Hallo Gemeinde!
Eigentlich lebe ich mit diesem Fehler schon einige Jahre. Mein Toshiba
VHS-Recorder schaltet sich in regelmäßigen Abständen ein, spult die
Kassette zurück und wirft sie aus. Das aber ohne irgend ein zutun.
Nachdem ich ihn gebraucht habe befindet er sich immer im Standby Modus.
Wie ist das möglich? Das geht ja schon fast ins esoterische. Hat einer
von euch Spezialisten eine Ahnung woher das kommen könnte?
Danke fürs nachdenken..
Das Gerät hat inzwischen wohl sein Mindesthaltbarkeitsdatum
überschritten.
Bitte umgehend entsorgen und durch Neukauf eines zeitgemäßen Mediums die
(chinesische) Wirtschaft unterstützen.
herbert schrieb:> Mein Toshiba> VHS-Recorder schaltet sich in regelmäßigen Abständen ein, spult die> Kassette zurück und wirft sie aus. Das aber ohne irgend ein zutun.
Meine Vermutung:
Die Bandende-Erkennung ist zu empfindlich. Vielleicht laufen deine
Kassetten etwas schwer und er VRC meint, das Band sei am Anschlag.
Zurückspulen und auswerfen ist dann die durchaus übliche Entscheidung.
herbert schrieb:> Hat einer> von euch Spezialisten eine Ahnung woher das kommen könnte?> Danke fürs nachdenken..
Sieh mal nach den Schachtsensoren. (Lichtschranken) Der linke ist zum
zurückspulen.
Videorecorder waren schon was tolles. Meine dvd Player waren eigentlich
immer zickig (Vorallem bei selbstgebrannten Dvd's) so das ich damals 3
Dvd Player hatte um alles abspielen zu können. Jetzt habe ich einen
Dlink Mediaplayer der spielt fast alles, nur nach jedem Film muss man
ihn neustarten. Irgendwie auch Doof.
Zu deinem Problem
Er steht vollständig aus dem Standby auf und spult zurück?
Macht er das auch wenn du ihn von hand aus dem Standby holst?
Ich denke mal eher das ist Absicht. Ein Videoband wird über diverse
Rollen recht weit aus der Kassete gezogen. Wenn nun das Band lange so
"Schutzlos" offen im Vcr rumhängt kann es Verstauben, Verkleben, Oder
sich durch minimale Elektromagnetische felder löschen. Für den Film und
deinen Player ist es also besser das Band auszuwerfen.
Du könntest ja mal prüfen ob z.b. die Zeit bis zum Auswurf immer
identisch ist.
Liebe Grüße
> Zu deinem Problem> Er steht vollständig aus dem Standby auf und spult zurück?
so schreibt es der TO zumindest
> Macht er das auch wenn du ihn von hand aus dem Standby holst?
offenbar von selbst, wenn die Fehlerbeschreibung stimmt.
Das heißt die Standby-Schaltung hat einen Schaden.
Wenn der Videorecorder ein Timer-IC NE555N haben sollte, ist
wahrscheinlich der Kondensator am Ausgang dieses ICs defekt und die
Schaltschwelle wird nich mehr eingehalten.
Müßtest Du mal messen bzw. wenn Schaltplan vorhanden könnte man mehr
sagen.
Ronald T. schrieb:> Spult er die Kassette zurück auch wenn er ganz ausgeschaltet ist?
Ganz ausschalten ist nicht möglich außer Stecker ziehen. Es gibt noch
einen Sparmodus da erlischt das Display welche bei Standby die Uhrzeit
anzeigt. Die Abstände wo er sich aus Standby aktiviert um zurück zu
spulen sind länger. Manchmal alle vierzehn Tage oder länger und eher
zufällig. Wenn keine Kassettte drinnen ist ,dann schaltet er sich nur
ein. Es sind dann die Zählwerkdaten zu besichtigen. Eine kleine
Sammmlung von Videos hat wohl jeder.Deswegen will ich ihn auch nicht
entsorgen solange er zum abspielen noch zu gebrauchen ist. Im Prinzip
macht er im normalem Betrieb keine Mucken. Trotzdem wäre es schon mal
wissenswert dahinter zu steigen was den Recorder zu solchen Taten
bewegt. Bei mir fällt ab und zu für einige Sekunden der Strom aus.
