Hallo, ich würde gerne wissen, ab welcher Spannung am Input-Pin der
ULN2803 sicher durchschaltet. Im Datenblatt habe ich Stromabhängige
angaben gefunden, bin mir aber nicht sicher, ob das der Laststrom ist,
der gegen das geschaltete GND-Potential abfließt.
Angenommen ich schalte einen In-Pin mit 5V und den anderen mit 3V. Wird
der mit 3V geschaltete Kanal dann ab einem bestimmten Laststrom
geöffnet, oder verträgt er dann nur weniger?
phil schrieb:> Hallo, ich würde gerne wissen, ab welcher Spannung am Input-Pin der> ULN2803 sicher durchschaltet. Im Datenblatt habe ich Stromabhängige> angaben gefunden, bin mir aber nicht sicher, ob das der Laststrom ist,> der gegen das geschaltete GND-Potential abfließt.
Ja, so wird es sein. Das IC selbst hat schließlich keinen eigenen
Betriebsstrom, es ist nur ein Array mit Darlington-Transistoren.
Da steht I_c, also der über den Collector und Emitter fließenden Strom.
Wenn du mit dem ULN also 300mA schalten willst müssen mind 3,0V am Input
Pin anliegen.
Bei 200mA Laststrom eben nur 2,4V.
Wobei dann aber immrnoch 2V am Transistor im Lastpfad abfallen.
Ist die abfallende Spannung (am Array) etwa auch abhängig vom Laststrom?
Ist es ja bei einer Diode (0,7V) auch nicht?
Ich verstehe noch nicht, wodurch diese Begrenzung des Stromes kommt,
bzw. Was die genau bedeutet: Dürfen bei 3V Steuerspannung nur 300mA
fließen, oder können nur 300mA fließen?
Wie wäre es dann mit einem 12V-Relais (140Ohm, 86mA Spulenstrom)? Die
Ein- und Ausschaltspitzen sind ja wesentlich höher. Kann ich das am
Array mit nur 3V Steuerspannung ansteuern? Welche Spannung kommt dann
tatsächlich am Relais an, d.h. Wie viel Volt fallen am Array ab? Nach
Datenblatt des Relais sollte es mit min. 10V betrieben werden....
@ phil (Gast)
>Ist die abfallende Spannung (am Array) etwa auch abhängig vom Laststrom?
Nur wenig, es sind Darlingtontransistoren.
>Ist es ja bei einer Diode (0,7V) auch nicht?
Ebenso, geringfügig. 0,7V ist ein Orientierungswert. Bei vollem Strom
haben Leistungsdioden 1-2V Flusspannung. In einem Projekt vor längerer
Zeit wurde ein Kette von Diden pulsartig mit 1000A (Ja eintausend
Ampere) belastet, dabei hatten die Dioden ca. 30V Flußspannung!
>Ich verstehe noch nicht, wodurch diese Begrenzung des Stromes kommt,
Vom mangelnden Basisstrom. Kleine Eingangsspannung -> kleiner Basisstrom
-> kleiner Kollektorstrom.
>bzw. Was die genau bedeutet: Dürfen bei 3V Steuerspannung nur 300mA>fließen, oder können nur 300mA fließen?
Können.
>Wie wäre es dann mit einem 12V-Relais (140Ohm, 86mA Spulenstrom)?
Kein Problem. 86 ist deutlich kleiner als 300mA.
>Die>Ein- und Ausschaltspitzen sind ja wesentlich höher.
Nö, ein Relais hat KEINERLEI Stromschaltspitzen. Nur eine
Spannungsspitze beim Abschalten, wenn man die Freilaufdiode vergisst.
>Kann ich das am>Array mit nur 3V Steuerspannung ansteuern?
Ja.
> Welche Spannung kommt dann>tatsächlich am Relais an, d.h. Wie viel Volt fallen am Array ab?
Ca. 1V.
Guten Morgan,
hat vielleicht nichts mit dem Eingangsthema zu tun, aber vielleicht
besser als eine neues Thema zu eröffnen:
Ab welcher Spannung schaltet der Transistor voll durch (ab wann hat eine
Erhöhung der Eingangsspüannung keinen Einfluss mehr auf den Ausgang?)
Ist das ganze Lastspannungsabhängig?
