Hallo,
ich arbeite gerade an folgendem Projekt:
Ich baue einen Motorprüfstand für BLDC Motoren. Ich würde gerne eine
zweiten (stärkeren) BLDC Motor als Last für die jeweiligen Testmotoren
verwenden.
Es gibt also zwei Platinen mit der jeweiligen Ansteuerschaltung.
Der Last Motor würde auf eine feste Drehzahl geregelt werden. Der
Testmotor fährt dann gewisse Drehzhalen ab. Das sollte für die
Identifikation reichen.
Ich frage mich jetzt aber was passiert wenn der zweite Motor den Ersten
abremst. Entstehen hier ggf. Überspannungen o.ä. die mir die Platine
d.h. bzw. die Transistioren zerstören können.
Ist das auf diese Weise möglich die Testmotor mit zeinem zweiten BLDC
abzubremsen?
lg Andi
Ich denke, dass ein zweiter BLDC als Bremse keine gute Lösung ist. Auf
Prüfständen für Elektromotoren wird in der Regel eine Wirbelstrombremse
als Last verwendet. Sowas kann man entweder mit einem mechanisch
verstellbaren Permanentmagneten oder einem Elektromagneten realisieren,
über den dann die Bremswirkung nach Bedarf reguliert wird.
Ich würde versuchen eine Wirbelstrombremse mit einer Aluminiumscheibe
und einem entsprechend geformten Elektromagneten selbst zu bauen.
Norbert
Andreas schrieb:> Der Last Motor würde auf eine feste Drehzahl geregelt werden. Der> Testmotor fährt dann gewisse Drehzhalen ab.
Da ist ein Denkfehler in der Idee. Wenn die Motoren miteinander
verbunden sind geht das so nicht. Wie soll Motor 1 gewisse Drehzahlen
abfahren, wenn Motor 2 auf einer festen Drehzahl eingestelt ist?
Die Frage ist auch was Du messen willst. Die Kennline die das Verhältnis
Drehzahl zu Spannung beschreibt? Das geht mit diesem Aufbau (feste
Drehzahl) nicht. Oder willst Du die Leistung einmessen? Willst Du
letzteres dann schau Dir P=U*I an.
Für den Lastmotor gilt:
Die Spannung ergibt sich aus der aktuellen Drehzahl. Wenn Du nun den
Stromfluß beeinflußt, sei es über einen Chopper, (schaltbare)
Lastwiderstände oder analog regelbare Lasten, so kannst Du dann die
Leistung errechnen. Aber es sind und bleiben 2 Größen. Also kannst Du
den Strom hochfahren und oder über die Drehzahl die Spannug (aus Sicht
des Lastmotors). Letztlich gibt es für die gleiche Leistung unendlich
viele Lösungen von Kombinationen aus Spannung und Strom. Diese Kennline
kannst Du mit diesem Aufbau aber ebenfalls nicht ausmessen da die
Drehzahl fix ist.
Wenn Du den Lastmotor auf feste Drehzahl einstellst kanst du eim anderen
Motor nur die Spannung bzw den Dutycycle bei PWM hochfahren und somit
indirekt auch den Strom. Beides zusammen ergibt mehr Leistung. Ist das
wirklich die richtige Kennlinie die Du suchst? Beim Lastmotor ändert
sich dank der Gegenregelung auf feste Drehzahl nur der Strom und damit
indirekt die Leistung.
Oftmals ist es interessanter zu wissen welche Drehzahl man bei einer
bestimmten Last/Leistung oder bei einem bestimmten Drehmoment erreicht.
Dann macht es aber weniger Sinn den Lastmotor auf feste Drehzahl
einzustellen.
Mache Dir am Besten noch einmal ein paar gedanken über de Theorie der
Motoren um Dir klar darüber zu werden was genau Du messen willst, welche
Kennlinien Du aufzeichnen willst. Du bist schon beim "Wie baue ich es?"
obwohl, so scheint es mir, das "Was will ich bauen?" noch ncht genau
genug definiert ist.
Zunächst mal danke für die ausführlichen Antworten.
Leider bin ich auf einen Fehler in meiner Beschreibung gestoßen. Der
Lastmotor wird natürlich auf ein festes DREHMOMENT und nicht auf eine
feste Drehzahl geregelt.
Wenn es nur das ist, wäre, wie Norbert es schon schrieb, eine
Wirbelstrombremse oder ein einfacher Bürstennmotor mit (regelbarem)
Latwiderstand einfacher. Bürstenmotoren funktioniern auch und es gibt
keinen zwingenden Grund an dieser Stelle unbedigt eine BLCD-Motor
einzusetzen. Umgekehrt gibt es auch keinen Grund nur BLDC-Motoren auf
den Prüfstand zu packen.
Andreas schrieb:> Ich frage mich jetzt aber was passiert wenn der zweite Motor den Ersten> abremst. Entstehen hier ggf. Überspannungen o.ä. die mir die Platine> d.h. bzw. die Transistioren zerstören können.>> Ist das auf diese Weise möglich die Testmotor mit zeinem zweiten BLDC> abzubremsen?
In chronologischer Reihenfolge:
- Nichsts besonderes. Die Bremsenergie wird wird über den "Generator"
abgeführt und irgendwo verheizt oder wieder eingespeichert. Im Gegensatz
zur Wirbelstrombremse hätte diese Lösung also den Vorteil einer
geringeren Hitzeentwicklung. die Frage ist um welche Größenordnung
handelt es sich hierbei, daß es relevant werden könnte.
