Hallo Zusammen,
für einen Dipol gilt, dass er perfekt abstrahlt wenn seine Länge der
Hälfte der Wellenlänge besitzt. Bei den RFID-Antennen, wie man sie zur
Diebstahlsicherung kennt, beutzt man 13,56Mz was knapp 22m-Wellenlänge
entspricht. also ist eine Länge von 11m richtungsweisend. Auf den
Bildern: http://www.unipress.de/rfid.php sieht das aber nicht wirklich
aus, als ob das Teil 11m lang ist in der Summe.
Warum ist das so? Nimmt man eine kürzere Länge in Kauf und schließt dann
noch eine Kondensator/Spule an die Antenne um auf die richtige Länge zu
kommen?
Beste Grüße
Es gibt viele Antennenformen, nicht nur Dipole.
RFID nutzt üblicherweise die magnetische Komponente. Du siehst also eine
(möglichst großflächige) Spule, die mit einem Kondensator auf der
gewünschten Frequenz in Resonanz gebracht wird.
So ist es.
Es handelt sich um das "H-Feld" ( die H-Komponente des Feldes ).
Also um eine sog. magnetische Antenne, auch Loop Antenne genannt.
Die bewickelte Ferritstabantenne in Mittelwellenempfängern arbeitet auch
nach diesem Prinzip.
Sie ist Teil einens Schwingkreises.
Wenn an einen Mittelwellenempfänger eine Lambda/4 Drahtantenne dran
müsste...
wow, so einen grossen Garten muss man erstmal haben...
Noch als Zusatz:
Man hat also die Richtcharakteristik der Loop-Antenne und stellt sie
über den Kondesator auf die gewünschte Sende-bzw-Empfangsfrequenz.
ich glaube mir geht gerade ein Licht auf :)
Beim Radio ist die Antenne ja auch immer gleichlang, intern wird dann
wohl ein Drehkondensator sein, der mit der Antenne sich auf die Richtige
Empfangsfrequenz einstellt, oder?
Alexander Haleer schrieb:> Beim Radio ist die Antenne ja auch immer gleichlang, intern wird dann> wohl ein Drehkondensator sein, der mit der Antenne sich auf die Richtige> Empfangsfrequenz einstellt, oder?
Nein, die Radioantenne wird nur sehr grob und fest auf das gewünschte
Frequenzband eingestellt. Abgestimmte Antennen gab es nur in der
Anfangszeit des Radios und da auch selten. Heute wird die Energie aus
der Antenne in einen (niederohmigen) Abgriff eines separaten
Schwingkreises eingekoppelt.
Mir fällt dazu gerade eine Frage ein. Wie ist das eigentlich beim Radio
dann? Große Antennen sind teuer, haben die Sendemäste dann Dipole in
Wellenlängengröße. Man kann sie analog zum RFID-Thema, kleiner machen in
dem man einfach eine Kapazität einbaut. Oder gibt es gute Gründe hier
nur auf einen vollen Dipol zurückzugreifen?
Einfache Antwort: Das kommt darauf an :-)
Langwelle: Mast mit einer Reusenantenne, nur Mast mit Dachkapazität. Am
Fuß des Masten ein Häuschen mit einer Anpasseinheit.
Mittelwelle: Mast, Anpassung am Fuß
Kurzwelle: LogPer Antenne, Dipol, Dipolwand
UKW: Dipolgruppen
Um einen guten Antennengewinn zu haben, macht man das Gebilde groß. Die
zweite Entscheidung ist, ob es rundstrahlend oder gerichtet wirken soll.
Auch die gewünschte Polarisation spielt eine Rolle. Und nicht zuletzt
auch noch Platz und Kosten.
Dipole in Wellenlängegröße sind erst auf Kurzwelle praktikabel. Es gibt
einige Auslandsdienste, die Arrays von Dipolen verwenden, für höhere
Bänder sogar drehbar, wie die bekannte Drehrichtantenne von Radio
Vatikan.
