Hallo, wir haben eine zweiseitige Platine die nun auf 4-Lagig
umdimesioniert werden muß da es für das Routing einfach zu wenig Platz
gibt :(
Die Aussenlagen haben Stromführende wie auch Signalleiterbahnen.
Ist es bei den Herstellern ein Problem 70µm aussen und innen egal zu
bestellen?
Leider nirgends mehr jemand zu dieser Zeit zu erreichen.
Evtl. könnten Ihr kurz dazu etwas schreiben.
Danke!
Ja, wobei diverse Hersteller diverse vorgaben haben.
Wenn sie z.B. zwei 35µm Platinen mit Prepregs zusammenkleben, dann
kann man innen nur 35µm haben. Normalerweise ist dies günstiger, es
kommt
aber auf den Stack an den man bestellen will/muss/kann ob dies überhaupt
kompatibel ist.
chris schrieb:> Ja, wobei diverse Hersteller diverse vorgaben haben.> Wenn sie z.B. zwei 35µm Platinen mit Prepregs zusammenkleben, dann> kann man innen nur 35µm haben. Normalerweise ist dies günstiger, es> kommt> aber auf den Stack an den man bestellen will/muss/kann ob dies überhaupt> kompatibel ist.
Beides Falsch!
Erstens ist es auch bei der sog. Laminattechnik kein Problem außen auf
70µm aufzukupfern, im Gegenteil.
Zweitens ist solch ein Aufbau aufwändiger in der Fertigung und dadurch
teurer.
Einige Hersteller bieten Laminattechnik auch gar nicht an.
Grund ist: Bei Lamninattechnik muss ich bei den Innenlagen statt einem 2
Laminate durch die (Innenlagen-)Fertigung schleusen, d.h. doppelte
Kosten für den Resist-Film und die Durchlaufzeit. Denn dabei wird die
später außenliegende Lage komplett abgedeckt. Danach geht's zum
Verpressen und idR zum Abätzen der Außenlagen auf 18µm. (Bei 70µm
Endkupfer kann das entfallen und man kann direkt mit den 35µm
GrundKupfer der Innenlagenprepregs weitermachen oder noch 10µ Aufkupfern
um sicherzugehen.) Der Rest ist wie bei einem normalen Multilayer.
(Bohren -> Braunox -> Strukturieren -> Galvanik -> Ätzen -> Druck ->
Oberfläche -> Fräsen -> E-test -> verpacken)
Sinn macht das nur, wenn man eng tolerierte oder sehr dünne Abstände
zwischen der Äußeren und der ersten Innenlage realisieren muss. Beides
ist mit Prepreg und "aufgeklebter" Kupferfolie nicht ganz so exakt bzw.
gar nicht (Dünne Lage unter 100µm Abstand) realisierbar.
Auch bei einem Starrflex Aufbau mit außenliegendem, doppelseitigem
Flexteil kommt Laminattechnik zur Anwendung.
@TO Natürlich ist das kein Problem! Nur Symetrisch sollte es sein, sonst
verzieht sich die Platine evtl.
> Erstens ist es auch bei der sog. Laminattechnik kein Problem außen auf> 70µm aufzukupfern
Das macht man aber nicht. In der Regel werden 25µ aufgekupfert. Wenn das
Grundkupfer 35µ ist dann kommst du also maximal auf 60µ - eher 55µ da
die 35µ in der Regel unterschritten werden.
70µ innen ist kein Problem, must es nur so bestellen und einen
Hersteller haben dan man vertrauen kann. Ich hatte mal PCB wo die dann
gemogelt hatten und 35µ verpresst hatten.
jan bader schrieb:> Das macht man aber nicht. In der Regel werden 25µ aufgekupfert. Wenn das> Grundkupfer 35µ ist dann kommst du also maximal auf 60µ - eher 55µ da> die 35µ in der Regel unterschritten werden.
wieder falsch!
Ja, es stimmt, daß max. 25µm aufgekupfert werden, allerdings wird die
Schichtdicke in der Durchkontaktierung gemessen. Auf den Außenlagen hat
man üblicherweise eine Toleranz von +100%.
d.h. wenn ich z.B. eine "normale" Platine fertige mit 18µm Grund Cu.
Erfahrungsgemäß sind es eher 15, da auch dies Toleranzbehaftet ist.
