Warum bekomm ich einen Schlag bei geerdeten Netzen?

Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #2964951
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Sarah E. schrieb:
> warum bekomm ich dann einen Schlag wenn ich an die Steckdose
> fasse? Ich bin doch auch Erde <-> Gleiches Potential.
Du hast die Sache mit der Potentialdifferenz (= Spannung) noch nicht 
ganz verstanden. Du bekommst den Schlag nämlich nur dann, wenn du ins 
falsche Loch reinlangst. Die anderen beiden Pole der Schukosteckdose 
tun dir nichts...
Gast #2964992
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Du bist der Sternpunkt in der Mitte.
Und wenn Du an einen der drei Außenleiter fasst, ist der Stromkreis über 
Dich geschlossen.

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                             | |  |230 V
                             | |  |
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                |   230 V     |       230 V |
                |            ----           |
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           -------------------------------------------
Grob Skizziert sieht das dann so aus.
Die Eine Seiter der Steckdose liegt an einem Außenleiter, die Andere auf 
dem Sternpunkt. Der Sternpunkt ist gleichzeitig mit der Erde verbunden.

siehe auch hier:
http://www.hea.de/service/fachwissen/elektroinstallation/2-2-elektrischer-strom-und-menschlicher-koerper.php
Gast #2965123
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Wennst gescheit statisch aufgeladen bist ...kurz bevor sich die Haare 
aufstellen ,dann ist der Potentialunterschied vor dem anfassen schon 
recht hoch.Da kann die Entladung schon so heftig ausfallen dass du einen 
"Schlag verspürst.Nach einer Schrecksekunde ist aber dann Ruhe..bis zum 
nächsten mal.Kannst die ja ESD mäßig verkabeln dann bleibt dir das 
erspart weil du dich kontinuierlich entlädt.;-)
#2965537
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Da fällt mir wieder folgender Absatz ein ;-) den ich mal irgendwo 
gelesen hatte:

***
Früher konnte ein Kind eine Stricknadel in ein Loch der Steckdose 
stecken und wenn es dabei zufällig (50%) Phase erwischt hat und auch 
noch auf einem leitfähigen Untergrund saß, an einem Stromschlag sterben. 
Daher hat man einen FI-Schalter (RCD) eingebaut, der bei so einem 
Fehlerstrom abschaltet. Man bekommt dann zwar noch einen Schlag, stirbt 
aber hoffentlich nicht. Heute gibt es praktisch überall einen FI. Nun 
produzieren Steckdosenhersteller eine Kindersicherung, die aus einem 
Schieber besteht, so dass man an die Kontakte der Steckdose nicht 
herankommt, wenn man nicht in beide Löcher gleichzeitig etwas 
hineinsteckt. Kinder sind nicht doof und nehmen zwei Stricknadeln. Nun 
ist es nicht mehr Zufall, hilft kein isolierender Boden aus PVC, sondern 
heute bekommt das Kind die volle Breitseite von der linken Hand über das 
Herz in die rechte Hand und der FI kann auch keinen Fehlerstrom mehr 
feststellen, er schaltet nicht ab und bietet keine Sicherheit, sondern 
nur eine vorgetäuschte. Autsch!
***
Gast #2965565
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@Sarah

Es klingt zwar lustig, ist aber so: Du bekommst einen Schlag WEIL ES 
GEERDET IST - Und natürlich weil Du ebenfalls auf dem "Teppich 
geblieben" bist.

Wäre das Netz nicht geerdet, wie z.B. hinter einem sogenannten 
Trenntrafo oder Du währest in der Lage einen Kontakt zu berühren ohne 
gleichzeitig Erdkontakt zu haben, so würde nichts passieren.
Siehe Vögel auf einer Stromleitung.
Gast #2965692
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... und bei Spannungen, unter weit unter 50 Volt, wäre es noch 
ungefährlicher.
Schon die Reduktion auf 115V bewirkt eine Vervierfachung des Stromes.
Die Wahrscheinlichkeit, dann bei einem Brand ums Leben zu kommen, steigt 
damit explosionsartig an. Teufel oder Beelzebub?
Gast #2965694
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H.joachim Seifert schrieb:
> Aber trotzdem wirst du mir recht geben, dass es mit 115V im Zweifelsfall
> besser aussieht als mit 230V, oder?

Das habe ich nie bestritten, aber die Idee mit dem 2x 115 V Netz ist 
keine Gute, denke ich. Wenn jemandem mal das Kabel eines Gerätes kaputt 
geht, ist die Chance 100%, dass der jenige einen Schlag bekommt, wenn er 
rankommt. Das muss ja kein Fachmann sein, dem das passiert. Es könnte 
Jeder im Haushalt sein, auch Kinder.
z.B. Meiner Freundin ist mal auf einem Samstag Abend das Kabel ihres 
Haartrockners kaputt gegangen und sie brauchte den am Montag Morgen 
wieder (Frauensache). Ich habe mir das Kabel angesehn und es war nur 
eine Ader die durch war, also habe ich diese mit einer Lüsterklemme 
repariert, isoliert und an den Stecker eine Markierung gesetzt, damit 
diese kaputte Ader auf dem Neutralleiter liegt.
Am Montag hat sie sich natürlich einen neuen gekauft.

