Hallo Freunde,
nach dem unsäglichem Feedback von meiner Anfrage bei
Beitrag "[S] ML13135-6P"
will ich anders fragen.
Ich habe alle lokalen Elektronikversender angefragt. In China bekomme
ich nur 2nd Hand Chips (20 Stück mit Versand 127$) und Lansdale liefert
erst ab 500 Stück. Samples liefern sie nicht an privat.
Ich brauche das Ding weil ich einen Wetter Satelliten Empfänger (137
MHZ) bauen will. Hat mir vielleicht jemand Tipps was ich als Alternative
nehmen könnte?
Bitte gebt euch diesmal etwas mehr Mühe. Ich bin echt froh um jede
Hilfe.
Verschneite Grüsse aus Luzern,
René
Rene H. schrieb:> Ich brauche das Ding weil ich einen Wetter Satelliten Empfänger (137> MHZ) bauen will. Hat mir vielleicht jemand Tipps was ich als Alternative> nehmen könnte?
Erstmal 3 wichtige Fragen:
1. Hast du genug Ahnung von HF-Elektronik, um dir einen UKW-Empfänger
selbst bauen zu können?
2. Was hast du an Ausrüstung?
3. Kannst du gut Leiterplatten designen?
Deine allererste Anfrage sieht so aus, als ob du irgendeine
Bastelanleitung blind nachbauen wolltest. Das ist kein guter Startpunkt.
Im Prinzip ist so ein 137 MHz Empfänger kein wirklich schwieriges
Selbstbauprojekt. Aber all diese ollen Motorola-IC's kann man glatt
vergessen, einerseits, weil sie noch nie so richtig zu kriegen waren,
andererseits, weil man HF-Sachen besser in SMD macht. Da hat man es
leichter, eine gute durchgehende Massefläche hinzubekommen und die
HF-Eigenschaften von SMD R's und C's sind bedeutend besser als die von
bedrahtetem Zeugs.
An Meßtechnik würde ich dir wärmstens zu einem Wobbler raten, neudeutsch
"Netzwerkanalysator". So ein Ding auf Basis eines AD9951 ist hierfür
gerade recht, reicht er doch bis ca. 160 MHz aus. Ein Oszilloskop wäre
auch nicht schlecht, es muß wirklich kein sauteures Teil sein.
Als nächstes würde ich dir raten, dir Gedanken über die ZF zu machen.
Die üblichen 10.7 MHz sind ein bissel hoch. Es gibt zwar keramische
Bandfilter mit ca. 70 kHz Bandbreite dafür, aber du müßtest schon
mehrere in Reihe schalten, um auf ne ordentliche Flankensteilheit zu
kommen - und dafür brauchst du zwingend nen Wobbler zum Ausmessen. Aber
der Bereich unterhalb von 137 MHz ist relativ ruhig, da kannst du auch
mit ner ZF von 4 bis 6.5 MHz zurechtkommen. Aber auch da ist zuallererst
das testweise Aufbauen des ZF-Filters erforderlich. Nur wenn es dir
partout nicht gelingt, ein Filter im MHz-Bereich mit ner Bandbreite von
ca. 30..50 kHz hinzubekommen, dann ist ein Doppelsuper angesagt. Ach ja:
Vergiß auch den Demodulator nicht. Dazu braucht es nen Schwinger auf der
Mitte der ZF mit ner ausreichenden Güte, sonst ist deine NF-Amplitude zu
mickrig.
Erst danach kommt die Frage nach geeigneten IC's auf. Ich würde an
deiner Stelle zu dem historischen Sortiment von Philips greifen, sowas
gibt's ja noch in den Bastelläden. Also SA602, SA605, überhaupt diverses
aus der SA6xx Reihe, dazu nen PLL-IC von AD oder NS.
Guck dir mal das an:
"http://www.rf-microwave.com/ita/catalog_view_item/0/5-apparecchiature-schede/22-SU-21.html"
Zumindest ist dort ein SA639 und ein LMX2330 drauf. Alternativ kannst du
ja auch nen ADF4351 als LO benutzen.
Oder guck mal nach geeigneten Teilen bei
"http://stores.ebay.de/zhoefler/HF-Bauteile-Halbleiter-/_i.html?_fsub=10&_sid=26870231&_trksid=p4634.c0.m322"
W.S.
