Hallo, lese gerade das Buch Vorlesungen über die Grundlagen der
Elektrotechnik, und hänge bei dem Verkettungsfluss. In der Skizze und im
Text ist davon die Rede, dass der gesamte Fluss im Leiter sich
verdoppelt.
Ich verstehe nicht wieso der Fluss seinen Wert ändert, nur weil ich
einen Draht zweimal um den Leiter wickel.
Fließt überhaupt ein Strom durch die Schleien? wird dieser Fluss, der da
fließt von einer anderen Quelle erzeugt?
Es sticht einfach nicht heraus was da in der Skizze genau passiert.
Könnte mir einer erklären, wieso der Fluss sich verdoppelt?
Wieso hängt das mit den Schleifen zusammen?
Mit Fluß ist hier der magnetische Fluß gemeint.
Und der verdoppelt sich halt wenn man statt einer zwei
stromdurchflossene Leiterscheifen hat die die Fläche umschließen.
Samuel schrieb:> Ich verstehe nicht wieso der Fluss seinen Wert ändert, nur weil ich> einen Draht zweimal um den Leiter wickel.
Du wickelst den Draht nicht zweimal um den Leiter, sondern zweimal
um das Gebiet, in dem du den magnetischen Fluss betrachtest
(gewissermaßen der "Spulenkern", auch, wenn er vielleicht gerade nur
aus Luft besteht ;-).
Der Fluss darin verdoppelt sich, weil sich die Magnetfelder beider
Windungen einander überlagern. Wenn der Abstand der Windungen klein
im Vergleich zum Durchmesser ist, tritt praktisch eine Verdopplung
ein. Je weiter man sie auseinander zieht, um so geringer wird der
Faktor, der dann nicht mehr 2 ist.
Udo Schmitt schrieb:> Und der verdoppelt sich halt wenn man statt einer zwei> stromdurchflossene Leiterscheifen
Das war mir wichtig. Das stand nirgends im Text. Daher die Verwirrung,
wieso da auf einmal phi1 zu 2phi1 wird.
Ist auch ziemnlich blöd dargestellt.
Danke!
Udo Schmitt schrieb:> Mit Fluß ist hier der magnetische Fluß gemeint.> Und der verdoppelt sich halt wenn man statt einer zwei> stromdurchflossene Leiterscheifen hat die die Fläche umschließen.
Darum geht es hier nicht.
Jörg Wunsch schrieb:> Du wickelst den Draht nicht zweimal um den Leiter, sondern zweimal> um das Gebiet, in dem du den magnetischen Fluss betrachtest> (gewissermaßen der "Spulenkern", auch, wenn er vielleicht gerade nur> aus Luft besteht ;-).
So ist es.
> Der Fluss darin verdoppelt sich, weil sich die Magnetfelder beider> Windungen einander überlagern.
Darum geht es hier nicht.
Es geht hier um einen Fluss, der nicht von den Windungen erzeugt wird,
sondern der Fluss, der unabhängig von der Windung vorhanden ist.
Der verkettete Fluss ist derjenige, der in der Wicklung eine Spannung
induzieren kann. Diese ist um den Faktor n (anzahl der Windungen um das
Gebiet herum) größer als es der Fall bei genau einer Windung wäre.
> Wenn der Abstand der Windungen klein> im Vergleich zum Durchmesser ist, tritt praktisch eine Verdopplung> ein. Je weiter man sie auseinander zieht, um so geringer wird der> Faktor, der dann nicht mehr 2 ist.
Der Faktor ist hier genau n (im Falle von 2 Windungen eben 2, Begründung
siehe oben).
mse2 schrieb:> Es geht hier um einen Fluss, der nicht von den Windungen erzeugt wird,> sondern der Fluss, der unabhängig von der Windung vorhanden ist.> Der verkettete Fluss ist derjenige, der in der Wicklung eine Spannung> induzieren kann. Diese ist um den Faktor n (anzahl der Windungen um das> Gebiet herum) größer als es der Fall bei genau einer Windung wäre.