- Zu den Überspannungen:
Spannungen werden erzeugt durch die Bewegung von Spule zu Magnetfeld.
Das ist klar. Das bedeutet da der Bremsmotor bekannt ist wird die
Spannung durch die Drehzahl bestimmt. Solange die Drehzahl also nicht
den sicheren Bereich verläßt, treten keine Überspannungen auf.
Ferner könnten durch die Schaltvorgänge durch die Selbstinduktion der
Spulen, bzw. durch die dabei schnell ändernden Magnetfelder,
Überspannungen an den Schaltflanken erzeugt werden. Aber das ist
generell bei Motoren so, egal ob sie als Prüfstandbremse oder sonst was
arbeiten. (Un-)Praktischerweise leiten die Bodydioden bei BLDC-Reglern
diese Überspannungen in die Versorgung ab. Wenn dies berücksichtigt wird
und die Spannungsquelle damit klar kommt ist alles gut. Sollten die
Bodydioden der verwendeten FETs damit probleme haben, kann man den FETs
auch "echte" Dioden mit besseren elektrischen Eigenschaften zur seite
stellen, beispielsweise Shottkys. Damit wäre dieses Problem aus der
Welt.
- Möglich? Ja, auch wenn es für diese Anwendung einfachere Alternativen
gibt (siehe Oben). Die Verwendung eines zweiten Motors als Bremse
eröffnet aber weitere Möglichkeiten. So kann man den Prüfling damit
antreiben um andere Experimente damit durchzuführen. Mit einer einfachen
(Wirbelstrom-)Bremse geht das nicht. Die Frage ist nur ob man für diese
zusätzlichen Möglichkeiten Verwendung hat und ob einem diese
Möglichkeiten den Zusätzlichen Aufwand im Vergleich zu einer einfacheren
reinen Bremse Wert ist.
Man kann auch einen kleinen 220V Asynchronmotor (Käfigläufer) mit
Verbraucherwiderstand nach Wahl als mechanische Bremse verwenden. Solche
Motoren finden sich in vielen älteren kleinen Elektrogeräten. Das wäre
z.B. auch eine Lösung mit der man, je nach Größe des Motors, schon recht
hohe Drehmomente abbremsen kann. Diese BLDC Motoren sind ja mittlerweile
recht leistungsstark.
Problem ist ein definiertes (!) Bremsmoment zu erzeugen und das schwankt
auch im Generatorbetrieb mit Drehzahl und Erwärmung der Maschine
ziemlich. Kommerzielle Magnetpulverbremsen sind ziemlich teuer, aber
eine der wenigen vernünftigen Möglichkeiten. Als Lehrling hatte ich auch
mal den Job eine Bremse für einen Motorprüfstand zu bauen. Eben weil
kein Geld für eine Magnetpulverbremse da war. Das ist gründlich in die
Hosen gegangen.
Damals bin ich auf die Idee gekommen, eine Bremsscheibe vom
Autoschrottplatz zu nehmen. Die Scheibe ist immer etwas unrund und das
Bremsmoment eiert total. Da habe ich die Scheibe auf höchste Präzision
überdreht. Dabei wird das Bremsmoment gleichmässiger aber die Backen
gehen nicht mehr selber auf.
Wie dem auch sei, muß der Bremsmoment auf der (rotiernden) Welle
mechanisch gemessen und dynamisch nachgeregelt werden. Eben das macht
eine gute Bremse teuer und ohne ist ein Motorprüfstand nutzlos, nicht
reproduzierbar oder kalibrierbar
Bei großen Motorprüfständen (automotive) verwendet man tatsächlich ASM
oder oder Synchronmaschinen als Last/Bremse [1, 2]. Das Lastmoment wird
aber zusätzlich über eine Drehmoment-Messwelle gemessen. Wenn es nicht
so genau sein muss, kann man es auch aus dem Motorstrom des Lastmotors
und der Drehmomentkonstante berechnen. Ich hatte mal eine Seite
gebookmarkt, auf der ein schöner Selbstbauprüfstand für Modellbau BLDCs
beschrieben war. Leider scheint es die Seite nicht mehr zu geben...
Bei kleineren Motoren kann man durchaus auch kleine BLDCs als
Lastmotoren verwenden. Ich mache sowas gerade für einen Kunden zur
Überprüfung von Schrittmotoren. Das System wird über eine
Drehmoment-Messwelle abgeglichen, läuft nachher im Feld aber über die
Berechnung des Drehmoments aus dem Motorstrom.
Die Bremsenergie muss man natürlich abführen, im einfachsten Fall über
einen Bremswiderstand / Bremschopper. Sonst steigt die
Zwischenkreisspannung beim Bremsen stark an, was entweder den
Motorregler oder das Netzteil zerstören kann.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann
[1]
http://de.wikipedia.org/wiki/Motorenpr%C3%BCfstand#Belastungsmaschinen
[2]
http://www.wzl.rwth-aachen.de/__C1256E970034898A.nsf/html/de_b63467b2a3d202a2c1257b74004c5495.htm
Carsten R. schrieb:> Spannungen werden erzeugt durch die Bewegung von Spule zu Magnetfeld.> Das ist klar. Das bedeutet da der Bremsmotor bekannt ist wird die> Spannung durch die Drehzahl bestimmt. Solange die Drehzahl also nicht> den sicheren Bereich verläßt, treten keine Überspannungen auf.
