>Mit R habe ich das z.B. schon oft bei Sensorschaltungen gesehen.
Bipolare OPamps lassen einen Strom durch die Eingänge fließen. Das ist
der nötige Basis-Emitterstrom ohne den das Teil nicht funktioniert.
Dieser "input bias current" ist oft so groß, daß der Spannungsabfall
daran nicht zu vernachlässigen ist und am Ausgang der Schaltung einen
Offsetspannungsfehler erzeugt. Mit dem Trick des zusätzlichen
Widerstands in der Gegenkopplung läßt sich dieser Offset minimieren,
wenn der Eingangsstrom durch beide Eingänge nahezu gleich groß ist, weil
sich das Resultat am Ausgang dann in erster Näherung weghebt.
Früher, als es noch viele unvollkommene OPamps gab, mußte man diesen
Trick häufig anwenden. Heute nimmt man einfach ein Teil mit niedrigen
Eingangsströmen.
Der zusätzliche Cap in der Gegenkopplung dient oft der Stabilität, weil
der Widerstand in der Gegenkopplung mit der Eingangskapazität des OPamp
dann eine unzulässige "phase lag" in der Gegenkopplung erzeugt, die die
"phase margin" aufzehrt. Der OPamp wird dadurch instabil und fängt an zu
schwingen. Hier reicht aber oft ein Cap in der Größenordnung der
Eingangskapazität, also irgendetwas ab 10...20p. Nur sehr spezielle
FET-OPamps profitieren von identischen Beschaltungen am "+" und "-"
Eingang, wie beispielsweise der OP176:
http://ezphysics.nchu.edu.tw/prophys/ael/File/Datasheet/op176.pdf
Aber so genau wolltest du es wahrscheinlich nicht wissen.
Nub, deine Fragen zielen auf die Basics von OPamp-Schaltungen. TI hat
etliche "application notes", die diese Fragen erschöpfend beantworten.
Schau dich dort mal um. Gurgel auch mal nach den Begriffen "phase
margin" und "phase lag" im Zusammenhang mit "operational amplifier".