Ist das die Definition des Verkettungsflusses?
Kann ich das auch umgekehrt so sehen wie Jörg Wunsch es gesagt hat?
Also ich schicke einen Strom durch die Schleifen, und der Fluss der
entsteht nennt man dann Verkettungsfluss und ist dann Integral(B * dA)
wobei mir bei der Luftspule nicht ganz klar ist wie B und I
zusammenhängen, aber ich denke das kommt noch....
UND der Phi1 ist dann der Fluss, der bei dem selben Strom nur durch eine
Schleife fließen würde?
Danke bisher!
Wenn man von Fluss spricht, muss man zwischen zwei Definitionen
unterscheiden:
1. Der "physikalische" Fluss wird aus dem Flächenintegral über die
Flussdichte berechnet. Das ist also komplett unabhängig von
Windungszahlen und Strömen; eine Windung mit 1A erzeugt den gleichen
Fluss wie 10 Windungen mit 0,1 A.
Beispiel: Wenn man in einem Ferritkern mit der Fläche 100 mm² eine
Flussdichte (homogen) von 100 mT hat, dann ist der Fluss 10 µVs.
2. Der "verkettete" Fluss wird aus dem Integral über die Klemmenspannung
berechnet. Das ist eine eher theoretische Größe, mit der man bestimmte
Sachen bequem rechnen kann und hat nicht direkt etwas mit der
pyhsikalischen Flussdichte zu tun.
Beispiel: An eine Spule wird für eine Zeit von 10 µs eine Spannung von
10 V angelegt. Der verkettete Fluss beträgt dann 100 µVs und ist
unabhängig von der Windungszahl und der Kern-Querschnittsfläche.
Wenn die Windungszahl der Spule (z.B. 10 Windungen) bekannt ist, kann
man daraus den physikalischen Fluss berechnen (in diesem Beispiel sind
das 10 µVs).
Johannes E. schrieb:> Das ist also komplett unabhängig von> Windungszahlen und Strömen; eine Windung mit 1A erzeugt den gleichen> Fluss wie 10 Windungen mit 0,1 A.
Das widerspricht sich aber irgendwie. Er ist also doch abhängig von
Windungszahlen.
Johannes E. schrieb:> Beispiel: Wenn man in einem Ferritkern mit der Fläche 100 mm² eine> Flussdichte (homogen) von 100 mT hat, dann ist der Fluss 10 µVs.
Und diese Flussdichte habe ich mit Strömen und Windungen erzeugt, also
wieso ist dann der Fluss unabhängig?
Johannes E. schrieb:> An eine Spule wird für eine Zeit von 10 µs eine Spannung von> 10 V angelegt. Der verkettete Fluss beträgt dann 100 µVs und ist> unabhängig von der Windungszahl und der Kern-Querschnittsfläche.
Aber was genau sagt mir denn jetzt eigentlich diese Einheit oder die
Größe??
Johannes E. schrieb:> Wenn die Windungszahl der Spule (z.B. 10 Windungen) bekannt ist, kann> man daraus den physikalischen Fluss berechnen (in diesem Beispiel sind> das 10 µVs).
Ich hab da noch keine so richtige Vorstellung vom magnetischen Fluss,
beim E-Feld waren es die Ladungen, die den imaginären elektrischen FLuss
erzeugen, jedoch beim Magnetfeld scheint mir die Sache einwenig
abstrakter geworden zu sein.
Johannes E. schrieb:> Der verkettete Fluss beträgt dann 100 µVs
Wieso hängt eigentlich zufälligerweise der verkettete Fluss mit der
direkt angelegten Spannung zusammen?
Gilt das auch für die angehängte Sizze??
Samuel schrieb:> Johannes E. schrieb:>> Das ist also komplett unabhängig von>> Windungszahlen und Strömen; eine Windung mit 1A erzeugt den gleichen>> Fluss wie 10 Windungen mit 0,1 A.>> Das widerspricht sich aber irgendwie. Er ist also doch abhängig von> Windungszahlen.
