Leitet eigentlich ein Kondensator Strom? Vom Gefühl her würd ich sagen -
ne, weil da ja diese beiden Platten sind, und eine Elektronenüberschüss
hat und die andere Elektronenmangel. Aber ein Strom dürfte da doch nicht
durchfließen?
Wenn ich also einen Kondensator in Reihe zu einem Verbraucher schalte -
dann dürfte die Lampe nicht angehen, schalte ich den Kondensator jedoch
parallel dazu, dann funktioniert das Kondensatörchen wie ein
Ausdehungsgefäß im Heizungskreislauf und die Lampe leuchtet noch ein
bißchen nach nach dem Abschalten, weil noch ein bißchen Druck in dem
Kondensator drinnen ist, der sich langsam "entlädt". Ist das richtig?
> dann dürfte die Lampe nicht angehen,
Doch, wenn der Kondensator gross genug ist... Vor dem Entladen kommt ja
das Aufladen und da fliesst Strom in/durch den Kondensator. Und das ist
genau der Witz am Kondensator, dass er nur bei Spannungs*wechseln* Strom
leitet. Bei einer Spule it es umgekehrt, je schneller die Wechsel umso
weniger leitet sie.
>Leitet eigentlich ein Kondensator Strom?
Nicht in dem Sinne, daß Ladungsträger durch den Kondensator fließen.
Eine Ladungsänderung auf der einen Elektrode kann aber durch Influenz
eine Ladungsänderung auf der anderen Elektrode bewirken. Dann scheint
durch den Cap Strom zu fließen.
ghostwriter schrieb:> Leitet eigentlich ein Kondensator Strom? Vom Gefühl her würd ich sagen -> ne, weil da ja diese beiden Platten sind, und eine Elektronenüberschüss> hat und die andere Elektronenmangel. Aber ein Strom dürfte da doch nicht> durchfließen?
Technisch gesehen gibt es keine Verbindung, aber sobald sich der
Kondensator läd gibt es einen sog. Verschiebestrom. Man muss bei realen
Kondensatoren auch noch beachten, dass ein Leckstrom fließt. Der ist
aber in der Regel sehr klein und für die meisten Anwendungen
vernachlässigbar.
> Wenn ich also einen Kondensator in Reihe zu einem Verbraucher schalte -> dann dürfte die Lampe nicht angehen,
Doch kurz würde der Verbraucher angehen, da der Kondensator ungeladen
wie ein Kurzschluss wirkt. Sobald sich dieser läd wird dieser immer
"hochohmiger" und wirkt zuletzt wie eine offene Klemme.
> schalte ich den Kondensator jedoch> parallel dazu, dann funktioniert das Kondensatörchen wie ein> Ausdehungsgefäß im Heizungskreislauf und die Lampe leuchtet noch ein> bißchen nach nach dem Abschalten, weil noch ein bißchen Druck in dem> Kondensator drinnen ist, der sich langsam "entlädt". Ist das richtig?
Genau, wie lange es dauert bis dieser sich entläd hängt davon ab wie
viel Strom dein Verbraucher zieht. Die Zeitkonstante nennt sich Tau,
berechnet wird diese mit Tau = R*C.
Georg A. schrieb:> Doch, wenn der Kondensator gross genug ist... Vor dem Entladen kommt ja> das Aufladen und da fliesst Strom in/durch den Kondensator.
Es gab sogar schon mal Funken, vo sich zwei Kondensatorbeine berührt
haben.
Sind eigentlich die Kondensatoren Urasche für die Fünfer-Regel-Regel 4
Erden und kurzschließen
damit sich eventuelle Kondensatoren durch das Kurzschlißen bei
angeschlossenen Geräten in Stromkreisen noch entladen können?
ghostwriter schrieb:> Sind eigentlich die Kondensatoren Urasche für die Fünfer-Regel-Regel 4>> Erden und kurzschließen>> damit sich eventuelle Kondensatoren durch das Kurzschlißen bei> angeschlossenen Geräten in Stromkreisen noch entladen können?
Genau. Wenn du an Anlagen arbeitest kann es sein, dass die Leitung wie
ein Kondensator wirkt und auch genug Power dahinter ist um ernsthafte
Schäden zu verursachen.
> Kommt drauf an --> Wechselstrom ja. Gleichstrom nein.
Wobei ein Gleichstrom(besser -spannung) in der Realität auch mal
"anfangen" muss und damit Wechselspannung wird...
ghostwriter schrieb:> Erden und kurzschließen
...macht man, damit man beim Arbeiten an der Elektroanlage keine
Brandblasen bekommt, falls Hausfrau Frieda die Porzellansicherung wieder
in die rostige Fassung schraubt, weil ihr Bügeleisen nicht warm wird.
Horst vom Dach schrieb:> ...macht man, damit man beim Arbeiten an der Elektroanlage keine> Brandblasen bekommt, falls Hausfrau Frieda die Porzellansicherung wieder> in die rostige Fassung schraubt, weil ihr Bügeleisen nicht warm wird.
Dazu gibt es aber die andere Regel - gegen Wiedereinschalten sichern. Da
gibt es sogar extra Placeboeinsätze.
ghostwriter schrieb:> Dazu gibt es aber die andere Regel - gegen Wiedereinschalten sichern. Da> gibt es sogar extra Placeboeinsätze.
Oder den Azubi den man davor parkt ;)
Horst vom Dach schrieb:> Kerko schrieb:>> Oder den Azubi den man davor parkt ;)>> Ist das das fleischgewordene "Abschranken"?
Nein, das wäre der andere AzuBi der mit dem Besen hinter Dir steht und
Dir damit die Füße weg zieht, wenn Du doch mal irgend wo dran fasst, wo
Spannung drauf ist. gg
>Erden und kurzschließen
In umfangreichen Netzen reicht es nicht aus einfach auszuschalten.
Zum einen haben diese eine große Kapazität, die ganz schön munter machen
und bei ganz Großen dich sogar grillen kann.
Es ist auch bei sehr verzweigten Netzen nicht immer möglich jeden
"Ein-Schalter" zu sichern. Wenn der letzte Schalter 25 KM entfernt ist,
der DAU mal wieder gut drauf ist, wirst Du das Kurzschlusskabel zu
würdigen wissen.
Rückspeisung, induktive- bzw. kapazitive Kopplung können ebenfalls das
Bedürfnis auf einen Ortswechsel wecken.
Bei Überlandversorgungsleitungen ist es nicht schlecht, vor dem
Gewitter, hinter dem nächsten Berg gesichert zu sein. Beim Freischalten
werden nämlich auch einige Sicherheitseinrichtungen deaktiviert.
Und all die lieben Kleinigkeiten die ich hier vergessen habe.
BSI schrieb im Beitrag #2910086:
> Da gehts wohl nur um das Abgreifen von eMail Adressen!
sorry, aber wer seine Hauptmailadresse angibt, ist selber schuld.
ghostwriter schrieb:> Leitet eigentlich ein Kondensator Strom?
Ein Strom im Sinne eines elektrischen Leiters fließt nicht, jedoch eine
äquivalente Größe die Maxwell mit dem Begriff Verschiebungsstrom
bezeichnet hat. Im Sinne der Feldtheorie würde man heute elektrische
Flussdichte dazu sagen.