Guten Tag zusammen
Zur Beantwortung der folgenden Frage habe ich bereits einige Zeit mit
Google verbracht, ohne befriedigende Resultate erzielen zu können.
Deshalb stelle ich die Frage nun hier im Forum.
Bei Schaltungen mit einem Relais habe ich bisher immer eine Diode
antiparallel zur Relaisspule geschaltet, um den restlichen Schaltkreis
vor einer Überspannung zu schützen, die auftreten könnte, sobald sich
das magnetische Feld der Spule im Abschaltmoment abbaut.
Nun beabsichtige ich aber eine Schaltung zu bauen, die mit einem
bistabilen Relais arbeitet. Zum "hin"-schalten des Relaiskontaktes ist
also nur ein kurzer Impuls nötig, zum "zurück"-schalten ein zweiter mit
umgekehrter Polarität. Das Problem ist offensichtlich: beim
Zurückschalten würde die Diode das Relais kurzschliessen, da sie bei
umgekehrter Stromrichtung nicht mehr antiparallel geschaltet ist.
Welches Bauteil könnte nun also den Zweck der Freilaufdiode am besten
erfüllen? Auf meiner Suche bin ich bereits auf Supressordioden und
Varistoren gestossen, die interessant klingen. Allerdings habe ich noch
nie ein solches Bauteil in Händen gehalten und weiss nicht genau, wie
sie eingesetzt und dimensioniert werden.
Kann mir diesbezüglich jemand Auskunft geben? Können so allgemeingültige
Aussagen gemacht werden oder werden Details zur Schaltung benötigt?
Gruss und Dank im Voraus
Hitsuji
bidirektionale Transzorbdiode ( auch Supressordiode ganannt, ist glaub
ich das gleiche ).
Die gibt es mit verschiedenen Durchbruchspannungen ( Durchbruch in beide
Richtungen )
Beim 12 Volt Relais könnte man also eine 18 Volt Diode nehmen.
Z-Dioden sind evtl. zu langsam, und können nicht den Impulsstrom ab.
@Hitsuji (Gast)
>Welches Bauteil könnte nun also den Zweck der Freilaufdiode am besten>erfüllen?
Zwei Dioden, je antiparallel zu den Transistoren. Denn die können den
Treiber schützen. So wird es in jeder Halb- bzw- H-Brücke gemacht. Und
die braucht man für ein bistabiles Relais mit einer Spule.
MFG
Falk
@ Stefan M. (derwisch)
>bidirektionale Transzorbdiode ( auch Supressordiode ganannt, ist glaub>ich das gleiche ).
Kann man machen.
>Z-Dioden sind evtl. zu langsam, und können nicht den Impulsstrom ab.
Nö, das passt schon. Der Pulsstrom = Nennstrom des Relais, und der
klingt gerade bei Z-Dioden sehr schnell ab. Und zu langsam sind sie auch
nicht, Nanosekundenschnelles Schalten braucht man hier nicht.
Hi, Hitsuji,
> Nun beabsichtige ich aber eine Schaltung zu bauen, die mit einem> bistabilen Relais arbeitet.
Was behindert den Einsatz von billigen Schutzdioden, die eine negative
Überspannung zu Masse und eine positive zur Versorgungsspannung
ableiten?
Ciao
Wolfgang Horn
Eventuell möchte man die Energie NICHT auf die Spannungsversorgung
ableiten, um sie "sauber" zu halten.
Mir fällt da noch eine andere Alternative ein: Kondensator und
Widerstand. Ist aber sicher nicht ganz einfach, korrekt zu
dimensionieren.
@ Stefan Frings (stefanfrings_de)
>Eventuell möchte man die Energie NICHT auf die Spannungsversorgung>ableiten, um sie "sauber" zu halten.
Naja, das ist in den meisten Fällen nicht der Fall.
>Mir fällt da noch eine andere Alternative ein: Kondensator und>Widerstand in Reihe. Ist aber sicher nicht ganz einfach, korrekt zu>dimensionieren.
Ist nicht weiter schwer.
