Wenn Du die Spannung nur um 0,1V zu hoch wählst, riskierst Du einen
Brand. Bei 0,1V zu wenig wird der Akku nur halb voll.
Verlasse dich nicht auf die angebliche Schutzschaltung. Schon gar nicht
Bei Handy Akkus ist sie in der Regel Bestandteil des Handies, nicht des
Akkus.
Ansosnten solltest Du mal Google nutzen, es gibt im Netz reichlich
Beschreibungen zum Ladevorgang dieser Akkus.
Wusel Dusel schrieb:> Wenn Du die Spannung nur um 0,1V zu hoch wählst, riskierst Du einen> Brand. Bei 0,1V zu wenig wird der Akku nur halb voll.
Krass!
Kann man denn den Endpunkt dadurch bestimmen, dass die Temperatur des
Akkus steigt?
Die übliche Methode ist eine konstante Spannung von 4,2V mit
Strombegrenzung. Den Strom kann man bei den meisten Akkus auf "1C"
setzen, also z.B. 1000mA Strom bei 1000mAh Kapazität.
Zu Beginn des Ladevorgangs ist dann zuerst die Strombegrenzung wirksam,
und die Spannung wird auf unter 4,2V gezogen. Dann steigt die Spannung
allmählich, und erreicht schließlich 4,2V. Gegen Ende geht dann der
Strom fast auf Null zurück, dann ist der Akku voll.
Titat Elektronikkompendium.
"Die Ladeschlussspannung liegt bei 4,1 bzw. 4,2 Volt und muss auf 50
Millivolt genau eingehalten werden. Sonst wird die Zelle zerstört."
http://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/0810281.htm
Gruß
Basti
Jules schrieb:> Wusel Dusel schrieb:>> Wenn Du die Spannung nur um 0,1V zu hoch wählst, riskierst Du einen>> Brand. Bei 0,1V zu wenig wird der Akku nur halb voll.
Zugegeben, 0,1V zu viel kann den Akku ernsthaft schädigen. Ob er bei
4,3V gleich abbrennt kann man per se nicht sagen. Bei 0,1V zu wenig
bekommt man aber deutlich mehr als 50% der Nennkapazität geladen. Ich
würde mal 80-90% sagen. IMHO lädt das Nokia 5800 seinen mit 3,7V
beschrifteten BL-5J auch nur bis 4,1V auf!
Fakt ist aber: Die genaue Einhaltung einer Ladeschlußspannung ist für
den Akku lebenswichtig. Ob die für den jeweiligen Typ bei 4,0 oder 4,1
oder 4,2 V liegt, ist dem Akku ohne Datenblatt leider nicht anzusehen.
Bei Handyakkus kann man sich an der Spannung beim Laden im Handy
orientieren.
Mit 0.5-1C Ladestrom macht man meist nichts verkehrt.
> Krass!
Ja! Lithiumionenakkus sind wahre Mimosen. Ohne vernünftige Elektronik
leben die nicht lange.
> Kann man denn den Endpunkt dadurch bestimmen, dass die Temperatur des> Akkus steigt?
Nein. Zwar haben viele Akkus einen zusätzlichen Temperatursensor. Der
ist aber nur eine weitere Sicherheit. Zum Erkennen des Ladeendpunkts
reicht der nicht.
Servus
Michael
> Wenn Du die Spannung nur um 0,1V zu hoch wählst, riskierst Du einen> Brand. Bei 0,1V zu wenig wird der Akku nur halb voll.
Ja, wenn der Akku ohne Schutzschaltung ist.
> Verlasse dich nicht auf die angebliche Schutzschaltung. Schon gar nicht> Bei Handy Akkus ist sie in der Regel Bestandteil des Handies, nicht des> Akkus.
Nein. Natürlich könnte der eBay Akku eine dilettantisch vorsätzlich
gefährliche chinesische Fälschung sein, aber das wird er dann schon
merken.
"Überladungsschutz
Kurzschlußschutz"
sagt letztlich, daß der Akku eine Schutzschaltung hat, und an ein
Labornetzteil kann mit einer auf ca. 700mA eingestellten Strombegrenzung
und einer auf ca. 5V gestellten Spannung.
Wird der Akku angeschlossen, sackt erst mal die Spannung auf ca. 3.6V ab
und es fliessen die 700mA, die Spannung steigt und wenn sie 4.25V
erreicht, klemmt die Schutzschaltung den Akku ab und die Spannung
springt auf 5V, bei gleichzeitig Strom auf 0.
