Hallo,
ich habe den Unterschied zwischen Ausgangswiderstand und Lastwiderstand
einer Mosfet-Verstärker Schaltung (z.B. in Sourceschaltung) nicht
verstanden... Oder sind das zwei Begriffe für den selben Wert? Irgendwie
blicke ich bei den Widerstandsbegriffen allgemein nicht ganz durch:
-Eingangs
-Innen
-Aussen
-Ausgangs
-Last
Welche sind die relevanten?
Vielen vielen Dank schonmal !
Wenn du die Verstärkerschaltung im Kleinsignalbetrieb als Vierpol
betrachtest, so hast du eingangs- und ausgangsseitig Widerstände. Der
Eingangswiderstand eines Verstärkers gibt an, wie groß der Eingangsstrom
bei gegebener Eingangsspannung wird, also
Wenn die Signalquelle 10mV/600 Ohm hat und Ri ebenfalls 600 Ohm beträgt
(nur als Beispiel), dann "sieht" der Verstärker eingangsseitig 5mV
aufgrund des Spannungsteilers.
Der Ausgangswiderstand gibt an, um welchen Betrag die Ausgangsspannung
unter die Ausgangs-Leerlaufspannung sinkt, wenn du einen Ausgangsstrom
entnimmst:
Der Lastwiderstand ist die zu versorgende Last (z.B. Lautsprecher,
etc...) und hängt zum Ausgangswiderstand in Serie (oder auch parallel,
wenn du das Stromquellen Ersatzschaltbild für den Ausgang verwendest).
Beispiel:
Angenommen die Spannungsverstärkung für den Verstärker beträgt 100. Bei
Ra=600 Ohm und einer Last von 600 Ohm hast du damit Ua0=500mV und ein
Ua=250mV.
Die Ein- und Ausgangswiderstände bewirken also, dass die Signal-Spannung
von 10mV nur um einen Faktor 25 statt 100 verstärkt wird, obwohl der
Verstäker V=100 hat: Das ist natürlich zu berücksichtigen.
Ok. Das hat mir weitergeholfen um die Problemstellung zu verstehen.
1. Kann der Drain Source-Leitwert des Verstärkertransistors Teil des
Lastwiderstandes sein? Oder eher des Ausgangswiderstandes?
2. Du benutzt oben Ri für den Eingangswiderstand. Kann man annehmen,
dass dann Eingangswiderstand und Innenwiderstand das gleiche meinen?
Wenn du zwei Komponenten miteinander verbindest, dann hast du oft ein
Ding, das irgendwas erzeugt, also eine Quelle, und ein Ding, das davon
irgendwas abbekommt, also ein Verbraucher. Bezogen auf Spannungsquellen
denkt man sich den "Sender" zerlegt in eine ideale Spannungsquelle, die
unabhängig davon, welchen Strom man ihr entnimmt, immer die gleiche
Spannung erzeugt und einen Quellwiderstand, der mit der Spannungsquelle
in Reihe geschaltet ist. Er repräsentiert die nicht idealen
Eigenschaften, daß nämlich eine Spannungsquelle nicht beliebig Strom
liefern kann, ohne daß dabei die Spannung abfällt oder zusammenbricht.
Der Quellwiderstand wird auch Innenwiderstand genannt. Die ideale
Spannungsquelle dagegen hat einen verschwindenden Quellwiderstand, also
0Ohm.
Wenn man jetzt an diese Spannungsquelle, also ideale Spannungsquelle
plus Quellwiderstand in Reihe, einen Verbraucher oder eine Last
anschließt, wird ein Stromkreis geschlossen und ein Spannungsteiler
gebildet. Der Spannungsteiler besteht aus Quellwiderstand und
Lastwiderstand und macht, daß am Verbraucher nur noch ein Teil der
Spannung der idealen Spannungsquelle ankommt.
Quellwiderstand, Ausgangswiderstand und Innenwiderstand meinen dasselbe
und gehören zur Quelle. Lastwiderstand bzw. Eingangswiderstand gehören
zum Verbraucher. Eingangswiderstand ist also nicht gleich
Innenwiderstand.
