Motorrad ging während der Fahrt aus und Batterie wurde heiß, jedoch kein kurzschluss!

OP #3067443
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Hallo,

eben ist mir mein Motorrad während der Fahrt einfach aus gegangen 
(komplette Elektrik ausgefallen. Keine Tachobeleuchtung, Ganganzeige 
(läuft übrigends bis 4 Volt runter noch), Licht, absolut garnichts). 
Darauf hin schob ich sie nach hause und baute die Batterie aus, die 
selbst nach 30 min. nach der Fahrt noch kochend heiß war. Die Batterie 
hatte noch ca 7V drauf (ist ne standart 12V 9Ah Batterie). Dann habe ich 
anstatt der Batterie ein Labornetzteil drangehängt und alles am Motorrad 
funktionierte einwandfrei und ein übermäßig hoher Strom wurde nicht 
"gezogen". Und ich finde es echt seltsam, dass die Batterie von den 5-6 
Ampere für Licht und Zündung ohne Lichtmaschine so heiß wurde.

Ich vermute mal, dass die Laderegelung/Lichtmaschine defekt ist. Was 
würdet ihr sagen? Und lässt sich der Laderegler überprüfen? Also ist das 
eine Aktive steuerung oder sind das nur 4 Gleichrichterdiodern?
Persönliche Seite #3067451
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Wenn die Batterie "kocht" war sie überladen! Das klingt ganz nach einem 
defekten Regler. Motorradlichtmaschinen arbeiten anders als beim Auto. 
Sie erzeugen eine drehzahlproportionale Spannung. Der Regler ist ein 
simpler Zweipunktregler der bei steigender Spannung die 
Lichtmaschinenspannung über einen Lastwiderstand kurzschliesst und 
öffnet wenn die Spannung wieder abgesunken ist. Ohne Regelung steigt die 
Spannung mit der Drehzahl, abhängig von der Bordnetzlast, bis über 20V 
an. Mindestens einige Glühlampen dürften hin sein. Hoffentlich hat dein 
Steuergerät überlebt!
#3067458
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Auf den Regler würde ich auch tippen, siehe Ronny.
Aber zur Sicherheit, hänge mal die Batterie ans Ladegerät und beobachte 
ob sie dort auch "kocht".
Vielleicht ist es nur ein simpler Plattenschluss in der Batterie.
Aber durch das vorhergehende Kochen, könnte sie eh schon im 
Batteriehimmel sein.
Ein Versuch wärs wert.

Gruß
  Stevko
OP #3067480
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Ok das mit dem defekten Regler scheint wohl am sinnvollsten zu sein. 
Jedoch kann ich mir nicht erklären, wieso die Spannung der Batterie dann 
so weit abgesunken ist, obwohl sie doch beim defekten Regler überladen 
wird?

Zum testen des Reglers. So wie ich das mitbekommen habe handelt es sich 
wohl einfach nur um einen gleichrichter mit einer Elektronik, die sich 
wie eine Leistungs-Zenerdiode verhält?

Also ans Labornetzteil klemmen und die Spannung einfach hochdrehen, und 
wenn das "ding" ab einer gewissen (nicht zu hohen) Spannung anfängt, 
Energie zu verheizen ist alles ok?!

Bei einem Zellenschluss würde die Spannung der Batterie ja auch nur um 
die Spannung abfallen, die dann die tote Zelle hatte? Also etwa 2V 
müssten dann ja weniger auf der Batterie drauf sein oder nicht (so fern 
nur 1 Zelle defekt ist, schließlich glaube ich kaum, dass 3 Zellen auf 
einmal defekt sind)? Bei mir fehlen jedoch fast 50% der Spannung.
#3067598
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> Bei mir fehlen jedoch fast 50% der Spannung.

Das ist übelste Chemie, da kann alles passieren ;) Ich habe bei 
Bastelnutzung von ausgelutschten 12V-Akkus aus einer USV auch die 
seltsamsten Effekte gehabt. Eine Zelle war sehr hochohmig, ausser so 
1-2min nach einem harten Kurzschluss. Da wurde sie niederohmig, konnte 
viel Strom liefern, hat aber auch ohne Strom mehrere Minuten vor sich 
hingeköchelt (das Eck war heiss). Danach ist die Spannung recht schnell 
um 2V gefallen, bis zum nächsten Kurzschluss :-O Ein anderer Akku liess 
sich zwar scheinbar normal laden, zwei Zellen verloren aber innerhalb 
von ein paar Minuten wieder ihre Spannung.
OP #3067787
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Also die Batterie ist jetzt "hochohmig". Die Spannung ist auf 11,0V 
hochgegangen, jedoch nimmt die Batterie beim Laden kaum Strom auf und 
bei einem direkten kurzschluss gibt es nur sehr wenig Funkenflug. Also 
die Batterie ist schonmal tot.

Nur ist jetzt mein Ehrgeiz gepackt und ich will wissen, ob diese durch 
Überspannung oder durch Unterspannung gestorben ist. Ich vermute 
letzteres, da die Spannung bei einer überladenen Batterie ja deutlich 
höher als 7V liegen sollte (so weit meine Theorie). Jedoch kann man bei 
diesen seltsamen Anomalien von Blei (Gel?!) Akkus echt nur raten.

Mal ne blöde frage: Kann ich einfach ne 60Ah Batterie zum testen ans 
Motorrad klemmen, um nur zu prüfen, ob die Laderegelung eine zu hohe 
Spannung ausgibt, oder geht das nur mit Akkus, die etwa um die 9 Ah 
haben (kleinere Akkus haben denk ich mal einen viel höheren 
Innenwiderstand, wodurch die gemessene Spannung nach der laderegelung ja 
viel höher ausfallen sollte?

Gerade zum Saisonstart so ein Mist... Naja was habe ich erwartet. 
Murphys law in verbindung mit einem 2K€ chinamoped kann nur so ausgehen 
:D

Immerhin hat das moped trozdem einen recht guten ruf. Naja ich sollte 
nicht so viel schreiben und mehr trinken.
Moderator Persönliche Seite #3067835
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Thomas Schlegel schrieb:
> da die Spannung bei einer überladenen Batterie ja deutlich
> höher als 7V liegen sollte

Nein, du hast mindestens eine tote Zelle.

Hatte ich auch mal, als ich mit meinem ersten selbstgebauten Regler
experimentiert hatte.  War eine lange Fahrt an einem heißen Tag,
dafür war die Spannung wohl einfach zu hoch eingestellt.  Effekt
aber nicht so schlimm wie bei dir: die Batterie hielt für einen
Tag noch Ladung, wenn auch mit einer Zelle weniger.  Jeden Morgen
musste ich dann erstmal anschieben.

Bevor du eine neue Batterie damit zerschießt, reparier (oder
tausch) den Regler.
#3068010
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Andreas B. schrieb:
> Jörg Wunsch schrieb:
>
>>
>> Bevor du eine neue Batterie damit zerschießt, reparier (oder
>> tausch) den Regler.
>
> Warum? Er kann doch wie geplant, mal eine Autobatterie anschliessen,
> Moped anlassen und dann gleich die Spannung an der Batterie messen.
> Wenn es mehr als 14.4V oder weniger als 13.8V sind, ist der Regler wohl
> hin.
> Ansosten war es die Batterie.
>

Er wird aber trotz defektem Regler nicht entscheiden können was defekt 
ist, denn die Batterie schluckt erstmal alls was kommt, die dabei 
auftretende Spannung hängt vom Ladezustand des Accus ab.

Um entscheiden/feststellen zu können was der Lader wirklich bringt ist 
eine bekannte Last, also ein Widerstand notwendig der nur einen Teil der 
Ladeleistung die erzeugt wird verbraucht.
Wenn der Regler OK ist dann wird er den Rest an -Strom- verheizen, die 
Spannung begrenzen.