Und wenn der Akku dabei Feuer fing - zurück zum Anbieter, der den Müll
der nicht der Beschreibung entspricht verkauft.
MaWin schrieb:> Wenn Du die Spannung nur um 0,1V zu hoch wählst, riskierst Du einen>> Brand. Bei 0,1V zu wenig wird der Akku nur halb voll.>> Ja, wenn der Akku ohne Schutzschaltung ist.
Kommt schon, das ist stark übertrieben! Schau mal bei den Modellbauern,
manche pumpen mehr rein wie die 4,2V, um etwas Reserve zu haben.
Selber machen würde ich es zwar nicht, aber 0,1V mehr oder weniger sind
keine große Sache. Wichtig ist das du irgendwann wirklich abschaltest
und nicht ewig die Spannung dranläßt. Da habe ich schon Zellen gesehen
die dicke Backen machen. Passiert ist aber nie wirklich etwas.
Auf Dauer wird dich das eh nerven mit dem Labornetzteil zu laden. Kauf
dir beim Chinese des Vertauens einen passenden Lader, kostet ja nicht
die Welt.
post RC schrieb:> MaWin schrieb:>> Wenn Du die Spannung nur um 0,1V zu hoch wählst, riskierst Du einen>>> Brand. Bei 0,1V zu wenig wird der Akku nur halb voll.>>>> Ja, wenn der Akku ohne Schutzschaltung ist.>> Kommt schon, das ist stark übertrieben! Schau mal bei den Modellbauern,> manche pumpen mehr rein wie die 4,2V, um etwas Reserve zu haben.> Selber machen würde ich es zwar nicht, aber 0,1V mehr oder weniger sind> keine große Sache. Wichtig ist das du irgendwann wirklich abschaltest> und nicht ewig die Spannung dranläßt. Da habe ich schon Zellen gesehen> die dicke Backen machen. Passiert ist aber nie wirklich etwas.
Bei diesen Akku Typen sind 0,1V ne ganze Menge. Die Dinger sind echte
Mimosen. DIe Zellen die gerne dicke Backen machen sind Bleiakkus. Li-Ion
Akkus müssen auf 50mV genau geladen werden.
Also meine Erfahrung mit LiIon-Akkus ist ähnlich wie die von post RC.
Die Akkus sind zwar empfindlicher als beispielsweise NiCd&Co. aber so
empfindlich auch nicht. Wichtig ist halt eine Abschaltung, dass die
Zellen nicht permanent an den 4,2V hängen. Ansonsten kann man auch mit
einem klassischen Labornetzgerät, welches sicher nicht auf 50mV exakt
regelt (zumindest mein gekauftes nicht), laden.
BAsti schrieb:
> DIe Zellen die gerne dicke Backen machen sind Bleiakkus.
Wenn ein Bleiakku dicke Backen macht, ist es entweder eine verschlossene
Blei-Gel-Zelle oder aber die Zelle ist sowas von sulfatiert, dass man
die Akkusäure praktsich nur noch kristallin vorhanden hat ;)
Na, verteufelt doch die Lithium-Akkus nicht so :)
Der Brand entsteht bei Überladung (Spannung > 4,4/4,5V) oder bei extrem
hohen Ladeströmen (5C werden die meisten Akkus noch ohne Brand
aushalten). Die Spannungsschwellen sind natürlich Züchtungsabhängig - es
gibt auch Spezialzellen, die extra auf hohe Spannung (bei dann meist
wenigen Zyklen Lebensdauer) oder extrem hohe Lebensdauer (dann
niedrigere Spannung) gezüchtet wurden.
Wenn man das Netzgerät auf 4,2V einstellt, das mit nem Multimeter
überprüft (sodass es < 4,25V anzeigt) und bei Rückgang des Stroms auf <
1/10 C den Akku abklemmt wird nie etwas passieren. Wer Angst hat, nimmt
max. 4,15V. Achtung: Bei Verdacht auf Spezialzellen (teure
wissenschaftliche Geräte, Zellen mit anderem Aufdruck als 3,7/3,6V,
extrem teure Zellen) gilt das natürlich nicht :)
Ansonsten gilt generell: Die Akkulebensdauer hängt von dem
Spannungsbereich im Betrieb ab. Vermeide tiefe Entladungen und
Vollladungen, wenn du möglichst lange was vom Lithium-Akku haben willst.
Hallo,
such dir halt einen "Universal" LiIonen Akkulader - die gibt es
mittlerweile für bezahlbares Geld über die großen Handelsportale wie
z.b. I Bäh ;-).
