Hallo,
ich will ein Strahlungsdiagramm einer Antenne mittels Messung erstellen.
Ich habe eine Sende- und eine Empfangsantenne. Mit dem
Netzwerkanalysator führe ich eine S21 Parameter Messung durch.
Ich habe jetzt eine Dämpfung ermittelt? Was sagt mir diese Dämpfung? Wie
bekomme ich daraus ein "allgemein gültiges" Strahlungsdiagramm in dBi,
also gegenüber dem isotropen Kugelstrahler? Was gilt es sonst noch zu
beachten?
Vielen Dank.
Der Isotrope Kugelstrahler, der natuerlich nicht existiert blaest die
gesammte Leistung isotrop als TEM Welle, dh 377 Ohm durch die
Kugelflaeche. also die 0dBm durch die Flaeche 4*Pi*radius^2
Mit den bereits aufgenommenen Meßwerten kannst Du ein Diagramm des
relativen Gewinns der Antenne über den Azimut erzeugen - das sogenannte
Richtdiagramm. Zur Bestimmung des absoluten Antennengewinns in dBi
kannst Du nun das Meßobjekt durch eine Referenzantenne mit bekanntem
Gewinn ersetzen und durch Vergleichsmessung den Gewinn des Meßobjektes
bestimmen. Eine solche Referenzantenne ist vielleicht in Deinem Labor
vorhanden oder kann mit relativ wenig Aufwand selbst gebaut werden. Für
welchen Frequenzbereich ist Deine Antenne ausgelegt?
Wenn keine Referenzantene zu beschaffen ist, kann man die Messung auch
durchführen, indem eine zum Meßobjekt identische Antenne auf der
Gegenseite des Meßaufbaus verwendet wird. Mit Hilfe der Wellenlänge und
des verwendeten Abstands läßt sich dann der Gewinn einer Antenne
berechnen, sofern man annimmt, daß beide Antennen gleichviel zum
Gesamtgewinn der Meßstrecke beitragen. Die zugehörige Formel gilt meiner
Erinnerung nach aber nur unter Fernfeldbedingungen , d.h. die Meßstrecke
muß ausreichend lang im Verhältnis zur Wellenlänge und zum Gewinn der
Antennen sein.
Meßaufbau:
|-->--{Port 2} [NWA] {Port 1}-----> DUT ))) 1m Abstand ))) Ref_Antenne----|
| |
|---------------<-------------------------------------<----------------- ----|
Diagramm habe ich erstellt. Da habe ich Werte um die -30 dB (an
Dämpfung?!).
Referenzantenne mit bekanntem Gewinn ist vorhanden. Frequenz ist 2,4GHz.
Was muss ich rechnen um auf den absoluten Gewinn zu kommen?
Was sagt mir der relative Gewinn und was der absolute? Kann ich daraus
für die Praxis relevante Aussagen treffen (außer der offensichtlichen
Charakteristik)?
Was ist mit Link Budget und Pfadverlust?
Danke für eure Hilfe!
Absoluter Beginner schrieb:> Was sagt mir der relative Gewinn und was der absolute?
Vielleicht solltest du erstmal ein paar Grundlagen legen, bevor du dich
für quantitative Messungen im Labor rumtreibst.
Und guck dir bei der Gelegenheit mal die in Zusammenhang mit
Gewinnangaben in der HF-Technik meist verwendete Einheit Bell an - und
dann fragst du weiter.
Wollte das nochmal hoch holen, da ich immer noch kein Lösung gefunden
habe.
Ich habe eine Antenne A die ich vermessen will. Eine Antenne B, bei der
mir alle Werte bekannt sind:
Dämpfung in dB
Isotropgewinn in dBi
Gewinn über Dipol in dBd
Antennenwandlungsmaß in dBm
Bei der Messung bekomme ich irgendeinen niedrigen dB Wert raus,
beispielsweise -20dB. Wie komme ich damit auf meinen absoluten Gewinn
für Antenne A in dBi?
Messbau siehe oben:
|-->--{Port 2} [NWA] {Port 1}-----> DUT ))) 1m Abstand ))) Ref_Antenne----|
| |
|---------------<-------------------------------------<----------------- ---|
Danke.
Ich empfehle dir dich in einige Lektüren einzulesen.
Antennenbuch Rothammel, Bücher von Janzen etc.....
Dir wird hier keiner genau verraten wie du deine Arbeit zu verrichten
hast. Wer Wissen hat, hat Macht und will auch dafür bezahlt werden.
Ein Strahlungsdiagramm von Hand einer Antenne zu erstellen, da hast du
dir ganz schön was vorgenommen.
Die Leute die hier versucht haben zu erklären was du machen solltest,
scheinen mir selbst nie so etwas erstellt zu haben.
Ich habe teure 3D Simulationsprogramme in Instituten gesehen, die schon
mal 24h benötigen um die Eigenschaften einer Antenne ausrechnen zu
können.
Von daher finde ich schon krass, dass du soetwas selbst berechnen
möchtest. Wo arbeitest du? Bist du Praktikant? Hast du keinen Betreuer
der dir einige Stützen geben kann ?
Du brauchst doch die ganzen Begriffe von vorhin nicht.
Du brauchst einen für HF-Messungen geeigneten Raum, keinen Bastelkeller.
