Hallo autoRouter.
AutoRouter schrieb:
>
> Nun aber zum Punkt: Sollte ich Stromkreise routen? Also Netze über
> mehere Alternativrouten verteilen? So würde induzierter Strom im Netz
> selbst fließen, aber nicht unbedingt durch in die angeschlossenen
> hochohmigen Bauteile..
Oh nee, damit habe ich ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Theoretisch
ist die Idee nicht schlecht, aber in der Praxis....
>
> Oder macht es die potentielle Störeinstrahlung noch schlimmer? Aber
> meines erachtens sind es ja eigentlich nur Kurzschlusswindungen.
..fliesst in eben dieser Kurzschlusswindung ja ein heftiger Strom, mit
dem Du Dein Feld u.U. erst recht dicht an empfindliche Eingänge bringst.
Und wenn Deine "Kurzschlüsse" nicht extremst niederohmig sind, dann
entsteht durch den dicken Strom über ihren ohmschen bzw. induktiven
Anteilen auch wieder eine erhebliche Spannung.
>
> Kann das mal jemand beurteilen oder vielleicht Erfahrungen teilen?
Persönlich bin ich besser damit gefahren, Hin- und Rückleiter für meine
Versorgungen und Signale so dicht wie möglich zusammenzuhalten, damit
die daraus entstandene Koppelschleife möglichst klein wird.
In Härtefällen habe ich auf Leiterbahnen auf der Platine verzichtet und
direkt mit verdrillten Drähten angeschlossen. Die Schlaglänge so kurz
wie möglich. *) Ist natürlich Fertigungstechnisch sehr unelegant....
Ich hatte immer mal geplant, eine solche "Verdrillung" testweise mal auf
einer doppelseitigen Platine durch Leiterbahnen zu machen, die per Vias
ständig die Lagen tauschen. Bin ich leider bis jetzt aber nicht zu
gekommen.
Achte darauf, dass Dein Rückstrom auch tatsächlich durch den
vorgesehenen Pfad fliesst, und nicht eventuell einen von der Impedanz
her bequemeren Weg nimmt.....
Bei NF ist eher der ohmsche Anteil, und bei HF der induktive Anteil
ausschlaggebend.
**)
> Gerade bei Signalleitungen, die
> docht eine recht hohe Impedanz (bzw geringe treiberleistung) haben, habe
> ich Angst vor Problemen.
Vieleicht einen kräftigeren Treiber nehmen und per Widerstand künstlich
niederohmig machen? Eine Stromschleife verwenden, so wie früher bei der
V24 Schnittstelle?
Wenn Du statische Signale hast.....Tiefpässe ohne Ende verwenden. Besser
mal ein Signal verschleifen solange tragbar oder per Schmitttrigger
restaurieren als Störungen.
Zumindest solltest Du mal schauen, was du Dir als Strom bei Deinen
Treibern leisten kannst, und dass dann auch zu mindestens ca. 3/4
ausnutzen.
Optokoppler sind Deine Freunde. Lichtwellenleiter auch. Besonders bei
undurchsichtigen Masseverhältnissen.
Übertrager sind in der Umgebung tückisch, weil sie als Pickups arbeiten
können....
*) Die verdrillten Leitungen kannst du selber machen. Zwei Drähte in den
Schraubstock und die anderen Enden in einen Akkuschrauber spannen. Dann
unter Zug den Schrauber drehen lassen, bis du meinst, es ist genug.
Du wirst mit etwas Geschick Schlaglängen hinbekommen, die deutlich
kürzer sind als Du bei verdrillten Leitungen aus der Fabrik hast, weil
das auf größeren Längen nicht zuverlässig funktioniert. Aber für Deine
50cm schon (Im Zweifel auch noch drei Meter).
**) Für den Zweck nehme ich sonst gerne schonmal stromkompensierte
Drosseln, die als Trafo wirken und das Rücksignal auf die dafür
vorgesehene Leitung "zwingen" (und die dabei verhunzte Kurvenform nicht
wirklich stört). Das dürfte in Deinem Falle aber auch problematisch
sein, weil ich Angst hätte, das die Drosseln als pickups wirken.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de