Durch die Fertigung selbst (Reinigungsschritte) gehen nochmals 1-2µm
verloren. man hat also im Schlimmstenfall 13µm Kupfer. Damit geht's in
die Galvanik. Dort wird 20µm in der Lochwandung aufgekupfert was
erfahrungsgemäß mindestens 30- eher 35µm auf den Außenlagen ergibt. Am
Ende hat man dann also nicht die erwarteten 35µm sondern eher 45-50 (bei
35µm Grund Kupfer kommt man so also auch schon recht problemlos auf
70µm, daher schrieb ich man kann es zur Sicherheit noch aufbringen, um
den Fertigungsbedingten Abtrag auszugleichen). Wenn du's mir nicht
glaubst kannst du es gern bei einer x-beliebigen Platine nachmessen.
Bei durchgehenden Flächen ist der Effekt noch stärker.
Wenn man bei der strukturierten Platine zu viel aufkupfert hat man in
der Tat Probleme, daher kommt die 25µm Grenze, da sonst die
Galvanikschicht über den Fotoresist wachsen kann und der sich nicht
richtig löst (Außerdem wird die Schichtdickenvarianz zwischen
Kufperfläche und einzelnen, dünnen Leiterzügen zu groß). Aber man kann,
bevor man Löcher bohrt, die komplette Platine aufkupfern. Das ist
halbwegs gleichmäßig und wird in dem beschriebenen Fall auch gemacht.
Danach wird gebohrt, Fotoresist aufgebracht und der Rest des
Leiterbildes Aufgekupfert. Am Ende der Galvanik kommt dann galvanisches
Zinn als Ätzresist drauf, der Fotolack wird abgewachsen und das nun
freiliegende, nicht dem Leiterbild zugehörige Kupfer wird abgeätzt.
Anschließend wird das Galvanische Zinn gestrippt (entfernt) und die
Platine wird weiter bearbeitet. (Üblichwerweise ist der nachfolgende
Schritt der Fotoresist)
Das Verfahren was ich aus Asien kenne geht so:
Bohren > aufkupfern > Photoresist (fast immer flüssiger) > Belichten >
Entwickeln > Ätzen
Wenn man 70µ (oder was auch immer) aussen haben dann nimmt man ein
Grundlaminat was das schon hat, oder etwas drunter ist. Laminate bis
105µ sind Standards. 140, 175, 210 + 400 gibt es auch noch. Dazu noch
50, 18, 12 und 9µ.
hmm, ich kann mir nicht vorstellen, daß das stimmt.
Denn: Man kupfert die komplette Platine auf nur um die aufgekupferte
Fläche später wieder abzuätzen? Dadurch hab ich bei der Galvanik einen
unsinnig hohen Materialverbrauch und genauso auch beim Ätzen. Ich sehe
nur 2 mögliche Vorteile davon: Man spart das Zinnbad in der Galvanik und
bei der Ätzstraße und man benötigt nur negativen Fotoresist für
Innenlagen und Außenlagen. Aber gerade bei Großserienfertigung spielt
der Materialeinsatz eine viel höhere Rolle als die Maschinelle
Aufstellung, das spricht also ebenfalls dagegen.
Flüssigen Ätzresist kenne ich nur aus der Hochschule, dort aber für die
Wafer. In der LP Fertigung kenne ich nur Laminierten Resist.
Laminierten Resist = Trockenresist wird in Asien seltener eingesetzt. Es
dauert länger und ist teurer.
Aufgekupfert wird auf jeden Fall nach dem Bohren. Bohren ist so ziemlich
der 1. Schritt.
Hier findest du ein Flowchart (mit Dryfilm):
http://www.hangshengpcb.com/en/solution.asp?ID=798&Flag=article
Dennoch machen die das so wie ich es sagte: bohren, danach kommt das
leitfähig machen des BM (Vermutlich als PTH bezeichnet) danach der Film,
wobei ich "dry film" als Filmresist ansehen würde, und nicht als nass
Resist, aber gut.
Als nächstes kommt der Prozessschritt "Pattern" was vermutlich die
Galvanik ist, dann Film entfernen und ätzen incl. Zinn Strippen, das
bedeutet, auch dort wird keinesfalls die gesamte Platine aufgekupfert
und geätzt. Das Verfahren ist also identisch mit bei uns angewandtem.
Ich verstehe nur nicht, weshalb nach dem Zinn strippen noch ein
ätzschritt ist. aber nungut. Wenn das Zinn einmal runter ist ätzt man ja
komplett das Kupfer, das ist insofern etwas sinnlos.