Was spricht gegen den MC13135? Zum Lernen und Erfahrungen Sammeln geht's
allemal und den gibt sogar noch bei ebay...
Und nicht verrückt machen lassen, das HF-Labor kommt später...
Nur Ausdauer wird gebraucht, denn die ersten HF-Versuche werden mit
großer Wahrscheinlichkeit nicht auf Anhieb funktionieren.
Aber so ein klassischer Superhead-IC ist ein schönes Lernobjekt...
Hallo Leute,
danke erst mal für die Antworten und die Hilfe.
W.S. schrieb:> Erstmal 3 wichtige Fragen:> 1. Hast du genug Ahnung von HF-Elektronik, um dir einen UKW-Empfänger> selbst bauen zu können?>> 2. Was hast du an Ausrüstung?>> 3. Kannst du gut Leiterplatten designen?
1. Nein. Das ist der Teil in den ich mich ein Arbeiten will.
2. 200MHZ Oszi und vieles mehr, zum Teil einfach älter (aus dem Studium)
3. Ich kann Leiterplatten problemlos designen, HF habe ich aber keine
Erfahrungen, das dürfte eine anderes Kaliber sein.
SMD ist kein Problem, ich mache nur noch alles mit SMD.
Ich werde mich erst mal in die von Dir erwähnten Dinge einlesen müssen
und komme danach gerne mit Fragen zurück wenn ich darf.
Das ist keine Sache die sofort funzen muss oder höhere Anforderungen
erfüllen muss, es geht mir hier wirklich nur darum, etwas zu lernen. Den
Print würde ich vor der Fertigung hier reinstellen. Hier hat es viele
Profis deren Tipps ich sehr schätze.
Und nein, ich will nichts nach basteln. Ich bin Elektro Ing. habe aber
nie auf dem gearbeitet sondern nur programmiert. Damals gab es noch kein
Informatik Abend-Studium. Vieles aus dem Studium habe ich vergessen (das
ist schon 25 Jahre hin).
Wenn ich also Tipps bekomme, wie ich ohne den Chip zum Ziel kommen kann,
kein Problem. Wie gesagt, ich lese mich gerne in alle Themen ein und
will das auch.
michael_ng schrieb:> Was spricht gegen den MC13135? Zum Lernen und Erfahrungen Sammeln geht's> allemal und den gibt sogar noch bei ebay...
in der Bucht gibts aber keine SMD Version zur Zeit davon.
michael_ng schrieb:> Aber so ein klassischer Superhead-IC ist ein schönes Lernobjekt...
Das habe ich mir eben auch gedacht. Man kann da sauber Modul um Modul
aufbauen und etwas dabei lernen. Zumindest stelle ich mir das so vor.
Grüsse,
René
Uwe Bonnes schrieb:> Wie waere es mit einem SDR Stick mit entsprechender Software?
Das will ich eben nicht. Ich möchte nicht das Ergebnis haben sondern das
wissen das zu bauen und wie es funktioniert.
Grüsse,
René
> michael_ng (Gast)> Was spricht gegen den MC13135
Ich hätte auch für den MC13135 plädiert, aber Rene hat ja schon
geschrieben, dass es schwierig ist, da ranzukommen. Im Notfall muss man
sich den Doppelsuper selber stricken. Ein MC13135P ist allerdings noch
relativ einfach zu bekommen, ist halt kein SMD.
Da steht zwar "MC13135 is Preferred for New Designs",
doch der MC3362 ist in SMD erhältlich:
MC3362DW, Bucht Nr. 300879262083
Für die erste ZF werden meist 10,7 MHz verwendet und für die zweite 455
kHz. Die Filter und der Quarz mit 10,240 MHz zum runtermischen von
10,695 auf 455 kHz sind leicht aufzutreiben.
Frequenzbereich 137 - 138 MHz
Bandbreite >= 40 kHz
Meist reicht ein Frequenzraster von 100 kHz, es gibt aber Ausreisser:
137.9125, 137.6200 und 137.8500
Wenn man die will, wird ein LM7001 als PLL-Baustein nicht reichen.
PS
> Ist die Gilbertzelle der richtige Ansatz?
Diese ICs haben alle 1 oder sogar 2 Gilbert-Zellen integriert.