Dann speist du in Antenne B eine HF Leistung mit einer bekannten
Frequenz ein.
Dann noch die Freiraumdämpfung berücksichtigen, welche du dir ausrechnen
kannst, da du ja die genannten Bücher kennst.
Dann wird die Empfangsleistung gemessen.
Aus dem bekannten Antennengewinn der Sendeantenne, der Freiraumdämpfung
und dem Empfangspegel erhältst du den Antennengewinn der unbekannten
Antenne.
Jetzt kannst du auch ein Azimut oder Elevationsdiagramm durch räumliche
Drehung der Antenne aufnehen.
Gilt alles fürs Fernfeld, also besser mehr als 1m Abstand.
Ist doch alles nicht so kompliziert, oder ?
Dies steht aber alles als kostenlose Information in der Google
Suchmaschine.
Das Problem wird sein, dass die benötigten Voraussetzungen im Labor
fehlen und der Betreuer selbst keine Ahnung hat.
Wie es hewlet schon beschrieben hat, kommen noch einige Punkte dazu,
damit du soetwas hinbekommst. Auf praktischem oder rein theoretischem
Weg.
Ich bin hier in einem Unternehmen und der einzige der sich damit
beschäftigt. Eine Messkabine (in München beispielsweise) kann ich
mieten, muss aber schon vorher wissen was ich mache, weil Zeit ja Geld
ist. Deswegen muss ich schon vorher genau wissen wie ich was messe und
berechne. Ja die meisten wissen das nicht weil sie es noch nicht gemacht
haben. Deswegen frage ich hier. Danke für eure Hilfe!
Das Fernfeld ist doch frequenzabhängig? Ist 1m Abstand bei 2,4, 3 oder 4
GHz nicht ausreichend? Da müsste doch reine Wirkleistung vorliegen oder?
Kann ich die Freiraumdämpfung innerhalb einer Messkabine ignorieren, da
ja keine Reflektionen oder dergleichen auftreten?
Der weiss was schrieb:> Ich empfehle dir dich in einige Lektüren einzulesen.>> Antennenbuch Rothammel, Bücher von Janzen etc.....>> Dir wird hier keiner genau verraten wie du deine Arbeit zu verrichten> hast. Wer Wissen hat, hat Macht und will auch dafür bezahlt werden.
und wozu sind dann Foren da?
Der weiss was schrieb:> Von daher finde ich schon krass, dass du soetwas selbst berechnen> möchtest. Wo arbeitest du? Bist du Praktikant? Hast du keinen Betreuer> der dir einige Stützen geben kann ?
Er möchte messen, nicht rechnen.
Ja, gut rechnen ist sehr wichtig.
Gut denken aber auch.
Die 160dB in Wikipedia sind für 1000km und 2,4 GHz
Für 1m sind 20log 1 Million (1000.1000)=120 dB abzuziehen.
Schon erhält man 40 dB Freiraumdämpfung.
Ok. 40dB passt.
Beispielrechnung:
Messwert: -30db
FRD: 40 dB
Antennengewinn Bezugsantenne: 10 dB
-30 dB + 40 dB -10 dB = 0dB Gewinn für die Antenne, die ich untersuche?!
Was ist "Messwert" -30dB?
Dieser Wert ist in dBm anzugeben und ist dann die Empfangsleistung.
Oder ist dies bereits die Differenz der Sendeleistung zur
Empfangsleistung, mit oder ohne Antennengewinne ?
Zur richtigen Berechnung braucht man die Sendeleistung, die
Empfangsleistung und den Antennengewinn der Sende- oder Empfangsantenne
bei 2,4 GHz.
Beispiel;
Sendeleistung 0 dBm
Sende-Antennengewinn: 10dB
Freiraumdämpfung: 40 dB
Empfangsleistung: -30dBm
Pegelbilanz: 0 dBm + 10 dB Ant.Gewinn - 40dB Freiraumdämpfung =
-30 dBm Empfangsleistung.
Hätte man eine Empfangsantenne mit 10dB Gewinn würde man auch 10 dB mehr
Leistung empfangen, also statt -30dBm dann -20 dBm.
Hätte man eine Empfangsantenne mit 0 dB Gewinn bleibt es bei -30dBm
Eigentlich ganz einfach. Dies aber fehlerfrei zu messen ist das Problem
Welches Raster ist für die Messung des Richtdiagramms ratsam?
Wenn ich in bei der Messung die Speiseleitung mit einbeziehe, bei der es
aufgrund von Fehlanpassungen zu einer Leistungsreflektion am
Antennenfußpunkt kommt, übertrage ich doch weniger Leistung oder? Bei
der Messung also weniger Gewinn? Also jegliche Dämpfung, warum auch
immer hat hier Einfluss auf den Gewinn?!
Welches Raster? So ne daemliche Frage. Mach mal. Beginn mal mit 5Grad
Schritten. Wenn sich die Werte zwischen den Punkten zu stark aendern,
solltest du feiner werden. Wenn nichts geschieht, kann man groessere
Schritte machen.
Die Antenne muss natuerlich optimal gekoppelt sein. Da man so ein
diagramm bei einer Festen Frequenz macht, sollte das ja moeglich sein.
Einfach so abstimmen, dass nichts zurueckkommt.