THT Bauteile aus doppelseitiger Platine auslöten

Gast #3223643
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Hallo,

mir ist ein blöder Fehler unterlaufen. Ich habe einen ISP-Stecker 6-pol 
aus Versehen falsch herum auf eine doppelseitige Platine gelötet.
Das Problem ist, das ich mit dem Auslöten nicht zurecht komme, da sich 
das Zinn vermutlich durch die Bohrung auf auf die Oberseite gezogen hat. 
Daher meine Frage, wie lötet ihr so etwas aus?

Zur Verfügung stehen mir:
- 2 Lötkolben
- Entlötlitze
- Hand-Vakuum-Entlötpumpe

Danke.
Gast #3223666
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Das Plastik müsstest Du doch so abziehen können, dass nur noch die 
Stifte in der Platine Stecken. Dann die Lötstellen einzeln heiß machen 
und mit einer Zange herausziehen. Abschließend mit der Entlötpumpe die 
Löcher und Pads freisaugen. Danach die Stifte wieder in die Wanne 
fummeln (oder neue Stifte von Stiftleisten einsetzen) und auf der 
anderen Seite neu einlöten (eventuell vorm Löten darauf achten, dass 
alle Stifte die richtige Länge haben).
Gast #3223678
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Mit korrekten Thermals ist das kein Problem. Dafür sind die ja da.

Ich würde aber auch das Plastik abziehen (notfalls mit dem 
Seitenschneider zerbröseln) und die stifte einzeln ablöten. Mit Glück 
kann man es sogar richtigrum wieder draufstecken.
Gast #3223683
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> Wenn auch nur ein GND-Pin dabei is' hat er verloren

Die Pins leiten gut genug Wärme damit bei einigermaßen "nomalen" 
Platinen auch das Zinn an der Oberseite flüssig wird wenn man einen 
doppelseitig eingelöteten Pin von unten erhitzt.

Auch bei in Masseflächen verlöteten Pins hat das bei mir bislang immer 
geklappt; wichtig ist aber eine nicht zu dünne Lötspitze und genug 
Löttemperatur.

Bei Multilayer-Platinen und/oder sehr dicken Kupferauflagen könnte es 
aber schwierig werden. Die Platine auf so 100...150°C vorzuheizen könnte 
helfen.

Man kann solche Steckverbinder auch ganz gut per Heißluft entlöten (von 
der Lötseite her erhitzen); meist bleiben sie dabei sogar heil. Auf 
diese Weise habe ich schon ein paar Stecker und Buchsen aus kaputen 
PC-Mainboards ausgelötet; mit dem Lötkolben hatte ich da wenig Chancen.
Gast #3223708
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Lothar S. schrieb:
> Wenn auch nur ein GND-Pin dabei is' hat er verloren... .

Lothar S. schrieb:
> Nach meiner Erfahrung bruzelst Du bei einen GND-Pin nur Deinen
> Multilayer tot... .

Was hast Du denn für Werkzeug?
Mit einem vernünfigen Lötkolben (z.B. JBC), einer nicht zu dünnen 
Spitze, Entlötlitze und vielleicht noch ein wenig zusätzlichem 
Flußmittel bekommt man bei 350°C alles ge- und entlötet. Auch Bleifrei, 
4-Lagen und 105µ Kupfer.

Und wer redet hier von Multilayer. Es geht doch nur um eine 
doppelseitige Platine.
Gast #3223709
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Felix schrieb:
> Ich habe einen ISP-Stecker 6-pol
> aus Versehen falsch herum auf eine doppelseitige Platine gelötet.

Was weißt falsch herum?
Auf die falsche Seite oder bei einem Wannenstecker die Nase auf der 
falschen Seite?
Im zweiten Fall kannst Du versuchen, einfach die Plastikwanne 
runterzuhebeln und andersherum wieder auf die eingelöteten Stifte 
draufzusetzen.
Gast #3223731
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Hmm... Da muß ich wohl mal wieder JBC loben ;-)

Keine Probleme mit GND-Planes (ohne Thermals).
Letztens habe ich damit ohne Probleme einen TO-220 an einen 1/2"-3/4" 
Messing-Reduzierstück gelötet - allerdings nicht bleifrei.
Gast #3223763
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Martin schrieb:
> Auf die falsche Seite oder bei einem Wannenstecker die Nase auf der
> falschen Seite?

Die Nase auf der falschen Seite. Ich würde mein ISP quasi 180° verdreht 
einstecken.
Konkret geht es um die Hauptplatine der Word-Clock hier aus dem Forum. 
Dort sind Thermals.
Gast #3223777
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Felix schrieb:
> Die Nase auf der falschen Seite. Ich würde mein ISP quasi 180° verdreht
> einstecken.

Nimm einfach einen dünnen Schraubenzieher und hebel die Plastikwanne 
abwechselnd auf beiden Seiten von den Pins runter.
Dabei musst Du nur aufpassen, dass Du keine anderen Bauteile 
"zerdrückst" (z.B. Keramikkondensatoren), keine Leiterbahnen wegkratzt 
oder die Pins des Steckers zu sehr verbiegst. Mit ein bisschen Vorsicht 
ist das aber kein Problem. Meistens ist nur am Anfang etwas mehr Kraft 
notwendig, dann geht das Ding ganz locker runter.
Anschließend einfach richtig herum wieder auf die Pins draufsetzen und 
festdrücken.

Das habe ich hier schon ein paar mal gemacht, um eine Leiterbahn unter 
der Wanne zu patchen. Die Wanne hält danach immernoch erstaunlich gut. 
Beim ISP-Stecker dient sie ja ohnehin nur als Orientierungshilfe.

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