Oldi schrieb:
> @ Matthias
> Davon das die Sektoren vertauscht werden hab ich schon des öfteren
> gehört. Aber wie geht das eigentlich? Dann muss doch auf einem möglichst
> immer dem gleichen Sektor geschriben stehen welcher nun welcher ist?
Das wird von den Herstellern unterschiedlich gehandhabt.
Manche Hersteller nutzen z.B. andere Flash-Technologien mit höheren
Reprogrammierbarkeit, manche auch EEprom, wieder andere mappen Ihre
Sectorremappings in einen Ringbuffer hinein.
Was und wie der jeweilige Hersteller das bewerkstelligt ist allerdings
jeweiliges Firmengeheimnis und erschwert dementsprechend die
Rekonstruktion defekter Flashmedien.
Defekte innerhalb des Flashes (bzw. das ausgehen von Ersatzsektoren) ist
im übrigen der seltenste Grund von Flashmediendefkten. Hierzu gab es in
der Vergangenheiten sehr interessante Versuche der Ct(Heise Verlag)
welche versucht haben USB-Sticks kaputt zu schreiben, was Ihnen soweit
ich es in Erinnerung habe nicht gelungen ist.
Nachdem die Flashmedien ( USB-Sticks, SD-Karten etc.) neben den
Flashspeichern auch Mikrocontroller und darauf laufende Software
enthalten, dürfte der ein- oder andere Softwarebug einige Terrabyte auf
dem Gewissen haben.
Aus eigener Erfahrung kann ich aber von einigen Fehlern berichten welche
auf mechanische Defekte zurückzuführen und reparabel waren:
1) Mini-USB Stick: Dieser bestand nach der Deassemblierung aus einer
uSD-Karte ein paar Federkontakten und einem auf einer Trägerplatine
gebondeten und vergossenen Chip plus einem externen Quarz:
Die Federkontakte haben wohl Kontaktprobleme bekommen, die uSD konnte
mit eintsprechendem USB-Adapter problemlos gelesen werden
2) USB-Stick: Die Fehlersuche ergab einen Quarzdefekt. Nach einem
Austausch lief der Stick wieder
3) sATA-SSD (embedded Teil), nur ca. 4cm lang ohne Gehäuse.
Verlötet waren 2 TSSOP Flashspeicher und ein Controller. An einem der
Speicher war unter dem Mikroskop ein Lötproblem zu erkennen. Nach dem
nachlöten lief das Teil wieder
4) USB-Stick - Bestückung mit BGA-Flashspeicher, ein preventieves
Nachlöten mit Reflow und reichlich Flussmittel sowie anschliessender
Reinigung brachten den Erfolg.
weitere 4 sATA-SSD sind gestorben ohne dass der Fehler gefunden wurde.
Allerdings wurde diese auch über die Hersteller retourniert da sich
aufgrund der hohen Kaufpreise und der Herstellergarantien der Aufwand
nicht gelohnt hat und sich keine wichtigen Daten auf den SSDs
befanden...
Vielleicht hilft meine Aufzählung ja dem ein- oder anderen noch an seine
Daten zu kommen (wenn sonst kein prof. Datenrettungsservice in Anspruch
genommen würde)...
Gruß
Vanilla