Zauberkiste (mit Bild): Batterie entlädt sich in wenigen Tagen- WIESO?!

Gast #3003692
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Hallo Community,

ich habe vor kurzem nach langer Arbeit eine "Zauberkiste" gebaut und 
verschenkt, die sich nur mit zwei Schlüsseln (Magnetschlüssel) und ein 
bisschen "Wissen" öffnen lässt. Ein Bild ist im Anhang, die beiden 
"Münzen" sind die Schlüssel, die seitlich an die Kiste gepresst werden 
müssen, nachdem der geheime Schalter eingedrückt wurde (der die ganze 
Elektronik in der Kistenwand aktiviert) und einmal gegen die Front 
geklopft wurde. Wenn alles passt, öffnet ein Servo das Schloss und die 
Kiste geht auf.

Nun zu meinem Problem:
Alles funktioniert einwandfrei so wie es gedacht war - nur die Batterien 
(2x AA) entladen sich in kurzer Zeit (also wenigen Tagen).

Der Schalter, der die Batterieversorgung unterbricht, öffnet wirklich 
(mehrmals nachgemessen). Wenn ich Im offenen Stromkreis die Impedanz 
Bat+ und Bat- messe bekomme ich mit meinem FLUKE117 ein Out of Limit.

Eben alles einmal ausgebaut und nachgemessen, mir fällt nicht ein, woran 
es liegen kann - nur dass die beiden Rheedschalter (für die 
Magnetschlüssel), die als Digitale Signalgeber für den Tiny13 arbeiten, 
immer an Bat+ liegen. Da die aber normalerweise immer offen sind, kann 
sich eigentlich auch über die Rheeds mit 10k Widerständen die batterie 
nicht entladen. AUch über die offenen Rheeds bekomme ich ein OL wenn ich 
nachmesse.

Hat da jemand eine Idee? :(

LG
Alex
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Gast #3003716
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Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Der "Schalter" (nicht doch eher ein Taster?) ist im Ruhezustand
> gezeichnet?

die zeichnung stimmt so nicht sorry, ich habe blos irgendeinen taster in 
eagle genommen. im ruhezustand ist der schalter geöffnet.

Otto schrieb:
> Entlädt sich die Batterie auch bei geöffnetem Schalter?

Ja, genau das ist das problem.

Otto schrieb:
> Weshalb hast du die Reedschalter direkt (vor dem Schalter) an die
> Batterie angeschlossen?

aus Lokalen gründen in der Kiste (Strecken zwischen der batterie, reeds 
und elektronik)
Ich verbinde das ganze gerade so um, dass die reeds hinter dem schalter 
an bat+ kommen. nur leuchtet es mir nicht ein. das sind doch evakuierte 
glasröhren mit einem abstand zwischen den plättchen von sicherlich 
300µm... darüber kann sich doch bei 3 V keine batterie entladen?...
Gast #3003722
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schlaubi schrieb:
> Ich habe zwar keine Erklärung für die "Selbst"-Entladung,
> aber die Verschaltung der Reeds von Bat+ auf uC-Pin ist schlecht, da du
> bei ausgeschalteter Versorgung und eingeschaltetem Reed-Kontakt den uC
> über die Schutzdioden mit Spannung versorgst.

ja da hast du prinzipiell recht. dieser zustand kommt allerdings nicht 
vor (zumindest bishern icht), da die schlüsselmünzen angepresst werden 
müssen und - wenn die kiste nicht verwendet (an) wird - die reeds daher 
gar nicht geschlossen sein können .
#3003835
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schlaubi schrieb:
> Ich habe zwar keine Erklärung für die "Selbst"-Entladung,
> aber die Verschaltung der Reeds von Bat+ auf uC-Pin ist schlecht, da du
> bei ausgeschalteter Versorgung und eingeschaltetem Reed-Kontakt den uC
> über die Schutzdioden mit Spannung versorgst.

Schlecht ist aber untertrieben.
Kriegt ein IO vor VCC Saft, kann ein parasitärer Thyristor zünden und 
dann zieht Dein ATtiny mehrere Ampere.

Generell sollte man Inputs nie von starken Quellen treiben. Ein 10k in 
Reihe tut nicht weh, schützt aber ungemein.