Wenn Du zwei Motoren koppelst und den einen als Antriebsmaschine und den
anderen als Lastmaschine verwendest, musst du, um an der
Antriebsmaschine ein höheres Drehmoment zu erhalten, die
Antriebsmaschine mit höherer Drehfrequenz laufen lassen als die
Lastmaschine. In dem Fall wechselt die Lastmaschine vom motorischen in
den generatorischen Betrieb und pumpt Energie in den Zwischenkreis der
Steuerelektronik. Diese Energie musst Du loswerden, entweder über einen
Bremschopper oder über Netzrückspeisung.
Machst Du das nicht, schaltet entweder der Lastantrieb wegen
Überspannung ab oder der Zwischenkreis explodiert.
@Gregor
Vorkehrte Logik
Erstens schrieb ich im gleichen Beitrag direkt nach dem Zitat zum Thema
Rückspeisung:
Carsten R. schrieb:> Wenn dies berücksichtigt wird> und die Spannungsquelle damit klar kommt ist alles gut.
Zweitens ist nicht einmal klar ob überhaupt eine Rückspeisung erfolgt.
Die Rückspeisung war ja optional und die energie kann auch wie
beschrieben verheizt werden.
Drittens ist das ganze Szenario dermaßen unpassend konstruiert, daß man
es nicht korrigieren kann, sondern komplett neu schreiben müßte, da zur
Konstruktion mehrere Szenarien zusammengestückelt wurden und nicht klar
ist welcher der Organspender eigentlich gemeint ist. Teilweise scheint
es auch aus der Ecke der Wechselstrom/Drehstrom-Motoren inspiriert zu
sein. Da wird es dann auch noch interessant wie die Phasen zueinander
stehen. Wenn wir das auch noch abdecken können wir Bücher füllen.
Glücklicherweise brauchen wir das nicht da wir hier von DC reden und die
Regler ihre interen Funktionsweise und die des Motors nach außen hin
abschirmen.
Gregor B. schrieb:> Wenn Du zwei Motoren koppelst und den einen als Antriebsmaschine und den> anderen als Lastmaschine verwendest, musst du, um an der> Antriebsmaschine ein höheres Drehmoment zu erhalten, die> Antriebsmaschine mit höherer Drehfrequenz laufen lassen als die> Lastmaschine. In dem Fall wechselt die Lastmaschine vom motorischen in> den generatorischen Betrieb und pumpt Energie in den Zwischenkreis der> Steuerelektronik. Diese Energie musst Du loswerden, entweder über einen> Bremschopper oder über Netzrückspeisung.>> Machst Du das nicht, schaltet entweder der Lastantrieb wegen> Überspannung ab oder der Zwischenkreis explodiert.
Irgendwelche Drehfrequenzen interessieren uns nicht. Wir reden von
Gleichstrommotoren. Alles was zählt ist die Drehzahl an der jeweiligen
Motorwelle. Diese ist proportional zur Spannung. Der Faktor ist
motorspezifisch. Das Drehmoment ist Proportional zum Strom den ich
abrufe. Lasse ich sogar die Pole offen, ziehe also keinen Strom, so habe
ich auch 0 Drehmoment aber die volle Spannung die sich aus der Drehzahl
ergibt. Das ist keine Überspannung! Reibungsverluste etc. vernachlässige
ich mal, da sie für das Thema "Überspannung" irrelevant sind.
Man hat nicht ein bestimmtes Drehmoment, bzw stellt dieses ein und muß
dann sehen wohin mit der Energie und wenn man das Problem nicht löst,
läuft eine Überpannung auf. Falsch. Man stellt das Drehmoment ein indem
man den Strom einstellt. "Verbrauche" ich den Strom nicht, so sinkt das
bremsende Drehmoment.
Diese Energie kann man nun, völlig richtig, in einem Bremschopper
verheizen oder auch zurückführen. Der Bremschopper muß für die passende
Leistung geeignet sein. Zurückführen kann man man sie auch über einen
Zwischenkreis. Ein Wandler paßt dann die Spannung entsprechend an. Der
Zischenkreis muß natürlich passend zur Generatorkennlinie und der
erwarteten Drehzahl angepaßt werden. Die Zwischekreisspannung kann
theoretisch auch höher sein als die "Netzspannung". Auch das wäre keine
Überspannung. Zwischenkreis und Genrator werden ja für den
Drehzahlbereich passend ausgelegt.
Eine Überspannung im Zwischenkreis tritt also nur auf, wenn die Drehzahl
zu hoch wird. Da aber als Antrieb BLDC-Motoren getestet werden, wäre es
ein Leichtes hier am Regler die Drehzahl zu begrenzen. Entweder man
testet nur die Motoren und der Regler gehört zum Prüfstand und wird mit
einer Drehzahleinstellung/begrenzung ausgestattet oder man baut einen
Drehzahlmesser ein und Fährt den Regler vorsichtig hoch. Wenn man nun
die Last hochfährt wird die Drehzahl nicht steigen. Als Sicherung könnte
der Drehzahlmesser ab einem Kritischen Wert die Spannungsversorgung des
Motors abschalten. Eine Drehzahlbegrenzung ist also wie Eingangs gesagt,
völlig ausreichend.
