Hallo Leute,
ich kaufe mir Flussmittel in der Regel für teures Geld bei den 0815
deutschen Versandhändlern. Das Flussmittel funktioniert in der Regel
auch ganz gut.
Doch nun muss ich irgendwann in der nächsten Woche ein FPGA auslöten,
reballen und auf eine andere Platine löten. Im Internet wird überall das
Flussmittel RMA-223 von Amtech empfohlen. Und zwar braucht man davon
dann doch relativ viel beim ganzen Prozess. Auch KINGBO RMA-218 wird
überall empfohlen.
Was ich nicht verstehe, ist was der Unterschied zwischen diesen beiden
Flussmitteln und dem teuren Zeugs von z.B. Stannol.
Heiko G. schrieb:> Hallo Leute,>> ich kaufe mir Flussmittel in der Regel für teures Geld bei den 0815> deutschen Versandhändlern. Das Flussmittel funktioniert in der Regel> auch ganz gut.>> Doch nun muss ich irgendwann in der nächsten Woche ein FPGA auslöten,> reballen und auf eine andere Platine löten. Im Internet wird überall das> Flussmittel RMA-223 von Amtech empfohlen. Und zwar braucht man davon> dann doch relativ viel beim ganzen Prozess. Auch KINGBO RMA-218 wird> überall empfohlen.>> Was ich nicht verstehe, ist was der Unterschied zwischen diesen beiden> Flussmitteln und dem teuren Zeugs von z.B. Stannol.
vielleicht solltest du mal konkrete Produkte nennen? Dann könnte man
auch einen Vergleich anstellen.
Ich vermute das hier soll Werbung für die billigen Amtech Fälschungen
auf E-Bay sein?
vlg
Timm
Das hier scheint das Original zu sein:
http://www.tme.eu/de/details/a223rma2ag_35/lotlegierungen-pasten/amtech/
Aber kann mir bitte jemand erklären, wo der Unterschied zwischen den
Flussmitteln ist. Kann ich z.B. dieses Amtech Zeugs auch verwenden, wenn
ich ganz normal löte? Bzw. wieso kann ich nicht den Stannol
Flussmittelstift verwenden, um ein BGA zu reballen?
Kann jemand das Octamex Zeugs empfehlen?
Gibt es ein preiswertes Flussmittelgel das sich nicht so bestialisch wie
Löthönig verhält? Das Zeug ist alles andere als "No Clean" eher
"Lötstelle versifft", qualmt und stinkt wie sau.
Wie schaut es mit den Flussmitteln von Octamex aus, beispielsweise dem
LT-FLUX T31?
Löter schrieb:> Kann jemand das Octamex Zeugs empfehlen?>> Gibt es ein preiswertes Flussmittelgel das sich nicht so bestialisch wie> Löthönig verhält? Das Zeug ist alles andere als "No Clean" eher> "Lötstelle versifft", qualmt und stinkt wie sau.
Was erwartest Du, Löthonig ist letztlich dick angerührtes Kolophonium.
Nützlich bei hartnäckigen Fällen von Steckern oder so, aber natürlich
weder "no-clean" noch no-stink oder no-Qualm ;-). Wenn es zu "schwarzen
Brocken" verbrennt lötest Du übrigens zu heiss dafür.
> Wie schaut es mit den Flussmitteln von Octamex aus, beispielsweise dem> LT-FLUX T31?
Weiss ich nicht, aber Daten lesen kann helfen. Wenn "no-clean" behauptet
wird wird das meist stimmen. Je weniger Feststoffgehalt desto weniger
bleibt zurück (aber desto "lascher" ist es auch), d.h. das ist dann nix
für den Bastler mit etliche Jahre alten Bauteilen mit oxidierten
Anschlüssen. Bleifrei braucht Flussmittel die die höhere Temperatur auch
mögen.
Wikipedia beschreibt wie Flussmittel eingeteilt und bezeichnet werden.
Hmm...
ob das das Original ist?
http://www.amazon.de/100g-AMTECH-NC-559-ASM-UV-paste-solder/dp/B00BGPN1UE
Ich habe mal gehört, dass das AMTECH Original kein Hologramm hat. Das
würde gegen die Dose von Amazon sprechen.