Maximale Überspannug = VCC + U_RC
U_RC = I_RELAIS * R
Damit hat man R
C muss man groß so groß wählen, dass die LC Zeitkonstante aus Relais und
Dämpfungswiderstand Pi mal Daumen 2-5 mal kleiner ist als die RC
Zeitkonstante aus Dämpfungswiderstand und Kondensator. Ok, L ist bei den
wenigsten Relais angegeben, muss man wohl messen. Alternativ grob
abschätzen aus der Relaisschaltzeit und dem Wicklungswiderstand.
tau_LC = L_wicklung / R_wicklung
tau_RC = R * C = 5 * tau_LC
Hei,
oder halt ein bistabiles Relais mit zwei Spulen nehmen.
Eine Spule zum ein- die andere zum ausschalten.
Sind auch sehr gebräuchlich...
Die kann man dann wieder einzeln mit Dioden schützen.
Grüße,
Tom
Hitsuji schrieb:
Hallo Hitsuji
> Nun beabsichtige ich aber eine Schaltung zu bauen, die mit einem> bistabilen Relais arbeitet. Zum "hin"-schalten des Relaiskontaktes ist> also nur ein kurzer Impuls nötig, zum "zurück"-schalten ein zweiter mit> umgekehrter Polarität. Das Problem ist offensichtlich: beim> Zurückschalten würde die Diode das Relais kurzschliessen, da sie bei> umgekehrter Stromrichtung nicht mehr antiparallel geschaltet ist.
In der Tat.....;O)
>> Welches Bauteil könnte nun also den Zweck der Freilaufdiode am besten> erfüllen? Auf meiner Suche bin ich bereits auf Supressordioden und> Varistoren gestossen, die interessant klingen. Allerdings habe ich noch> nie ein solches Bauteil in Händen gehalten und weiss nicht genau, wie> sie eingesetzt und dimensioniert werden.
Interessant wäre eine Schaltung, die OHNE die Diode auskäme....
Die Spannungsspitze, die Du mit Freilaufdioden unterdrücken möchtest,
entsteht in erster Linie beim harten Abschalten des Relaisstromes.
Betrachte einmal im Anhang die Schaltung unter BistabilesRelays.pdf.
Wenn T1 einschaltet, fließt über C1 ein Strom durch die Spule von K1.
Das Relais zieht an.
Der Strom ist MAXIMAL so groß, wie der "normale" Strom durch K1 bei
gegebener Spannung wäre, wenn die eine Seite der Spule nicht über C1,
sondern direkt auf Masse läge. Tatsächlich ist er kleiner. Das dort noch
ein R3 zur Strombegrenzung ist, lassen wir jetzt mal unter den Tisch
fallen. Wenn C1 leer beim Einschalten leer ist, muss der Strom erst
relativ langsam, wegen der Eigeninduktivitaet von K1, ansteigen. Dabei
füllt sich aber C1, was zu einer geringeren Differenzspannung über K1
führt. Ab einem gewissen Punkt, wenn C1 immer weiter gefüllt wird, wird
die Differenzspannung so klein, das der Strom durch K1 wieder sinkt.
Irgendwann (Theoretisch/Mathematisch nie, aber praktisch schon) ist C1
dann auf die Betriebsspannung aufgeladen, dadurch die Differenzspannung
über K1 null, und damit auch der Strom durch K1 Null. Und das ganz sanft
ohne Spitzem.
Zum Abschalten muss nun T1 sperren und T2 leiten. in dem Falle wird nun
K1 umgedreht mit der Spannung aus C1 versorgt, und liegt auf der anderen
Seite über T2 auf Masse. Es fliesst nun ein umgedrehter Strom durch das
bistabile Relays, welches darum nun abfällt.
Auch dieser Strom steigt begrenzt durch die Induktivität (und den
Widerstand) von K1 an, und klingt wieder ab, wenn C! leerläuft.
Ebenfalls ganz sanft ohne Spitzen.
