Hallo,
vor ca 2 Jahren habe ich (unfreiwillig das Gehäuse von der Platine
gelöst) das Gehäuse eines "Genius 80" - Brushlesscontrollers (für
Modellautos) gewechselt. Beim Zusammenbau habe ich jedoch eine kleine
Induktivität beschädigt (vermutlich zum Entstören des Controllers).
Diese wurde dann ausgelötet, mit der Zeit geriet das Ganze dann jedoch
in Vergessenheit.
Da ich nun wieder aktiv Modellauto fahre, möchte ich diesen ansonsten
intakten Controller wieder reparieren, jedoch weiß ich nun nicht, welche
Induktivität verbaut war. Das SMD-Bauteil war ca 5x2.5mm groß (evtl.
etwas kleiner), in der Mitte ein Quader mit quadratischer Grundfläche
(Seitenlänge ca 1,5mm, Höhe ca 2mm), welcher eben von Kupferdraht
pyramidenförmig umwickelt war. Ich habe nun schon intensiv nach so einem
Bauteil gegooglet, jedoch bisher nichts derartiges gefunden (nur welche
mit rundem Kern oder liegender Spule). Da ich ehrlich gesagt auch wenig
Ahnung von Hochfrequenztechnik habe, weiß ich auch nicht, ob hier evtl.
ein anderes Fabrikat verbaut werden könnte.
Wie könnte das Bauteil heißen?
Was würdet ihr in einem solchen Fall tun?
LG
Andreas
Frage bei Graupner an, wozu kauft man sonst bei einer Apotheke. ;-)
Oder ab in die Tonne und neuen Regler kaufen.
Hier wird dir keiner Helfen können.
G Ert
@Oliver: dass das Bauteil Spule heißt ist mir schon klar, nur um welche
genaue Bauart es sich handelt (aufgrund der obigen Beschreibung) wollte
ich wissen, da ich derartiges noch nicht im Netz entdeckt habe.
Bei Graupner habe ich schon angefragt, die haben mir leider (noch) nicht
geantwortet.
Die Spule wird vermutlich für die Stromversorgung des Mikrocontrollers
(Glättung?) eingebaut sein, da der Controller ohne dieses Bauteil ansich
funktioniert, jedoch eben stark stört/ruckelt (BEC etc funktioniert
alles).
versuch doch mal den Chip an dem das Ding dranhing zu identifizieren und
lade Dir das Datenblatt runter. Eventuell kann man dann ja abschätzen
was das mal war. Oft sind Standard-Beschaltungen drin aber zumindest
weisst Du dann was der Pin macht und kannst anhander der anderen
umgebenden Teile sehen wofür die Indiktivität gedacht war.
Stefan
Hey Andreas,
falls Du ein scharfes Foto der Platine machst und vielleicht noch
andeutest, wo die fehlende Induktivität mal war, kann man ev.
abschätzen, was die gemacht hat und welchen Wert sie haben sollte.
Ein möglicher Zweck wäre z.B. die Filterung der Versorgung für analoge
Schaltungsteile (AVDD).
Viele Grüße
flipsi
Andreas P. schrieb:> Modellautos) gewechselt. Beim Zusammenbau habe ich jedoch eine kleine> Induktivität beschädigt
Vielleicht reicht es ja zumindestens zum Testen, die beiden
Anschlüsse mit einer Drahtbrücke zu verbinden...
Gruss
Harald
Christian X. schrieb:> Graupner ist doch pleite? Da geht noch jemand ans Telefon?
Die sind inzwischen als neue Firma Graupner/SJ wieder auferstanden.
Oliver
Hallo,
ich habe nun ein Foto von der oberen Platine gemacht (die Rückseite und
2. Platine darunter beinhalten ohnehin nur die Leistungs-FETs). Wie gut
zu sehen ist, ist zur Zeit eine Brücke zum Testen eingelötet --> Regler
stört sehr stark, ruckelt (jedoch kein klassisches Cogging).
Das 2. Bild ist eine Skizze vom Originalbauteil.
Hat jemand diese schon mal gesehen?
Wie könnte man diese Spule mit der im Link unten angeführten Bauform
bezüglich Induktivität vergleichen?
http://www.fastrongroup.com/series/82/findProducts
Ich habe zu ersten Versuchszwecken im Elektronik-Geschäft schon mal eine
Induktivität 1206 1µH (mit Keramik-Kern, Bauform wie im Link) geordert,
da mit dem Preis von 1€ nicht viel verloren ist.
mfg
Andreas
Hi Andreas.
