Hallo,
mein Acer Aspire 5520G hat leider den Geist aufgegeben. Wenn ich das
Gerät eingeschaltet habe, hat es kurz aufgeleuchtet und sich dann wieder
abgeschaltet.
Das Problem scheint sehr häufig zu sein, und so gibt es Youtube Videos
wie http://www.youtube.com/watch?v=by4yJ4fpJig, in denen beschrieben ist
wie man das Problem durch Erhitzen eines Chips manchmal zeitweise
manchmal dauerhaft wieder lösen kann.
Da ich das Gerät gerne in der Familie verschenken würde, habe ich mich
also daran gesagt, und das nackte Board mit einer Heißluftpistole wie im
Video beschrieben langsam von 100 auf 400 Grad erhitzt. Leider
funktioniert nun gar nichts mehr: Weder der Lüfter zuckt, noch leuchtet
auch nur eine LED - und sei es nur die Ladeanzeige.
Anbei ein Photo des erhitzten Boards. Möglicherweise ist einer der
benachbarten Bauteile in Mitleidenschaft gezogen worden? Besonders der
IC mit der Aufschrift "ROZO" sieht etwas unglücklich aus.
Könnt ihr mir bitte helfen die markierten Bauteile zu identifizieren?
Habt ihr eine Idee was ich sinnvollerweise noch probieren oder wie ich
am besten strategisch vorgehen kann?
An Ausrüstung besitze ich Fluke 115 Multimeter, ein (sehr einfaches)
digitales Oszilloskop und einen Saleae 8 Kanal USB Logic Analyzer.
Vielen Dank im Voraus!
Der NVIDIA Chip hat Blasen bekommen. Schmeiß das Board weg und lern
daraus, dass das Erhitzen von Mainboards/Grafikkarten Schwachsinn ist.
Da ist nämlich nichts mehr zu retten.
Wer solche Videos in Netz stellt, gehört auch verklagt. Das ist ja mehr
als grob fahrlässig. 400°C ist selbst für bleifrei löten viel zu viel.
Ich hab schon eine Grafikkarte wieder lebendig bekommen, aber bei 230°
im Ofen. DU kannst das Mainboard jetzt getrost als Elektronikschrott
entsorgen. Alleine die Blasen auf dem NVidia Chip sagen dass da rein gar
nichts mehr zu machen ist. Die ganze Platine hätte man zudem vorher
lange (im handwarmen Ofen) trocknen müssen. Aber bei sowas muss man
schon sehr genau wissen, was man tut.
Peter Reither schrieb:> Das Problem scheint sehr häufig zu sein, und so gibt es Youtube Videos> wie http://www.youtube.com/watch?v=by4yJ4fpJig, in denen beschrieben ist> wie man das Problem durch Erhitzen eines Chips manchmal zeitweise> manchmal dauerhaft wieder lösen kann.
Es gibt anscheinend Psychopathen im Netz, die sich daran erfreuen,
wie andere Menschen Ihre teuren Notebooks ruinieren.
Gruss
Harald
Christian R. schrieb:> Alleine die Blasen auf dem NVidia Chip sagen dass da rein gar> nichts mehr zu machen ist.
Nicht unbedingt. Vielleicht sollte er mal vorsichtig mit dem Hammer das
DIE wieder festklopfen? Vielleicht auch mit der Nadel die Blasen
aufpieksen, damit das Gas wieder raus kann.
Christian R. schrieb:> Alleine die Blasen auf dem NVidia Chip sagen dass da rein gar> nichts mehr zu machen ist
Wieso? Das ist doch kein Problem. Mit einem Bunsenbrenner kann der
Kunststoff aufgeschmolzen werden. So kann die Luft entweichen und die
Bondings schmelzen wieder zusammen.
Hehehe hehehe schrieb:> Peter Reither schrieb:>> Aufschrift "ROZO">> Ick schmeiss mir weg :=)
versuchs mal mit R 020. ist ein Meßwiderstand
(müßte so 0,1-1% toleranz haben)
Grüße
Peter Reither schrieb:> habe ich mich> also daran gesagt, und das nackte Board mit einer Heißluftpistole wie im> Video beschrieben langsam von 100 auf 400 Grad erhitzt.
Hattest du denn einen SMD Heißluftstation, oder eine "ausm Baumarkt zum
Türblätter abflämmen" ? Vermutlich "etwas größer" (da du ja bis zum
Meßwiderstand "vorgedrungen" bist). Wenn nicht: Wieso bist du denn dah
hinten vorbei gekommen?
Versuchsweise hättest du mal an einer alten Platine erste
Heißluft-Erfahrung sammeln sollen (wie lange, wann wird das Lot flüssig
etc)
Unbedingt empfehlenswert ist es auch, nicht betroffene Beriche
abzudecken sofern man den Luftstrom nicht sehr genau steuern kann (z.B.
weil der "Brenner" zu viel Luft rauspustet)
Zu deinem Notbook kann man wahrscheinlich nur noch Kondolenz-Bekundungen
aussprechen.
Also,
ich bin ein Mathematikstudent, der sich nebenbei für Elektronik und uC
interessiert, und sich versucht in der Freizeit ein wenig in die Materie
einzuarbeiten. Dabei sind sowohl meine Zeit als auch meine Ressourcen
begrenzt. Und ja, viel Ahnung habe ich deshalb noch nicht - dazu stehe
ich.