Die Suppressordiode D1 ist nur für Notfälle da, wenn z.B. aus
irgendeinem Grunde T1 oder T2 abschalten sollten, wenn der Strom durch
K1 gerade im Maximum ist. Dann wirkt sie entweder als Freilaufdiode wenn
T1 irrtümlich sperrt, oder als Suppressordiode, wenn T2 irrtümlich
sperrt.
Auch sollten T1 und T2 NIE gemeinsam durchgeschaltet sein, was hier
teilweise dadurch sichergestellt ist, das T1 ein PNP und T2 ein NPN
Kondensator ist. Bedingt durch Trägheiten können sich die
Einschaltzeiten trozdem etwas überlappen. Dafür ist dann R3 da, der in
dem Falle den Strom begrenzt.
> Kann mir diesbezüglich jemand Auskunft geben? Können so allgemeingültige> Aussagen gemacht werden oder werden Details zur Schaltung benötigt?>
C1 muss ausreichend groß sein. Typischerweise legt man ihn als
Elektrolytkondensator an, mit einer Spannungsfestigkeit 2-3 mal der
Betriebsspannung. R3 kann im Zweifel ganz wegfallen. Er klaut von der
Spannung für K1 und wenn er für Dauerstrom T1 und T2 auf bemessen
würde,
wäre das so viel, das K1 nicht mehr richtig schalten könnte.
Dimensioniert man ihn kleiner, wird der Kurzschlussstrom zu groß....ok,
man könnte T1 und T2 entsprechend stark dimensionieren und indirekt
durch die Basiswiderstände R1 und R2 eine zusätzliche Strombegrenzung
durch T1 und T2 machen, aber auch in diesem Falle müsste man für eine
adäquate Kühlung von T1, T2 und R3 sorgen....
R3 ist also nur dazu da, um die Aplitude der Stromspitzen (z.B. für EMV)
klein zu halten.
Alternativ könnte man R3 auch größer machen, wenn man einen sehr großen
Kondensator vom Emitter von T1 nach Masse vorsehen würde. Der kann dann
langsam über R3 volllaufen, und beim Einschalten würde die Schaltung
dann kurzfristig aus diesem Kondensator versorgt. Aber wenn das ganze zu
oft schnell hin und her flattert, wird er nicht mehr richtig voll, weil
während der Einschaltvorgänge mehr Ladung abgezogen wird als
nachfliessen kann, und das Relais schaltet nicht mehr richtig.
Ausserdem müssten für einen "Dauerfehler" T1 und T2 dann immer noch den
Pulskurzschlussstrom aus diesem Kondensator und bei T2 noch plus dem
Strom aus dem Relais schlucken können, und natürlich den durch R3
begrenzten Dauerstrom.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Bernd Wiebus schrieb:
Nachtrag:
Statt der beiden Transistoren T1 und T2 kannst Du natürlich auch
irgendeinen passenden Treiber mit Totempfahlausgangsstufe nehmen, wenn
es gerade passt.
Ausserdem invertiert die oben angegebene Stufe, was je nach Situation
aber angenehm oder störend ist. Auf jeden fall sollte man kurz einmal
darüber nachdenken, was das für Konsequenzen hat.
Spontan würde mir als explizites Treiberstufen IC MIC4421 (invertierend)
und MIC4422 (nicht invertierend) einfallen. Aber für ein Relais brauchst
Du den fetten Strom natürlich eigentlich nicht. Dafür ist aber der
Schmidt-Trigger im Eingang nett, je nach Anwendung.....
Trozdem geht es ein paar Nummern kleiner und billiger eben auch noch.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Reinhard Kern schrieb:> nimm einfach einen passenden VDR.
Bei mir hängen die TQ2SA-L2 5V Relais (nur eine Wicklung benutzt) über
einen 220uF ELKO direkt am ATMega168 Port ohne weitere Schutzmaßnahmen.
Gruß Anja
Hallo,
anbei die Simulation hierzu.
Der ATMega wurde als Spannungsquelle mit RI = 30 Ohm angenähert.
Wer es nachsimulieren will:
L1 hat noch einen Serienwiderstand von 178 Ohm.
Also ich sehe keine Notwendigkeit für irgendwelche Schutzdioden.
