Der Effektivwert ist eigentlich ein Integral von -Unendlich bis
+Unendlich. Somit überdeckst du alle Frequenzen im Spektrum. In der
Praxis integriert man aber nicht so lange, sodass zu alte Messwerte
"hinten raus fallen", außerdem möchte man den Effektivwert ja meist
sogar nur über eine eher kurze Zeit ermitteln. Dadurch erfasst man nicht
mehr alle Frequenzen korrekt. Wenn du beispielsweise am 50Hz-Netz misst,
kannst du dir damit helfen, indem du über GENAU eine Periode
integrierst. Solange nur Grund- und davon abhängige Oberwellen
auftreten, erhälst du den richtigen Effektivwert, undzwar unabhängig
davon, wo in der Periode deine Integration beginnt. Wenn sich die
Frequenz der Grundwelle ändert, musst du demnach entweder deine
Integrationszeit anpassen (schwierig), oder über möglichst viele
Perioden integrieren, weil es am Ergebnis kaun etwas ändert, ob du über
40 oder 40,3 Perioden integriert hast. Der Effektivwert ist ein
Mittelwertbildner, also ein Tiefpassfilter, daher geht das.
Obiges gilt im Wesentlichen auch für diskret abgetastete Signale, wobei
du hier nie exakt den Effektivwert treffen wirst und Signale mit hohem
Crest-Faktor auch so ein Thema für sich sind.