Ich hab das so gemeint, dass der pyhsikalische Fluss nur davon abhängt,
viewiel Strom insgesamt fließt. Wenn in 10 Windungen jeweils ein Strom
von 0,1 A fließt hat man den gleichen magnetischen Fluss wie wenn in
einer einzigen Windung ein Strom von 1A fließt. Es ist dabei egal, ob
diese 10 Windungen in Reihe geschaltet sind (wie bei einer Spule mit 10
Windungen) oder ob sie parallelgeschaltet sind (wie z.B. in einer
HF-Litze).
> Johannes E. schrieb:>> Beispiel: Wenn man in einem Ferritkern mit der Fläche 100 mm² eine>> Flussdichte (homogen) von 100 mT hat, dann ist der Fluss 10 µVs.>> Und diese Flussdichte habe ich mit Strömen und Windungen erzeugt, also> wieso ist dann der Fluss unabhängig?
Der Fluss ist unabhängig davon, wie er erzeugt worden ist. Sobald man
eine bekannte Flussdichte hat, kann man auch den Fluss bestimmen. Der
Fluss kann sogar mit einem Permanentmagneten erzeugt werden, also
komplett ohne Spule.
> Johannes E. schrieb:>> An eine Spule wird für eine Zeit von 10 µs eine Spannung von>> 10 V angelegt. Der verkettete Fluss beträgt dann 100 µVs und ist>> unabhängig von der Windungszahl und der Kern-Querschnittsfläche.>> Aber was genau sagt mir denn jetzt eigentlich diese Einheit oder die> Größe??
Das ist, wie gesagt, eine Rechengröße, also ein Hilfsmittel, um andere
Sachen damit zu berechnen. Man kann z.B. aus dem verketteten Fluss
direkt den Strom in einer Spule berechnen, wenn die Induktivität bekannt
ist (I = Psi/L).
> Johannes E. schrieb:>> Wenn die Windungszahl der Spule (z.B. 10 Windungen) bekannt ist, kann>> man daraus den physikalischen Fluss berechnen (in diesem Beispiel sind>> das 10 µVs).>> Ich hab da noch keine so richtige Vorstellung vom magnetischen Fluss,> beim E-Feld waren es die Ladungen, die den imaginären elektrischen FLuss> erzeugen, jedoch beim Magnetfeld scheint mir die Sache einwenig> abstrakter geworden zu sein.
Ist nicht wirklich abstrakter, nur etwas unterschiedlich.
Die Ladung in einem Kondensator ist das zeitliche Integral über den
Strom, mit dem der Kondensator geladen wird. Genau so kann man den Fluss
betrachten; der ist das zeitliche Integral über die Spannung, die an
eine Spule angelegt wird.
> Johannes E. schrieb:>> Der verkettete Fluss beträgt dann 100 µVs> Wieso hängt eigentlich zufälligerweise der verkettete Fluss mit der> direkt angelegten Spannung zusammen?
Das ist ganz einfach die Definition für den verketteten Fluss und kein
Zufall.
> Gilt das auch für die angehängte Sizze??
Das gilt immer, wenn an eine Induktivität eine Spannung algelegt wird.
Johannes E. schrieb:> Das ist, wie gesagt, eine Rechengröße, also ein Hilfsmittel, um andere> Sachen damit zu berechnen. Man kann z.B. aus dem verketteten Fluss> direkt den Strom in einer Spule berechnen, wenn die Induktivität bekannt> ist (I = Psi/L).
Komisch ist, dass wenn ich eine SPannung an einer Induktivität lege,
dann fließt ja ein Strom. Dieser Strom erzeigt ein Magnetfeld und einen
Fluss Phi1. Und die Induktivität lässt sich nur durch den
Verkettungsfluss berechnen welcher
ist.