Gruß Anja
@ Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
> BistabilesRelays.pdf | anzeigen
jaja, die übliche, schnell hingeschmierte, nicht durchdachte Schaltung.
Gibt ja noch nicht genügend von sowas im Internet. Viel Spass beim
praktischen Betrieb bei zwei direkt verbundenen Emitterschaltungen.
Renaissance des Querstroms.
>Interessant wäre eine Schaltung, die OHNE die Diode auskäme....
Wirklich? Weil die 5 Cent einspart?
>Zum Abschalten muss nun T1 sperren und T2 leiten.
Das mach mal mit deiner Schaltung. Hoffentlich ist die Schaltzeit sehr
klein. Und make before break kommt immer gut, gerade bei
Leistungsstufen.
>Auch sollten T1 und T2 NIE gemeinsam durchgeschaltet sein, was hier>teilweise dadurch sichergestellt ist, das T1 ein PNP und T2 ein NPN
HAHA!
>Elektrolytkondensator an, mit einer Spannungsfestigkeit 2-3 mal der>Betriebsspannung.
So eine Mädchendimensionierung macht man nicht mal bei
Tantalkondensatoren, schweige denn bei Aluminiumelekos. 20-50% größere
Nennspannung als Betriebsspannung reicht vollkommen aus.
>durch die Basiswiderstände R1 und R2 eine zusätzliche Strombegrenzung>durch T1 und T2 machen, aber auch in diesem Falle müsste man für eine>adäquate Kühlung von T1, T2 und R3 sorgen....
Die Schaltung ist schlicht und ergreifen MÜLL!!! Nicht mal als
Prinzipschaltung in einem Lehrbuch brauchbar.
Wenn man die Transistoren wenigsten vertauschen würde und einen
komplementären Emitterfolger draus machen würde, dann ginge es.
Ein Satz mit X . . . .
Falk Brunner schrieb:
Hallo Falk Brunner.
> jaja, die übliche, schnell hingeschmierte, nicht durchdachte Schaltung.> Gibt ja noch nicht genügend von sowas im Internet. Viel Spass beim> praktischen Betrieb bei zwei direkt verbundenen Emitterschaltungen.> Renaissance des Querstroms.
Richtig, toll ist sie wirklich nicht. wegen des Querstromes bzw. weil
man zum richtigen Sperren ziemlich dicht an das Versorgungsspannungs
bzw. Massepotential heran muss.
Der von Dir erwähnte komlementären Emitterfolger wären dann so wie im
Anhang "BistabilesRelaysKomplementaererEmitterfolger.pdf.
T1 und T2 sind einfach vertauscht, und die Schaltung ist damit auch
nichtinvertierend. Das Grundproblem bleibt: Um gut zu funktionieren muss
man mit der Ansteuerung sehr dicht an die Versorgungsspannungs bzw. das
Massepotential heran. Das Problem des Querstroms ist deutlich kleiner,
dafür machen jetzt u.U. die Transistoren nicht mehr richtig auf, d.h.
dem Relais könnte Spannung fehlen.
>>Zum Abschalten muss nun T1 sperren und T2 leiten.> Das mach mal mit deiner Schaltung. Hoffentlich ist die Schaltzeit sehr> klein. Und make before break kommt immer gut, gerade bei> Leistungsstufen.
Aus einem Logik-IC heraus angesteuert sollten die kurz genug sein, damit
das Schalten schnell genug passiert. Das Problem ist eher, mit einem
Logik-IC dicht genug an die Versorgungsspannung bzw. Masse
heranzukommen, damit der zugehörige Transistor auch wirklich sperrt.
Zusätzliche Dioden in den Kollektor Leitungen von T1 und T2 könnten
dabei helfen. R3 könnte, aufgeteilt in den Kollektoren von T1 und T2,
das Problem ebenfalls entschärfen.
> Die Schaltung ist schlicht und ergreifen MÜLL!!! Nicht mal als> Prinzipschaltung in einem Lehrbuch brauchbar.> Wenn man die Transistoren wenigsten vertauschen würde und einen> komplementären Emitterfolger draus machen würde, dann ginge es.>> Ein Satz mit X . . . .