Was eine eventuelle Energierückführung betrifft. Der Zwischenkreis ist
ja wie beschrieben ausgelegt und somit unkritisch. Die Hauptversorgung
ist teilweise Eigensicher, da der Generator nicht mehr Energie
einspeisen kann als der Antrieb zieht. Einzig und allein der Moment in
dem der Antrieb heruntergefahren oder gar abgeschaltet wird könnte
kritisch sein. In diesem Moment ist die kinetische Energie des
Schwungrades (Moter+Generator+...) zu entsorgen.
Entweder die Spannungsversorgung kann diese energie aufnehmen der man
läßt dem Motor dann einfach nur auslaufen oder verwendet für diesen
Zweck eine andere Bremse. Dies zu berücksichtigen ist gar nicht so
kompliziert wie es klingt, weil hier keine Überspannung durch das
Anschalten selbst entsteht. Der aus dem Zwischenkreis zurückführende
Wandler müßte sie erst erzeugen. Wenn er aber die Ausgangsspannung
überwacht entnimmt er einfach keine weitere Energie aus dem
Zwischenkreis und die elektronische Bremse geht zwangsläufig und
eigensicher automatisch in den Leerlauf.
Carsten R. schrieb:> Man hat nicht ein bestimmtes Drehmoment, bzw stellt dieses ein und muß> dann sehen wohin mit der Energie...
Das gleiche gilt übrigends auch bei Wechsel- bzw. Drehstrom. Nur paßt
hier der Zwischenkreis nicht nur die Spannungen an, sondern der
Rückführende Wandler muß auch die Phasenlage berücksichtigen. Ohne
Zwischenkreis geht es nicht, denn wir wollen mit variablen Drehzahlen
arbeiten, unabhängig vom Netz. Selbst wenn wir dafür ein eigenes
variables Netz hätten, ginge es nicht, da Motor und Generator für
underschiedliche Drehzahlen gebaut sein können (Beispiel: Polzahl).
Daher läuft auch hier die Spannung nicht hoch, jedenfalls nicht solange
man nicht die Drehzahl hochtreibt.
Ungechtet dessen stellen natürlich die Schaltflanken dank der
Induktivität der Spulen ein Problem dar, welches aber schon behandelt
wurde und auch nicht direkt etwas mit speziell dieser Anmerkung
bezüglich des elektrischen Bremsvorgangs zu tun hat
Hallo Carsten!
Da muss ich dir aus eigener Erfahrung wiedersprechen. Der Bremsmotor
wird ja vom Prüfling angetrieben. Daher speist der auch in den
Zwischenkreis zurück, um so stärker er bremsen soll (geeigneter
4Q-Steller vorausgesetzt). Da steigt dann die Spannung massiv an, wenn
sie nicht anderweitig abgeführt wird. Das muss auch so sein, irgendwo
muss die Bremsenergie ja hin.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann
Das hängt davon ab wie man die "Bremse" aufbaut. Die Überspannug wird
nicht vom Bremsmotor/Generator erzeugt. Die höchste Spannung hat ein
Generator im Leerlauf. Durchs Bremsen steigt diese nicht an, im
Gegenteil. Eine natürliches konzeptbedingtes Auftreten einer
Überspannung wäre mir neu. Ich lerne gern dazu wenn man mir sagt wo und
wie diese entstehen soll.
Wenn man die Bremse aber so aufbaut, daß sie auf Teufel komm raus, um
des Bremsmoment hochzuhalten, Strom zieht und damit per Step up die
Spannung am Ausgang hochzuwandeln, auch wenn sie die Energie nicht los
wird, dann entsteht eine Überspannung, bewußt künstlich erzeugt durch
den Schaltkreis. Das wäre aber eine Fehlkonstruktion. Wer baut einen
Step-up ohne Ausgangsspannungsbegrenzung?
Prinzipiell hast Du also Recht. Natürlich kann ich immer eine Schaltung
bauen die in der Lage ist sich selbst zu zerstören. Die Vorstellung
beispielsweise einen Stepu-up zu bauen, ohne Überwachung der
Ausgangsspannung, war mir einfach zu Absurd, daß ich das gar nicht in
Erwägung zog. Aus dem eigentlichen Konzept ergibt sich so ein Fehler
nicht.
Man kann solche Fehler natürlich jederzeit nachrüsten. Ich kann auch
einen LED-Treiber bauen, der nicht den Strom begrenzt, sondern die
überschüssige Energie irgendwo hinpumpt bis die Quelle nur noch die
ausreichend niedrige Energie für die LED hat. Und wenn abgeleitete
Energie nicht abegenommen wird macht es peng. Damit würde niemand
rechnen und bei einem LED-Treiber vor Überspannungen warnen die über der
Eingansspannung liegen.
Ansonsten läßt einfach das Bremsmoment nach wenn die Energie nicht
abgenommen wird.
Es gibt unzählige Möglichkeite wie man so etwas Schaltungstechnisch
lösen kann. Die Frage ist, was sie leisten soll. Wenn die Schaltung
bremsen muß, dann muß die einen Stromfluß erzeugen und dann zusehen
wo hin mit der Energie. Dann könnte eine Überspannung entstehen. Aber
wir bauen hier keinen Antrieb der auch Bremsen muß und somit mechanische
Energie aufnimmt, sondern einen Prüfstand.
Ein Prüfstand kann nicht mehr Bremsenergie aufnehmen als er im Antrieb
verbraucht (perpetuum mobile). Also kann für gewöhnlich keine
Überspannung entstehen. Für die wenigen Ausnahmezustände, beispielsweise
die Restenergie beim runterfahren wie von mir beschrieben, muß man
einfach nicht das Bremsen erzwingen. Dazu gibt es am Prüfstand keine
Notwendigkeit. Und da kann man die Anlage auch anders bremsen oder
auslaufen lassen.