Dank den Symmetrien haben wir nämlich die schöne Formel:
Meine Frage dazu: Wieso definiere ich die Induktivität über den
Verkettungsfluss? Wäre es nicht möglich ihn über den magnetischen Fluss
zu definieren? Dann würde zwar das N² wegfallen, aber ich hätte eine
direkte Herleitung aus den magnetischen Grundgrößen ohne irgendwelche
Zwischengrößen...
Samuel schrieb:> Meine Frage dazu: Wieso definiere ich die Induktivität über den> Verkettungsfluss? Wäre es nicht möglich ihn über den magnetischen Fluss> zu definieren? Dann würde zwar das N² wegfallen, aber ich hätte eine> direkte Herleitung aus den magnetischen Grundgrößen ohne irgendwelche> Zwischengrößen...
Der Ausdruck "Verkettungsfluss" in deinem Buch ist etwas unsauber. Es
heißt eigentlich "Flussverkettung". Dabei handelt es sich nicht um einen
besonderen "Fluss" (sowie der Ausdruck Verkettungsfluss suggeriert),
sondern es handelt sich bei dem Effekt der Flussverkettung einfach um
die Tatsache, dass der Fluss im Querschnitt einer helikalen Wicklung die
Stromschleife pro Wicklung einmal durchsetzt. Das ist keine
"Rechengröße", auch nichts Unwirkliches oder Theoretisches, sondern
einfach eine topologische Tatsache. Die Wicklungskurve berandet eine
Fläche, durch die der Spulenfluss N mal hindurchtritt. Man sieht dass,
wenn man die Spule stetig zu einer ebenen Kurve verformt, dabei aber im
Gedanken den Fluss mitnimmt (quasi mitverbiegt), sodass die Topologie
erhalten bleibt. In dem Bild habe ich mal versucht, das am Beispiel von
2 Windungen zu zeigen. Es beginnt mit einer Spule aus 2 Windungen, deren
Klemmen kurzgeschlossen sind, sodass sie eine geschlossene Kurve bilden.
Nun wird sie in 5 Schritten zur ebenen Kurve verbogen und der Fluss
dabei mitegnommen. Am Schluss sieht man, dass der Fluss 2 mal durch die
Kurve tritt.
Die Induktivität ist nicht "über den Verkettungsfluss" definiert. Sie
ist auch hier definiert als das Verhältnis von Schleifenfluss (Fluss
durch die Schleifenfläche) zu Schleifenstrom. Nur ist es eben bei
Wicklungen so, dass der Wicklungsfluss einfach aufgrund der Anordnung
nicht identisch ist mit dem Schleifenfluss sondern der Schleifenfluss
ist wegen der durch die Anordnung bedingten Flussverkettung N mal so
groß, wie der Wicklungsfluss.
Keine Zauberei sondern nur eine etwas verzwickte räumliche Geometrie.
Plasmon schrieb:> Es beginnt mit einer Spule aus 2 Windungen, deren> Klemmen kurzgeschlossen sind, sodass sie eine geschlossene Kurve bilden.> Nun wird sie in 5 Schritten zur ebenen Kurve verbogen und der Fluss> dabei mitegnommen.
Ich verstehe die Skizze nicht ganz. Wieso macht man diese 5 Schritte?
Plasmon schrieb:> Am Schluss sieht man, dass der Fluss 2 mal durch die> Kurve tritt.
Ist das die Zielaussage der Skizze?
Plasmon schrieb:> der Schleifenfluss
Wäre das dann laut meines Buches Definition der Verkettungsfluss?
Plasmon schrieb:> bedingten Flussverkettung N mal so> groß, wie der Wicklungsfluss.
genau und dieser Schleifenfluss wird jetzt dazu verwendet um die
Induktivität zu definieren (siehe meine Herleitung).
