Frequenzumrichter löst FI aus

#2974536
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Hallo,

ich habe einen billig Frequenzumrichter aus Hongkong hier liegen (eBay 
Suche "Frequenzumrichter 1.5KW") der laut Anleitung mit an mit 380V 
sowie mit 230V betrieben werden kann.
Ich will ihn an 230V laufen lassen habe wie beschrieben N und L auf 2 
der Phasen geklemmt. Zusätzlich den Schutzleiter auf PE.
Leider haut es jetzt immer den FI raus sobald ich das Teil einstecke. Im 
Gerät hört, riecht und sieht man gar nichts. Eine Kurzschluss einer 
Phase auf PE konnte ich nicht messen.

Ich habe bereits im Internet diverse Hinweise gefunden dass dies des 
öfteren der Fall ist und ein 300mA FI verwendet werden sollte.
Was meint ihr dazu?
Hat jemand von euch Erfahrung damit?

Was spricht dagegen den Umrichter ohne Schutzleiter anzuklemmen? Er 
besitzt ein Kunststoffgehäuse und ich könnte eine Erdung am Gehäuse des 
damit betriebenen Motors anbringen.

Ich würde mich sehr freuen wenn mir jemand weiterhelfen kann und Danke 
schon jetzt!
Gast #2974558
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>ein 300mA FI verwendet werden sollte.

Korrekt. Frequenzumrichter sind sehr starke Störquellen und benötigen 
deshalb Filter mit relativ hohen Ableitströmen am Netzanschluss. Ein 
üblicher 30mA FI kann dann schon auslösen.

>Was spricht dagegen den Umrichter ohne Schutzleiter anzuklemmen?

Sehr starke Störstrahlung, weil die Filter unwirksam werden.

>Er besitzt ein Kunststoffgehäuse

Selbst wenn das Gerät als solches schutzisoliert ist, benötigt der 
Entstörfilter zwingend einen Erdungsanchluss.
Gast #2974568
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>Bei dem Billig Produkt, sind warscheinlich Kondensatoren zur Entstörung
>gegen Erde geschaltet.

Das hat nichts mit Billigprodukt zu tun. Ein Billigprodukt wäre es, wenn 
KEINE Kondensatoren gegen PE drin wären.

Ein Frequenzumrichter kann ohne entsprechendes Netzfilter nicht 
verwendet werden, wenn du nicht alles mögliche in deiner Umgebung stören 
willst.

Für ein brauchbares Netzfilter sind Kondensatoren gegen Erde nun mal 
erforderlich.
Gast #2974608
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>Hm und was ist die zweitbeste Lösung? :-)

Man könnte natürlich den bestehenden FI gegen einen mit höherem 
Auslösestrom tauschen. Das muss aber ein konzessionierter Elektriker 
entscheiden, ob das bei deiner Anlage zulässig ist.

Ich würde erst mal feststellen, welchen Ableitstrom der 
Frequenzumrichter überhaupt hat und welcher FI bei dir verbaut ist.

Prinzipiell ist es nun mal so, dass Frequenzumrichter wegen des 
Netzfilters einen hohen Ableitstrom haben, da kommt man nicht drum 
herum.
#2974726
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Andreas schrieb:
> Das hat nichts mit Billigprodukt zu tun. Ein Billigprodukt wäre es, wenn
> KEINE Kondensatoren gegen PE drin wären.

Bei guten Filtern in der Leistungsklasse sollten die Ableitströme
deutlich unter 30mA liegen.
Bei Einsatz von ableitstromarmen Netzfiltern liegen die Ströme bei 
einigen
wenigen mA.
Die Ströme sind dabei abhängig von der Länge und Ausführung des Kabels
zum Motor und der Kabelschirmung.
Zur Verringerung der Ableitströme können Sinusfilter eingesetzt werden.

Näheres regelt die VDE 0100.

(1) Werte für steckbare Verbrauchsmittel geeignet für den Anschluss 
mittels ein- oder mehrpoliger Steckvorrichtungen mit einem 
Bemessungsstrom bis einschließlich 32 A.
Bemessungsstrom               maximaler
der Betriebsmittel          Schutzleiterstrom
4A                             2mA
> 4 A, <= 10 A               0,5 mA/A
>1OA                           5mA
Gast #2974728
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Mcu Man schrieb:
> @ kukuk
> Im Moment ist da gar kein Motorkabel dran. Was hilft eine Abschirmung
> des Motorkabels?

Die macht es unter Umsständen schlimmer. Der Ableitstrom ist im 
wesentlichen von der Kapazität abhängig, und der Motorschirm ist ein 
toller Kondensator.

Wenn der Ableitstrom richtig geführt wird, läuft der aber nicht über PE. 
Ein Motorschirm kann dabei helfen, muss aber nicht unbedingt sein.

Mcu Man schrieb:
> @ A. S.
> Also es geht hier um den rein privaten Bereich, von daher verstehe ich
> die Aussage mit der Berufsgenossenschaft nicht. Derzeit ist es definitiv
> ein 30mA Typ A.

