DRINGEND - Herzschrittmacher und "schwache" Hochspannungsvorführung?

Gast #3247840
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Hi,

Am morgigen Tag findet eine Art Vereins-Vorstellung statt. Auch der 
lokale Amateurfunkverein wird vertreten sein. Wir haben vor, einen 
sogenannten "Plasma Speaker" vorzuführen. Dieser hat zwar nicht all 
zuviel mit Amateurfunk zu tun - allerdings - ist der "Show Effect" doch 
schon sehr gegeben, und wir wollen natürlich, das die Leute hinsehen.

Die Schaltung ist im Prinzip echt nichts besonderes - eine einfache 
Transistor Kippstufe, die mit einer Art FM/PWM "moduliert" wird - auf 
ca.80Khz - und das geht dann über Mosfet-Leistungsverstärker auf einen 
Zeilentrafo, welcher den Blitz generiert, aus dem die Modulation zu 
hören ist. Die Schaltung benötigt ca. 60W an Leistung. Auch wenn die 
Schaltung recht einfach ist, funktioniert sie doch recht gut und auch 
ein Dauertest über ca. 1h lief erfolgreich.

Meine Bedenken sind nur - bezüglich EMV - kann man sowas einfach "offen" 
aufstellen - oder - im Falle von älteren Besuchern die ggf. einen 
Herzschrittmacher tragen - kann es da zu Komplikationen kommen? Wenn wir 
einen "Sicherheitsabstand" von 1m bereitstellen (Blitz - Zuschauer?) Ich 
mache mir auch Sorgen über eventuelle "Impulsspitzen" wenn der 
Lichtbogen (der ca. 2cm lang ist) dann wegen Wind o.ä. abreisst, und 
wieder neu Zündet.

Währe über Rückmeldungen sehr interessiert bezüglich Sicherheit.
Wir könnten das auch weglassen, wir haben dann noch einen kleinen 27Mhz 
ISM Sender (sehr wenig Leistung ERP viel weniger als die erlaubten 10mW 
muss ja nur 1-2m weit senden) der dann über einen selbstbau Empfänger 
einen Beitrag zum Thema Amateurfunk abspielt - aber - der "Sprechende 
Blitz" währe halt einfach eine gute Show Nummer...
Gast #3247849
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Herzschrittmacher reagieren primär auf EKG-Signale, deren Sprektrum 
liegt im Bereich ein bis paar hundert Hertz.

Zusätzlich sind sie natürlich mit großen Amplituden anderer (höherer) 
Frequenzen störbar. Dazu gibt es Vorschriften, die sollten ihr kennen 
und einhalten. Wieviel V/m und mT das Ding macht lässt sich einfach 
ausrechnen und notfalls auch messen.

Dann reagieren Herzschrittmacher noch auf konstante Magnetfelder, damit 
werden die in einen sogenannten Magnet Mode umgeschaltet. Auch für 
konstante Magnetfelder gibt es Grenzwerte. Irgendein Wert in mT-Bereich, 
wird jedenfalls von Schweisskabeln locker erreicht.

Sonst gibt es noch andere aktive Implantate (Stimulatoren aller Art, 
Cochlea-Implantate, Insulinpumpen).
#3247850
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Fällt euch ja früh ein ;-)

Also betreiben darf man sowas legal vermutlich eh nicht ungeschirmt 
weils ja alles mögliche stören könnte. Ob nun Herzschrittmacher 
beeinträchtigt werden könnten weiss ich aber nicht.

s.
http://de.wikipedia.org/wiki/Lautsprecher#Plasmahocht.C3.B6ner

Zitat:
Durch die hohe Störaussendung ist der Einsatz eines solchen 
Plasmahochtöners kaum möglich, da eine Einhaltung der Grenzwerte nach 
DIN EN eine breitbandige Abschirmung erfordert, die sich als konträr zur 
Schallausbreitung darstellt.
Gast #3247857
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Gast #3247880
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Stefan02 schrieb:
> Meine Bedenken sind nur - bezüglich EMV - kann man sowas einfach "offen"
> aufstellen

Natürlich kann man das offen aufstellen. Aber bekanntlich stellen 
Plasma-Lautsprecher üble HF-Dreckschleudern dar, die sorgfältigst 
abgeschirmt werden müssen.

Bei Veranstaltungen der obengenannten Art schauen auch gerne mal Leute 
vorbei, die HF generell für gefährliches Teufelszeug halten. Per Zufall 
oder vielleicht sogar durch Fachkenntnisse nutzen sie die Situation 
gezielt aus und informieren die Bundesnetzagentur. Für Funkstörungs- 
Angelegenheiten sind die ja 24/7 erreichbar. Und dann könntet ihr 
möglicherweise ein (überaus kostspieliges) Problem bekommen...
#3248135
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Nach meinen bisherigen Recherchen gibt es keine normativen Forderungen 
gegenüber hochfrequenten Feldern. Die EN 45502-2-1 und der Entwurf der 
0848-3-1 ( etwa 10 Jahre alt ) nennen explizit keine frequenzabhängig 
zulässigen Feldstärken. Danach besteht die Prüfung darin, daß Implantate 
vor der Installation von elektrischen Strömen durchströmt werden.
Berufsgenossenschaften beziehen sich auf diesen Entwurf. Es gibt auch 
eine Reihe von Veröffentlichungen, auf die ich in der Eile allerdings 
keinen Zugriff habe.
Eine direkte Prüfung an einer statistisch relevanten Anzahl von 
Patienten ( Bestrahlung bei unterschiedlichen Frequenzen und Feldstärken 
solange, bis der Proband reagiert ) verbietet sich aus ethischen 
Gründen.
Am aussagefähigsten scheint folgede Veröffentlichung zu sein, die 
allgemein Grenzen für die Exposition gegenüber Feldern angibt:
http://www.bmu.de/fileadmin/bmu-import/files/pdfs/allgemein/application/pdf/1_aenderung_vo_e-reinschrift_bf.pdf

Unabhängig davon, daß Plasmalautsprecher bei niederfrequenten Tönen 
wenig, bei höherfrequenten Tönen allerdings hervorragend schallwandeln, 
sind sie hochfrequente Dreckschleudern, Breitbandstörer, Unruhestifter.
#3248234
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Alfred schrieb:
> Also ich habe einen Herzschrittmacher und mir wird schon beim Lesen hier
> ganz schwindelig!

Keine Angst... es gibt Hersteller metallisierter Textilien als 
Schutzkleidung ( Kettenhemden sind nicht mehr up-tp-date...). Im Ernst: 
wenn du dein Funktelefon nicht in der linken Brusttasche herumträgst, 
solltest du dir keine Sorgen machen müssen.
Gast #3248903
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Hallo,

das Ereignis ist nun schon vorbei. Nach lesen eurer Antworten haben wir 
uns trotz eigentlich gar nicht so starker Bedenken bezüglich der 
Herzschrittmacher gegen die Vorführung des Plasma Speakers entschieden. 
Wir haben also den Empfänger vorgeführt mit dem kleinen (ca 2-5m 
Reichweite) 27Mhz Sender. War ein gelungenes Event.

Vielen Dank jedoch für die vielen Antworten - vor allem - in so kurzer 
Zeit.

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