Einzig und allein wenn man eine hohe Lastdynamik testen will, also
schnelle Drehzahländerugen, insbesondere nach unten, rufen mechanische
Energie aus dem Aggregat ab. Wenn, wie von mir schon ganz zu Anfang
beschrieben, sie Spannungsquelle mit der Rückspeisung umgehen kann, ist
alles gut. Wenn das nicht der Fall oder nicht sicher ist, dann wird
einfach das bremsmoment nicht erreicht. Die Frage ist einfach nur:
Baue ich eine Bremse die auf Teufel komm raus Bremsen muß oder baue ich
eienen Prüfstand dem ich sage: Bremse bitte so stark wie gewünscht wenn
du kannst. Wird dann das gewünschte schnelle herunterbremsen nicht
erreicht rüstet an eine Energieentsorgungsmöglichkeit nach.
Ich weiss nicht was du hier mit Stepup und Bremse hast. Es ging im OP
darum, einen Motor als Bremse zu verwenden (Generatorbetrieb). Der
Prüfling bringt Leistung auf, der als Bremse verwendete Motor nimmt
diese auf und speist in den Zwischenkreis seines Reglers ein. Wenn Du
einen Umrichter so konfigurierst, dass der Motor auf ein festes Moment
geregelt wird, muss er also in den ZK zurückspeisen. Wie soll die
Energie sonst "verbraucht" werden?
Genau aus diesem Grund haben eigentlich alle Umrichter für Netzbetrieb
entweder ein rückspeisefähiges Netzteil (optimal, aber teuer), einen
internen Bremswiderstand und/oder einen Anschluß für einen externen
Bremswiderstand. Weil auch beim "normalen Gebrauch" als
Positionierantrieb der Motor beim Abbremsen durch seine Last in den
Generatorbetrieb gebracht wird.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann
Der Step-Up war ein Realisierungsbeispiel wie man es künstlich schaffen
könnte eine Überspannung zu erzeugen. Bei Gleichspannung würde man einen
solchen oder eine der alternativen Techniken benötigen um bei geringer
Drehzahl(=geringe Generatorspannung) die nötige Spannung zum
Zurückspeisen zu erlangen.
Im wesentlichen sind wir uns ja einig, nämlich das Energie "entsorgt"
oder zurückgespeist werden muß um zu bremsen, nur mit der Besonderheit,
daß ein Prüfstand die zurückgewonnenen Energie wieder im Antrieb
verbraucht, abgesehen von der beschriebenen Spezialsituation des
schnellen Herunterfahrens (bremsen ohne weiter anzutreiben), in dem nur
die Motoren und keine daran hängende Maschine gebremst wird. Es ist nun
einmal ein Prüfstand und kein echter Antrieb.
Thorsten Ostermann schrieb:> Weil auch beim "normalen Gebrauch" als> Positionierantrieb der Motor beim Abbremsen durch seine Last in den> Generatorbetrieb gebracht wird.
Da stimme ich also völlig zu, abgesehen davon daß der obige Effekt
dieses Problem größtenteils eliminiert. Das die Quelle zumindest
begrenzt rückspeisefähig sein sollte für den Rest, wurde von mir schon
zig mal geschrieben. Ansonsten muß man diese Energie "thermisch
vernichten".
Und nun geht es darum wie man damit verfährt, wenn doch noch etwas
Energie zum "entsorgen" übrig bleibt.
Thorsten Ostermann schrieb:> Der> Prüfling bringt Leistung auf, der als Bremse verwendete Motor nimmt> diese auf und speist in den Zwischenkreis seines Reglers ein.
Hier sind Ursache und Wirkung vertauscht. Erst der Strom erzeugt das
Bremsmoment. Man stellt nicht das Bremsmoment ein und muß dann zusehen
wie der äquivalente Strom zu entsorgen ist. Man stellt einen Strom ein,
der nach Möglichkeit fließen soll, und nicht bedingungslos technisch
erzwungen werden soll. Das wäre eine bewußte Fehlkonstruktion.
Thorsten Ostermann schrieb:> Wenn Du> einen Umrichter so konfigurierst, dass der Motor auf ein festes Moment> geregelt wird, muss er also in den ZK zurückspeisen.
Genau das meinte ich mit "Auf Teufel komm raus Bremsen". Du betrachtest
den Umrichter als Black-Box welche das so handhabt (bedingungslos fester
Eingangsstrom). Darin unterscheiden wir uns. Ich betrachte ein solches
Gerät als absurde Fehlkonstruktion die es so gar nicht zu kaufen geben
dürfte. Ein solches Gerät wäre nicht zu gebrauchen, weil es sich in
zahlreichen Alltagsituationen selbst grillen würde (siehe unten).
Jeder Wechselrichter der eingangsseitig den Stromfluß ungeachtet des
Ausgangs aufrecht erhalten will, wird einem um die Ohren fliegen,
sobald:
- der ausgangsseitige Verbraucher abgeschaltet wird.
- aus irgendeinem Grunde eine Sicherung auslöst.
- bei Netzeinspeisung das Netz ausfällt, da sich Wechselrichter dann von
diesem zu trennen haben sobald sie Erkennen das eine Störung / ein
Netzausfall vorliegt.