Angegeben ist maximal 500mA Schaltstrom gleichzeitig auf allen Kanälen,
aber der Stromfluss ist nur bis 3V Eingang und 300mA angegeben. Wann
erreiche ich 500mA?
hommel schrieb:> Angegeben ist maximal 500mA Schaltstrom gleichzeitig auf allen Kanälen,> aber der Stromfluss ist nur bis 3V Eingang und 300mA angegeben. Wann> erreiche ich 500mA?
Wo? Bei welchem Bauteil. Sind wir noch beim ULN2803?
Auch wenn Mosfets auch Transistoren sind, so meint man im allgemeinen
Sprachgebrauch mit Transistoren Bipolartransistoren. An diese
"Konvention" werde ich mich im Folgenden auch halten. Während Mosfets
spannungsgesteuerte Bauelemente sind, sind Bipolartransitoren
stromgesteuert. Darlingtons sind zusammengesetzt aus Bipolartransistoren
und folglich auch stromgesteuert. Die Frage nach der Schaltspannung paßt
also nicht zum Bauteil.
Das Verhalten der Basis-Emitterstrecke weist Ähnlichkeiten zu Dioden
auf. Je nach Type tut sich bis ca. 0,6 Volt nicht viel. Ab dann wird die
Strecke leitend. Dieser Basisstrom ermöglicht einen um den
Verstärkungsfaktor verstärkten Stromfluß auf der C-E-Strecke. Irgendwann
ist aber das Maximum erreicht. Umgekehrt benötigt man für einen
bestimmten Laststrom einen mindest-Basisstrom. In der Regel darf der
Basisstrom aber auch höher sein. Dann könnte der Darlington sogar etwas
mehr Strom leiten als gefordert. Details dazu findet man zu Genüge, so
auch im Wiki.
Nun ist es üblich und sinnvoll einen Widerstand vor die Basis zu packen.
Dadurch hat man am Eingang eine Spannung, die sich aus Spannungsabfall
des Basisstroms über dem Basiswiderstand plus den oben genannten ca. 0,6
Volt ergeben. Höhere Last erfordert höheren Basisstrom erfordert höhere
Spannung vor dem Basiswiederstand. Das kann man recht bequem mit U=R*I
hin und her rechnen wenn man dabei die 0,6 Volt an der
Basis-Emitter-Strecke im Kopf behält. Das ist die Tabelle die Du gesehen
hast.
Das ist etwas Mißverständlich denn es ist nicht die Spannung vor der
Basis des Transistors, denn dieser ist stromgesteuert. Es ist die
Spannung vor dem Vorwiderstand. Bei Darlingtons ist dieser Vorwiderstand
oftmals, wenn auch nicht immer, integriert. Diese Widerstände sind je
nach Ausführung auf die Zielumgebung angepaßt.
So gibt es Versionen die auf 5 Volt Eingangsspannung ausgelegt sind und
Versionen die Beispielsweise auf den Berich 6-15 Volt ausgelegt sind.
Dabei wurde nur der Vorwiderstand angepaßt, so daß in der erwarteten
Umgebung (Spannung) ein passender Basisstrom fließt.
Man kann auch den ULN2801A (Basis direkt herausgeführt) einsetzen und
per Vorwiderstand sich an die benötigte Ansteuerspannung anpassen. Das
"kostet" allerdings dann einen zusätzlichen Widerstand pro Eingang, aber
so ist eine optimale Nutzung (auch gemischt) möglich.
> Im Datenblatt habe ich Stromabhängige angaben gefunden, bin mir aber> nicht sicher, ob das der Laststrom ist, der gegen das geschaltete> GND-Potential abfließt.
Ja, der ist es, und die dazu benötigte Eingangsspannung:
VI(On-state input voltage on)
IC = 200 mA 2.4 V
IC = 250 mA 2.7 V
IC = 300 mA 3 V
und aus weiteren Zahlen ergibt sich:
IC = 500 mA 3.85 V
> Angenommen ich schalte einen In-Pin mit 5V und den anderen mit 3V. Wird> der mit 3V geschaltete Kanal dann ab einem bestimmten Laststrom> geöffnet, oder verträgt er dann nur weniger?
Er verträgt weniger, weil er schon bei geringeren Strömen denselben
Sapnnungsabfall hat wie der besser durchgesteuerte, weil er hochohmiger
ist.