Das Foto der Schaltung ist leider echt mies und zudem noch sehr groß.
Deine Beschreibung des Originalbauteils erinnert an die LQH** Familie
von Murata (z.B. LQH3C). War die Oberseite der Spule vielleicht bereits
beschädigt (Teil des Kerns abgebrochen)?
Viel Erfolg
flipsi
Hallo,
ich habe nun bei Sonnenlicht um Einiges bessere Bilder machen können und
nun auch die µC-Bezeichnungen lesen können (Energiesparlampen haben
nicht nur Vorteile...). Die Platine ist leider ziemlich verdreckt, habe
sie schon mit Bremsenreiniger zu reinigen versucht. Bei weiterem Testen
(ca 1min) habe ich eine deutliche Erwärmung (ca 35-40°C) des Drahtstücks
bemerkt.
Hier die Herstellerseite vom µC:
http://www.microchip.com/wwwproducts/Devices.aspx?dDocName=en010329
Zu der von dir angesprochenen Spule habe ich ein ausführliches
Datenblatt gefunden, meiner Erinnerung nach war der "Kopf" der
Originalspule nicht so groß, sie war jedoch ansonsten dieser sehr
ähnlich.
http://www.spelektroniikka.fi/kuvat/muratakeloja1.pdf
Wenn ich diese Spulen mit den Fastron-Spulen (andere Bauform)
vergleiche, scheinen sie merklich weniger Widerstand zu haben. Was
könnte beim Controller mehr oder weniger Widerstand bei der Induktivität
für Auswirkungen auf die Schaltung haben?
mfg
Andreas
Bei den Bauteilen in der Nähe dürfte das die Induktivität eines
Schaltreglers sein.
Ist also nicht zum "Entstören" sondern hat eine essentiell wichtige
Funktion.
Wenn ich das hier richtig sehe:
http://www.graupner.de/de/products/fe157a63-1203-43c8-866d-64197ac67366/7156/product.aspx
Ist die Versorgungsspannung recht niedrig.
Daher würde ich sagen das ist ein Step-Up Schaltregler für die MOSFET
Treiber.
Ich habe die ältere Version des Genius 80, dh den mit dem magentafarben
eloxierten Aluminium-U-Profil. Dieser hat eine Betriebsspannung von
4,8-12V, ich selbst benutze den Regler an 7,2V (6 Zellen NiMH) oder 7,4V
(2S LiPO).
Hier die gesamten Kenndaten des Reglers:
-Betriebsspannung von 4,8 bis 12 Volt
-Dauerstrom (bei brushless-Motoren) 80 Ampère
-Strom kurzzeitig bis 160 Ampère
-Geeignet für sensorbetriebene und sensorlose Motoren
-BEC mit 5,8 Volt, bis 4 Ampère kurzzeitig
-Unterspannungsabschaltung
-Überspannungsschutz/Verpolungsschutz
-Wiederaufladen des Fahrakkus beim Bremsen
-(Über-)Temperaturabschaltung
-Wahlweise Rückwärtsgang-Funktion
Andreas P. schrieb:> ich habe nun bei Sonnenlicht um Einiges bessere Bilder machen können und> nun auch die µC-Bezeichnungen lesen können (Energiesparlampen haben
Hallo Andreas,
gut wäre, wenn Du die Bezeichnung des 5-poligen Bauteils darüber posten
könntest, die ist auf dem Bild schlecht erkennbar.
Und: Bremsenreiniger ist villeicht nicht die Beste Idee zur
Platinenreinigung. Maximal vielleicht Druckluft und selektiv vorsichtig
Alkohol (nich der Doppelkorn sondern Spiritus). "Waschen" vertragen
nicht alle Bauteile.
rgds
OK danke für deinen Tipp, beim Bremsenreiniger war mir eh etwas unwohl.
Der 5-beinige IC oberhalb des fehlenden Bauteils heißt vermutlich S48B,
5-beinige IC noch weiter oberhalb heißt K401 (unten links neben dem µC).
Ich habe leider bisher nichts Brauchbares über diese beiden ICs im
Internet gefunden.
mfg
Andreas
Hm, ich würde das ganz banal angehen.