Dies sind nur Beispiele und keine vollständige Desasteraufzählung.
Für seine Vernichtung wäre der Umrichter dann selber verantwortlich. Das
er in einem Prüfstand eingesetzt wird hat damit nichts zu tun. Was
sollen das für Umrichter sein die ihren Zwischenkreis weiter und immer
weiter bis zur tötlichen Überspannung aufladen würden, ohne daß sie
Energie am Ausgang loswerden?
Ein Umrichter hat nur maximal soviel aufzunehmen wie er auch abgeben
kann. Will an mit ihm die Bremskraft regeln kommt noch der Sollwert
hinzu. Und dann hat er soviel Enrgie umzusetzen wie er abgeben kann oder
wie man ihm erlaubt, je nachdem welche der Grenzen niedriger ist.
Thorsten Ostermann schrieb:> Wie soll die Energie sonst "verbraucht" werden?
Gar nicht. Er müßte (Konjunktiv) um das Bremsmoment zu halten, kann es
aber nicht. Also bremst er nur so stark wie er Energie los wird. Eine 20
Watt Glühbirne verbraucht an einem 300 Watt Netzteil auch keine 300
Watt. Wenn dieses Versucht 300 Watt durch die Birne zu knüppeln, geht
dabei zwangsläufig die Spannung hoch und die Birne geht
selbstverständlich kaputt. Das wäre eine Fehlkonstruktion im Netzteil.
Wir unterscheiden uns nur in der Sichtweise wie sich der Wechselrichter
verhalten soll, wenn weniger Energie abgenommen wird als "erbremst"
werden soll. Bei mir ist soll nur ein Soll. Bei Dir ist soll
auch das Ist.
Um die Verwirrung komplett zu machen ist es hierbei egal ob wir von
einem Wechselrichter bei Wechselstrom oder einer Rückspeisung bei
Gleichstrom reden. Das Priinzip bleibt das Gleiche.
nimm eine Rolle + Getriebe + Riemen + definiertes Gewicht und dann hast
du ein ganz spezifisches Drehmoment. Das Gewicht wird dann einfach über
das Getriebe und die Rolle hochbewegt (wie ein Aufzug).
Aber... stammel Aber...
Aber das wäre eine Lösung ohne Mikrocontroller und ohne Elektronik.^^
Das ginge auch, aber man sollte das vorherige Eichen der mechanischen
Lösung nicht vergessen.
Hallo Carsten!
>> Der>> Prüfling bringt Leistung auf, der als Bremse verwendete Motor nimmt>> diese auf und speist in den Zwischenkreis seines Reglers ein.>> Hier sind Ursache und Wirkung vertauscht. Erst der Strom erzeugt das> Bremsmoment. Man stellt nicht das Bremsmoment ein und muß dann zusehen> wie der äquivalente Strom zu entsorgen ist. Man stellt einen Strom ein,> der nach Möglichkeit fließen soll, und nicht bedingungslos technisch> erzwungen werden soll. Das wäre eine bewußte Fehlkonstruktion.
Nein, der Strom wird vom extern angetriebenben Motor erzeugt. Deswegen
heißt es Generator. Das gilt natürlich nur, wenn die Wicklung auch
belastet wird. Bei offener Wicklung fließt kein Strom, aber dann wird
auch nicht gebremst.
>> Wenn Du>> einen Umrichter so konfigurierst, dass der Motor auf ein festes Moment>> geregelt wird, muss er also in den ZK zurückspeisen.>> Genau das meinte ich mit "Auf Teufel komm raus Bremsen".
Das ist doch der Sinn einer Bremse in einem Prüfstand. Das sie soviel
bremst, wie vom Anwender vorgegeben. Und nicht nur ab und an mal ein
bisschen.
> Du betrachtest> den Umrichter als Black-Box welche das so handhabt (bedingungslos fester> Eingangsstrom). Darin unterscheiden wir uns. Ich betrachte ein solches> Gerät als absurde Fehlkonstruktion die es so gar nicht zu kaufen geben> dürfte. Ein solches Gerät wäre nicht zu gebrauchen, weil es sich in> zahlreichen Alltagsituationen selbst grillen würde (siehe unten).
Nein, da irrst du dich. Ein Umrichter macht das, worauf er konfiguriert
wird. Selbstverständlich hat jedes professionelle Gerät entsprechende
Sicherheitsschaltungen, die die Reglerfreigabe wegnehmen, bevor das
Gerät schaden nehmen kann. Ab bis dieser Punkt erreicht ist muss das
Gerät bedingungslos das tun, worauf es parametriert ist. Sonst ist es
professionell nicht nutzbar.
> Jeder Wechselrichter der eingangsseitig den Stromfluß ungeachtet des> Ausgangs aufrecht erhalten will, wird einem um die Ohren fliegen,> sobald:>> - der ausgangsseitige Verbraucher abgeschaltet wird.> - aus irgendeinem Grunde eine Sicherung auslöst.> - bei Netzeinspeisung das Netz ausfällt, da sich Wechselrichter dann von> diesem zu trennen haben sobald sie Erkennen das eine Störung / ein> Netzausfall vorliegt.
Du hast offfenbar keine praktische Erfahrung mit Servoverstärkern oder
Frequenzumrichtern:
- Um den Eingangsstrom kümmert sich der Umrichter erstmal nicht.
- Den Ausgang schaltet man im Normalfall schonmal garnicht (Stichwort
schalten von induktiven Lasten).
