Schraubengesicherte Printklemmen

OP #2965702
Lesenswert?

Guten Abend,
wir haben Schwierigkeiten mit regulären Printklemmen so wie auf diesem 
Bild: http://de.rs-online.com/web/p/leiterplatten-printklemmen/2901444/. 
Nach häufigem Ein- und Ausschrauben neigen die Leiterbahnen dazu, 
abzureißen, und nachdem wir einen Belastungstest auf einer 
Vibrationsplattform hinter uns hatten... naja.
Ich suche schon drei Tage, weil ich mich zu erinnern glaube, dass es die 
Klemmen wie in dem Link oben auch mit vertikalen Schrauben links und 
rechts gibt, damit man sie auf der Platine ordentlich befestigen kann, 
indem man Schrauben und Muttern durch die Platine selbst schraubt. 
Leider finde ich so gar nichts. Hab ich mich getäuscht oder kann mir 
jemand weiterhelfen?
Es geht um 28 V, 24 V, 12V und 5V bei jeweils nicht mehr als 3A (naja, 
lieber 5A).
Vielen Dank, schöne Grüße
Sebastian
Gast #2965747
Lesenswert?

Sebastian Strauch schrieb:
> Ich suche schon drei Tage, weil ich mich zu erinnern glaube, dass es die
> Klemmen wie in dem Link oben auch mit vertikalen Schrauben links und
> rechts gibt

Wenn, dann sind sie SEHR exotisch. Ich bezweifle aber auch, dass dein 
Problem damit gelöst wird - also ob die seitlichen Schrauben wirklich 
die beim Festschrauben der Kabel auftretenden Kräfte von den Lötstellen 
ableiten. Du musst bedenken, dass die Schraube direkt in das eingelötete 
Teil eingedreht wird, das im Plastikkörper keineswegs unverrückbar fest 
sitzt. Manche kann man im ungelöteten Zustand deutlich verdrehen, m.a.W. 
das gesamte Drehmoment wirkt auf die Lötstelle.

Die einzige Verbesserung sind Klemmen mit 2 Pins per Kammer.

Gruss Reinhard
Gast #2966100
Lesenswert?

Also, natürlich gibt es soetwas, allerdings nur für Klemmen für sehr 
hohe Leistungen, bei Phoenix z.B. die MKDSP 25, die ist aber für einen 
Strom von 125A und 25mm^2 Kabelquerschnitt.

Für Deinen Zweck sollte es aber z.B. die MKDS 5N HV tun, die hat 
versetzte Kontakte (ein Pin vorne am Klemmenkörper, der nächste Pin 
hinten am Klemmenkörper,...)
Gast #2966667
Lesenswert?

Sebastian Strauch schrieb:
> Bild: http://de.rs-online.com/web/p/leiterplatten-printk....
> Nach häufigem Ein- und Ausschrauben neigen die Leiterbahnen dazu,
> abzureißen,

Dafür sind Sie ja auch nicht gedacht ;-). Das Konstrukt einlötbare 
Schraubklemme ist so oder so nur für wenige Schraubzyklen geeignet.

Vibrationsfest ist da gar nichts. Das wird m.E. auch nicht besser wenn 
man das ganze mechanisch verschraubt. Als Idee würde ich die 
Leiterplatte unter den Kontakten schlitzen. Epoxy ist flexibel und man 
hätte einen kleinen Ausgleich. Toll ist das auch nicht und bez. der 
Torsion beim Schrauben unwirksam. Eine Lötstelle darf man halt 
mechanisch nicht belasten, egal wie viele Schrauben das ganze halten.

Womit wir beim Thema einpressen wären. Frag mal bei ERNI nach. Mit denen 
hab ich immer gute Erfahrungen gemacht in Sachen Kompetenz und 
entspanntem Kontakt auch wenn der Laden mal etwas kleiner ist.

> und nachdem wir einen Belastungstest auf einer
> Vibrationsplattform hinter uns hatten... naja.

Wie soll denn ein Drahtanschluss Vibrationsfest werden? Das ist doch 
prinzipbedingt schwierig und bei Schraubklemmen durch die nicht 
definierten Anzugsmomente faktisch nicht zu gewährleisten.

Cage clamp ist da meiner bescheidenen Meinung nach besser geeignet.


> Ich suche schon drei Tage, weil ich mich zu erinnern glaube, dass es die
> Klemmen wie in dem Link oben auch mit vertikalen Schrauben links und
> rechts gibt, damit man sie auf der Platine ordentlich befestigen kann,

Das löst meiner Meinung nach dein Problem nicht da die Kräfte nur 
abgefangen werden wenn deine Anschlussklemmen fest im Gehäuse vergossen 
sind. Dann reichen aber auch die Lötstellen links und rechts um das 
ganze zu halten.
Gast #2966821
Lesenswert?

Klemmen mit zwei Stiften in der Platine oder Klemmen mit Federkontakt.
Erstere halten dich Grobian wohl eher aus, bei Letzteren brauchst Du 
erst gar nicht grob werden.
Normalerweise halte ich von Federklemmen nicht sehr viel, aber im 
Zusammenhang mit "bad vibrations" würde ich letzteren den Vorzug geben.
#2966847
Lesenswert?

Federklemmen haben den unbestreitbaren Vorteil, dass ein "Fehlbedienung" 
fast ausgeschlossen ist. Ok, habe auch schon welche gesehen, da dachte 
ich, statt eines passendendes Werkzeugs wurde ein Kreuzmeissel versucht 
:-), aber letzten Endes bekommt man es ja damit auch nicht hin.
Der Anwender ist unberechenbar, das passiert dir selbst bei renommierten 
Firmen, wo eigentlich nur ausgebildete Fachkräfte die Möglichkeit 
bekommen, an elektrischen Anlagen aller Art herumzubasteln, zumindest in 
der Theorie :-)
Praktisch ist es so, dass mit der konsequenten Verwendung von 
Federzugklemmen die Reparaturen drastisch zurückgingen.
Gerade den Klemmen, die einen höheren Strom zu tragen haben, wurde 
massiv Gewalt angetan. Ich hatte Fälle, bei denen die DK mit losgedreht 
wurde und alle 8 Stege (4 top, 4 bottom) gerissen waren...

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren