Hallo,
die Schaltung habe ich mal mit LTSpice simuliert. Im oberen Diagramm
sieht man die Resonanzkurven des Schwingkreises zur Varactorspannung
(Tabelle unten in der Schaltung). Darunter ist der Frequenzgang mit den
jeweiligen Resonanzspitzen zu sehen. Den 100k-Widerstand R4 habe ich
hinzugefügt um den Schwingkreis realitätsnah zu bedämpfen.
Hier meine Interpretation zu den Fragen von Ernst-Georg:
Bei der Kurzwellenlupe kommt es darauf an, zum Drehkondensator ein nur
sehr geringe Kapazität parallel zu schalten, um so die eingestellte
Frequenz um einige 100Hz bis einige 10kHz fein abstimmen zu können.
Die Varactordiode wird in Sperrichtung betrieben. Der Kondensator 10nF
dient zur gleichstrommäßigen Abtrennung der Kathode von GND, ist aber
für die HF des Abstimmkreises effektiv ein Kurzschluss. Dies macht
HF-mäßig den Widerstand von p3 zwischen Schleifer und GND unwirksam.
Der 1MOhm-Widerstand ist erforderlich, um die Anode der Varactordiode
auf GND zu legen. Ohne den R 1MOhm würde die Anode "in der Luft" hängen
und es könnte sich keine brauchbare Abstimmspannung einstellen.
Berechnet man den Effektivwert der Kondensatoren in Reihenschaltung,
ergibt sich der Einfluss des 10nF mit wenigen 1/10pF. Zumal ja der 47p
und die Varactordiode auch noch in Reihe geschaltet sind.
Ceff bei der Reihenschaltung von Kondensatoren wird so berechnet:
Ceff = C1*C2 / C1+C2
Angenommen die Varactordiode hat eine Kapazitätsvariation zwischen 80
und 120pf. Dann ergibt sich
für 47p-80p-10n Ceff = 47p*80p / 47+80p=29,60p
Ceff = 29,60p*10000p / 29,6p + 10000p =29,5p
für 47p-120p-10n Ceff = 47p*120p / 47+120p=33,77p
Ceff = 33,77p*10000p / 33,7p+10000p =33,65p
Dem Abstimmkondensator werden also in jeder Stellung zwischen 29,5p -
33,65p parallel geschaltet. Die Kapazitätsänderung der KW-Lupe ändert
somit die Schwingkreis-Kapazität um ca. 0-4,1pF. Die Änderung der
Abstimmfrequenz mittels der KW-Lupe lässt sich dann einfach mit der
Thomsonschen Formel bestimmen.
mfG Ottmar