MEIN SPRINGENDER PUNKT IST:
Es wundert mich, dass der Wicklungsfluss sich aufgeund der Durchflutung
ausrechnet und er genau deswegen schon mit der Windungszahl
zusammenhängt. Der Schritt "Verkettungsfluss" leuchtet mir irgendwie
nicht ein weil:
Ich habe eine Spule. Durch diese Spule schicke ich einen Strom I. Die
Spule hat N Windungen. Also ergibt sich der Wicklungsfluss zu Phi = B* A
= mü H A = mü I A/l. Soweit so gut! Ich könnte jezt Phi/I
ausrechnen und ich hätte einen Konstanten Faktor C:
Wieso definiert man jetzt den "Verkettungsfluss" oder nennen wir ihn
"Schleifenfluss" .. ??
Ob ich einen Faktor N dazurechne oder nicht spielt doch für meine
Induktivität keine Rolle, denn mein Wicklungsfluss ist ja eindeutig im
Magnetkreis.
Blöd ist halt das meine definierte Induktivität nicht mehr quadratisch
mit N geht. Aber das dürfte doch keine Probleme machen wenn ich
konsequent mit dem Wicklungsfluss rechne oder?
Samuel schrieb:> Wieso definiere ich die Induktivität über den> Verkettungsfluss? Wäre es nicht möglich ihn über den magnetischen Fluss> zu definieren? Dann würde zwar das N² wegfallen, aber ich hätte eine> direkte Herleitung aus den magnetischen Grundgrößen ohne irgendwelche> Zwischengrößen...
Die Induktivität ist definiert als L = U / (di/dt), sie beschreibt also
den Zusammenhang zwischen der angelegten Spannung und der zeitlichen
Ableitung des Stroms.
Wenn man diese Gleichung nach U auflöst erhält man: U = L * di/dt.
Durch integrieren bekommt man die Gleichung für den Fluss:
Johannes E. schrieb:> Wenn man diese Gleichung nach U auflöst erhält man: U = L * di/dt.> Durch integrieren bekommt man die Gleichung für den Fluss:
AHHH ok, verstehe. Deshalb also. Und dann ist man draufgekommen durch
Messungen etc..., das Psi = N * Phi ?
Das würde sogar Sinn machen
Samuel schrieb:> Ich verstehe die Skizze nicht ganz. Wieso macht man diese 5 Schritte?
Um dir zu veranschaulichen, wo der Faktor N herkommt, den du nicht
verstehst.
> Plasmon schrieb:>> Am Schluss sieht man, dass der Fluss 2 mal durch die>> Kurve tritt.>> Ist das die Zielaussage der Skizze?
Ja.
> Plasmon schrieb:>> der Schleifenfluss>> Wäre das dann laut meines Buches Definition der Verkettungsfluss?
Ja.
> genau und dieser Schleifenfluss wird jetzt dazu verwendet um die> Induktivität zu definieren (siehe meine Herleitung).
Ja, natürlich. Das ist einfach die Aussage des Induktionsgesetzes. In
dem Gesetz steht nicht irgendein Fluss, sondern der gesamte von der
Randkurve umschlossene Fluss. Und der ist bei einer Spule nunmal N mal
so groß, wie der Fluss durch den Spulenquerschnitt.
> Es wundert mich, dass der Wicklungsfluss sich aufgeund der Durchflutung> ausrechnet und er genau deswegen schon mit der Windungszahl> zusammenhängt.
Warum wundert dich das? Das Durchflutungsgesetz ist ein Weg um den Fluss
im Spulnequerschnitt auszurechnen. Und da kommt halt raus, dass der
Fluss im Querschnitt proportional zu NI ist. Und bedingt durch die
Geometrie der Spule ist es jetzt so, dass dieser Fluss, der schon
proportional zu NI ist, auch noch N mal durch die Leiterschleife
durchgeht. Daher ist die Induktivität von Spulen proportional zu N^2.
Wenn ich solche scheiß Bücher sehe, dann muss ich wieder mal laut rufen:
"Karl-Heinz (Buchegger), schreib doch bitte mal ein Buch!"
Es gibt wohl immer wieder Autoren die das geil finden alles so
kompliziert auszudrücken.