Lehrbücher verbreiten dafür gern die "Totempole" Schaltung. Siehe Anhang
"BistabilesRelaysInverterTotemPole.pdf". Allerdings benötigt auch das
primitiv Beispiel schon wieder mindestens eine Diode, einen Transistor
und einen Widerstand mehr.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
@ Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
>nichtinvertierend. Das Grundproblem bleibt: Um gut zu funktionieren muss>man mit der Ansteuerung sehr dicht an die Versorgungsspannungs bzw. das>Massepotential heran.
Jede CMOS-Ausgangsstufe macht das, wenn sie entsprechend ihrem Aufbau
nicht überlastet wird.
> Das Problem des Querstroms ist deutlich kleiner,
Nein, es ist NULL! Versuch mal einen Querstrom zu erzeugen.
>dafür machen jetzt u.U. die Transistoren nicht mehr richtig auf, d.h.>dem Relais könnte Spannung fehlen.
0,7V U_BE.
Falk Brunner schrieb:
Hallo Falk.
>>nichtinvertierend. Das Grundproblem bleibt: Um gut zu funktionieren muss>>man mit der Ansteuerung sehr dicht an die Versorgungsspannungs bzw. das>>Massepotential heran.> Jede CMOS-Ausgangsstufe macht das, wenn sie entsprechend ihrem Aufbau> nicht überlastet wird.
Ja. Aber bei Opencollector kann es je nach Widerstand und Last anders
sein (runter ist kein Thema, aber rauf schon).
Wenn Du noch andere Logiktypen hast, oder das Schaltsignal irgendwo aus
der Schaltung ableiten willst, kann es noch kritischer aussehen.
>>> Das Problem des Querstroms ist deutlich kleiner,>> Nein, es ist NULL! Versuch mal einen Querstrom zu erzeugen.>
Stell Dir zusätzliche Kapazitäten an den Basen vor.....manchmal braucht
man die zum Entstören. Dadurch wird das ganze träge, und es gibt eine
Überlappung.
Ausserdem werden Opencollector z.b. Schaltungen langsam, wenn sie sich
dem Ausgangspegel oben nähern (Kondensator volllaufen).
>>dafür machen jetzt u.U. die Transistoren nicht mehr richtig auf, d.h.>>dem Relais könnte Spannung fehlen.>> 0,7V U_BE.
Genau die. TTL kommt z.B. nicht so weit runter. Und siehe oben.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Eine andere Idee, um Relais schonend zu schalten, ist, die Schaltflanke
sehr flach zu machen. Nanosekunden oder Mikrosekunden spielen beim
Relais sowieso keine Rolle.
Sowas sah ich in einer Zündspulenschaltung, wenn man da keinen
Hochspannungstransistor mit 1,7kV zur Verfügung hat, oder dieser sehr
schwer beschaffbar ist. Dann legt man die Abschaltflanke so aus, daß die
Induktion des Relais den Transistor nicht killt. Geht ganz simpel, mit
RC-Glied an der Basis.
Allerdings erreicht man damit keinen so guten Zündfunken.
Früher hatte man für Relaisschaltwerke noch gar keine Halbleiter zur
Verfügung. Relais hatten auch mal eine Kurzschlußwicklung, was einfach
nur eine isolierte Kupferfolie (etwa wie Haushalts-Alufolie) auf den
Spulenträger gewickelt ist. Das war aber eher zur Abschaltverzögerung
gedacht.
Unter Umständen hilft auch einfach nur ein Widerstand parallel zur
Relaisspule, um die Abschaltung auch nur zu dämpfen. Ein bistabiles
Relais setzt man ja nicht unter Dauerstrom, so daß ein Widerstand, der
niederohmig genug ist, die Spannung auch nicht zu sehr ansteigen läßt.
Vielleicht interessiert einen meine Theorie:
Betrachte die Spule als Lautsprecher und bastele dazu ein sogenanntes
Boucherot-Glied. Damit hat man dann maximale Dämpfung, weil das Gebilde
dann nur noch einen Realanteil besitzt und diesen über einen weiten
Frequenzbereich.
