Bei uns soll ein Garagenabgang (Notausgangstreppe) überdacht werden. Die
überdachte Fläche beträgt ca. 9 m². Das Wasser soll durch die
dazugehörige Tiefgarage in die dortige Sickergrube geleitet werden.
Bisher läuft das Wasser im Abgang nach unten und wird dort von einer
Tauchpumpe mit Schwimmschalter 2 m nach oben gefördert und in einem
1"-Schlauch (geschätzt) 37 m weit vorgepumpt. Es gibt ein kleines
Gefälle.
Der Überdachungsman sagte, dass wir sicherlich ein 100-er Rohr
bräuchten, damit auch bei Starkregen alles abgeleitet werden könnte.
Allerdings ist am Ende der 37 m Tiefgarage auch nur ein 60-er Rohr,
welches in die Sickergrube führt.
Frage ist also, welchen Durchmesser so ein Rohr haben müsste und welches
Gefälle.
Bei der Maximalmenge des Niederschlages würde ich mal von der Definition
"Starkregen" ausgehen, was bei 25mm/h liegt, das wären 0,225m³ pro
Stunde.
Maximal wären es also 200 - 300 l pro Stunde, die da durch das Rohr
müssten.
Gibt es da Dachdeckerformeln, mit denen man so etwas abschätzen kann?
henry schrieb:> Gibt es da Dachdeckerformeln, mit denen man so etwas abschätzen kann?
Keine Ahnung. Für eine ähnliche Strecke von knapp 30 m habe ich 1 cm/m
Gefälle gewählt.
also unsere Fertiggarage hat eine Dachfläche von 27 qm2 , wobei das
Regenrohr ein DN75 ist. Aber unter Dn75 sollte man nicht gehen.
Zum Thema Gefälle schau mal hier
http://www.baumarkt.de/lexikon/Gef%E4lle.htm
Das Gefälle bei solche Anwendungen richtet sich das Gefälle nach
bautechnischen Erfordernissen und sollte zwischen 0,5 und 3 % liegen,
damit sich keine Ablagerungen im Rohr bilden. Bei der Fläche sollte auch
ein 70er Rohr reichen. 60 mm ist kein genormter Durchmesser, da Solltest
du nochmal nachmessen.
henry schrieb:> Maximal wären es also 200 - 300 l pro Stunde, die da durch das Rohr> müssten.
Also keine 4 l pro Minute. Das ist weniger als bei einer Dusche und die
werden mit 50er Rohr angeschlossen.
Bei einem zu großen Rohrdurchmesser oder zuviel Gefälle kommt es zu
Ablagerungen.
Hast du hier schon geschaut:
http://www.marley.de/de/produkte/hausentwsserung/bersicht_hausentwsserung/index.htm
Ich würde es mit 50er Rohr und 3° Gefälle machen.
>> Maximal wären es also 200 - 300 l pro Stunde, die da durch das Rohr>> müssten.> Also keine 4 l pro Minute. Das ist weniger als bei einer Dusche
Bei 9 qm und Starkregen, das kann ich mir nicht vorstellen... Bei einem
richtigen Schauer kommt schon was runter was wesentlich stärker ist als
eine dusche.
50er Rohr könnte verstopfen, Ich kenne das speziell wenn sich Moos
gebildet hat und dann bei Starkregen teile abgewaschen werden.
Ich würde hier auch DN70 empfehlen (Geberit bezeichnet die glaube ich
mit 75).
Habe mal kurz gegogelt, als minimales Gefälle für Regenwasser(Grund)
Leitung wird 0,5% angegeben, ich würde aber möglichst bei 1cm pro Meter
oder mehr bleiben.
Quelle:
http://www.unics.uni-hannover.de/tarsb/downloads/SS2005/Geberit_Leitfaden.pdf
Ist doch wurscht, ob da beim Weltuntergangsregen nen bisl was daneben
geht, weil das Rohr nicht alles schluckt. Wenns so regnet ist eh alles
nass, wen juckts da, wenn da nen bischen nebens Rohr plätschert?
henry schrieb:> in die dortige Sickergrube
1.Bleibt die Frage, ob diese Grube überhaupt ausreichend Volumen hat.
Sonst könnte ein Rückstau in der Garage nach einigen Regentagen böse
Folgen haben.
2. Wenn das Rohr zu dünn ist, wird Laub es schnell verstopfen.
Klaus schrieb:> Ist doch wurscht, ob da beim Weltuntergangsregen nen bisl was daneben> geht, weil das Rohr nicht alles schluckt. Wenns so regnet ist eh alles> nass, wen juckts da, wenn da nen bischen nebens Rohr plätschert?
Es ist so, dass man die Abdeckung auch so bauen könnte, dass das gesamte
Wasser in meinen Garten läuft.
Wenn es bei einem Extremregen mal überläuft entsteht auch kein direkter
Schaden wie bei Wohnräumen etc.
Aber die bisherige Teilüberdachung mit Brettern zeigt, dass der Bereich
um die Überdachung jetzt ein wenig ein Freund für Schwammerlfreunde
geworden ist.
Die große Masse des Regens soll also lieber woanders ablaufen.
Das Rohr würde aufputz verlaufen, entlang einem Betonträger in der
Tiefgarage. Wenn das Rohr durchsichtig wäre, könnte man evtl.
Verstopfungen sogar "live" beobachten und dann dort eingreifen.
Ich werd das einbetonierte Rohr im Abgang mal neu abmessen. Viel größer
als diese wird das Rohr nicht sein müssen.
Ich würde auf jeden Fall das 100er Rohr nehmen, schon wegen der Strecke.
Bei 37m würde ich mir auch jetzt schon einmal überlegen, wie Du das Rohr
reinigen kannst. Eventuell wirst Du sogar eine Wartungsöffnung
benötigen. Spiralen und ähnliches Reinigungszubehör haben normalerweise
nicht diese Reichweite.
Dass das Abnahmerohr einen kleineren Querschnitt hat ist völlig
unerheblich. Es hat ja ein anderes Gefälle und dem hilft dann ja auch
der Herr Newton ein wenig.
Vergiss nicht auf der Garagenseite einen Laubfilter vorzusehen. Da wirst
Du zwar etwas häufiger die Regenrinne reinigen müssen, aber immer noch
besser als das Rohr.
Hi,
KG-Rohre also die orangen darf man nicht in Innenräumen aufputz
verlegen, diese bestehen nämlich aus PVC-U, das im Brandfall HCl-Gas
abgibt. Hier sollte man eher HT-Rohre (grau) nehmen, oder je nach dem
welche Brandschutzauflagen in Deinem Bundesland für eure Tiefgarage
gelten evtl sogar Stahl. Gilt unter Umsänden nicht für offene TG ausser
wenn sich Wohneinheiten darüber befinden.
Gruß
Oliver