Bemerkt habe ich das weil mein Schnurlos Telefon dann immer piept
genauso als würde ich das Steckernetzteil aus der Dose ziehen. Eine
zeitlichen Zusammenhang habe ich noch nicht gesehen. Ich hatte auch
schon die Vermutung ,dass Schaltsignale vom E-Werk auf der Netzspannung
der Auslöser sein könnte....aber eher nur spekulativ.
> Ganz ausschalten ist nicht möglich außer Stecker ziehen. Es gibt noch> einen Sparmodus da erlischt das Display welche bei Standby die Uhrzeit> anzeigt. Die Abstände wo er sich aus Standby aktiviert um zurück zu> spulen sind länger. Manchmal alle vierzehn Tage oder länger und eher> zufällig. Wenn keine Kassettte drinnen ist ,dann schaltet er sich nur> ein.
Hast Du das Rückspulverhalten bei eingelegter Kassette auch, wenn Du
selbst das Gerät von Standby einschaltest?
Das Rückspulen kann auch so gewollt sein.
> Bei mir fällt ab und zu für einige Sekunden der Strom aus.> Bemerkt habe ich das weil mein Schnurlos Telefon dann immer piept> genauso als würde ich das Steckernetzteil aus der Dose ziehen.
sollte eigentlich niemals vorkommen in einem Industrieland, aber für ein
Schwellenland auf das wir uns zubewegen eine ganz normale Entwicklung
;-)
Ganz schlecht, wenn Du solche Effekte öfters hast - je nach Pufferung
müßte dann auch das Display Deines Videorecorders in Blinkfeuer
übergehen.
> Eine zeitlichen Zusammenhang habe ich noch nicht gesehen. Ich hatte auch> schon die Vermutung ,dass Schaltsignale vom E-Werk auf der Netzspannung> der Auslöser sein könnte....aber eher nur spekulativ.
Störsignale kannst Du mit einem guten Netzfilter eleminieren - ich bleib
aber bei meiner Theorie, daß der Elko in der Standby-Schaltung der
Verursacher ist.
Wenn es hin und wieder zu kurzzeitigem Stromausfall kommt, würde ich mal
die Schrauben im Unterverteiler nachziehen LASSEN. Ich würde fast
behaupten, deinem Videorekorder fehlt der Strom, und wenn der wieder
ordnungsgemäß da ist, macht er diese Zicken. Probiers mal aus: Kasette
rein, ausstecken, wieder einstecken. Und was macht er?
Hubert Mueller schrieb:> Ich würde fast> behaupten, deinem Videorekorder fehlt der Strom, und wenn der wieder> ordnungsgemäß da ist, macht er diese Zicken. Probiers mal aus: Kasette> rein, ausstecken, wieder einstecken. Und was macht er?
Er geht nach dem wieder einstecken in den Standby Modus.....und wird
sich irgendwann wieder von alleine einschalten,die Kassette zurückspulen
und sie auswerfen. Blöde Sache.
mhh schrieb:> Wartest Du nun auf spontane Selbstheilung, oder schraubst Du das Teil> endlich mal auf um nachzusehen?
Das Teil hatte ich schon offen aber bei einem Fehler der sich in
größerem Abständen zeigt ist es schwer eine Ansatz zu finden. Mein
Kenwood R1000 hatte mal so einen blöden Fehler. Es viel immer das
Display aus.Sobald ich aber das Gerät öffnete ging es wieder. Messen
kannst da nix mehr. Ich habe dann nachdem mir das zu dämlich wurde
einfach gefühlsmäßig alle Lötstellen im Netzteil nachgelötet unnd siehe
da der Fehler war weg. Da brauchst auch Glück dazu. Im Vergleich zu
meinem ersten Viderecorder von Sony im Betamax Format ist in dieser
Kiste nicht viel drin ...aber im Fehlerfallle halt doch noch jede Menge.