Du brauchst eigentlich einen Typ-B-FI. Ein Typ A geht nicht, wegen 
Gleichtaktstörungen. Im besten Fall löst er zu früh aus, im schlimmsten 
Fall ist er aber unwirksam.
Gast #2974752
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Hallo,

ich habe schon einige FU´s an normalen 30mA FI´s angeschlossen.
In der Regel kein Problem wobei ich hier immer Markengeräte verwende die 
den Netzfilter schon drin haben. In Haushalten auch nicht anders 
erlaubt.

Was auch sein könnte ist, dass der FI zu schnell auslöst oder du einen 
zweiten Verbrauchen im Haus hast der Fehlerströme verursacht.

30mA FI´s lösen in der Regel wesentlich früher als 30mA aus. Es können 
auch schon 20mA reichen. Ich hatte das mal bei einem Baukran, der den FI 
immer raus fliegen ließ. Bei der FI Messung stellte sich raus, dass der 
FI zu früh auslöst und defekt war.

Ohne Isolationsprüfgerät und FI Prüfer wird es aber schwirig werden den 
Fehler zu finden.
Es kann auch eine Lampe oder eine Steckdose sein, die den FI 
beeinflusst.

Mein Tip den FU mal bei nem Freund testen oder an einem anderen FI 
Kreis!

Meistens werden die China FU´s im Nachhinein teuer. Sorry.
1,5kW sind oft schon für 300EUR zu haben.

Gruß

Roman
Gast #2974758
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Hallo,

allstrom sensitive FI´s wären sicher besser. Der Grund warum der mormale 
FI auslöst ist aber sicher ein anderer.
Die Schutzfunktion des FI´s kann bei Anwendungen mit FU´s beeinträchtigt 
werden, da der Kern des Summenstromwandlers in Sättigung geht und dann 
Fehlerströme nicht mehr erkannt werden können. Deshalb löst der FI aber 
nicht aus.
Gast #2974772
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Roman schrieb:
> ich habe schon einige FU´s an normalen 30mA FI´s angeschlossen.
> In der Regel kein Problem wobei ich hier immer Markengeräte verwende die
> den Netzfilter schon drin haben. In Haushalten auch nicht anders
> erlaubt.

Wenn richtig sauber aufgebaut wird, geht das auch. Das hängt dann aber 
weniger vom Gerät ab als vom Anwender. FU sind halt keine 
Haushaltsgeräte, die jeder Laie in Betrieb nehmen darf.

Außerdem kann bei dir der zweite Fall noch auftreten, dass der FI nicht 
mehr auslöst.

Mcu Man schrieb:
> OK, also im Moment habe ich den Motor gar nicht angeschlossen weil ich
> erstmal nur den Umrichter Einstellen wollte. Der FI fliegt sofort beim
> einstecken aus, da sollte der Motor ja noch gar nicht laufen und meiner
> Ansicht nach daher auch keinen Einfluss auf den Effekt haben?

Das ist nicht normal. Vielleicht passiert es durch den Ladevorgang der 
Y-Kondensatoren.
Gast #2977671
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Vorher überlegen was man hat, was man will, bzw. umgekehrt.
Ein Gerät für ? 75€ ? welches nicht den vorgesehenen Einsatzzweck 
erfüllt ist mehr als teuer. Von daher ist Geiz nicht geil sondern eher 
dumm, auch wenn Chinesen ihn befriedigen..

Der Betrieb von 3Ph F/U am 1Ph Netz ist zwar nicht optimal, aber möglich 
und teilweise/bedingt durch den Hersteller vorgesehen. Man muß halt die 
Randbedingungen kennen. So ist das Gerede Unfug, ein F/U sei nur für 
Industrienetze... (wir verkaufen hunderte drehzahlgesteuerte Pumpen für 
Handwerker).
Im Datenblatt finden sich manchmal die Ableitströme (es gibt auch welche 
mit reduzierten), welche Typenbezeichnung hat das Gerät, wo ist die 
Betriebsanleitung?
Mit großer Sicherheit liegt kein Defekt vor sondern eine Fehlanwendung.
Anbei das Prinzipschaltbild eines externen Eingangsfilter (2-stufig, 
hier aber unwichtig) für einen Umrichter. In einfacherer Art findet sich 
das auch in deinem Gerät. Wird nur Phase und Neutralleiter angeschlossen 
ist der obere Anschlußpunkt von Cy nicht mehr im Stern (und nahezu bei 
Null Volt gegenüber PE) sondern auf bis zu halber Betriebsspannung 
(115V). Damit wird der resultierende Ableitstrom durch ihn zwangsläufig 
viel größer als im Dreiphasenbetrieb.
(Ein ähnliches Problem ergibt sich wenn die drei Phasen nicht relativ 
synchron aufgeschaltet werden, z. B. durch einen langsam betätigten 
Nockenschalter).

Wie man auf die Idee kommen kann den PE nicht anzuschließen ist mir ein 
Rätsel (es sei denn beim letzten Gig gab es wieder Brummschleifen), der 
Anschluß hat keine ästhetische oder Design Eigenschaften!
Besser ist noch zwei Achsen und vier Holzräderchen daran zu basteln, den 
Umrichter mit einer Kordel hinter sich herzuziehen...
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