Leitung vom Schaltregler zum Rest der Schaltung unterbrechen,
verschiedene Induktivitäten einlöten und mal kucken.
> S48B
Wie ich schon vermutet hatte, nen Step-Up Regler:
http://www.ti.com/lit/ds/symlink/lm2703.pdf
Der wird wohl 12V erzeugen - kannste nach dem Einlöten einer passenden
Spule ja dann mal messen.
Also eine Induktivität im 10µH Bereich nehmen, mind. mit 200mA
belastbar.
Andreas P. schrieb:> Der 5-beinige IC oberhalb des fehlenden Bauteils heißt vermutlich S48B,
Das ist ein Schaltregler-IC, Step-Up.
http://www.bdtic.com/DataSheet/NSC/LM2703.pdf
Die Induktivität errechnet sich über:
L = (Vout - Vin,min + Vdiode) / Icl * Toff
L = (12V - 4,8V + 0,4V) / 0,3A * 400ns = 10,1µH
Der maximale Strom über
Ipeak = Icl + Vin,max / L * 200ns
Ipeak = 0,3A + 12V / 10µH * 200ns = 0,54A
Also eine Spule mit 10µH und 0,6A, besser 0,7A.
Bei Reichelt gibt es diese, wobei du schauen musst, ob die mechanisch
passen: L-PISG 10µ, L-PIS2408 10µ
Als 10µH Spulen werden im DB diese vorgeschlagen:
Murata LQY33PN100M02 oder Coilcraft DT1608C-103
Vielen Dank für eure Bemühungen, ihr habt mir wirklich sehr
weitergeholfen :D
Die genannten Induktivitäten von Reichelt und die Coilcraft DT1608C-103
sind leider zu groß, ich habe höchstens 5,5x2,5mm Platz. Die von dir
angesprochene Murata Induktivität habe ich leider nicht gefunden, jedoch
zwei sehr ähnliche (die obige ist vielleicht der "Nachfolger" der
angesprochenen):
http://psearch.murata.com/inductor/result/?u_inductance=mh&v_inductance=10&size_l_w=W02_022&u_rated_current=ma&v_rated_current=600&cat=i_spec
Bei Farnell wäre die untere Spule, die "LQH32PN100MNCL" in Europa
lagernd mit akzeptabler Mindestbestellmenge (10 Stk.), dh die Sache
kostet <10€. Diese würde hier gut passen, oder?
http://at.farnell.com/murata/lqh32pn100mncl/leist-induktivitaet-10uh-20/dp/2219240
PS: Wie habt ihr die geposteten Datenblätter gefunden, wenn ich fragen
darf? Ich habe lange nach etwas Brauchbarem gesucht, jedoch vermutlich
an den falschen Seiten/mit falschen Suchbegriffen.
mfg
Andreas
> Bei weiterem Testen (ca 1min) habe ich eine deutliche Erwärmung> (ca 35-40°C) des Drahtstücks bemerkt.
Naja, die Drahtbrücke wird nicht warm werden, eher die umliegenden
Bauteile.
Ob das Schaltregel-IC überhaupt noch funktioniert?
Andreas P. schrieb:> PS: Wie habt ihr die geposteten Datenblätter gefunden, wenn ich fragen> darf? Ich habe lange nach etwas Brauchbarem gesucht, jedoch vermutlich> an den falschen Seiten/mit falschen Suchbegriffen.
S48B step up
dann kam die Bezeichnung schon und LMxxxx ist National bzw. nun TI
< 1 minute ;-)
Die von Farnell müsste gehen.
Kannste übrigens privat über den HBE Shop bestellen.
Andreas P. schrieb:> Wie habt ihr die geposteten Datenblätter gefunden, wenn ich fragen> darf?
Einfach den Code und die Bauform eingegeben: S48B sot23
Alternativ den Code und "smd marking": S48B smd marking
Hi Andreas!
Du kannst auch die vorgesehene Ausgangsspannung anhand des
Spannungsteilers bestimmen (wie im Datenblatt gezeigt, dort: R1 und R2).
Die Werte stehen ja auf den Bauteilen (im Foto sind sie leider nicht
genau zu erkennen).
Ev. ist die zu erzeugende Spannung nicht 12V sondern ein kleinerer Wert,
was die geringe Baugröße der Induktivität erklären würde.
Viele Grüße
flipsi