TAA861 ersetzen durch ?

#3336150
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hallo,
ich habe im google schon nach einem ersatz IC für den TAA861 gesucht, 
aber leider nichts gefunden.
Dies ist doch ansich ein recht einfaches altes RFT IC, welches aber viel 
Geld kostet.
Kennt sich eventuell jemand aus und kann mir sagen welches IC als ersatz 
dafür in Frage kommt.
Datenblatt z.B. hier: http://g-pb.de/datasheets/TAA861.pdf vielen dank.
LG Holger
#3336244
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Jörg Wunsch schrieb:
> Hol ger schrieb:
>> na ansich nur einen, aber zwei wären auch nicht schlecht, danke
>
> Wenn du bei den genannten Shops keinen Erfolg hast, dann schick 'ne
> Mail, und ich sehe mal nach, was ich noch in der Kiste habe.
>
> Mein Sohn hat auch noch einen LT-CS 01 rumstehen. ;-)

danke für dein Angebot, aber wenn möglich würde ich doch gerne versuchen 
ob da nicht auch ein anderer passt, muss auch nicht Pinkompatibel sein, 
danke.

LG Holger
#3336259
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Jörg Wunsch schrieb:
> Hol ger schrieb:
>> ob da nicht auch ein anderer passt
>
> Die Teile sind glaub' ich dahingehend etwas eigen, dass sie
> open-collector-Ausgangsstufen haben.  Das hat sonst kaum ein OPV.  Ich
> weiß jetzt nicht, inwiefern das im LT-CS 01 eine Rolle spielt.

ich habe mal einen Auszug / Text als Bild, da steht etwas über die 
Funktion.
LG Holger

sorry, N 1101 is TAA861
Angehängte Dateien:
#3336270
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Jörg Wunsch schrieb:
> Kann man ohne Schaltbild so nicht einsortieren.
>
> Ich würde an deiner Stellen da wieder einen B861 reinbauen, fertig
> ist die Laube.

Schaltplan hatte ich ja weiter obern Verlinkt.

Ansich wäre das mit dem Preis ja dank euch geregelt, aber ich würde 
schon gerne wissen ob da wirklich kein anderes IC in Frage kommt, danke
(Firma: fritzler-avr.de) #3336282
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Sieht so aus als wäre der Opamp in der Schaltung dazu da eine Flanke zu 
erkennen und diese Flankeenerkennung in die Länge zu ziehen.
Der neg Eingang hängt direkt am Eingangssignal und der pos Eingang über 
ein RC Glied mit Spannungsteiler.
Am Ausgang hängt nen 10µ der nach dem Auslösen ne weile braucht bis 
dieser über den Pullup wieder geladen ist.

Also bau doch einfach nen LM393 ein.

Schöner Plattenspieler, hätt ich auch gern!
#3336283
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Hallo,

Hol ger schrieb:
> Jörg Wunsch schrieb:
>> Kann man ohne Schaltbild so nicht einsortieren.
>>
>> Ich würde an deiner Stellen da wieder einen B861 reinbauen, fertig
>> ist die Laube.
>
> Schaltplan hatte ich ja weiter obern Verlinkt.
>
> Ansich wäre das mit dem Preis ja dank euch geregelt, aber ich würde
> schon gerne wissen ob da wirklich kein anderes IC in Frage kommt, danke

Nicht so ohne weiteres, Standard-OPV mit Gegentaktendstufe funktionieren 
in der sonst unveränderten Schaltung nicht.

Ansonsten:
Alternativ bei ebay: 
http://www.ebay.de/itm/4-Stk-IC-DDR-B-861-/400571783625?pt=Bauteile&hash=item5d43f059c9

oder aus diversen Wühlkisten (z.B. habe ich fast 100%-ig welche drinne, 
muß ich aber erst suchen...)

Ahoi, Martin
#3336308
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Martin Wende schrieb:
> Sieht so aus als wäre der Opamp in der Schaltung dazu da eine Flanke zu
> erkennen und diese Flankeenerkennung in die Länge zu ziehen.
> Der neg Eingang hängt direkt am Eingangssignal und der pos Eingang über
> ein RC Glied mit Spannungsteiler.
> Am Ausgang hängt nen 10µ der nach dem Auslösen ne weile braucht bis
> dieser über den Pullup wieder geladen ist.
>
> Also bau doch einfach nen LM393 ein.
>
> Schöner Plattenspieler, hätt ich auch gern!