Dein FET hat jetzt einen Eingangswiderstand, weil er mit seinem Eingang
für eine Quelle eine Last darstellt. Er hat aber auch einen
Ausgangswiderstand (Quellwiderstand, Innenwiderstand), weil er am
Ausgang wie eine Quelle arbeitet und eine Last treiben kann.
Pauline93 schrieb:> 2. Du benutzt oben Ri für den Eingangswiderstand. Kann man annehmen,> dass dann Eingangswiderstand und Innenwiderstand das gleiche meinen?
Ich war da schlampig: mit Ri meinte ich eigentlich Re, den
Eingangswiderstand (I für Input)
Pauline93 schrieb:> 1. Kann der Drain Source-Leitwert des Verstärkertransistors Teil des> Lastwiderstandes sein? Oder eher des Ausgangswiderstandes?
Der ist Teil des Ausgangswiderstandes. Die Last ist immer das was du
anschließt bzw. versorgen möchtest. Vorausgesetzt wir reden über eine
klassische Sourceschaltung, dann liegt aus Kleinsignalsicht der
Drain-Source Leitwert des FETs (Rds) parallel zur Last, genauso wie dies
für Rd der Fall ist. Für die Berechnung der Verstärkung nimmt man dann
die Parallelschaltung:
V_u = -S * (R_L || Rds || Rd)
Der Ausgangswiderstand ist
Ra = Rds || Rd
Der Eingangswiderstand (rgs = unendlich vorausgesetzt)
Re = R1
PS: Für MOSFETs geht das genauso.
Vielen Danik soweit.
Ich habe als Merkregel mitgenommen, dass man die Spannungsverstärkung
einer Verstärker-Grundschaltung berechnet indem man Setilheit mal
Lastwiderstand nimmt (?). Der hier benutzte Lastwiderstand entspricht
aber nicht dem einer angeschlossen Last, oder? Ich denke man meint hier
mehr den Ausgagnswiderstand und ggf einen dazu geschalteten Widerstand
einer nachflgenden Last oder?
ja, so kann man es sagen; ich persönlich würde mir das aber nicht auf
diese Art merken wollen:
Die Details hängen nämlich vom Kontext ab, bei Gegenkopplung ist die
Verstärkung nicht mehr S*R sondern sieht anders aus. Konkrete Aussagen
können nur für eine konkrete Grundschaltung gemacht werden.
Grundsätzlich kann man einen Verstärker ausgangsseitig immer auf eine
Ersatz-spannungs- oder -stromquelle abbilden und der Ausgangswiderstand
liegt dann in Serie (bzw. parallel) zum Eingangswiderstand der nächsten
Stufe oder einer Last.
Beispiel:
Emitterstufe mit S, Rc, RL.
"unbelastete" Spannungsverstärkung:
Vu = - S * Rc
Ausgangswiderstand: Ra=Rc
bei Last hat man am Ausgang (Spannungsteiler):
Ua' = Ua0 * RL/(RL+Ra) = -S*Ue*Rc * RL/(RL+Ra) = -Ue S * (RL || Rc).
Ob man schon vorher erkennt, dass der "wirksame" Lastwiderstand die
Parallelschaltung Rc || RL ist, oder dies mit einem Spannungsteiler
berücksichtigt, ist Geschmackssache. "Formal" richtiger ist wohl
letzteres. Es kommt natürlich das gleiche raus.
>Der hier benutzte Lastwiderstand entspricht aber nicht dem einer>angeschlossen Last, oder?
Dann sage bitte auch nicht "Lastwiderstand" dazu, sondern lieber
"effektiver Lastwiderstand". Denn "Lastwiderstand" und
"Ausgangswiderstand" sind davon völlig verschiedene Größen.
"Lastwiderstand" meint ausschließlich den Verbraucher und
"Ausgangswiderstand" ausschließlich die Quelle, also deinen FET. Was du
brauchst, ist aber eine "Kombination" aus beiden, eben den "effektiven
Lastwiderstand", und wie man den berechnet, hängt von der konkreten
Schaltung ab.