Julian schrieb:
> Ja ich weis über was ich rede Axel...
Ganz offensichtlich nicht.
> Ok wenn Lichtschranken nicht geeignet sind warum dann nicht kontakte im
> Boden? Ich weis echt nicht warum manche Leute hier immer meinen müssen
> sie wissen alles...
Wie gesagt: du denkst nicht nach. Es ist fast trivial, festzustellen,
in welcher Richtung ein Fahrzeug eine Autobahn-Auffahrt befährt
(kompliziert wird es erst, wenn viele Fahrzeuge dicht aufeinander fahren
oder komische Formen/Achsanordnungen haben oder vielleicht auch mal
zurückrollen oder wenn die Technik gestört ist). Aber nehmen wir einfach
mal an, wir hätten diesen Teil gelöst.
Dann kommt der zweite und wesentlich härtere Teil: woher wissen wir, ob
das Fahrzeug nicht möglicherweise berechtigt und notwendigerweise in
falscher Richtung fährt? Z.B. Rettungs/Bergungsfahrzeuge. Oder (um einen
vorhersehbaren Einwand gleich abzubügeln) der Notarzt in seinem
Privat-PKW ohne den eingebauten "ich-darf-das-laß-mich-durch"
Kennungsgeber.
Aber nehmen wir einfach mal an, wir hätten auch diese Frage geklärt.
Dann kommt der dritte und schwierigste Teil: was machen wir um den
potentiellen Schaden zu minimieren? Reifen aufschlitzen, Poller
rausfahren? Damit das Fahrzeug auch sicher verunfallt? Ist sicher super
zielführend, wenn das ein Irrtum war. Ganz davon zu schweigen, daß der
Falschfahrer jetzt zwar nicht mehr auf die Autobahn kommt, dafür aber
die Abfahrt blockiert und so der Bus(!) voller(!) Schulkinder(!!), der
die Abfahrt nehmen wollte, in ihn hineinrast.
Warnzeichen anschalten? Wird den Selbstmörder nicht jucken. Polizei
alarmieren? Die kommen so oder so zu spät. Es ist hier noch niemandem
eine Lösung eingefallen, bei der nicht die Kollateralschäden ähnlich
schlimm gewesen wären wie der zu verhindernde Fall.
Man kann natürlich Autobahn-Auffahrten besser beschildern. Wenn ich mir
den Schilderwald auf deutschen Straßen ansehe, ist da noch jede Menge
Potential. Aber gegen Selbstmörder gibts keine direkte Abhilfe. Na ja,
vielleicht ja wenigstens Hilfe bevor es soweit ist. Aber das verträgt
sich nicht mit unserer Profitmaximierungsgesellschaft.
Aber am Ende des Tages gibt es immer Gefahren, denen du weitgehend
machtlos ausgeliefert bist. Es ist eine gefährliche(!) Illusion man
könnte das Leben aller Menschen in jeder Lage beschützen. Und mach dir
nichts vor, das Leben ist heute viel ungefährlicher als noch vor 10
Jahren. Auch Falschfahrer sind nicht wirklich ein gravierendes Problem.
Es sterben viel mehr Menschen an den Folgen von Rauchen, Alkohol oder
schlicht Fettleibigkeit. Ganz zu schweigen von Krieg, menschengemachter
Armut und Religiotie.
Ganz besonders sollte man nicht über das Ziel hinausschießen. Gut
gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht. Und der Weg in die Hölle ist
mit guten Vorsätzen gepflastert.
XL