OK Martin, werde mal einen LM393 kaufen, mal schauen wie oder was sich 
da ändert oder auch nicht ändert.
Wenn nicht kommt auf jeden Fall wieder ein TAA861, habe ja nun schon 
richtig gute Quellen von euch bekommen, danke.
LG Holger
#3336316
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Martin Schneider schrieb:

> Nicht so ohne weiteres, Standard-OPV mit Gegentaktendstufe funktionieren
> in der sonst unveränderten Schaltung nicht.
>
> Ansonsten:
> Alternativ bei ebay:
> 
http://www.ebay.de/itm/4-Stk-IC-DDR-B-861-/400571783625?pt=Bauteile&hash=item5d43f059c9
>
> oder aus diversen Wühlkisten (z.B. habe ich fast 100%-ig welche drinne,
> muß ich aber erst suchen...)
>
> Ahoi, Martin

hallo Martin, danke für den Link.
Hatte es ja schon geschrieben das ich mal den Vorschlag von Martin Wende 
Testen werde, kann ja sein das der passt, danke.
LG Holger
#3336426
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Martin Wende schrieb:

> Sieht so aus als wäre der Opamp in der Schaltung dazu da eine Flanke zu
> erkennen und diese Flankeenerkennung in die Länge zu ziehen.

Nicht so ganz.

> Der neg Eingang hängt direkt am Eingangssignal und der pos Eingang über
> ein RC Glied mit Spannungsteiler.

Das RC-Glied am Eingang ist Frequenzkompensation. Normalerweise würde 
C1121 das tun. Aber da der Ausgang per per C1122 dynamisch auf GND 
liegt, tut er es nicht (warum C1121 überhaupt bestückt ist, erschließt 
sich mir nicht).

> Am Ausgang hängt nen 10µ der nach dem Auslösen ne weile braucht bis
> dieser über den Pullup wieder geladen ist.

Das Ganze ist eine analoge Regelschleife. Die Transistorbrücke 
VT1103-1106 steuert den Linearmotor an, der den Tonarm tangential 
bewegt. Der ganze Krempel mit den Dioden und Gattern ist für die 
schnelle Bewegung des Tonarms wenn man manuell zum nächsten/vorigen 
Titel will (was natürlich nur bei angehobenem Tonarm geht).

Für die Nachführung beim Abspielen sorgt N1101 in Verbindung mit einer 
Lichtschranke am Tonarm. Der Tonarm ist schwenkbar und wenn er die 90° 
Lage verläßt, fährt er eine Blende aus der Lichtschranke deren Empfänger 
B4023 ist.

Ich denke mal die Funktion ist ca. so: sobald der Tonarm abgesenkt ist 
wird über VD1127 die Regelung freigegeben. N1101 macht den Ausgang auf 
und C1122 lädt sich über R1153 langsam auf. Über VD1108 wird der 
Linearmotor langsam gestartet und der Tonarm bewegt sich tangential in 
Abspielrichtung. Wird die Bewegung des Linearmotors zu schnell, öffnet 
die Lichtschranke und bremst die ganze Chose wieder ab. Auch wenn es 
durch die vielen Dioden nicht so aussieht, ist diese Regelung analog.

Ein halber LM393 müßte da elektrisch auch funktionieren. Allerdings ist 
der B861 ja noch erhältlich und paßt zu 100% in die Leiterplatte. Ob er 
allerdings wirklich kaputt ist? Viel wahrscheinlicher hängt der 
Linearschlitten irgendwo oder die Lichtschranke ist verdreckt. Womöglich 
ist auch die IR-LED B4021 gealtert.


XL
#3336461
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Axel Schwenke schrieb:
> Nachtrag: das Servicemanual des LT-CS 01 gibt es bei der elektrischen
> Tanja:
>
> http://elektrotanya.com/rft_lt-cs01_1968_lemezjatszo_sm.zip/download.html
>
>
> XL

hallo Axel,

besten dank für deine Ausführliche Beschreibung.
Ich habe ja das Service Manual, incl. Schaltplan.

Schon klar das ich wohl den B861 / TAA861 wieder einsätze,
mich hatte es nur mal Interessiert ob da wohl auch noch andere OPVs 
passen würden.

Mal schauen bzw. versuchen ob es mit dem LM393 geht, weil 3 € incl. 
Versand für 10 St. da kann man schon mal was mit Testen.

Eine Frage habe ich aber noch, soll ich beim Test LM393 die nicht 
benutzten ein / ausgänge auf GND legen, danke.

LG Holger
#3337578
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Jörg Wunsch schrieb:
> Andrew Taylor schrieb:
>> TAA 761 bzw. 765 geht übrigens in der genannten Anwendung auch .-)
>
> Ich war aus dem alten Datenbuch auf die Schnelle nicht schlau geworden:
> der Unterschied ist, dass die 700er größere zulässige Bereiche für die
> Eingangsspannung haben (sowohl Gleichtakt- als auch Differenz-), oder?