Kannst du mir auch kurz sagen, wieso man das Flussmittel unter dem BGA
reinigen muss? Ich dachte, dass es hauptsächlich wegkocht, wenn man es
erhitzt. Und man das Board nur reinigt, damit es sauber aussieht.
No-clean-Flussmittel müssen nicht gereinigt werden. Alles andere MUSS
entfernt werden, weil es die Platine und Bauelemente angreift. Wenn man
also irgendwo nicht vernünftig reinigen kann, wie beispielsweise unter
einem BGA, dann ist es empfehlenswert, ein no-clean-Flussmittel zu
benutzen.
Das FL-22 ist gut. Es lohnt sich nicht, die billigen Ebay-Flussmittel zu
kaufen, da man auch so gut wie nichts von dem Zeug braucht und es daher
ewig hält.
Simon K. schrieb:> Warum wollt ihr den Krempel unbedingt bei Amazon und Ebay kaufen?
Ich würde den Krempel auch über Amabay oder Ezon kaufen, wenn dort der
Preis stimmen würde.
Ich verstehe momentan immer noch nicht, ob man diese Lötpaste, die man
zum Löten der BGAs nimmt, auch für ganz normale Lötarbeiten verwenden
kann, für die ich momentan den Stannol Stift verwende.
Heiko G. schrieb:> Hmm...>> ob das das Original ist?> http://www.amazon.de/100g-AMTECH-NC-559-ASM-UV-paste-solder/dp/B00BGPN1UE>> Ich habe mal gehört, dass das AMTECH Original kein Hologramm hat. Das> würde gegen die Dose von Amazon sprechen.
richtig. Dürfte also auch ne Fälschung sein.
> Kannst du mir auch kurz sagen, wieso man das Flussmittel unter dem BGA> reinigen muss? Ich dachte, dass es hauptsächlich wegkocht, wenn man es> erhitzt. Und man das Board nur reinigt, damit es sauber aussieht.
Es bleiben Säuren übrig. Nach nen paar Monaten bis Jahren haben die das
Kupfer auf der Platine zerfressen.
> Kann man das> Ebay-Artikel Nr. 140518147160> für den Anfang mal nehmen? Für die paar TQFPs, die ich im Jahr löte> finde ich 20€+ recht viel.
Mit Pipette sieht mir das nach flüssigem Flux aus. Ich halte flüssiges
Flux fürs Handlöten und Reflow nicht für optimal. Die besten Erfahrungen
hab ich mit Fluxgel gemacht.
Einfach das oben verlinkte Edsyn FL 22 nehmen, das kostet auch keine 20
EUR.
Heiko G. schrieb:> Ich verstehe momentan immer noch nicht, ob man diese Lötpaste, die man> zum Löten der BGAs nimmt, auch für ganz normale Lötarbeiten verwenden> kann, für die ich momentan den Stannol Stift verwende.
Fluxgel (wie z.B. das Amtech oder das Edsyn FL22) sind zum Hand- und
handgeführtem Heissluftlöten meiner Meinung nach besser geeignet als
Flüssigflux aus Pipette oder Stift. Flüssiges Flux wird vor allem beim
Wellenlöten benutzt.
Zusätzlich zum Fluxgel brauchst Du noch Lötzinn, entweder von der Rolle
oder beim BGA-Reballing als fertige Kügelchen in der richtigen Größe.
Das extra Fluxgel verbessert die Lötfähigkeit und Benetzung des
Lötzinns.
Lötpaste ist dagegen etwas anderes: das sind ganz feine Lötzinnkügelchen
vermischt mit Flux. Das wird (meistens) mit Schablone und Rakel auf die
Platine aufgetragen. Danach per Heissluft-, IR- oder Dampfphasenofen
verlötet.
Hier wird also kein extra Lötzinn mehr gebraucht, das ist in der
Lötpaste schon enthalten.
Heiko G. schrieb:> Gerd E. schrieb:>> Einfach das oben verlinkte Edsyn FL 22 nehmen, das kostet auch keine 20>> EUR.>> Sondern 26€, da es nur 5ml sind.
Hängt davon ab wieviel du brauchst.
> Da wäre ja das NC-559 Flussmittel günstiger.>> http://www.tme.eu/de/details/anc559tf_30/flussmittel/amtech/
Nicht die Steuern und den Versand vergessen!
> Also das sieht für mich nach einem Original aus.