Peter
#3004455
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Alex schrieb:
> Ich verbinde das ganze gerade so um, dass die reeds hinter dem schalter
> an bat+ kommen. nur leuchtet es mir nicht ein. das sind doch evakuierte
> glasröhren mit einem abstand zwischen den plättchen von sicherlich
> 300µm... darüber kann sich doch bei 3 V keine batterie entladen?...

Versuch es doch einfach mal die Reeds umzuhängen. Selbst wenn sie 
normalerweise nicht leitend sind. Es muss ja auch kein Fernseher sein 
der den Reed aktiviert. Es kann auch einfach ein Schraubendreher oder im 
Dümmsten Fall ein Schlüsselanhänger, oder sogar der Magnet von einer 
Schranktür sein.

So lange Du nicht 100% ausschließen kannst, dass kein Magnetfeld in der 
Nähe ist, würde ich einfach den leichten Weg gehen und die Reeds hinter 
dem Schalter anklemmen. Dann kannst Dir sicher sein, dass die für das 
entladen nicht verantwortlich sind.
Gast #3004812
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Du könntest deinen AVR in den Schlafmodus schicken und den Servo mit 
einem Transistor abschalten wenn er nicht gebraucht wird, denn wenn er 
zufällig um die Soll-position hin und her schwingt zieht er permanent 
Strom.

Man könnte aber auch einfach den Schalter_1 benutzen und die ganze 
Schaltung deaktivieren wenn sie nicht verwendet wird.
Du kannst aber auch einen USB-Anschluss hinzufügen über den du die 
Schaltung mit Spannung versorgst, dann sparst du den Akku ein.
Persönliche Seite #3005450
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hallo alle, danke für die vielen Denkanstöße.
ich habe die reeds hinter den schalter gehängt. eigentlich kann es jetzt 
keinen anderen grund mehr für entladung geben, weil nichts von der 
schaltung mehr an der batterie hängt wenn der schalter offen ist. wieso 
über die reeds dann aber eine entladung von immerhin einigen 100 mAh 
über einige Tage passieren kann ist mir trotzdem noch unklar.

für den spaß an der freude hier nochmal ein bild von der geöffneten 
kiste.

Grüße

Alex
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Gast #3005488
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Alex v. L. schrieb:
> wieso
> über die reeds dann aber eine entladung von immerhin einigen 100 mAh
> über einige Tage passieren kann ist mir trotzdem noch unklar.

Hast du jetzt mal die Stromaufnahme der Schaltung gemessen und dann 
schrittweise z.B. die Reedkontakte abgehängt? Man mag ja nicht immer 
mehrere Tage warten, um rauszukriegen, wer der Bösewicht ist.
Wie lange halten denn die Batterien, wenn nichts angeschlossen ist? ;-)
#3005614
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B.A. schrieb:
> Du könntest deinen AVR in den Schlafmodus schicken und den Servo mit
> einem Transistor abschalten

Würde ich auch so machen. Dann spart man einen extra Einschalter und 
kann nicht vergessen, ihn wieder auszuschalten.

Ich würde auch nur einen Münze nehmen und dann eine Sequenz 
(Statemaschine) ausdenken.
Z.B. links anlegen - klopfen - rechts anlegen - klopfen - auf.
Wird die Sequenz nicht innerhalb 30s ausgeführt, geht er wieder 
schlafen.

Man könnte aber auch einen Lernmodus programmieren, dann ist die Sequenz 
(im EEPROM) jederzeit änderbar.

Vielleicht könnte man auf den Verstärker verzichten und einen ATtiny25 
nehmen (Verstärkung *20).


Peter
Persönliche Seite #3010338
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> darf man Fragen woher du die Kiste hast? Bin für ein Projekt von mir
> noch auf der Suche nach einer schönen Holzkiste habe aber bisher keine
> gefunden die mir zusagt.


komplett selber gebaut - sorry! ;)

Michael schrieb:
> Hast du jetzt mal die Stromaufnahme der Schaltung gemessen und dann
> schrittweise z.B. die Reedkontakte abgehängt? Man mag ja nicht immer
> mehrere Tage warten, um rauszukriegen, wer der Bösewicht ist.
> Wie lange halten denn die Batterien, wenn nichts angeschlossen ist? ;-)

habe ich alles gemacht. Die batterien halten sonst normal ;)
Seit ich die reeds hinter den schalter gehängt habe hält alles 
(bislang). Momentan sieht es also so aus als ob sie die bösewichter 
waren. Immernoch komisch aber: draus gelernt!

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