Ich habe eine große Anzahl an WMA-Dateien mit Aufnahmen von meinem
Sprachrekorder. Themen sind vielfältig, es geht quasi um alles Mögliche.
Wie könnte ich - ohne sie einzeln anzuhören - eine gewisse Ordnung
hineinbringen?
Ich dachte an Spracherkennung. Das funktioniert auch ganz gut,
allerdings natürlich ohne Punkt und Komma, da ich diese nicht
mitgesprochen habe.
Ich habe also für jede Sprachdatei eine Textdatei mit dem ungefähren
Inhalt der Aufnahme.
Was könnte ich jetzt mit diesen Daten tun, das Sinn ergibt?
Kryptomane schrieb im Beitrag #3093682:
> Datenschürfarbeiter schrieb:>> Ich habe also für jede Sprachdatei eine Textdatei mit dem ungefähren>> Inhalt der Aufnahme.>>>> Was könnte ich jetzt mit diesen Daten tun, das Sinn ergibt?>> Du könntest die Textdateien ausdrucken und mit einem Scanner Bilddateien> daraus erzeugen. Diese kannst du dann wieder mit einem OCR Programm in> ASCII umwandeln.
?
Mr. Zulu schrieb:> Datenschürfarbeiter schrieb:>> Ich habe also für jede Sprachdatei eine Textdatei mit dem ungefähren>>>> Inhalt der Aufnahme.>> Wie hast Du die generiert?
Per Spracherkennungssoftware.
Datenschürfarbeiter schrieb:> Lukas T. schrieb:>> Script schreiben, dass übliche Füllwörter raus filtert und gut?>> Und was dann damit anfangen?
Wie schon weiter unten geschrieben: automatisch zusammenfassen... Oder
auch für eine Stichwortsuche in einer DB ablegen, zusammen mit einem
Link auf die jeweilige Datei. Oder die Audiodateien nach Inhalt zu
Gruppen zusammenfassen, oder...
Lass es mich mal so sagen: Du hast gerade den ersten Schritt einer
Vorverarbeitung gemacht. Von Data Mining, wie Du im Betreff geschrieben
hast, ist das noch weit entfernt. Die Frage ist doch zuallererst: was
willst Du mit den Daten machen (Ordnung hineinbringen ist ein sehr
grosses Feld, es sollte schon etwas konkreter werden)? Willst Du nur
nach Schlagworten getrennt ablegen/suchbar machen? Willst Du thematisch
sortieren? Willst Du Erkenntnisse darüber gewinnen über welche Themen Du
am liebsten philosophierst?
Wenn Du weisst, was Du mit den Daten anfangen willst, dann gibt es auch
einen Weg dorthin (ob gut oder schlecht sei mal dahin gestellt) - aber
hier im Forum wird Dir aber niemand sagen können, was Du mit Deinen
Daten anfangen willst...
Grüsse,
Tommy.S
Tommy.S schrieb:> Willst Du Erkenntnisse darüber gewinnen über welche Themen Du> am liebsten philosophierst?>
Klingt gut für den Anfang. Was könnte die Ausgabe eines solchen
Programmes sein?
Ich würde gerne Zusammenhänge sehen. Etwa "In Audiodatei XY wurde über
Thema Z gesprochen. Thema Z wird auch in Audiodatei KK erwähnt, wenn
auch in anderem Zusammenhang und mit anderen Worten. Ist es möglich, XY
mit KK zu verbinden, etwa zum Thema "NeuesThema"?".
Wie müßte ein Programm aussehen, das die obengenannte Aussage treffen
kann?
Allgemein glaube ich, daß ich nicht wissen muß, was ich will sondern die
Tatsache "Audiodatei -> Textdatei ohne Satzzeichen" bereits
einschränkend genug für die Möglichkeiten ist und ich eher aus den
Möglichkeiten auswählen sollte als Ideen zu entwicken um festzustellen,
daß die Voraussetzungen dafür nicht vorhanden sind.
Die Textdateien sind - nachdem sie automatisch erkannt werden und die
Spracherkennung gewissermaßen auch von Satzzeichen abhängt -
entsprechend ungenau. Was man sicher sagen kann ist: Kommt ein Wort
häufig vor, ist das vermutlich auch wichtig.
Oder auch: "Nach Durchsicht der Audiodateien X1 .. Xn schlage ich vor,
sich näher mit Thema Z zu beschäftigen, da dieses zu kurz gekommen ist.
Oder den Hoizont zu erweitern mit Thema Y"
Während Thema Y aus der Analyse von Trends innerhalb des Themenpools in
X1 .. Xn entsteht.
Ich möchte einfach alle Dateien dem Programm geben und mehr über mich
erfahren oder was ich damit machen könnte, gewissermaßen eine objektive
Analyse.