Kurt
#3068093
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Kurt Bindl schrieb:
>
> Er wird aber trotz defektem Regler nicht entscheiden können was defekt
> ist, denn die Batterie schluckt erstmal alls was kommt, die dabei
> auftretende Spannung hängt vom Ladezustand des Accus ab.
>
> Um entscheiden/feststellen zu können was der Lader wirklich bringt ist
> eine bekannte Last, also ein Widerstand notwendig der nur einen Teil der
> Ladeleistung die erzeugt wird verbraucht.
> Wenn der Regler OK ist dann wird er den Rest an -Strom- verheizen, die
> Spannung begrenzen.
>
>
> Kurt

Nochwas fällt ir ein.
Da ja ohne Batt keine Kapazität vorhanden ist die glättet wird ein 
"normals" Voltmeter ein falsches Ergebnis anzeigen, denn das was da 
ankommt ist ja keine saubere Gleichspannung, sondern ein voll 
-gerippeltes- Gebilde.

Also Oszi verwenden und schauen ob nach oben hin -abgeschnitten- wird.
(Firma: Nisch-Aufzüge) Persönliche Seite #3068117
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Licht komplett einschalten, fremd starten.
Tiefpass 1 kOhm 100µF  vor Spannungsmessgerät schalten.
Die Spannug sollte ab bei Drehzahlen 800 - max im Fenster zwischen ca. 
13 und 14,4 V bleiben. Kurze Spikes an den Schaltpunkten des 
Reglers(Hysterese) sind normal. Anhaltende Überspannung ist gober Mift.

Meine Theorie: Dder Akku ist schuld (typischer Winterschaden), nicht der 
Regler. Ein Schlammschluss infolge Zerfrierens auf 1-2(3) Zellen führte 
zum Überladen der restlichen. Weshalb der Akku kochte (auch die 
Schlammbrücken nicht nur die "intakten" Zellen) und die Spannung 
einbrach und auch nichtbelastbar ist. Neuer Akku und gut ist (95%).
#3068272
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Winfried J. schrieb:
> Licht komplett einschalten, fremd starten.
> Tiefpass 1 kOhm 100µF  vor Spannungsmessgerät schalten.
> Die Spannug sollte ab bei Drehzahlen 800 - max im Fenster zwischen ca.
> 13 und 14,4 V bleiben. Kurze Spikes an den Schaltpunkten des
> Reglers(Hysterese) sind normal. Anhaltende Überspannung ist gober Mift.

Ja, ich finde das eigentlich perfekt!!


Kurt



Der Accu wurde möglicherweise (teil)entladen den Winter über hinter den 
(warmen) Ofen gestellt, das mag er garnicht.
OP #3085265
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Martin Kreiner schrieb:
> Muss man das beim Motorrad nicht immer einschalten?
> Vielleicht hat der Hersteller das schon mit eingeplant.

Ist so weit ich weiß bei Roller und Motorrad auch tagsüber Pflicht. Ich 
habe das Abblendlicht sowieso immer eingeschaltet. Ist für Autofahrer 
vermutlich sowieso besser erkennbar als das Tagfahrlicht alleine.
Also der Laderegler scheint ok zu sein (neue Batterie wird laut Oszi und 
DVM nicht über 14,xxV geladen, und es gibt auch keine 
Hochspannungs-Pulse mit über 15V).
Mir ist jedoch aufgefallen, dass die Batterie bei einer hohen Drehzahl 
weniger Spannung hat, als im standgas alleine. Aber im Standgas hat die 
Batterie eine höhere Spannung als wie im ausgeschalteten Zustand. Die 
Batterie wird also geladen.

Der Laderegler wird auch heiß während der Fahrt (naja bei den 
Temperaturen momentan eher lauwarm bis warm, aber trozdem ein Zeichen 
dafür, dass er die überschüssige Energie in Wärme umwandelt. Vom 
gleichrichter würd ich jedenfalls nicht so viel Abwärme erwarten.

Vermutlich also nur ein Zellenschluss bei der alten Batterie. Dieser 
Winter raubt mir auch das letzte was ich noch habe :/

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