eimmer das wird anschliessend
> poliert.

Man kann Plexiglas flammpolieren wenn man es kann. Das geht schnell, 
braucht aber etwas gefuehl.

> Bei mehr Drehzahl schmilzts und bei weniger bricht der Fräser...

Mach beim fraesen mal Brennspiritus drauf.


Das Problem bei Plexiglas ist aber das dort bei jeder Bearbeitung 
mechanische Spannungen ins Material kommen. Man muesste es eigentlich 
hinterher tempern. Sonst wachsen irgendwann unschoene kleine Risse.

Olaf
#2901944
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MaWin schrieb:
>> Mach beim fraesen mal Brennspiritus drauf
>
> Bist du bescheuert ?

Ich würde es nicht so krass ausdrücken, aber nur einige
Plexiglassorten reagieren mit den bekannten Spannungsrissen.
Als ich mit dem Zeug noch häufiger gearbeitet habe unschied
man bei Röhm in Plexiglas XT (extrudiertes) und Plexiglas GS
(gegossen).
Das extrudierte reagierte da am empfindlichsten und zeigte
die befürchteten Risse, wogegen das GS-Material unbeeindruckt
war gegen Alkohole. Problem ist, das das GS-Zeug fast doppelt
so teuer und somit nicht erste Wahl war. Ist aber schon ewig her.
#2920953
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So, jetzt habe ich mal Zeit gehabt, was mit Plexiglas zu fräsen.
War aber kein Erfolg. Habe mir einen nagelneuen Fräser versaut und
die Plexiglasscheibe ist nicht fertig geworden.
Beim Fräsen wird trotz Wasserkühlung der Fräser so heiß, das man beim
Fräsen die Hitze beim Ansprühen mit Wasser fühlen kann. An der Spitze
vom Fräser, wo kein Wasser hinkommt ist das Plastik so stark erhitzt,
das es angefangen hat zu verkohlen. Auf dem Foto vom Fräser habe ich
die geschmolzenen Plastikreste am oberen Ende schon mit dem 
Seitenschneider
entfernt.
Mit Flüssigkühlung zu fräsen ist ne große Sauerei, das mache ich so bald 
nicht wieder.
Ich denke, die Ursache ist, das der Fräser nicht den richtigen Schliff
hat für Plastik. Das Plexiglas hat übrigens eine Stärke von 5mm.

Gruß,

dasrotemopped.
Angehängte Dateien:
Gast #2921007
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Das liegt nicht an falschem Fräser oder zuwenig Wasser.

Meiner Meinung nach falsche Bearbeitungsstrategie!

Ich mache es bei Kunststoff generell so:
-Fräser mit großen Spannuten
-N= max (so dass der Vorschub noch hinterher kommt)
-fz= 0,2-0,3 mm
-ap= 1/3 Fräserdurchmesser
-Kühlung per Druckluft (nicht zum Kühlen sondern zum
Späne wegblasen - zuhause geht evtl. auch ein Staubsauger?)

Gefräst bekommen habe ich es bis jetzt immer.
Schöne Oberflächen sind dabei nicht immer entstanden.
Gast #2922602
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> dann sag mir doch mal, wo man diesen hübschen Fräser kaufen kann.

Überall wo man Fräser kaufen kann. Ich hab meine neu von eBay.

Der gezeigte ist für Stahl und Stahlguss, Vollhartmetall,
SPHINX 3 Z ENDMILL K10 Art Nr. 40002 6mm Durchm. unbeschichtet
also nichts spezifisch für Plexiglas. Er hat schon Stahlguss
gefräst, ist also auch nicht nagelneu. Und er hat 3 Schneiden
ist also gar kein Einschneider oder Zweischneider wie manche
hier empfehlen.

Also alles falsch gemacht und immer noch gute Ergebnisse.
Gast #2922700
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Mal eine Frage vom Fräsproleten:
Warum kann man nicht die Drehzahl klein wählen und den Vorschub auch???
Damit wäre nach meinem Kleinhirnverstand die Reibung und 
Hitzeentwicklung deutlich geringer und die Fräserauswahl einfacher?
Bislang bohre ich nur, da ich keinen Kreuztisch habe, aber beim 
Kunststoffbohren fahre ich immer die kleinste Drehzahl.
Klärt mich mal auf, ich möchte nicht dumm sterben.
Gast #2922706
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Du musst einen Span abheben, nicht schleifen,
daher einen Mindestvorschub haben damit bei jeder
Umdrehung jede Schneide ins Material greift und
dort hineinschneidet und es damit abtrennt
und nicht nur der winzige Teil der Schneide,
der rund und stumpf ist "1/100mm" das Material
nur wegdrückt (bis dann nach 3 Schnittversuchen
endlich mal genug Material da ist um reinzugreifen,
dann rattert es nämlich).
#2923187
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Das Problem bei den Winzfräsen (ala Proxon/Dremel etc.) ist die quasi 
nicht vorhandene Drehzahl*regelung* und auch das Fehlen eines wirklichen 
(konstanten) Langsamlaufs. Damit möhrt man dann je nach Belastung 
zwischen schleifend/schmelzend, spanend und sprengend im Material rum 
und das Ergebnis sieht auch dementsprechend aus. Seitdem ich eine kleine 
Fräse mit FU habe, wird auf einmal jede Fräsarbeit (für meine Ansprüche) 
gut. Selbst wenn man nur ganz vorsichtig mit 120UPM arbeitet. Der 
Vorschub ist dann gering (ich habe Zeit, ist ja Hobby), aber eben 
einfach gleichmässig.
Gast #2923419
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@ pensch:

Die Drehzahl ist eine Abhängige von der Schnittgeschwindigkeit und dem 
Durchmesser des Werkzeugs:
n=vc*1000/(d*pi)

Die minimale Schnittgeschwindigkeit ist vom Material abhängig,
sie muss größer sein als die Rissgeschwindigkeit.
Jedes Material hat seine eigene Rissgeschwindigkeit.

Wenn man nun zu langsam schneidet reisst man das Material und es gibt
bescheidene Oberflächen.
#2950384
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Ich habe nun nach einiger Vorbereitung und den Tips im Internet 
beschlossen, meine CNC Fräse für Plexiglas passend umzurüsten. Um die 
dazu nötigen niedrigen Drehzahlen zu erreichen habe ich erst mal eine 
neue Spindel besorgt und eingebaut :
http://www.youtube.com/watch?v=N4T1EvoM-SE&feature=share&list=UUVe-ZiYNLZeIdeoyKpuII-w
Zweischneidenfräser für Plasik hab ich auch bestellt, passend zur neuen 
Fräse. Jetzt muss ich nur noch die Steuersoftware auf die neuen Daten 
der Fräse einstellen, dann kann es weiter gehen.

Gruß,

dasrotemopped.
Angehängte Dateien:
#2953004
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Das die Ränder ausgefressen sind liegt vor allem daran, das die MDF 
Platte beim Fräsen angehoben wird und etwas flattert. Ich muss sie etwas 
besser auf dem Plotterbett befestigen. Im Moment ist sie nur leicht 
festgeklemmt, da mit der anderen Spindel die "lockere" Befestigung nie 
ein Problem war, da es dort einen Bohrniederhalter gibt und bei den 
anderen Fräsern das Werkstück nicht angehoben wird. Der Rahmen der Fräse 
ist jedenfalls mehr als stabil genug :
http://www.dasrotemopped.de/bungard_ccd.html

Gruß,

dasrotemopped.

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