Schaltung für Theaterblitz

#3224701
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Hallo,

ich wurde von einem Freund gefragt ob ich nicht eine Attrappe für einen 
Fotoapparat der 30er Jahre für sein Theaterstück bauen könnte. Ich 
dachte mir, so schwer kann das nicht sein und hab nun einmal angefangen, 
allerdings hab ich nicht wirklich so viel Erfahrung mit Blitzen und 
meine Idee mit 3W-Leds wurde durch lesen von Beiträgen hier ziemlich 
schnell verworfen.

Lange Rede, kurzer Sinn, kann über den Schaltplan mal der ein oder 
andere Erfahrene drüber sehen?

Ich wollte diesen Übertrager nehmen:
http://www.conrad.de/ce/de/product/582263/?insert=33&insertNoDeeplink&productname=Blitzroehre-Uebertrager

Die Lampe mit dieser Zündspule zünden:
http://www.conrad.de/ce/de/product/542381/Zuend-Transformator-fuer-Blitzroehren-Betriebsspannung-200-V-Inhalt-1-St

Mit dem Kondensator schaff ich rechnerisch 5,3Ws, so hätte ich auch 
ungefähr meine Bitzlampe dann dimensioniert

Kann das so funktionieren?
Angehängte Dateien:
#3224731
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Markus B. schrieb:
> allerdings hab ich nicht wirklich so viel Erfahrung mit Blitzen und
> meine Idee mit 3W-Leds wurde durch lesen von Beiträgen hier ziemlich
> schnell verworfen.

In der Bucht und auf Flohmärkten bekommt man alte Blitzgeräte 
hinterhergeworfen. Im Prinzip findet man sowas in Form von 
Wegwerfkameras ("Film mit Linse") sogar in der Mülltonne von einem 
Fotodienstleister. Wobei speziell diese Teile vielleicht etwas 
schwachbrüstig sind. Sogar fürs Theater.


XL
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #3224786
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Markus B. schrieb:
> und hab nun einmal angefangen,
In dieser Schaltung ist schon der C? (vor dem Trafo) sehr dubios. 
Sperrwandler (das ist es, was du hier bauen willst) sehen anders aus. 
Aber: du musst das Rad nicht komplett neu erfinden, es gibt schon 
Schaltungen für Blitzlichtröhren, und Google findet da mit "blitzlicht 
röhre schaltplan" sofort was...

Und dass da nichts geregelt (oder wenigstens irgendwann mal 
abgeschaltet) wird, könnte durchaus Stress für den C? (nach dem Trafo) 
bedeuten.

BTW: warum heißen alle Bauteile "Fragezeichen"?

> Ich dachte mir, so schwer kann das nicht sein
Du wirst es nicht glauben: doch.
Im Ernst: was willst du mit dem Selbstbau einens Blitzgeräts lernen? 
Brauchst du diese Technik täglich?

> Es geht doch darum selbst etwas zu bauen?!
Aber doch nicht "um alles in der Welt!"
Schnitzt du dir deine Transistoren auch selber? Kannst du denn überhaupt 
den Übertrager wickeln?
#3224790
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Markus B. schrieb:

> Kann das so funktionieren?

Imho, nein. Was soll der Kondensator in der Primärseite da machen? So 
wie ich das sehe wird er sich in ein paar Schalttakten auf die 
Betriebsspannung laden und dann für alle Zeiten dafür sorgen dass nix 
mehr geschieht. So etwas baut man normalerweise als (pseudoresonanten) 
Sperrwandler auf.

Wenn du den Spannungswandler richtig hinbekommst, gehört eine 
Spannungsbegrenzung sekundär damit er den Elko nicht überlädt (Kann auch 
spektakulär sein auf der Bühne, aber nicht auf die gewünschte Art).

Die Schaltung um die Blitzröhre scheint zu passen auf den ersten Blick.

Und der Übertrager ist auch nicht mehr lieferbar bei Conrad.

Notwendige Bemerkung: Die Schaltung verwendet gefährliche Spannungen, in 
dem Elko ist genug Energie für ausgesprochen unangenehme Erfahrungen. 
Berührungsschutz ist hier ein Muss.