Das Gerät hatte ich für mich schon abgeschrieben, aber da ich es gerne
an jemanden weitergegeben hätte, der nicht das Geld für so ein Gerät
hat, und die PC Werkstatt es mit "Mainboarddefekt - nicht zu reparieren"
abgetan hat, wollte ich es einmal versuchen. Mehr als kaputt machen war
nicht drinnen, wie "prx" korrekt festgestellt hat. Und da das Video bei
einigen funktioniert hat, war ich halbwegs guter Dinge, und habe mir von
einem Bekannten eine Heißluftpistole (no-name) mit Temperaturvorwahl
ausgeliehen. Die Düse war leider doch recht breit, wohl zu breit.
Hmm, irgendwie finde ich die Reaktionen schade. Wenn ich sehe was für
hilfsbereite Antworten im Forum (vor allem im uC Bereich) zu selbst
immer wieder denselben Fragen kommen, und mit was für einem Engagement
hier geantwortet wird - damit hätte ich nicht gerechnet. Ja, ich kenne
mich nicht gut aus. Und ja, natürlich weiß ich, dass ich nicht die SMD
Bauteile vom Chip abkratzen sollte...
Könnt ihr mir bitte ohne Ironie einfach sagen ob ich noch etwas
versuchen kann, oder ob das Gerät nun endgültig in die Tonne muss?
Sondermüll kommt nicht in die Tonne !
[sarkasmus]Freut sich ein Chinesenkind wieder ordentlich krebserregende
Dämpfe einhecheln zu können [/sarkasmus]
Sieh's als Erfahrung an und weg mit dem Schrott, neues Mainboard usw.
usf. kommt genauso teuer wie ein neues Notebook mit besserer Leistung.
Hast dann halt Windoof8 drauf :-P
Tonne.
Der Chip hat Blasen geworfen. Da ist jede Rettung zu spät.
Man kann versuchen den Chip zu lösen und zu ersetzen, aber das sprengt
keden Kostenrahmen. Aber als "Löt-Versuchs-Platine" und zum
Ausschlachten bestimmt noch zu gebrauchen, wie auch der Rest des
Laptops.
Du kannst Dich ansonnsten informieren, was ein Ersatzmainboard kostet.
Vielleicht ist es damit getan. Aber ich würde nicht zu viel Hoffnung
haben ;)
Du kannst die Einzelteile (Monitor, CD-Laufwerk, irgend welche Module,
Gehäuse) oft noch Gewinnbringend bei eBay verkaufen.
Die Platine kann man auch verkaufen, entweder als Schrott oder für 1
Euro zum Teile ablöten.
Dein Fehler war die hohe Temperatur.
Du hättest über einen recht langen Zeitraum hinweg Wärme hinzufügen
müssen, dabei sollte es nicht wärmer als 230°C werden.
Das Problem ist eine Umgebung zu schaffen die sehr warm ist und die
Temperatur gleichmäßig verteilt. (230°C im Umluft-Ofen oder besser
Selbstbau-Ofen)
Das draufhalten mit einem 400°C Heißluftfön bringt es nicht, an anderen
Stellen ist die Wärme dann schon wieder weg weil sie durch die inneren
Kupfer-Layer in der Platine verteilt wird.
Ein vorwärmen wäre ganz gut, erst bei 50°C über einen Tag und dann eine
Weile (eine Stunde) bei 100°C.
Wenn dann die ganze Feuchtigkeit aus den Bauelementen entwichen ist
(hoffentlich nicht aus den Elkos ... ) kannst du deinen Chip erwärmen
und auf 230°C bringen.
Es gibt aber oft Mikrorisse im Lötzinn, da sich der Grafikchip ausdehnt
und am Rand die Bälle Risse bekommen, daher müsste man ordentlich
Flussmittel unter den Chip fließen lassen und dann entfernt man das
meiste wieder mit Druckluft.
Es gibt schon Leute die sowas können, allerdings haben die sich auch
schon an alten Mainboards probiert, kennen das Verhalten des Lözinns und
wissen wann alles flüssig ist.
Dieses Problem mit den Blasen kennt jeder der wertvolle Teile wieder
auslöten muss und man lernt es dann zu vermeiden.
Hallo Peter,
leider, Mainboard ist tot, und ich glaube reparatur auch in
Reparatur-Service is auch nicht moeglich.
Du kannst versuchen Ersatzmainboard zu finden, es kostet hier in
Kroatien 50 bis 60 €.
Ich hab gleiche Model wie du, mit gebrochenen LCD, und ich warte jetzt
das ich finde welche, manchmal kann man auf einem sehr niedrigen Preis
zu finden.
der durch dich verursachte Effekt heißt "Popcorning"
http://de.wikipedia.org/wiki/Surface-mounted_device
siehe das Bild am Ende des Artikels.
<erläuterung: Das Kunststoff-Gehäuse zieht Feuchtigkeit. Die Platine muß
vor Heißluft-Bearbeitung erst mal wie Zwieback im Backofen getrocknet
werden (feuchtigkeit rausholen) bevor du mit höheren Temperaturen dran
gehen kannst um Chips zu entlöten oder festzulöten
420°C?
LORF! Der Typ im Video hat Dich mal mächtig verarscht! Der hat sein
FUNKTIONIERENDEN Laptop zerlegt, und vorher schön die Temperatur
gefilmt!
Als er die Düse übern IC gehalten hat war die Lötstation AUS!
Sowas sehen wir in Youtube letzter Zeit öfters...
Gut, dann weiß ich jetzt besser Bescheid, danke!
Das mit dem Mainboard-Neukauf ist ein guter Tipp, mal schauen was eBay
da so anbietet. Und an dem defekten Board zu üben ist auch eine gute
Idee