Das mit der Spannungsempfindlichkeit ist leider Tatsache - das es zu
einen Brand kommt ist ehr unwahrscheinlich (die Medien suchen sich gerne
die Extremfälle heraus und leider ist es mit den technischen Kenntnissen
bei den meister Journalisten nicht weit her) aber nicht unmöglich - das
der Akku aber Kapazitätsmäßig kaputt gemacht wird wenn die
Ladeendspannung überschritten wird ist dahingegen sehr wahrscheinlich -
bzw. bei einer "fiesen" Schutzschaltung kann es sogar sein das der Akku
nach außen hin abgeschaltet wird - und somit für den normalen Anwender
bzw. für das mit den Akku zu betreibende Gerät defekt ist.
Zur Sicherheit (wird z.B. gern im Modellbau gemacht wo oft "nackte"
LiIonen Zellen genutzt werden) schadet es nicht wenn die zu ladenen
Zellen in einen nichtbrennbaren Behältnis , oder zumindest Unterlage
geladen werden (z.B- Keramikfliese, mit Sand gefüllte Behälter oder
ähnlich).
Bei den "normalen" Geräte Batterien (für Laptop, Kamera, usw.) welche
mit den vom Hersteller vorgegebenen Lader geladen werden ist so ein
Vorgehen aber übertrieben -
Mann kann auch beim schei... vom Blitz getroffen werden.
mfg
Praktiker
Es gibt ja diese 18650-Zellen.
Kann man da z.Bsp. einzelne intakte Laptop-Zellen mit so einem
18650-Lader laden?
Die gibt es billig aus China, ein Selbstbau lohnt da wohl nicht.
> Ansonsten kann man auch mit> einem klassischen Labornetzgerät, welches sicher nicht auf 50mV exakt> regelt (zumindest mein gekauftes nicht), laden.
Nein, kann und soll man nicht.
Selbst wenn man es vor dem Laden im Leerlauf auf 4.2V an einem genauen
Digitalmultimeter einstellt, kann es während des Ladens durch Erwärmung
so weit driften, daß es 4.4V liefert.
Ganz schlecht für die Zellen.
Jules schrieb:> Kann man den "von Hand" laden, also z.B. mit einer Konstantstromquelle?
Labornetzteil. Spannung auf 4,00 V, Strom auf Akkukapazität / 1h (also
z.B. 700mA für einen 700mAh-Typen). Wenn Akku ziemlich leer (<3,5V, dann
Strombegrenzung erst auf 100mA und später langsam hochdrehen.
Mit 4,0V wird der Akku nur zu 70% voll. Das reicht aber zum Testen oder
um einen lange unbenutzten Ersatzakku am Kaputtgehen zu hindern.
soul eye schrieb:> Labornetzteil. Spannung auf 4,00 V, Strom auf Akkukapazität / 1h (also> z.B. 700mA für einen 700mAh-Typen).
Wenn man ein gutes Multimeter (kein 5€ Baumarktgerät) parallel
anschliesst, kann man m.E. auch 4,1V einstellen. Wenn man die
dann erreicht hat, kann man unter ständiger Kontrolle des Meß-
instruments auch auf 4,2V hochdrehen. Richtig kritisch für die
Akkus wirds erst ab 4,3V. 4,1V (15% Kapazitätsverlust) ist m.E.
auch ein guter Kompromiss, wenn man einen Li-Akku mit langer
Lebensdauer haben will.
Gruss
Harald
PS: Das Laden von Li-Akkus ist m.E. die einzige Anwendung im
Privatbereich, wo es wirklich auf das Zehntel Volt ankommt.
Wusel Dusel schrieb:> Wenn Du die Spannung nur um 0,1V zu hoch wählst, riskierst Du einen> Brand. Bei 0,1V zu wenig wird der Akku nur halb voll.
Ach, so schlimm ist das nicht. Ich stelle immer ungefähr 4V ein. Gegen
Überspannung schützen die dinger (Handyakku) sich selbst (allerdings die
meisten nur einmal, d.h. permanent). Abbrennen wird da nichts, aber man
hat dann halt einen "kaputten" Akku. Von daher lieber ein bisschen
weniger. Selbst wenn man nur bis 3,9V lädt reicht das, vor allem wenn
man die zweite Ladephase (bis zum Abklingen des Stromes bei konstanter
Spannung) nicht weglässt. Lieber öfters laden anstatt immer randvoll
(ganz leer mögen die dinger aber auch nicht), denn das verbessert die
Lebensdauer.