H.joachim Seifert schrieb:
> tödlich

Tut mir Leid, es ist spät. :)
#2966026
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H.joachim Seifert schrieb:
> Bei meiner
> Schwester kommen 3 Kabel ins Haus, 2x 115V und PE

Eigentlich hatte ich das mit dem "Altberliner Netz" so in Erinnerung:
Es gibt drei Phasen mit 130V gegenüber einem N. Den N bekommt man mit 
über den PE, ist dann ein "PEN". Die (verkettete) Spannung zwischen zwei 
Phasen ist 230V. An einer Steckdose hat man dann tatsächlich zwei 
Außenleiter an den Löchern. Kann aber auch sein, dass man bei manchen 
Ortstrafos nicht den N über den PEN bekommt, sondern dass der PE mit 
einem der Außenleiter verbunden ist.

In beiden Fällen braucht man zweipolige Leitungsschutzschalter, besser 
noch zweiphasige, die bei Überstrom auf einem der Außenleiter beide 
Löcher der Steckdose abschalten.

Noch eine Besonderheit: der geschaltete Leiter bei Birnenfassungen 
sollte beim Altberliner Netz nicht an der Spitze, sondern an der Fassung 
anliegen, weil man beim Lampentausch eben leichter an die Fassung 
hinkommt. Die Gefahr eines Stromschlags ist bei abgeschaltetem 
Fassungskontakt geringer. In "normalen" Installationen liegt die Fassung 
am N, sollte bei intakter Installation also "ungefährlich" sein.
mfg mf
Gast #2966323
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So blöde dieser Thread ist, der von Jens genannte Gedanke geistert mir 
auch ab und zu mal durch den Kopf.

Also: Warum ist das 220V Netz überhaupt geerdet?

Lass mich raten: aus historischen Gründen, man wollte sich den separaten 
Erd-Leiter sparen.
Gast #2966372
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>Schon die Reduktion auf 115V bewirkt eine Vervierfachung des Stromes.
Wer hat dir das erklärt? Selbst ausgedacht?

Im Nachhinein behauptend, hast du bestimmt Verlustleistung gemeint;)
(Abgesehem davon wären/waren es 2x115V)

>Also: Warum ist das 220V Netz überhaupt geerdet?

Hättest du gerne eine undefinierte Spannung (von welchem Leiter auch 
immer)gegen Erde?

http://de.wikipedia.org/wiki/Schutzerdung
http://de.wikipedia.org/wiki/Erdung
http://de.wikipedia.org/wiki/Betriebserdung
#2966402
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Stefan schrieb:
> Warum ist das 220V Netz überhaupt geerdet?

Ein solches Netz gibt es. Das IT-Netz.
Es ist aber nur für räumlich begrenzte
Abwendungen erlaubt (Operationssaal, Produktionsstraße).
Auf Schutzmaßnahmen kann man auch hier nicht verzichten,
da es bei zwei aufgelaufenen Fehlern Lebensgefährlich
werden kann.
Um keine statische Ladung entstehen zu lassen, wird
der Trafosternpunkt i.d.R. hochohmig geerdet.
Angehängte Dateien:
#2966410
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Stephan W. schrieb:
> Früher konnte ein Kind eine Stricknadel in ein Loch der Steckdose
> stecken und wenn es dabei zufällig (50%) Phase erwischt hat und auch
> noch auf einem leitfähigen Untergrund saß, an einem Stromschlag sterben.

Stephan W. schrieb:
> Nun produzieren Steckdosenhersteller eine Kindersicherung,....
> so dass man an die Kontakte der Steckdose nicht
> herankommt, wenn man nicht in beide Löcher gleichzeitig etwas
> hineinsteckt. Kinder sind nicht doof und nehmen zwei Stricknadeln.

Stephan W. schrieb:
> Nun ist es nicht mehr Zufall,.....

Vermutlich werden seit Einführung der Kindersicherung
selektiv nur noch die intelligenten, kreativen,
experimentierfreudigen Kinder zuverlässig hinweggerafft.
Die kleinen Entdecker, Erfinder, Tüftler, Genies ....

Die Pisa-Studie spricht da ja eine deutliche Sprache.....
;-(
#2966810
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H.joachim Seifert schrieb:
> Das wäre ja (zumindest für Haushalte) noch halbwegs sinnvoll. Bei meiner
> Schwester kommen 3 Kabel ins Haus, 2x 115V und PE. Weiss gar nicht, wie
> so ein Netz heisst, und ich finde auch nichts drüber. Ist wohl ein Exot,
> aber in (Ost)Berlin relativ weit verbreitet.

ich kenn das in Berlin und Belgien so: 
http://de.wikipedia.org/wiki/Einphasen-Dreileiternetz
#2966833
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Jo, das passt.
Ich dachte bis jetzt, dass es ein echtes 3x115V-Drehstrom-Netz sei, bei 
dem aus Kostengründen nur 2 Phasen ins Haus geführt sind...
Also
Haus 1: L1,L2
Haus 2: L2,L3
Haus 3: L1,L3

und dann wieder von vorn

Naja, der wahre Jakob ist das jedenfalls nicht, wie das realisiert 
wurde. Und was für ein Aufwand, wenn man es korrigieren wollte...

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