Für die Auslegung brauch man RL und L der Relaispule. Sind beide leicht
meßbar. Dann gilt:
R=RL und Betrag(XC)=Betrag(XL)
Für die Frequenz hat Falk den richtigen Weg gezeigt, also f=1(2*ton).
ton hier die Anzugszeit. Die Abfallzeit kann man ja nicht direkt messen,
wie man obig lernte.
Der Bedämpfungskreis besteht aus R und in Reihe C parallel zur
Spulenwicklung.
Wenn meine Theorie stimmt, sollte das optimal sein. Kann ja mal jemand
mit SPICE nachprüfen.
Abdul K. schrieb:> Für die Auslegung brauch man RL und L der Relaispule. Sind beide leicht> meßbar. Dann gilt:
Nicht ganz: Der Anker bewegt sich -> die Induktivität ist variabel.
Gruß Anja
Diese Kleinigkeiten habe ich mal weggelassen. In meiner Ausbildung haben
wir zwar Relais bis zum Abwinken gehabt, aber wie man sowas auslegt, daß
wußten auch die Ausbilder anscheinend nicht. Damals hat das auch keinen
wirklich interessiert.
Der sichere Haltestrom ist typisch auch nur die Hälfte.
Salut zusammen
Vielen Dank für die zahlreichen und z.T. sehr ausführlichen Antworten.
Ich habe nun mal einige Supressordioden in meinen Einkaufswagen gelegt.
Kann nicht schaden, sowas im Baukasten zu haben :)
Wie ich sehe gibt es mehrere Ansätze, dem Problem zu begegnen. Solche
die mit Widerständen und Kondensatoren arbeiten, werde ich bei
Gelegenheit mal in Yenka nachbauen, um Simulationen durch zu führen. Für
meine Schaltung werde ich so schnell etwas passendes finden, denke ich.
Denn sie muss nicht in Nanosekunden schalten oder so. Es sollte einfach
nichts in die Luft fliegen ;)
Gruss
Hitsuji
Hallo Hitsuji,
wenn es ein normales bistabiles Relais mit einer Spule ist( z.B.
http://www.produktinfo.conrad.com/datenblaetter/500000-524999/504345-da-01-de-PRINTRELAIS_PE014F03_1415390_1.pdf
), dann braucht es zwei Push-Pull-Tri-State Ausgangstufen die diese
Spule ansteuern. Meist haben diese Ausgangsstufen die Schutzdioden schon
drin, wie z.B. der iC-DX (http://ichaus.biz/product/iC-DX) oder iC-JX.
Hier gibt es auch einige Applikationen für die Ansteuerung von 24V,
Relais oder auch Laserdioden: http://ichaus.biz/wp1_mikrocontroller .
Die zwei Ausgangstufen für die Spule werden dann inverse angesteuert.
Eine schaltet die Spulenspannung durch und die andere PP-Stufe Masse. In
die andere Richtung umgekehrt. Nach der Aktivierungszeit können dann
beide Stufen inaktiv(hochohmig) geschaltet werden.
Gruss h44
@ Horst H. (horst_h44)
>http://www.produktinfo.conrad.com/datenblaetter/50...>), dann braucht es zwei Push-Pull-Tri-State Ausgangstufen die diese>Spule ansteuern.
Jain. Es reichen zwei Push-Pull Stufen, Tristate müssen die nicht
können.
>Eine schaltet die Spulenspannung durch und die andere PP-Stufe Masse. In>die andere Richtung umgekehrt. Nach der Aktivierungszeit können dann>beide Stufen inaktiv(hochohmig) geschaltet werden.
Wozu? Wenn beide auf LOW oder HIGH liegen ist die Brückenspannung Null.
Hitsuji schrieb:> Zur Beantwortung der folgenden Frage habe ich bereits einige Zeit mit> Google verbracht, ohne befriedigende Resultate erzielen zu können.
Schlage vor, das nächste Mal mehr Zeit mit Tante Charlotte zu
verbringen. Brachte bisher immer befriedigte Resultate.