Für Mittelwelle und Langwelle werden hingegen nahezu ausschließlich
Vertikalstrahler eingesetzt. Ist die Betriebswellenlänge zu groß, um den
Strahler mechanisch in Lambda/4 Höhe aufzubauen, greift man zur
elektrischen Verlängerung eines mechanisch kurzen Strahler. Durch
Verlängerungsinduktivitäten am Fußpunkt, seilförmigen Dachkapazitäten an
der Mastspitze oder Kombination aus beidem werden mechanisch kurze
Strahler auf der Betriebswellenlänge resonant gemacht.
Gruß... Bert
Mist, Georg war wieder schneller ;-)
Eine Reuse dient aber eher nicht zur elektrischen Verlängerung, sondern
zum Erhöhen der Nutzbandbreite der Antenne. Gerade auf Langwelle sind
einfache Masten elektrisch so schlank, daß bereits innerhalb der
Seitenbänder eine erhebliche Fehlanpassung bei höheren
Modulationsfrequenzen auftritt. Daher werden Seilreusen eingesetzt, um
den Mast elektrisch zu verdicken.
Gruß... Bert
Georg G. schrieb:> Um einen guten Antennengewinn zu haben, macht man das Gebilde groß. Die> zweite Entscheidung ist, ob es rundstrahlend oder gerichtet wirken soll.> Auch die gewünschte Polarisation spielt eine Rolle. Und nicht zuletzt> auch noch Platz und Kosten.
heißt das, dass eine komplette RFID-Antenne besser abstrahlt, als eine
kürzere und auf die Resonanzfrequenz angepasste Antenne. Ich meine wenn
der Gewinn höher ist, wird die Empfangs bzw. abgestrahlte Leistung ja
größer.
wobei ich momentan nicht verstehe, wie eine größere antenne einen
besseren gewinn erzielt.
In der Theorie ist die kurze lineare Antenne optimal. Leider gibt es in
der Praxis so Schmutzeffekte wie den Widerstand der Drähte.
Größe ist nicht alles, aber ein größeres Gebilde kannst du i.A. besser
optimieren (in Grenzen). Schmalbandige Antennen haben (bei gleicher
Baugröße) einen besseren Gewinn als breitbandige Antennen.
Zum Thema "Antennengewinn" noch eine Bemerkung: Es gibt die Notlüge, die
gemeine Lüge, die Wahlversprechen der Politiker. Und es gibt die
Katalogangaben der Hersteller über den Antennengewinn.
Und ein letzter Hinweis: Eine Funkstrecke, die "auf Kante genäht" ist,
kannst du vergessen. Bei drahtlosen Übertragungen brauchst du immer
Systemreserve. Wie viel du dir gönnst, ist eine Frage deines Alters und
deiner Erfahrungen. 3dB sind aber in jedem Fall zu wenig.
Eine magnetische Antenne ist was ganz anderes. Das sind zwei gekoppelte
Spulen. eine als die Sendespule, die andere die Empfangsspule. Nebenbei
ist die Feldstaerke per Gesetz begrenzt. Die Reichweite ist etwa der
Durchmesser der Sendespule.
Man koennten mehr Reichweite erziehlen, wenn das Tag aktiv waere.
OK ich versuche das was ich bisher gelernt habe nochmal
zusammenzufassen.
- Es ist nicht nötig eine Antenne mit einer Länge von Lambda/2
aufzustellen um Signale zu empfangen und zu senden.
- Es reicht eine kürzere Antenne zu nehmen, die nicht vorhandene Länge
kann man durch eine Induktivität oder einen Kondensator ersetzen, z.B.
durch einen Dipol, der am Ende der Stäbe noch zwei kleine
Kondensatorplättchen angefügt bekommt, oder durch einen einfachen Einbau
eines Kondensators in den Stromkreislauf
- Die Zwei Bauvarianten unterscheiden sich nicht hinsichtlich Gewinn,
Richtcharakteristik und abgestrahlter/empfangener Leistung
- beim Design ruhig mal etwas mehr Power
- Pass auf was dir Politiker sagen
Nein. eine magnetische Antenne ist was ganz Anderes. Wir sind im Nahfeld
der Spule und koppeln rein induktiv, ueber das Magnetfeld. Es gibt keine
E-Feld komponente.