Da gibt es Leute wie Josef Raddy (der ganz toll in mehreren Videos die
Operationsverstärker auf YouTube erklärt- besser als jedes Buch) oder
den hochgeschätzten Karl-Heinz, die erklären alles in wenigen und klaren
Worten, dass der Sachverhalt sofort klar ist und bei anderen Büchern
zerbricht man sich tagelang den Kopf, wie das wohl gemeint ist.
Ein gutes Beispiel lieferte mir mal ein damaliger Physiklehrer. Er
beschrieb das Gehen und lies verschiedene Schüler nach seiner Anweisung
laufen. Keiner konnte das und er machte es am Ende vor - wie einfach.
Es ist nicht leicht die richtigen Bücher zu finden und bis man die
Fragen beantwortet bekommen hat, hat man schnell mal einige Bücher zum
selben Thema zu Hause stehen.
Frank Frank schrieb:> Es gibt wohl immer wieder Autoren die das geil finden alles so> kompliziert auszudrücken.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es auch Vorteile hat, wenn ein Buch
etwas komplizierter geschreben ist. Dadurch braucht man zwar etwas
länger, bis man es verstanden hat, muss sich dabei aber zwangsläufig
auch mehr dabei überlegen bzw. mit jemandem darüber sprechen.
Je länger und intensiver man sich mit einem bestimmten Problem
beschäftigt, desto besser bleibt es dann auch im Gehirn hängen.
Bei Büchern, in den alles so einfach erklärt wird, liest man relativ
schnell drüber und denkt, dass man alles verstanden hat; wenn man das
gelernte dann ein paar Wochen später anwenden möchte, muss man das Buch
dann nochmal lesen, weil es doch etwas komplizierter ist als man das
beim ersten Lesen erkannt hat.
Frank Frank schrieb:> Ein gutes Beispiel lieferte mir mal ein damaliger Physiklehrer. Er> beschrieb das Gehen und lies verschiedene Schüler nach seiner Anweisung> laufen. Keiner konnte das und er machte es am Ende vor - wie einfach.
Das ist ein gutes Beispiel; du kannst dich heute noch genau daran
erinnern, weil er euch damals dazu gebracht hat, etwas länger daruber
nachzudenken und darüber zu sprechen.
So sollte es in einem guten Buch auch sein.
Johannes E. schrieb:> Je länger und intensiver man sich mit einem bestimmten Problem> beschäftigt, desto besser bleibt es dann auch im Gehirn hängen.
Das ist auch wiederum wahr. Aber vielleicht liegt meine Ungeduld am
fortschreitenden Alter und die vielen Randbelastungen?!
Gerade weil ich ja die Elektronik anwenden will, ist mir das kurz und
knapp viel lieber. So kann ich starten und wenn ich ein tieferes
Verständnis brauch, kann ich ja immer noch lesen.
Aber mal ehrlich, dieser Ausschnitt aus dem o.a. Buch ist doch grausam
und das bei einem relativ einfachen Sachverhalt.
Ich müsste erstmal die griechischen Buchstaben nachschauen, damit ich
die überhaupt lesen kann.
Aber bei uns ist es ja grundsätzlich so, selbst unsere eigene Sprache
muss man mit komplizierten Wörtern lernen.
Frank Frank schrieb:> Aber mal ehrlich, dieser Ausschnitt aus dem o.a. Buch ist doch grausam> und das bei einem relativ einfachen Sachverhalt.
Da es nur ein sehr kleiner Ausschnitt ist, möchte ich das nicht
beurteilen; dazu muss man sich schon das ganze Buch bzw. das Kapitel
anschauen.
> Ich müsste erstmal die griechischen Buchstaben nachschauen, damit ich> die überhaupt lesen kann.
Das wiederum ist eine Frage, für welche Zielgruppe so ein Buch
geschrieben worden ist. Die Verwendung griechischer Buchstaben für den
Fluss ist eigentlich üblich, für einen Ingenieur bzw. Studenten sollte
das keine Hürde darstellen. Ich geh mal davon aus, dass Samuel Student
ist.