- Wenn die Sicherung fliegt oder die Eingangsspannung weggeschaltet wird
erkennt das das Gerät (am Absinken der Zwischenkreisspannung) und bremst
den Motor selbsttätig herunter. Sollte dabei die Zwischenkreisspannung
zu weit ansteigen, wird der Regler abgeschaltet und der Motor läuft
frei.
> Gar nicht. Er müßte (Konjunktiv) um das Bremsmoment zu halten, kann es> aber nicht. Also bremst er nur so stark wie er Energie los wird. Eine 20> Watt Glühbirne verbraucht an einem 300 Watt Netzteil auch keine 300> Watt. Wenn dieses Versucht 300 Watt durch die Birne zu knüppeln, geht> dabei zwangsläufig die Spannung hoch und die Birne geht> selbstverständlich kaputt. Das wäre eine Fehlkonstruktion im Netzteil.
Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Ein Servomotor kann kurzzeitig ein
vielfaches seiner Nennleistungs aufnehmen oder abgeben. Das ist was ganz
anderes als eine Glülampe. Zumal wir hier von einem geregelten Motor
reden, nicht von einem Motor der direkt an einer Spannungsquelle hängt.
> Wir unterscheiden uns nur in der Sichtweise wie sich der Wechselrichter> verhalten soll, wenn weniger Energie abgenommen wird als "erbremst"> werden soll. Bei mir ist soll nur ein Soll. Bei Dir ist *soll*> auch das Ist.
Diese unterschiedliche Sichtweise würde ich auf theoretische Betrachtung
vs. Erfahrung zurückführen. ;)
> Um die Verwirrung komplett zu machen ist es hierbei egal ob wir von> einem Wechselrichter bei Wechselstrom oder einer Rückspeisung bei> Gleichstrom reden. Das Priinzip bleibt das Gleiche.
Es spielt auch keine Rolle, wo die Energie herkommt und ob der Motor ein
Gleichstrom, Synchron- oder Asynchronmotor ist. Die Spannung wird immer
erst gleichgerichtet und in den Zwischenkreiskondensatoren gepuffert.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann
Wir reden völlig aneinander vorbei.
Thorsten Ostermann schrieb:> Nein, der Strom wird vom extern angetriebenben Motor erzeugt...
Der Generator erzeugt die Spannung. Der Strom mit dem ich die Wicklungen
dann belaste, hier durch den Wechselrichter kontrolliert, bestimmt das
Drehmoment, nicht umgekehrt. Es geht darum, daß ich nicht das Drehmoment
einstelle und dann mit dem Strom leben und zusehen muß wo ich ihn lasse,
sondern daß ich ohnehin den Strom kontrolliere und jederzeit
zurücknehmen kann bevor ich ihn irgendwo "hinpumpe" und damit die
Spannung hochtreibe. Wenn der Wechselrichter dies macht ist er selbst
die Ursache die Überspannug. Die Überspannung wäre also nicht im Konzept
der TE zu finden, sondern im fehlerhaft konstruierten Wechselrichter
begründet! Daß eventuell die gewünschte Bremswirkung aufgrund
unzureichender Energieentsorgungskapazitäten nicht immer voll erreicht
werden kann, ist ein völlig anderes Thema.
Thorsten Ostermann schrieb:> Das gilt natürlich nur, wenn die Wicklung auch> belastet wird. Bei offener Wicklung fließt kein Strom, aber dann wird> auch nicht gebremst.
Genau das habe ich doch beschrieben!
Thorsten Ostermann schrieb:> Das ist doch der Sinn einer Bremse in einem Prüfstand. Das sie soviel> bremst, wie vom Anwender vorgegeben. Und nicht nur ab und an mal ein> bisschen.
Nur ab und an ein bisschen hab ich auch nie behauptet! Es geht nur um
die spezielle Situation bei schneller Drehzahlsenkung wenn gleichzeitig
die Stromaufnahmefähigkeit des Netzes unzureichend ist und gleichzeitig
kein (ausreichender) Bremschopper zur Seite steht. Nur dann hätte man
mehr Bremsenergie als man loswerden könnte und muß daher die Bremskraft
drosseln weil die Spannung im Zwischenkreis hochläuft. Bei Erhöhung der
Bremsleistung unter Beibehalt oder Anstieg der Drehzahl tritt das
Problem ja erst gar nicht auf, weil der Antrieb dann zusätzliche Energie
benötigt.
Thorsten Ostermann schrieb:> Aber bis dieser Punkt erreicht ist muss das> Gerät bedingungslos das tun, worauf es parametriert ist. Sonst ist es> professionell nicht nutzbar.
Genau das habe ich doch auch geschrieben! Bremsleistung hochfahren bis
zum soll, es sei denn vorher droht die Selbstzerstörung.
Thorsten Ostermann schrieb:> Du hast offfenbar keine praktische Erfahrung mit Servoverstärkern oder> Frequenzumrichtern:
Ich rede nicht vom Wechselrichter am "Eingang" der Anlage oder woher
auch immer diese Vermutung kommt. Ich rede nicht vom Antrieb sondern die
ganze Zeit vom Generator und dem Eingang des rückführenden
Wechselrichters. Ich weiß über Wechselrichter ausreichend viel, daß ich
sagen kann daß sie sich nicht selbstständig überladen und vernichten
sollen. Tun sie dies, so handelt es sich um einen Fehler in der
Komponente selbst.