Der Betamax war hin der Fehler aber bekannt. Aber den zu zerlegen um
dort hin zu kommen wo ich hin mußte das wollte ich mir bei diesem
verbauten Teil Profitechnik nicht antun. Da gab es nur hochwertige Alu
Spritzgussteile und nix Platik im inneren der Mechanik. Kostete auch
2200 DM damals.
Als erstes solltest du in deinem alten Schlachtschiff mal die
Netzteilelkos (siehe die allererste Antwort von mhh!) austauschen. Das
gilt vor allem dann, wenn du einen mit digitalem Standbildspeicher hast,
der DV-80 z.B. war recht vollgestopft mit Kram und hat das Netzteil gar
nicht schlecht belastet.
(Übrigens auch ein typischer Panasonic Fehler, das mit den Elkos)
Schachtsensoren können höchstens sekundär schuld sein, ich vermute eher,
das die Ablaufsteuerung zwischendurch einen Rappel kriegt durch Ripple
:-)
Bastler schrieb:> Wenn der Videorecorder ein Timer-IC NE555N haben sollte,
Lol.
> Bastler schrieb:> Wenn der Videorecorder ein Timer-IC NE555N haben sollte,>> Lol.
Videorecorder und kein Schaltplan ist schon schlecht, hier geht es um
eine Standby-Steuerung - da spielt ein solches IC schon eine Rolle. Ob
das bei Videorecordern ebenfalls so ist weiß ich nicht - falls ja, kann
man da ansetzen.
Okay, von Videorecordern habe ich nur sekundär Ahnung, und Du offenbar
ebenfalls wie man anhand der Tips merkt.
> Als erstes solltest du in deinem alten Schlachtschiff mal die> Netzteilelkos (siehe die allererste Antwort von mhh!) austauschen. Das> gilt vor allem dann, wenn du einen mit digitalem Standbildspeicher hast,> der DV-80 z.B. war recht vollgestopft mit Kram und hat das Netzteil gar> nicht schlecht belastet.> (Übrigens auch ein typischer Panasonic Fehler, das mit den Elkos)
LOL, es handelt sich um einen Betamax-Recorder nicht um Panasonic VHS.
Dein Zufallsprinzip, einfach Netzteilelkos tauschen und schon ist alles
gut, ist einer dieser typischen 50% Tips. LOL, try and error aufgrund
eines nicht identischen Modells eines anderen Herstellers, Deine Tips
sind ja prächtig.
Ohne Schaltplan - den kann man für die jeweiligen Betamax Modelle aber
noch bekommen - dürfte es in genau in diesem Zufallsprinzip enden.
herbert schrieb:> Mein Toshiba> VHS-Recorder schaltet sich in regelmäßigen Abständen einBastler schrieb:> LOL, es handelt sich um einen Betamax-Recorder
Tja, lesen müsste man können. Toshiba baute seinen letzten Betamax im
Jahre 1986. Da ich hunderte von Videorecordern auf dem Tisch hatte und
erfolgreich reparierte, kommt der Netzteiltipp auch aus einer gewissen
Erfahrung. Und nicht ein einziger Videorecorder im Consumerbereich hatte
jemals einen NE555. Es wäre vermutlich besser, du vermeidest es,
weiterhin Blödsinn zu verzapfen.
Amoklaufende Ablaufsteuerungen haben ihre Ursache entweder in falschen
Sensorsignalen oder in unzuverlässiger Stromversorgung.
> Tja, lesen müsste man können.
okay, Meister der Videorecordertechnik, verlesen.
> Es wäre vermutlich besser, du vermeidest es,> weiterhin Blödsinn zu verzapfen.
Wenn Du es besser weißt und uns aufklärst ist es ja gut.
In anderen Bereichen kommt dieses IC sehr wohl zum Einsatz ... dann
stimmt meine Theorie eben nicht, Pech für mich.
> Amoklaufende Ablaufsteuerungen haben ihre Ursache entweder in falschen> Sensorsignalen oder in unzuverlässiger Stromversorgung.