Ja, bei TME gibts das Original. Bei ebay und Amazon meist nicht.
> Fluxgel (wie z.B. das Amtech oder das Edsyn FL22) sind zum Hand- und> handgeführtem Heissluftlöten meiner Meinung nach besser geeignet als> Flüssigflux aus Pipette oder Stift.
Deswegen fragte ich nach Erfahrungen mit diesen Produkten hier
http://www.octamex.de/shop/?page=shop/browse&category_id=31b5578b1ba770f4d3d12bea753e6d3c&/Loetzinn,_SMD_Loetpasten,_Flussmittel_fuer_Leiterplatten_kaufen.html
Persönliche Erfahrungen sind gefragt, nicht Hinweise auf Datenblätter
oder Wikipedia.
Die Warnung vor dem Löthonig gab ich an aufgrund eigener schlechter
Erfahrungen mit dem Einsatz bei SMD und NEIN, ich löte nicht zu heiß,
sondern geregelt und das seit Jahren. Beim Löthonig habe ich mich mal
"verführen" lassen und sowas soll nicht nochmal vorkommen mit vielleicht
viel teureren Produkten, denn das Zeug toppt oft sogar noch die Preise
von Original Druckertinte und einen Gelddrucker besitze ich nicht. ;)
Meistens benötige ich nicht mal ein Flussmittel, aber dann und wann
insbesondere beim Nachlöten oder sehr feinen Abständen (im 10 mil
Bereich oder darunter) wird's schon mal brenzlig. Dort verwende ich
einen Stannol Fluxerstift. Klappt auch soweit. Nur hätte mich mal ein
Gel interessiert, das nicht allzu teuer ist (Fluxer Gel's sind fast
immer recht kostspielig, mit Ausnahme Ocatex) und mir auch den Innenraum
nicht vergiftet bzw. verstänkert.
Ich weiß ja nicht, was für einen Verbrauch du hast, aber das Gel hält
ewig. Ich gehe nicht besonders sparsam damit um, da es die Lötergebnisse
immer drastisch verbessert und habe nun nach dutzenden Platinen mit
teilweise sehr vielen Lötstellen (SMD-LED-Matrix etc.) knapp 2ml
verbraucht. Ich kann natürlich nur vom FL-22 sprechen, das nicht
unangenehm riecht. Bei Gel verbleibt auch immer noch nach dem Löten eine
große Menge auf der Platine. Hat man ein No-Clean-Flussmittel, dann
beeinträchtigt das die Funktion nicht.
someone schrieb:> Ich weiß ja nicht, was für einen Verbrauch du hast, aber das Gel hält> ewig.
Gehen wir mal von dem Fall mit dem BGA aus- und wiedereinlöten aus.
Mit dem Flussmittel würde ich fürs auslöten um das BGA herumgehen und
eine Wurst hinterlassen. Wenn ich den BGA abgehoben habe, würde ich die
gesamte Fläche reinigen mit mit frischem Flussmittel benetzen und dann
mit Entlötlitze alle Plättchen auf der Platine abfahren um so saubere
Kontakte zu erhalten. Dann das gleiche am BGA. Dann wird auf den BGA
wieder eine dünne Schicht aufgetragen, die dann die Kugeln auch etwas
festklebt und vor dem Rausfallen aus der Schablone festhält. Und dann
noch einmal die Platine mit Flussmittel bestreichen.
Und bevor ich diese Prozedur an einem wichtigen FPGA mache, möchte ich
es schon ein paar Mal an irgendeiner unwichtigen Hardware ausprobieren,
wie z.B. Festplattencontroller, Grafikkarte, etc.
Da werden auch die 30ml nicht all zu lange halten.
Hier noch ein Artikel zum Thema "real & fake NC-559"
http://www.microsoldering.com/amtech-nc-559-flux-fake-versus-real
Den Shop www.tme.eu kann ich empfehlen. Dort bestelle ich für den
Betrieb Lötmaterial. Man kann dort auch privat einkaufen. Bezahlen mit
Vorkassezahlung per Paypal möglich.
Grüße,
Florian
Das 559 kann ich auch nur empfehlen. Wie gut das ist kann man bei
YouTube bei Louis Rossmann sehen, der repariert im Livestream Apple
Notebooks und nutzt eher zu viel als zu wenig Flussmittel.