In etwa so, wie ich dem Programm muvee Reveal Videodateien und eine
Audiodatei gebe und es mir daraus teils sehr passend geschnittene Filme
erstellt.
Hi Datenschürfarbeiter,
der erste Schritt der Vorverarbeitung ist ja schonmal gut gelaufen - aus
den Audiodateien wurden Worte extrahiert, die Satzzeichen braucht eh
kein Mensch ;-)
Such' mal nach "Stopwortliste", das ist das ganze blah-blah in einem
Text, den eh niemand interessiert (provokativ gesprochen). Die
Stopwörter kannst Du gestrost rausschmeissen, die bringen sonst nur den
Rest durcheinander. Was danach übrig bleibt ist Content. Hier geht jetzt
die eigentliche Arbeit los. Wörter müssen gewichtet werden (idealerweise
automatisch), Verbindungen zwischen Wörtern hergestellt werden (z.B.
Synonyme, aber auch Wörter die sachlich zum gleichen Thema gehören, ...)
- das ist ein Haufen Arbeit und nicht umsonst gibt es Unternehmen die
mit der zugehörigen Software richtig Geld verdienen. Im Internet gibt es
aber zahlreiche Gratis-Datenbanken, die Dir hier Unterstützung geben.
Am Schluss hast Du einen gewichteten Graphen, an den Du dann gezielt
Fragen stellen kannst (Fragen stellen im technischen Sinne, also sprich
Knoten in einem Graphen betrachten; "bitte bitte liebes Datengrab,
verrate mir doch dies-und-das" wird nicht funktionieren). Da Du Dir zu
jedem Wort gemerkt hast, aus welcher Audiodatei dieses stammt, hast Du
also zu den Schlagworten ein paar Audio-Dateien, sowie (über die
Kantengewichtung) mehr oder weniger dazugehörige andere Audio-Dateien.
Klingt alles recht simpel, kann auch recht simpel implementiert werden.
Je mehr Gedanken man sich macht, je besser die Gewichtungen und
Wort-Datenbanken sind und je mehr Wissen Du in Deine
Verknüpfungsalgorithmen steckst, umso besser werden Deine Ergebnisse.
Grüsse,
Tommy.S
Tommy S. schrieb:>> Im Internet gibt es> aber zahlreiche Gratis-Datenbanken, die Dir hier Unterstützung geben.
Beispiele? Die, welche ich kenne haben keine API für automatisierte
Anfragen für deutsche Wörter.
> Am Schluss hast Du einen gewichteten Graphen, an den Du dann gezielt> Fragen stellen kannst. Da Du Dir zu> jedem Wort gemerkt hast, aus welcher Audiodatei dieses stammt, hast Du> also zu den Schlagworten ein paar Audio-Dateien, sowie (über die> Kantengewichtung) mehr oder weniger dazugehörige andere Audio-Dateien.
Wie berechne ich Trends iSv "Du hast dich mit X beschäftigt und mit Y,
jetzt ist es naheliegend sich mit Z zu beschäftigen".
Hi,
>> Im Internet gibt es>> aber zahlreiche Gratis-Datenbanken, die Dir hier Unterstützung geben.> Beispiele? Die, welche ich kenne haben keine API für automatisierte> Anfragen für deutsche Wörter.
Mit Datenbanken meinte ich eher Download von "Rohdaten" für SQL-DBs.
Diese müssen dann natürlich lokal installiert sein. Ein Startpunkt
könnte z.B. http://www.openthesaurus.de/about/download sein.
>> Am Schluss hast Du einen gewichteten Graphen, an den Du dann gezielt>> Fragen stellen kannst. Da Du Dir zu>> jedem Wort gemerkt hast, aus welcher Audiodatei dieses stammt, hast Du>> also zu den Schlagworten ein paar Audio-Dateien, sowie (über die>> Kantengewichtung) mehr oder weniger dazugehörige andere Audio-Dateien.> Wie berechne ich Trends iSv "Du hast dich mit X beschäftigt und mit Y,> jetzt ist es naheliegend sich mit Z zu beschäftigen".
Du suchst Dir den Knoten mit X heraus. Dann den Knoten mit Y. Danach
schaust Du, ob es weitere Knoten gibt, die über eine (möglichst hoch
gewichtete) Kante sowohl mit X als auch mit Y verbunden sind. Das wäre
zumindest mal ein erster, einfacher Ansatz. Wie in meinem letzten Post
schon angemerkt: das Thema kann beliebig komplex werden - fraglich ist
immer: welches Wissen steckt in den Daten und wie kann es extrahiert
werden?
Grüsse,
Tommy.S