Thorsten Ostermann schrieb:> - Um den Eingangsstrom kümmert sich der Umrichter erstmal nicht.
??? Um den geht es doch aber die ganze Zeit. Das Bremsmoment und damit
der "Bremsstrom" der vom Generator über den Wechselrichter in die
Versorgung zurückgeführt werden soll, soll ja "fix" einstellbar sein.
Thorsten Ostermann schrieb:> - Den Ausgang schaltet man im Normalfall schonmal garnicht (Stichwort> schalten von induktiven Lasten).
Unwichtig ob man ihn selber aktiv schalten sollte oder nicht. Solche
Szenarien kommen vor und die Möglichkeit ist teilweise auch
vorgeschrieben. Netzeinspeisende Wechselrichter haben bei
Störungsfall/Netzausfall ausgangsseitig eine Netztrennung zu vollziehen.
Eine Sicherung kann durchgehen, denn dazu sind sie da. Mit der
ausgangsseitigen Last oder der Verbindungsleitung kann sonstwas
passieren. Was auch immer passiert. Wechselrichter haben so gebaut zu
sein daß sie niemals die Stromaufnahme aufrecht erhalten wenn der
Zwischenkreis dank mangelnder Abnahme überlädt.
Thorsten Ostermann schrieb:> - Wenn die Sicherung fliegt oder die Eingangsspannung weggeschaltet wird> erkennt das das Gerät (am Absinken der Zwischenkreisspannung) und bremst> den Motor selbsttätig herunter. Sollte dabei die Zwischenkreisspannung> zu weit ansteigen, wird der Regler abgeschaltet und der Motor läuft> frei.
Bei Netztrennung kann kein Strom fließen, folglich gibt es auch keine
Möglichkeit zu bremsen solange man nicht auf einen Bremschopper oder
ähnliches ausweicht. Da bei dir der Zwischenkreis absinkt, bist du wohl
beim Antrieb. Ich bezog mich aber auf das Szenario Netztrennung beim
rückspeisenden Wechselrichter. Wird dort stumpf und fehlerhaft
weitergebremst läuft hier im Zwischenkreis die Spannung hoch. Das nun
auf Freilauf geschaltet werden sollte, (Anpassung der Bremsleistung auf
das Niveau der "Entsorgungskapazität, in diesem Falle = 0) ist doch
genau das was ich auch sagte.
Thorsten Ostermann schrieb:> Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Ein Servomotor kann kurzzeitig ein> vielfaches seiner Nennleistungs aufnehmen oder abgeben. Das ist was ganz> anderes als eine Glülampe. Zumal wir hier von einem geregelten Motor> reden, nicht von einem Motor der direkt an einer Spannungsquelle hängt.
Völlig irrelevant, da ich nicht von dem Motor rede, sondern davon wie
die Eingangsstufe des rückspeisenden Wechselrichters den Zwischenkreis
überlädt und sich damit der Wechselrichter selbst zerstört. Dies ist
analog zu einem Netzteil das die nachfolgenden Komponenten zerstört bloß
weil es mehr Energie als abgenommen wird in den Ausgang pumpen kann und
dabei überlebenswichtige Parameter ignoriert. Hier gehört eine
Spannungsüberwachung hin, was zur Folge hat, daß der Bremsstrom
zurückgeht wenn der Wechselrichter seine Energie nicht abgeben kann.
Thorsten Ostermann schrieb:> Es spielt auch keine Rolle, wo die Energie herkommt und ob der Motor ein> Gleichstrom, Synchron- oder Asynchronmotor ist. Die Spannung wird immer> erst gleichgerichtet und in den Zwischenkreiskondensatoren gepuffert.
Auch da stimme ich voll zu.
Thorsten Ostermann schrieb:> Diese unterschiedliche Sichtweise würde ich auf theoretische Betrachtung> vs. Erfahrung zurückführen. ;)
Ob Theorie oder Praxis, wird das Teil seine Energie nicht oder nur
unzureichend los, so hat es die Leistungsaufnahme auf sichere Werte
herunterzufahren. Das ist eine Elementare Grundfunktion. Es wäre ein
leichtes dieses Eingreifen der Sicherheitsschaltung zu signalisieren.
Dies soll natürlich nicht die übliche Funktionsweise übermäßig
Einschränken. Eine Sollwertabweichung ist aber der Zerstörung
vorzuziehen. Beeinträchtigt dies die Funktion zu sehr ist die
"Energientsorgungsmöglichkeit" natürlich nachzubessern, damit das Gerät
seiner Funktion gerecht werden kann.
So kompliziert.
Aber nun ist mir doch noch eine kurzfassung eingefallen.
Die höhe Generatorspannung ist absehbar. Die Anlage kann darauf
ausgelegt werden. Keine Überspannung.
Die Versorgungsspannung ist die Versorgung. Wenn es hier eine
Überspannung gibt so kommt sie von extern oder wird vom Wechselrichter
produziert, was eine Fehlfunktion des Wechselrichters an sich wäre.
Dazwischen kommt der Wechselrichter. Solange die Ein- und
Ausgangsspannung in der Norm liegen, hat der sich nicht selbst zu
grillen, ganz egal was ich ihm erzähle. Punkt. Schlimmstenfalls wird
dann die gewünschte Bremswirkung einfach nicht erreicht. Das ist aber
ein anderes Thema, wurde nicht efragt, kann aber leicht auf ein
erträgliches Maß gemildert oder gar behoben werden.