PS: Weiß ja nicht wie wichtig das ist, aber 1930 hat man mit Blitzbirnen 
fotografiert. Ist so also auch nicht authentisch ;-)
Gast #3224888
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1930? Ich überlege gerade, ob es da schon Blitzbirnen gab.
Mindestens hatten die die Form einer Glühbirne.
Üblich war da noch Blitzpulver mit Puff und Gestank.
http://www.ukcamera.com/classic_cameras/Blitzlicht0.htm
Also die Kiste ist groß genug, um einen modernen Blitz darin zu 
verstecken.
Hab jetzt auch einen für 2 EUR vom Trödel ergattert.
#3224904
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Markus B. schrieb:

> Naja klar könnte man etwas altes nehmen, allerdings wäre ich wohl in
> diesem Forum hier falsch oder? Es geht doch darum selbst etwas zu
> bauen?!

Man sollte immer Aufwand und Nutzen gegeneinander abwägen. Wenn Du
noch nie mit Schaltnetzteilen gearbeitet hast, ist es schwierig,
auf Anhieb ein funktionsfähiges Blitzgerät zu bauen. Ich denke,
Du hast auch so noch genug Aufwand, das Gerät mechanisch an Deine
Anwendung anzupassen.
Gruss
Harald
#3224906
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Einwegkamera würde ich auch nehmen.
Am besten gleich 2 oder noch mehr gleichzeitig zünden. Dann reichts auch 
für das Theater.
Vorteil: es braucht jeweils nur eine 1,5 Volt Batterie und das Basteln 
kommt trotzdem nicht zu kurz.
Das Zeug muss man auch erstmal narrensicher ( Schauspieler ) in ein 
anderes Gehäuse basteln...
Da ist genug zu tun.
#3224931
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Michael_ schrieb:
> 1930? Ich überlege gerade, ob es da schon Blitzbirnen gab.
> Mindestens hatten die die Form einer Glühbirne.
> Üblich war da noch Blitzpulver mit Puff und Gestank.

Stimmt, ich habe das allerdings auch etwas unpräzise wiedergegeben, im 
Eingangsposting war von den 30er jahren die Rede. Zumindest finden sich 
auf Wikipedia Osram Blitzbirnen (wie du richtig sagst, im 
Glühbirnenkolben mit E27 Gewinde) aus 1932, und die angeführte Seite 
gibt für die ersten Fertigungen in England 1930 und für Osram 1932 an, 
war also ganz was modernes damals.

Ist ja schade dass Blitzpulver nicht besonders handhabungssicher ist, 
ein toller Effekt wär echtes Pulver ja.
Gast #3225031
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Frage ist wie oft es funktionieren soll.
-Blitzpulver ist zu gefährlich
-Blitzbirne nur 1x http://de.wikipedia.org/wiki/Blitzlichtbirne
-Xenonblitz etwas zu modern? (Wegwerfkamera)

Wichtiger scheint mir das Äußere fürs Theater: also Stab mit Blitzlampe. 
Was da drin leuchtet sollte doch reichlich egal sein. Eine helle LED mit 
GROßEM Abstarahlwinkel od. simple Halogenbirne mit 60-Grad Reflektor?
#3225046
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oszi40 schrieb:

> Wichtiger scheint mir das Äußere fürs Theater: also Stab mit Blitzlampe.
> Was da drin leuchtet sollte doch reichlich egal sein. Eine helle LED mit
> GROßEM Abstarahlwinkel od. simple Halogenbirne mit 60-Grad Reflektor?

Ja, das dem original nachzuempfinden wird vermutlich eh die Hauptarbeit 
sein, denke ich. Würde insgesamt dazu tendieren einen älteren 
Systemblitz oder ähnliches in das Gehäuse zu transplantieren, die sind 
haltbar, haben mehr Dampf dahinter als die Wegwerfkameras. Aufleuchten 
von einer LED sieht doch deutlich anders aus(Größenordnungen kleinere 
Spitzenleistung, mehr Pulsweite), aber evtl reichen eine oder mehrere 
10W LEDs ja wirklich. Da wäre das Verbauen wohl flexibler.
#3225870
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Hallo,

hier waren ja reichlich Ideen vorhanden :)

Ich dachte mir ich baue die Röhre auf den "Halter" wo eigentlich das 
Magnesium hinkommen würde und simuliere so das in etwa, Rauch werde ich 
wohl nicht so einfach hinbekommen, oder hat jemand einen genialen 
Einfall?

Die Elektronik könnte man dann im Griff verstauen, 3 Baby Batterien noch 
mit rein und den Auslöser über ein Kabel zur eigentlichen Kamera?


Ich hab nun eine Zündspule, der Übertrager ist in Regensburg bei Conrad 
noch direkt abzuholen, passt also auch

Die Schaltung hab ich angepasst, ich hoffe das geht so

@Lothar: Ich hab einfach die Annotation vergessen


edit: Wie viele Ws sollte der Blitz eurer Meinung nach haben?
Angehängte Dateien:
Gast #3225880
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Markus B. schrieb:
> Rauch werde ich
> wohl nicht so einfach hinbekommen, oder hat jemand einen genialen
> Einfall?