> Gerade weil ich ja die Elektronik anwenden will, ist mir das kurz und> knapp viel lieber.
Genau das ist der Punkt. Als Student lernt man in der Uni irgendwelche
Dinge, die man dann mehrere Jahre später im Berufsleben benötigt. Da
finde ich es schon wichtig, dass man nicht versucht, in möglichst kurzer
Zeit etwas zu lernen, das man dann kurz nach der Prüfung wieder
vergessen hat. Viel wichtiger ist, dass man es wirklich verstanden hat,
nur dann bleibt es auch im Gedächtnis.
Ja und nein. Sicher, fürs Studium muss er alles genau wissen. Das ist
gut und wichtig!
Das mit den Buchstaben war mehr eine Anspielung und natürlich gehören
sie einfach zu den Formeln und den Verhältnissen.
Wie viel man im Beruf später so braucht, das steht auf einem anderen
Blatt. Das analytische Lernen, das in jedem Fall.
Trotzdem! Man kann es unnötig kompliziert machen oder einfach. Schau dir
einfach mal die Videos von Josef Raddy an. Er erklärt einfach, aber sehr
umfassend die Operationsverstärker.
Fragst du einen Karl-Heinz Buchegger nach was auch immer, dann bekommst
du auch eine umfassende Antwort, aber so, dass selbst letzte Depp (also
ich:-)) das verstehen kann.
Entweder diese Autoren sind schon so vergeistigt, dass sie gar nicht
mehr anders können oder sie wollen auch ein bisschen ihre Eitelkeiten
ausleben.
Das ist meine Meinung dazu.
Nach längerem Nachdenken, muss ich doch noch widersprechen und meine
Zustimmung von oben zurück ziehen. Es gilt nur für mich!!!
Wenn ich einen Sachverhalt schnell verstehe, ihn dann im Versuch
überprüfen kann und ihn dann vollends verstehe, erst dann verstehe ich
auch die komplizierten Beschreibungen, physikalische Bedingungen viel
besser.
Für mich gilt, ich muss es "anfassen" können.
Wie sagt man? Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Frank Frank schrieb:> Entweder diese Autoren sind schon so vergeistigt, dass sie gar nicht> mehr anders können oder sie wollen auch ein bisschen ihre Eitelkeiten> ausleben.
Das ist bestimmt was dran. Es ist einfach für jemanden, der sich sehr
intensiv mit einem bestimmten Thema beschäftigt hat, relativ schwierig,
sich in die Lage eines "Anfängers" zu versetzen und es so zu
beschreiben, dass es jeder versteht.
> Man kann es unnötig kompliziert machen oder einfach. Schau dir> einfach mal die Videos von Josef Raddy an. Er erklärt einfach, aber sehr> umfassend die Operationsverstärker.
Ich hab mir die Videos jetzt nicht komplett angeschaut, eher mal
überflogen. In den Videos werden, so wie ich das gesehen habe, die
Anwendungen von OPVs beschrieben; es gibt aber keine Erklärung, wie so
ein Bauteil intern aufgebaut ist bzw. über die interne Funktionsweise.
Um einen OPV aber richtig verstehen zu können, ist das essenziell. Nur
wenn man den internen Aufbau kennt, versteht man z.B., warum die
Bandbreite mit der Verstärkung zusammenhängt oder warum bei manchen OPV
der Offset-Fehler von der Common-Mode Spannung abhängt und bei anderen
nicht.
Viele betrachten z.B. den Tietze+Schenk als zu kompliziert, weil dort
genau solche Grundlagen erklärt werden. Das sehe ich nicht so.
Aber das ist eine persöhnliche Einschätzung von mir, jeder muss für sich
selber entscheiden, wie tief er in ein Thema einsteigen möchte bzw. ob
einem die eher einfachen/oberflächlichen Erklärungen ausreichen oder
nicht.