Betriebsspannung auch. Die 700er bis +/-15V, 800er nur +/-10V.


Jörg Wunsch schrieb:
>> Wie ist der den klangmäßig einzuordnen?
>
> Eher mäßig, weil er leider nur einen Kristalltonabnehmer hatte (daher
> das "CS" in der Typenbezeichnung).

So schlecht waren die Kristallsysteme gar nicht. Mit dem genormten 
Abschluß (IIRC 1M || 47p) muß er auch nicht extra entzerrt werden. 
Impedanzwandler dahinter und fertig.

> Allerdings kann man das Teil ja vielleicht gegen einen dynamischen
> Abnehmer tauschen.

Kann man sicher.

Ich habe das Schwestergerät HK-PA 1203. Das kam im selben Jahr raus wie 
der  LT-CS 01, war aber sowohl von der Mechanik als auch Elektronik noch 
etwas weiter fortgeschritten.

Z.B. hatte er richtige Tasten und nicht diese grausame Folientastatur. 
Dann einen Direktantrieb (kein verschleißender, rutschender Riemen). 
Magnetsystem mit eingebautem Entzerrerverstärker. Und einen 
Rauschkontakt für Mikrofeedback vom Linearantrieb.

Alles in allem waren das 3 Feedbackwege für die Tonarmnachführung:

- der Rauschkontakt (ein Poti-Schleifer auf einer Metallstange)
- optisch abgetasteter Strichcode
- Lichtschranke für Tonarmauslenkung


XL
#3337990
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Hol ger schrieb:
> Axel Schwenke schrieb:
>>
>> Ich habe das Schwestergerät HK-PA 1203.
>
> wie is es denn dann mit der Armnachführung wenn du die Geschwindigkeit
> etwas veränderst, also bei 33,33, fängt der Tonarm dann nicht an zu
> springen ? oder is das irgendwie gekoppelt ?

Das ist nicht gekoppelt. Muß es nicht. Soll es auch nicht.

Die Steigung der Rille ist auch auf ein und derselben Platte nicht 
konstant. Sowohl im Einlauf- als auch im Auslaufbereich und auch 
zwischen den Titeln verläuft die Rille steiler. Tatsächlich erkennt
der HK-PA 1203 das Ende der Platte am steileren Verlauf der Rille.

Das Spitzengerät der Baureihe, der HK-PA 1205 erkannte daran sogar die 
Lücken zwischen den Titeln und erlaubte dann, einzelne Titel gezielt 
anzuspringen bzw. eine Titel-Reihenfolge zu programmieren.

Das wesentliche Element der Tonarm-Nachführung ist ein Winkelsensor am 
Tonarm (Lichtschranke mit Schlitzblende). Der Tonarm ist minimal um eine 
Achse schwenkbar, die senkrecht zum Plattenteller am hinteren Ende des 
Tonarms liegt. Wenn der Linearmotor steht, die Platte dreht und die 
Nadel aufliegt, dann wird der Tonarm minimal aus der Idealposition 
gedreht (durch die gleiche Kraft, die den Tonarm eines herkömmlichen 
Plattenspielers bewegt). Die Regelung des Tangentialantriebs 
(Linearmotor) versucht nun diese Auslenkung minimal zu halten.

Der Rauschkontakt dient als kurzfristige Gegenkopplung, insbesondere
für die Situation wenn der Linearmotor aus dem Stillstand anläuft und 
verhindert dann ein unkontrolliertes Hochlaufen des Motors.
Der Strichcode liefert im wesentlichen die Geschwindigkeit (und beim 
1205 auch die Position relativ zum Endkontakt).


XL
Gast #3341007
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Man kann den LTCS01 reparieren, ich würde es aber nicht tun, maximal für 
museale Zwecke.

Gegen einen PA1203/1205 ist das nur eine Spielkiste, aber irgend ein 
Panasonic nach dem selben Prinzip (Gleichstrommotor und Riementrieb für 
den Tonarm) war noch schlimmer IMHO.

Ich habe einen 1203 und diesem nach und nach seine Macken abgewöhnt, 
danach umgerüstet auf ein Moving Coil System (Denon DL103). Das Ding 
läuft jetzt ganz brauchbar, aber den Flexleiter für die Tonadern mit 
Gemeinsamer Masse zum Antrieb muß ich noch durch dünne geschirmte 
Leitungen ersetzen, sonst hört man den Antrieb des Tonarms beim 
positionieren.

just my 2 Cent,

Holm

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