Schlumpf schrieb:
> und gleichzeitig eine kleine Menge
> Schwarzpulver zündet, welches für den Qualm sorgt.

Ob der Einfall genial ist, weiss ich nicht, aber es qualmt.
Zünden kannst du das über ein Stück dünnen Draht, und ein paar Ampere.
Ggf den Draht um einen Streichholzkopf wickeln.
#3225887
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Markus B. schrieb:

> Die Schaltung hab ich angepasst, ich hoffe das geht so

Glaub nicht, D1 schließt immer noch den Freilauf kurz. Überhaupt ist die 
Methode mit dem festen Tastverhältnis bei so großen Ladekondensatoren 
eher schlecht. Man benutzt diese Übertrager normalerweise 
freischwingend, mit der Steuerwicklung direkt am Leistungstransistor. 
Will man es aufwändiger, müsste man das Tastverhältnis regeln mit einem 
externen Baustein.

PS: Ist die Möglichkeit einen Blitz als Organspender herzunehmen 
wirklich vom Tisch?
#3225900
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Gerhard W. schrieb:
> Man benutzt diese Übertrager normalerweise
> freischwingend, mit der Steuerwicklung direkt am Leistungstransistor.

Daher kommt der ansteigende Pfeifton in den Blitzgeräten.

Freischwingend mit steigender Frequenz ist besser, da der Elko auf die 
Art fast linear aufgeladen werden kann.

Elko leer -> hoher Ladestrom -> längere Übertragungsdauer im Trafo* -> 
niedrigere Frequenz

Elko voller -> abnehmender Ladestrom - kürzer werdende Übertragungsdauer 
im Trafo* -> ansteigende Frequenz

(*) bei konstanter Energiezufuhr
Persönliche Seite #3225908
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Markus B. schrieb:
> Ich dachte mir ich baue die Röhre auf den "Halter" wo eigentlich das
> Magnesium hinkommen würde und simuliere so das in etwa,

Ich schlage mal vor, mehrere Hochleistungs LEDs (gibt ja
mittlerweile >50W) zu verbauen, und diese in kurzer Zeit 
rauf-/runterdimmen zu lassen. Das kommt der Lichtabgabe eines 
Magnesium(-pulver-)blitzes wohl recht nahe.

> Rauch werde ich wohl nicht so einfach hinbekommen, oder hat jemand
> einen genialen Einfall?

Einen Einfall hätte ich dazu schon. Ob er "genial" ist, sei mal dahin 
gestellt.

Du hast womöglich schon mal gesehen, welche Wolke ein CO2 Feuerlöscher 
erzeugt.... (Winkmitdemberühmtenzaunpfal) ....das lässt sich bestimmt 
auch in kleinem Maßstab erzeugen.
Gast #3226687
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Schlumpf schrieb:
> Ich würde daher viel mehr Augenmerk auf den Rauch richten. Denn das wird
> vermutlich der Effekt sein, der eher wahrgenommen wird.

Schon, aber bei Schwarzpulver auf der Bühne wird wohl die Feuerwehr 
nicht einverstanden sein. Aber bei Spezialfirmen für Theater oder 
Zauberei müsste sich was finden lassen, was bühnenverträglich ist. Man 
kriegt ja auch spritzendes Blut u.Ä.

Gruss Reinhard
Gast #3227190
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An welchen Theater bist du denn, wenn es da nicht so einen Spezialisten 
für Rauch gibt?
Nimm einfach so ein Blitzgerät aus den 50' zigern mit einen großen 
Reflektor.
Was glaubst du, wieviel Leute wirklich wissen, was es 1935 wirklich gab?
Das ist künstlerische Freiheit.
Dazu noch eine zweiäugige Rolleiflex/Rolleikord o.ä. mit Blitzanschluß 
und die Sache ist rund.
#3227561
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> Fotoapparat der 30er Jahre

Ich bezweifle sehr, dass ein wie auch immer gebauter Xenon oder LED 
Blitzer wie ein Fotoapparat der 30er Jahre aussieht.

Diese Dinger hatten doch irgend ein Pulver verbrannt, bei dem es richtig 
"Puff" macht und qualmt.

Etwa sowas: 
http://www.pyroland.de/feuerwerk_shop.php/weco-buehnenblitz-klein-p-129

Hier ein Video von der größeren Variante: 
http://www.zuckerschloss.com/rauchblitz.m1v

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