Plasmon schrieb:> Warum wundert dich das? Das Durchflutungsgesetz ist ein Weg um den Fluss> im Spulnequerschnitt auszurechnen. Und da kommt halt raus, dass der> Fluss im Querschnitt proportional zu NI ist. Und bedingt durch die> Geometrie der Spule ist es jetzt so, dass dieser Fluss, der schon> proportional zu NI ist, auch noch N mal durch die Leiterschleife> durchgeht. Daher ist die Induktivität von Spulen proportional zu N^2.
Ich denke so langsam aber doch klingelts bei mir.
Denn:
und dieser Fluss ist eben wie du schon sagst pro einer Windungsfläche!!!
Und das B hängt nun mal auch mit der Windungszahl zusammen. Und der
Schleifenfluss, oder Verkettungsfluss ist dann der gesamte Fluss also N*
phi.
Johannes E. schrieb:> Ich geh mal davon aus, dass Samuel Student> ist.
Das bin ich im 2. Semester.
Johannes E. schrieb:> dass man nicht versucht, in möglichst kurzer> Zeit etwas zu lernen, das man dann kurz nach der Prüfung wieder> vergessen hat.
Das ist eben das Problem. Wir in der TU Wien haben keine Zeit, denn der
Stoff wird immer mehr und mehr. Ich habe in den Osterferien erst richtig
begonnen zu lernen, aufgrund anderer Sachen die mir zu Beginn neu waren.
Wir sind in 2,5 Wochen bei 3 VOs pro Woche schon auf Seite 100 bei
dieser komplexität des Stoffes.
Der Stoff wird im Buch durchgehend trocken behandelt. Keine Farben,
keine einfachen Erklärungen, nichts! Nur trockener Text, schwarz weiße
Skizzen und Integrale und Logarithmen..
Habe ein paar beispielseiten hochgeladen...
Samuel schrieb:> Der Stoff wird im Buch durchgehend trocken behandelt. Keine Farben,> keine einfachen Erklärungen, nichts! Nur trockener Text, schwarz weiße> Skizzen und Integrale und Logarithmen..
Ja, so ist das eben, daran musst du dich gewöhnen.
Man muss natürlich auch ein Gefühl dafür entwickeln, was man wirklich
verstehen bzw. was man sich langfristig merken sollte und was man
tatsächlich nur so lernt, dass es für die Prüfung reicht.
Die Grundlagen sind das, was man sich langfristig merken sollte.
Die Formeln, um bei einer speziellen Geometrie die Flussdichte in einem
speziellen Punkt berechnet, kann man getrost nach der Prüfung wieder
vergessen.
Johannes E. schrieb:> Ja, so ist das eben, daran musst du dich gewöhnen.>> Man muss natürlich auch ein Gefühl dafür entwickeln, was man wirklich> verstehen bzw. was man sich langfristig merken sollte und was man> tatsächlich nur so lernt, dass es für die Prüfung reicht.>> Die Grundlagen sind das, was man sich langfristig merken sollte.
Ja, ich frag mich halt, wie lange das Forum noch mit mir Geduld hat und
es sich meine Fragen anschaut.
Samuel schrieb:> und dieser Fluss ist eben wie du schon sagst pro einer Windungsfläche!!!> Und das B hängt nun mal auch mit der Windungszahl zusammen. Und der> Schleifenfluss, oder Verkettungsfluss ist dann der gesamte Fluss also N*> phi.
Ja, so in etwa. Du kannst es auf zwei verschiedene Weisen sehen: Ob du
sagst
- die Spule besteht aus N Windungen, durch jede geht der Fluss Phi, und
die sind alle in Serie geschaltet, ergeben also als Gesamtinduktivität N
mal die Induktivität einer Einzelwindung
oder ob du
- die ganze Spule als eine einzige Kurve betrachtest, die den Fluss Phi
N mal umfasst (durch deren Fläche der Fluss Phi N mal hindurchtritt)
ist exakt das Gleiche. N Schleifen mit den Fluss Phi, alle in serie
geschaltet, ergeben eine große Schleife mit dem Fluss N*Phi.