Hallo
Ich muss im Rahmen eines Uniprojektes eine Reihe von 4 transportablen
Vibrationsmotoren kabellos mit einer Steuereinheit verbinden. Das
Netzwerk sollte möglichst kostengünstig und stromsparend sein und
benötigt auch keine große Reichweite. Dies sollte vorzugsweise per
ZigBee-Netzwerk realisiert werden.
Ich hatte überlegt in die Steuereinheit den Coordinator für das Netzwerk
mit einem Mikrocontroller einzubauen, der das Netzwerk per Schalter
jedes Mal neu initialisiert, woraufhin die Motoren eingesetzt werden
können. Diese würden als Aktoren fungieren und im Sleep Modus sein, und
nur auf Befehl der Steuereinheit aktiv werden. (Off-Topic: Ist dies
überhaupt möglich mit ZigBee? Müsste ich einen Beacon-Modus einbauen?)
Nun habe ich aber einige Probleme:
Was bräuchte ich, wenn ich das Netzwerk quasi als Stern-Topologie
aufbauen wollte, wobei die Steuereinheit den Coordinator darstellt, und
alle Motoren nur Reduced Function (End) Devices darstellen?
Was benötigen denn die Motoren an Hardware um vernünftig als ZigBee End
Device zu gelten? Es ist keine Stärken oder Dauereinstellung nötig, die
Motoren sollen nur auf Knopfdruck vibrieren und aufhören wenn man den
Knopf loslässt. Benötigt man für jeden einzelnen Motor neben dem Motor
selbst und der Energiequelle einen Mikrocontroller oder ein Modul oder
was genau?
Oder:
Muss ich das Netzwerk über eine Sendeeinheit (im Point to Point
Netzwerk) und eine Empfängereinheit (Mikrocontroller, PAN-Coordinator)
erstellen, wobei von der Empfängereinheit die Motoren per Kabel
angesteuert werden, weil jeder Motor einen eigenen (für die genauen
Anforderungen, die ich hier nicht verraten möchte, zu großen und teuren)
Mikrocontroller benötigen würde?
Oder:
Könnte ich ein bereits vorhandenes Zigbee - Home Light Control -
Netzwerk ummodulieren, bzw. umfunktionieren?
Wahrscheinlich nicht, da ich ja weder ein One to One, noch Many to One,
noch Many to Many Schalterarten habe, da ja jeder Motor einzeln
angestellt werden muss, oder?
Zudem ist in dem Fall ja in der Lampe selbst am Netzwerk der
PAN-Coordinator, der nur auf den Switch reagiert, wobei es bei mir genau
andersherum laufen müsste, wenn ich mich nicht täusche.
Ich wäre über jegliche Hilfe oder Anregungen oder auch harsche Kritik
sehr erfreut, ich befinde mich nämlich in einer schöpferischen Sackgasse
und wäre über jeglichen Fluchtanreiz sehr dankbar.
Viele Grüße
Nick
Nick schrieb:> Diese würden als Aktoren fungieren und im Sleep Modus sein, und> nur auf Befehl der Steuereinheit aktiv werden.
Wie soll das denn gehen? Wenn sie schlafen, wie sollen sie den
"Befehl der Steuereinheit" dann empfangen?
Du wirst nicht umhin kommen, sie regelmäßig aufwachen und bei der
Steuereinheit nachfragen zu lassen, ob denn irgendwelche Jobs anliegen.
Jörg Wunsch schrieb:> sie regelmäßig aufwachen und bei der> Steuereinheit nachfragen zu lassen, ob denn irgendwelche Jobs anliegen.
Das heißt ich müsste sie quasi mit dem Einschalten, bzw. Initialisieren,
des Netzwerkes auch aktivieren und dann konstant auf Empfangsmodus
schalten? Also nur wenn das Netzwerk abgeschaltet wäre, könnten sie in
den Sleep-Modus übergehen, müssten aber so konfiguriert werden, dass sie
mit Initialisierung des Netzwerkes wieder aktiv werden.
Wäre es dann nicht einfacher ein Bluetooth-Netzwerk in der
Point-to-Point-Topologie aufzubauen, das manuell ein- und auszuschalten
ist, wenn die Motoren nur in sehr lang auseinander liegenden Zeiträumen
über relativ kurze Zeitabschnitte aktiv sein müsten?
Nick schrieb:> Das heißt ich müsste sie quasi mit dem Einschalten, bzw. Initialisieren,> des Netzwerkes auch aktivieren und dann konstant auf Empfangsmodus> schalten?
Würde ich nicht tun. Einen 2,4-GHz-Empfänger auf Empfang zu halten,
kostet immer massig Strom, egal ob nun Blauzahn oder Zigbee. Was
spricht dagegen, ihn regelmäßig aufwachen zu lassen und nachsehen zu
gehen, ob da was da ist (aktiv, bspw. per beacon request command)?
Im aktiven Zeitraum müssten die Aktoren möglichst echtzeitnah einen
Knopfdruckbefehl übertragen können und den Motor innerhalb von höchstens
Milisekunden aktivieren.
Andersherum werden sie gar nicht benötigt, wenn das Netzwerk nicht
eingeschaltet ist, bzw. länger nicht benutzt wird.
Wenn ich sie so konfigurieren würde, dass jede Minute nachgefragt wird,
ob das Netzwerk aktiv sei, aber das System über Wochen nicht benutzt
wird, wäre das immer noch sinnvoll? Schnell einsatzbereit sollte das
System schon sein.
Kann man denn dann die Nachfragefrequenz nachträglich (mit Einschalten
der Steuereinheit) hochsetzen, sodass man näher an die erforderliche,
geringe Reaktionszeit herankommt?
Nick schrieb:> und den Motor innerhalb von höchstens> Milisekunden aktivieren.
Das kannst du ja sowieso schon fast knicken, falls die Übertragung
nicht sofort im ersten Versuch klappt und ein Retry nötig wird.
Schnelle Reaktion kostet halt Strom und ist damit teuer. Dabei ist
es praktisch egal, welches HF-seitige Protokoll du da drunter legst.
Nick schrieb:> Muss ich das Netzwerk über eine Sendeeinheit (im Point to Point> Netzwerk) und eine Empfängereinheit (Mikrocontroller, PAN-Coordinator)> erstellen, wobei von der Empfängereinheit die Motoren per Kabel> angesteuert werdenJörg Wunsch schrieb:> Schnelle Reaktion kostet halt Strom und ist damit teuer. Dabei ist> es praktisch egal, welches HF-seitige Protokoll du da drunter legst.
Deshalb müsste dann die obige Lösung die Beste sein, wenn ich mich nicht
täusche. So hätte ich ja nur einen Sender und einen Empfänger, die beide
manuell an- und ausschaltbar wären, bzw. könnte das System wie beim Home
Light Switch funktionieren lassen, und in längeren Phasen, in denen es
nicht benutzt wird, ausschalten.
Könnte ich dann dazu ein Home-Light-Switch System irgendwie ummodelieren
oder sind diese System unveränderbar?
Gruß und Danke für die Anregungen
Nick