Widerstandsdraht als Ersatz für Präzisionswiderstände ?

#3268411
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Kann ich Widerstandsdraht als Ersatz für Präzisitionswiderstände 
verwenden ?
Ich habe Präzisionswiderstände mit 0.1% Toleranz und 1Watt bei Conrad 
und mit 0.1% und 0,6Watt (Reichelt und Conrad) entdeckt. Ich benötige 
jedoch bestimme kleine Widerstandswerte wie 3Ohm, 6,2Ohm die bei den 
gängigen Versendern wie Reichelt, Conrad nicht angeboten werden. Kann 
ich hierfür ersatzweise Widerstandsdraht verwenden und welchen 
(Ohm/Meter) sollte man verwenden ? Mit welchen Längen sollte man 
arbeiten ? Je länger desto genauer kann ich den Widerstandswert bemessen 
bzw. abschneiden. Je länger desto anhandlich auch.
#3268426
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Hans-werner M. schrieb:

> Kann ich Widerstandsdraht als Ersatz für Präzisitionswiderstände
> verwenden ?

Im Prinzip ja.

> Ich benötige
> jedoch bestimme kleine Widerstandswerte wie 3Ohm, 6,2Ohm die bei den
> gängigen Versendern wie Reichelt, Conrad nicht angeboten werden.

Das sind eigentlich gängige Werte. Da musst Du mal bei anderen
Versendern nachsehen

> Welchen Widerstandsdraht (Ohm/Meter) sollte man verwenden ?

Das hängt von der Belastung ab.

> Je länger desto genauer kann ich den Widerstandswert bemessen
> bzw. abschneiden.

Das reicht nicht. Du musst schon mit einem Messgerät passender
Genauigkeit nachmessen.

> Je länger desto anhandlich auch.

Es bleibt die Frage, wie Du den Widerstandsdraht "verstauen" willst.
Jedes Biegen verändert den Wert.
Gruss
Harald
Gast #3268482
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Wenn Du die Werte nicht aus höchstens 2 Einzelwiderständen 
zusammenstellen kannst, spricht eigentlich nichts gegen Draht.
Du musst Dir aber über folgendes im Klaren sein:
1. Die Genauigkeit hinzukriegen ist gar nicht so ohne.
2. Die thermischen Toleranzen sind größer (bereits gesagt).
3. In den meisten Fällen sind Deine Widerstände sehr viel größer.
4. In dem meisten Fällen haben sie eine höhere Induktivität.
5. Bitte nicht stoßen, die Platinen stapeln usw.!
#3268496
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>Ich habe Präzisionswiderstände mit 0.1% Toleranz und 1Watt bei Conrad*
>und mit 0.1% und 0,6Watt (Reichelt* und Conrad) entdeckt. Ich benötige
>jedoch bestimme kleine Widerstandswerte wie 3Ohm, 6,2Ohm die bei den
>gängigen Versendern wie Reichelt*, Conrad* nicht angeboten werden.

Dann schalte doch einfach ein paar größere, erhältliche Werte parallel.

>Kann ich hierfür ersatzweise Widerstandsdraht verwenden und welchen
>(Ohm/Meter) sollte man verwenden ? Mit welchen Längen sollte man
>arbeiten ?

Das würde ich nur im äußersten Notfall machen. Präzisionswiderstände 
sind gegen Oxidation und Feuchtigkeit mit einer Epoxidschicht geschützt. 
Besonders präzise Ausführungen sind sogar ölgefüllt. Ein Selbstbau mit 
Widerstandsdraht hat das nicht.

Außerdem brauchst du eine Mindestdrahtlänge um den Ablängfehler in 
Schach zu halten: Wenn du 1mm Ablängungenauigkleit zuläßt, brauchst du 
für 0,1% Toleranz einen Widerstandsdraht von 1000mm länge, also 1m. Ganz 
schön unhandlich, oder?
#3268681
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Harald Wilhelms schrieb:
> Das sind eigentlich gängige Werte. Da musst Du mal bei anderen
> Versendern nachsehen
>
Gängig in der E24-Reihe schon; aber mit 0,1% Toleranz ?
>> Je länger desto genauer kann ich den Widerstandswert bemessen
>> bzw. abschneiden.
>
> Das reicht nicht. Du musst schon mit einem Messgerät passender
> Genauigkeit nachmessen.
>
Für so etwas gibt es Multimeter.
Kai Klaas (klaas)
>Dann schalte doch einfach ein paar größere, erhältliche Werte parallel.
Na ja, 4 Widerstände a 12 Ohm parallel für 3 Ohm. Bei 6,2 Ohm wird es 
schwieriger.
>Außerdem brauchst du eine Mindestdrahtlänge um den Ablängfehler in
>Schach zu halten: Wenn du 1mm Ablängungenauigkleit zuläßt, brauchst du
>für 0,1% Toleranz einen Widerstandsdraht von 1000mm länge, also 1m. Ganz
>schön unhandlich, oder?
Stimmt, kann man wohl vergessen. Wofür wird Widerstandsdraht überhaupt 
verwendet ? Zum Glühen um Styropor zu schneiden ? Als Shunt wohl kaum.
Gast #3268690
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Hans-werner M. schrieb:

> Gängig in der E24-Reihe schon; aber mit 0,1% Toleranz ?
>>> Je länger desto genauer kann ich den Widerstandswert bemessen
>>> bzw. abschneiden.
>>
>> Das reicht nicht. Du musst schon mit einem Messgerät passender
>> Genauigkeit nachmessen.
>>
> Für so etwas gibt es Multimeter.

hast du ein "multimeter" das 3ohm auf 0,1% genau misst?
#3268747
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Da ja heutzutage jede Schaltung einen MC enthält, ist die Toleranz 
nebensächlich. Man schreibt den exakten Wert in den EEPROM und der MC 
freut sich, daß er auch mal rechnen darf und nicht nur in der Mainloop 
drehen.

Viel wichtiger ist der TK und da sind Präzisionswiderstände deutlich 
besser als nackter Draht.
Kleine Widerstände müssen außerdem in 4-Leitertechnik angeschlossen 
werden, sonst kommt noch der Lötstellenfehler hinzu.

Welchen TK brauchst Du denn?
#3268748
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Udo Schmitt schrieb:

> Auch mit 0,1% wirds eng, man hat <30mOhm an Leitungs und
> Übergangswiderstände wenn das Multimeter keine 4 Drahtmessung kann.

Vierdrahtmessung ist ja bei solch kleinen Widerständen sozusagen
Pflicht. Ich habe mir schon mal überlegt, wie man das bei meinem
recht genauen Agilent Multimeter nachrüsten könnte. Man brauchte
eigentlich nur eine recht genaue (besser 0,1%) externe Stromquelle.
Ich vermute, das wichtigste Bauelement dafür wären Widerstände mit
einer Genauigkeit von besser 0,1%. :-)
Gruss
Harald
#3268754
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Harald Wilhelms schrieb:
> Ich vermute, das wichtigste Bauelement dafür wären Widerstände mit
> einer Genauigkeit von besser 0,1%. :-)

:-)

Wenn du solche Widerstände hast und eine kurzzeitstabile Spannungsquelle 
kannst du dann auch ratiometrisch über die Spannungsmessung messen.
Aber warum erzähl ich das dir, das weisst du besser als ich :-)
#3268766
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Udo Schmitt schrieb:

> Wenn du solche Widerstände hast und eine kurzzeitstabile Spannungsquelle
> kannst du dann auch ratiometrisch über die Spannungsmessung messen.

Naja, eine Vierdrahtmessung per Stromquelle ist bequemer. Man kann
den Widerstandswert direkt ablesen. :-) Andererseits; so selten, wie
man solche Präzisionsmessungen wirklich braucht; da kann man auch
mal ein bisschen rechnen. Der TO hat ja auch noch nicht gesagt, wozu
er diese präzisen Widerstände überhaupt braucht. Oft gibt es da
völlig überzogene Forderungen an die Bauelemente der Auswerteschaltung,
während der eigentliche Sensor eine dazu passende Genauigkeit garnicht
liefern kann.
Gruss
Harald
#3268835
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>Na ja, 4 Widerstände a 12 Ohm parallel für 3 Ohm. Bei 6,2 Ohm wird es
>schwieriger.

Reichelt hat 11R, 15R und 270R. Eine Parallelschaltung liefert rein 
rechnerisch 6,200418R, was ausreichend genau sein dürfte.

Es müssen auch nicht alle Widerstände einer solchen Gesamtschaltung 
0,1%-ige Ausführungen sein, sondern nur die, die am meisten zur Toleranz 
beitragen.
#3268961
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U. B. schrieb:

> Beim Justieren der Strommessbereiche älterer Mittelklasse-Multimeter
> wurde oft auf einer Flachwendel mit Widerstandsdraht eine aufgelötete
> "Anzapfung" verschoben - schon bei der Produktion.

Bzw. ein etwas zu niederohmiger (=zu dicker) Shunt wird mit der Feile 
getrimmt. Das A&O ist aber die Kontaktierung. Vierleiter braucht man auf 
jeden Fall. Weichlöten von Konstantan ist praktisch unmöglich.


XL

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