Dumpf auf Verdacht ganze Module, Netzteilelkos, etc. austauschen ist
sicherlich eine Reparaturmethode die erheblich Zeit spart (eben weil bei
xy der Fehler der Gleiche war, ist ja auch okay) ... nachmessen kann
auch nicht schaden, bevor man die Teile entsorgt.
In einer Werkstatt herrschen ganz andere Vorgaben - Du hast die
Schaltpläne, der TO nicht, der TO hat Zeit, Du nicht, usw.
Bastler schrieb:> Netzteilelkos, etc. austauschen ist> sicherlich eine Reparaturmethode die erheblich Zeit spart
Wenn herbert ein Oszi hat, ist das natürlich sehr nützlich, dann erkennt
man Ripple auf der Stromversorgung sofort. So habe ich das natürlich
auch gemacht und nie ganze Module getauscht, denn auch ich bin ein
Freund des Tausches auf Bauteileebene. Aufgrund des Postings vermute ich
aber, das herbert so etwas nicht zur Verfügung hat - deswegen der
praixsnahe Tipp, den mhh ja auch schon lange vor mir gab.
Hier mal ein ganz neuer Ansatz, da es wohl (noch) nicht nachvollziehbar
ist, warum oder genau wann er sich selbst einschaltet oder nicht:
- Hat der VCR eine Fernbedienung?
- Wenn ja, mit Infrarot (IR) oder (noch) mit Ultraschall (US)?
- Sicherstellen, das keine Haustier über die Fernbedienung laufen kann.
- Evtl. mal die Batterien/Akkus aus der Fernbedienung entfernen.
- Unter Umständen benutzen andere Fernbedienungen die gleiche
Frequenz/Code und Dein VCR fühlt sich mit angesprochen.
- Die Steigerung wäre, vmtl. nur bei IR der Fall, dass von einem
Nachbarn Streulicht durch ein Fenster reinkommt und dadurch der VCR
eingeschaltet wird (natürlich nur wenn Frequenz und Code wieder passen).
- Bist Du starker Raucher, bzw. wird in dem Raum wo sich der VCR
befindet stark geraucht? Wenn ja, kann bei CMOS-Schaltungen der sich
niederschlagende Rauch als schwach leitende Verbindung herausstellen
aber so Gatter/Flip-Flops setzen/löschen und damit den VCR einschalten.
Dies ist übrigens kein Witz sondern mir schon einmal untergekommen und
nach einer entsprechenden Reinigung der Platine ging dann alles wieder
wie gewohnt.
- ...
Zu meiner aktiven Berufszeit habe ich in den späten 70er und frühen 80er
Jahren so ziemlich alles an Videorekordern auf dem Tisch gehabt. Mit
dabei auch die lustigsten Fehler. Neben der Mechanik, welche seinerzeit
oft Probleme machte, waren es fast immer Fehler in der Ablaufsteuerung
und/oder im Netzteil.
Gerade beim Video2000 System gab es bei einem Hersteller aus Fürth
massenweise Probleme mit den damals neuen Schaltnetzteilen (auch de oben
schon erwähnte Ripple) und ausgelaufenen Pufferakkus. Diese waren beim
2280 und 2280a so ungünstig platziert, dass fast immer die
Ablaufteuerung beschädigt wurde. Da kam es auch zu einem "Eigenleben"
der Geräte, die taten entweder garnichts mehr, oder nur noch Mist.
Bei VHS gab es eher machanische Probleme oder schlecht justierte
Laufwerke, die Elektronik war erstaunlich zuverlässig.
Aber so schön und faszinierend die analoge Videotechnik auch war, ich
bin froh, dass es damit vorbei ist. Wer das damals noch miterlebt hat,
weiss wieviel "Spass" man mit VCR und V2000 haben konnte. Beta war
eigentlich nie ein Problem, vielleicht mal ein defekter Riemen.
Erstaunlich war das Neuland vieler Hersteller. Einige hatten reine
mechanische Steuerung, andere die ersten mit
Mikrocontrollern...irgendwelche DIL-40 Dinosaurier.
So long,
mfg, Wolle